Der erste Gastbeitrag für die Weinrallye. Ihr dürft nun raten, welcher Wein getrunken wurde.
Kategorie: Weinblogs
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Weinrallye 25: Wein in Literatur und Film, Erinnerung

Noch einige Tage bis zum Veröffentlichungstermin für die 25. Weinrallye, für die ich diesmal den Startschuss geben durfte. Also nochmals eine kleine Erinnerung an diese Weinrallye zum Thema Wein in Literatur und Film. Die Beiträge sollen am Donnerstag, den 23. Juli veröffentlicht werden. Die genaue Themenbeschreibung findet Ihr hier.
Teilnehmen kann jeder. Ein eigener Weblog ist nicht notwendig. Ich veröffentliche gerne Gastbeiträge auf unserem Weblog. Bitte meldet eure Weinrallye-Beiträge an weingut(at)steffens-kess.de.
Die Spielregeln können hier beim Winzerblog nochmals nachgelesen werden.
Bei uns sind die Drehbücher geschrieben, es wurde geplant und geübt, die Weine sind gekühlt und eine Menge Spaß hatten wir auch schon.
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Weinrallye 25: Wein in Literatur und Film

Mir wird die Ehre zuteil, zur 25. Weinrallye einzuladen. Das erstes kleine Jubiläum dieser monatlich stattfindenden Internetweinverkostung.Egal ob Film, Krimi, Roman, Liebesgeschichte oder Komödie, das Thema Wein hat viele Facetten, die in Film und Literatur Niederschlag finden. Eure Kreativität ist gefragt. Lasst Eure Freunde daran teilnehmen, schreibt ein Drehbuch, führt Regie und trinkt gute Weine.
Einige Anregungen:
Besudelt Euch mit Dornfelder und spielt die Leiche in einem Weinkrimi.
Macht es so wie Michael Broadbent: Der bedeutendste Weinschriftsteller der Gegenwart der kaum einen Schritt ohne seine Frau Daphne unternimmt, schreibt in seinem sehr persönlichen Buch „Große Weine“ über seinen ersten Deutschlandbesuch:“In den ersten Jahren unserer Ehe verbrachten wir jeden Sommerurlaub in einer anderen Weinregion. …Wir hatten, nein, ich hatte mir damals außerdem zum Ziel gesetzt, Daphne in einem berühmten Weinberg zu lieben – was notwendigerweise nachts und in aller Heimlichkeit geschehen musste…“
Die Moselfahrt aus Liebeskummer oder eine Episode aus Goethes Leben könnten ebenso das Thema sein.
Die Filme „Die Winzerin von Langenlois“, „Sideways“ oder die Polt-Krimis sind auch ergiebig.
Wie wäre es mit dem Lied „Summertime“ oder „Wenn Das Wasser im Rhein Goldener Wein Wär“? Mitträllern und einen Terrassenwein trinken.
Vielleicht Comedy? Stermann & Grissemann, Fry and Laurie, USB-Wine oder Oliver Kalkofe?
Für die ganz Wagemutigen und Trinkfesten ist auch das „Dinner for one“ zu empfehlen oder macht es wie Tucholsky in Tiger, Panther und Co: „Wir soffen uns langsam den Fluß hinab“
Lasst Eure Phantasie spielen und berichtet am 23. Juli über Euren Wein und die dazu gehörende Literatur und/oder einen Film.
Teilnehmen kann jeder. Ein eigener Weblog ist nicht notwendig. Ich veröffentliche gerne Gastbeiträge auf unserem Weblog. Bitte meldet eure Weinrallye-Beiträge an weingut(at)steffens-kess.de.
Die Spielregeln können hier beim Winzerblog nochmals nachgelesen werden. -
Weinrallye 23: Winzerinnen-Wein

„Also noch 4 Wochen Zeit, in Ihrem Keller oder beim Weinhändler Ihres Vertrauen nach Winzerinnen-Weinen zu suchen: Natürlich international ausgelegt und nach Möglichkeit zentriert auf Weine, die auch wirklich von Frauen gemacht und nicht nur gemanaged werden – also keine Schauspielerinnen, Marketing-Damen, etc, sondern Frauen, die einen Betrieb nicht nur leiten, sondern auch in Weinberg und Keller stehen.
Ausnahme dürfen Kellermeisterinnen in Großbetrieben und Kooperativen sein, falls es solche gibt…
Und auch wenn ich persönlich absolut nicht glaube, dass Frauen anderen Wein machen als Männer, so finde ich doch, dass es interessant ist, jenseits von modischer PR und Marketing Strategien über „weibliche Weine“, einmal die Frauen in den Mittelpunkt zu rücken, die es gewagt und geschafft haben, in die Männerdomäne der Weinmachens einzudringen – und das nicht nur als modisches Aushängeschild im Kostüm der Weinprinzessin oder als Marketing-Fachfrau (da gibt es viele, man sehe sich nur die Zahlen in den entsprechenden Studienbereichen an), sondern da, wo der Wein entsteht: in Weinberg und Keller. „
so der Aufruf von Iris zur mittlerweile 23 Weinrallye.
Eine Idee hatte ich schnell. Das Umsetzen dieser Idee scheiterte an der mangelnden Zeit und ich sagte Iris schon vor einigen Tagen für diese Weinrallye ab. Eine Bekannte brachte mich dann auf das einfache, ganz naheliegende und einer meiner Weinhändler sponsorte den Wein.

Lotte Pfeffer-Müller, eine gestandene Winzerin, leitet mit Ihrem Mann Hans Müller das elterliche Weingut Brüder Dr. Becker in Ludwigshöhe an der Rheinfront. Wir kennen uns sich schon seit Ewigkeiten, haben unseren Ökoverband ECOVIN seit der Gründung mitgestaltet und tun es noch heute. Durch Ihr Engagemant als Vorsitzende von ECOVIN steht Sie nun etwas weniger im Weinberg und Keller, aber die Qualität der Weine ist noch immer so wie in früheren Jahren, als Sie den Weinkeller alleine führte.
Drei Weine gab es zu verkosten. Der Anfang machte der 2007er Silvaner Gutswein trocken, dann folgte der 2008er Riesling Classic Gutswein. Der dritte im Bund, ein 2007er Riesling Kabinett vervollständigte die Probe.

Die Gutsweine sind unkomplizierte und feinfruchtige Sommerweine die bei jeder Gelegenheit getrunken werden können und eine Menge Spaß machen. Beim Silvaner grüne Reflexe und leichte vegetative Noten in der Nase, der Classic mit jugendlichem, frischen Bukett und tropischen Fruchtnoten.
Der Riesling Kabinett kam fülliger, kräftiger daher. Klarer Apfelduft, knackig mit ausgeprägter Frucht und Mineralität.
Alle drei Weine perfekt: Im Weinberg ein Maximum an Geschmack in die Trauben eingelagert und dieses Maximum verlustlos in die Flasche gefüllt. Schmeckbar, dass diese Weine extrem schonend und reduktiv vinifiziert wurden. Durch die im Wein erhalten gebliebene eigene Gärungskohlensäure strahlten diese Weine eine extreme Frische und Fruchtigkeit aus. Besser geht es nicht: Erstklassiges Winzerhandwerk perfekt umgesetzt!
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Weinrallye 22: Regionale Spezialitäten

Thomas Lippert vom Winzerblog, der Erfinder der Weinrallyes, hat dieses Mal das Thema für die jetzt stattfindende Weinrallye vorgegeben:
„Ich möchte von euch gerne erfahren was in eurer Region, noch besser bei euch im Ort produziert wird.
Es ist alles erlaubt, Bier, Wasser, Schnaps, Tee, Kaffee oder Limo, völlig egal was, Hauptsache es ist flüssig, trinkbar und wurde in eurer Region produziert. Selbst Milch ist dieses Mal erlaubt, wenn ihr sie denn als eine Regionale Spezialität bezeichnen würdet.
Ich bitte euch tatsächlich so weit als möglich dem Produkt den Vorzug zu geben, welches seine Urproduktion in der jeweiligen Region hat. Ein regionales Destillat aus regionalen Früchten ist einem Produkt welches in der Region „nur“ zusammengesetzt wurde vorzuziehen, aber auch das wollen wir nicht zu eng sehen.
Sollten sich die Teilnehmer aus Weinregionen für Wein entscheiden wollen, bitte ich bei der Auswahl zusätzlich auf regionale Typizität zu achten, d.h. aus dem Markgräflerland z.B. erwarte ich einen Gutedel und nicht Cabernet Sauvignon!
Selbstgemachtes möchte ich auschliessen, als Zugabe ist es aber gerne willkommen.“
Harald:
Alles erlaubt?! Nur was flüssig ist? Gut, flüssiges Regionales haben wir. Feste Nahrung auch. Fast alles regional beschaffbar. Dann die Idee! Theresa anmailen und meine Idee vortragen.
Nach einigen Mails stand dann fest, dass Sie mitmacht. Ganz Regional in Doppelfunktion. Die bloggende Moselweinprinzessin und zudem aus Reil. Die erste Weinrallyethema, das von zwei Bloggern in einem gemeinsamen Projekt abgearbeitet wird. Regional Total!
Theresa:Ob ich schon einmal von der Weinrallye gehört habe, fragt mich Harald. Klar, habe ich! Allerdings habe ich mir noch nie überlegt, selbst daran teil zunehmen.
Haralds Idee, dieses Projekt gemeinsam anzugehen, klang es sehr verlockend. Da dauerte es auch nicht mehr lange bis mir ein Einfall für meinen Beitrag kam. Ich mailte Harald meine Zusage und die Planung konnte beginnen. Regional Total!

Harald:
Gebratener Moselzander auf Kartoffel-Bärlauchpürée mit Weinessig-Gemüse.
Oberspitze das Weinessiggemüse. Der Moselzander und das Pürée waren nette Beilagen. Natürlich auch sehr gut, aber das Gemüse: Einfach lecker, mit Essig von Theresas Vater und viel Liebe von Theresa zubereitet. Dazu gab es zwei trockene 2008er Rieslinge, jeweils aus meinem Keller und von Theresas Eltern.

Theresa:
Auf der Weinmesse in Bremen assistierte ich bei der Zubereitung des Zanders bei einer Kochshow mit Christian Krüger von Steinheuers Restaurant. Ich fand, dieses Rezept sei wie gemacht für die aktuelle Weinrallye. Außerdem ist es kinderleicht nach zukochen. Um dessen sicher zu sein, mussten zunächst meine schwäbischen Mitbewohner in Geisenheim mein Probekochen bewerten. Sie gaben mir grünes Licht. Schließlich gab es auch von den Reilern ein gutes Urteil.

Harald:
Die Hirschkeule aus den Niederwäldern oberhalb der Reiler Goldlay durfte drei Tage in unseren Riesling-Weinessig und einer Flasche Reiler Goldlay baden. Verfeinert wurde das Bad mit den üblichen Zutaten von Zwiebeln, Möhren, Lorbeer und einigem mehr. Scharf angebraten mit kaltgepresstem Traubenkernöl in ökologischer Qualität von der VITIS AG aus Trittenheim an der Mosel und bei Niedertemperatur gegart. Die Soße wurde mit Bratensatz und Reiler Spätburgunder von Theresas Eltern gekocht, der ebenfalls das Essen begleitete.
Noch näher am Weingut als der Hirsch, direkt aus unseren Weinbergen, der Feldsalat. Wächst wild in den Schiefersteillagen der Mosel. Und man braucht sich nur zu bücken. Die Vinaigrette mit Theresas Weinessig, der genau so wie unser Essig im klassischen Orleans Verfahren hergestellt wird und wiederum das Traubenkernöl aus der Trittenheimer Ölmühle, die nach langer Zeit wieder kaltgepresstes Öl herstellten. Aus dem Hunsrück die Rosmarinkartoffeln.

Theresa:
Dieser Hirschbraten von Harald war ein Festessen, wie ich es sonst nur von den höchsten Feiertagen kenne. Sein Bad in Weißweinessig und Riesling war deutlich schmeckbar. Mein Lieblingssalat und die köstlichen Ofenkartoffeln machten den Hauptgang zu einem Gedicht, das regionaler nicht sein konnte. Unser trockener Spätburgunder von 2007 in Soße und im Glas rundete die Sache völlig ab.

Harald:
Elblingweinschaumcreme, so gut, dass die Teller schneller leer waren als ein Foto gemacht werden konnte. Elbling gibt es fast nur noch an der Mosel und gilt als autochonte Rebsorte.
Dazu ein Süßwein, natürlich Riesling, aus Theresas Elternhaus.
Theresa:
Auch das Rezept der Elblingweinschaumcreme ist verblüffend einfach und wird von mir sicher einmal nachgemacht. Der dazu servierte Dessertwein aus unserem Weingut brauchte schon an die 70 g Restzucker, spritzige Säure und ein feinfruchtiges Aroma, um mit der fluffigen Nachspreise mithalten und harmonieren zu können.

Harald:
Auch bei uns auf dem Tisch: Das regionalste Mineralwasser Deutschlands. Eine absolute Rarität. Bis Mitte der siebziger des letzten Jahrhunderts wurde die Trarbacher Felsenquelle als Mineralwasser genutzt und danach die Abfüllung eingestellt. Vor einigen Jahren wurde als Marketingidee eine kleine Menge abgefüllt. Der Erfolg war so überraschend, dass die kommerzielle Abfüllung wieder aufgenommen wurde. Mit mittlerweile 80 000 Flaschen Abfüllmenge im Jahr dürfte die Trarbacher Felsenquelle zu den seltensten Wässern Deutschlands zählen.
Danke an die VITIS AG, dass sie so schnell und unproblematisch das Traubenkernöl zu mir geschickt hat.
Theresa:
Dieses regionale 3-Gänge-Menu ist wohl der beste Beweis dafür, dass unsere Region so einiges zu bieten hat, wobei das Essen ja auch nur einen Teil ausmacht. Zu den Spezialitäten würde ich ebenfalls die Landschaft und nicht zu letzt die Menschen zählen, die die Region ausmachen und unsere Landschaft und Kultur erhalten.
Genau diese Menschen sind es auch, die an einem Projekt und Abend wie diesem, den Spassfaktor nicht zu kurz kommen lassen!!!
Zum Schluss noch Danke, Harald, für Gastfreundlichkeit und Zusammenarbeit!!!
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Weinrallye 21: Deutscher Riesling aus Spitzenlagen

„Anlässlich der 21. Weinrallye huldigen wir ganz der Königin der Reben, dem Riesling. Und das streng eingegrenzt auf deutsche Erzeugnisse aus Spitzenlagen: Berühmte Lagen, erste Lagen, große Lagen oder besondere Lagen, aus denen Weine erzeugt werden, die weltweit Botschafter der deutschen Weinkultur sind….Kurzum: Es geht natürlich auch ums Terroir, dem Einfluss aller äußeren Bedingungen auf den Wein.“
so der Aufruf von Lars Breidenbach zu 21 Weinrallye.
Nichts leichter als das. Gibt es an der Mosel an fast jedem Hang. Der eigene Keller ist auch voll von solchen Rieslingen – man könnte sich ja selbst loben – aber die Idee war eine andere. Spitzenlage, Riesling, Terroir, Kult und Legende, vereint in nur einem einzigen Weinberg, der Bernkasteler Doctor. Ich berichtete schon einmal über diese Weinlage und den Besuch des dazu gehörenden Felsenkellers.
Leider scheiterte diese Idee am Wein. Meine Nachbarin Barbara, Eigentümerin des Weingutes Dr. Thanisch, Erben Müller-Burggraef mit Besitztum in dieser Lage, weilte in Urlaub und die Touristen-Weinlädchen, die so einen Wein im Angebot haben könnten, sind im Winter geschlossen. Also mal wieder in das private Weinlager geschaut und fündig geworden.

Eine 2007er Pündericher Marienburg Riesling Spätlese trocken von Frank Brohl aus Pünderich wurde geöffnet. Ein langjähriger Freund, der ebenso wie wir seit Jahren ökologischen Steillagenweinbau pflegt und exzellente Rieslinge hat. Ein Wein wie er nur im Schiefersteilhang wachsen kann. Unsere Altvorderen hatten das auch schon erkannt.
„Der Wein will magere Nahrung an Bergen und viel Sonne haben, in der Plaine (Ebene) wird er schwer. Die Feuchtigkeit, die zudringt, kann nicht ausgekocht werden, es gibt einen ungeschlachteten Trank.“
J.W. Goethe
So etwas kann nicht in der Ebene, womöglich noch in den kalten nassen Schwemmböden am Moselufer, wachsen. Terroir gibt es in den klassischen Schiefersteillagen der Mosel. Ein Optimum für die Rebe: Neigung zur Sonne, Sonnenausrichtung, Bodenart, Niederschlagsverteilung und andere natürliche Ressourcen, dann natürlich die harte Arbeit des Winzers. Nur so kann sich in der Traube ein Maximum an Geschmack konzentrieren. Auch in Zeiten der Klimaänderung und Erwärmung gibt es dieses Optimum nur in den klassischen Schiefersteillagen.

Doch zurück zum Wein. Stoffig, voluminös und fett präsentierte sich dieser Riesling. Honigaromatik in der Nase und ein sehr langer Abgang und die typische Mineralik, die nur durch den Schieferboden dem Wein mitgeteilt wird. Mit 13 % Alkohol kein Leichtgewicht. Eher etwas für den langen Fersehabend um über Stunden zu versuchen, dass Glas leer zu riechen.
Saubere Arbeit! Im Weinberg ein Maximum an Geschmack in der Traube konzentriert und im Keller dieses Maximum verlustfrei in die Flasche bekommen.
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Übrigens, die Marienburg liegt inmitten der Zeller Moselschleife. Einige Meter hinter der Marienburg ist ein Aussichtsturm, der einen herrlichen Blick auf die Moselschleife hergibt. -
Weinrallye 20: Wein zum Fisch, aber nicht weiß und trocken

Das aktuelle Weinrallythema wurde von Wolf Hosbach von Hausmannskost vorgegeben:
„Wein zum Fisch, aber kein trockener Weißer. Erlaubt ist also Rot, Rosé, oder süßer Weißer.“

Mmh! Nachgedacht und meinem Magen gefragt auf was er Appetit hat und sogleich hatte ich die schönen Mies- oder Pfahlmuscheln vor meinem geistigen Auge, die ich des öfteren bei meinen Urlauben an der französischen Ärmelkanalküste esse. Schnell und einfach in der Küche zubereitbar, fast so schnell wie Sägemehlbratlinge aber ungleich schmackhafter.

Zwei Weine kamen in die Auswahl. War nix anderes im Keller. Martin Müller, Weinhändler im Westerwald, hatte mir die Rotweine als Gastgeschenk mitgebracht. Zu einem ein 2005er Bordeaux Superior Barrique von Chateau Perayne und ein 2006er Nero D`Avola von Militello & Voss aus Sizilien. Interessanterweise haben beide Weingüter deutsche Besitzer. Halt, es waren sogar mehr Weine! Die Muscheln wurde natürlich in einem Moselriesling gegart. Da führt bei uns im Haus kein Weg dran vorbei.

Die Muscheln:
Na ja, da bin ich besseres gewohnt, frischer, größer und appetitlicher. Steht ja auf dem Etikett: Wie frisch gefangen…aber nur wie!

Der Bordeaux:
Wuchtig mit ausgeprägter Barriquenote. Meuchelte brutal den Muschelgeschmack. Hatte aber einen lustigen Plastikkork, der mir bis dato unbekannt war.
Der Sizilianer:
Auch ein sehr kräftiger Wein mit Holznote, die Fruchtigkeit des Weines kam jedoch viel stärker zum Ausdruck. Passte auch nicht zu den Muscheln.

Dazu gab es noch ein leckeres selbstgebackenes Baquette von Ulrike, die bei uns zu Besuch war.
Etwas gewagt, diese kräftigen Rotweine, aber ich wollte sie unbedingt probieren und diese Weinrallye war der Anlass dazu. Wie immer hatte mir Martin Müller große und sehr gute Weine mitgebracht. Solo oder zu einem anderen Essen der Knaller, hier Thema verfehlt. Ich hatte es
gewusstgeahnt… Ein leichter Trollinger oder ein Portugieser hätte sich wahrscheinlich besser mit den Muscheln vertragen. Hatte ich jedenfalls nicht zur Hand und Gottseidank war vom Riesling, in dem die Muscheln gebadet hatten, noch etwas in der Flasche übrig…Wie immer: Die Zusammenfassung dieser Weinrallye gibt es in einigen Tagen hier.
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Weinrallye 19: Gespritete Weine

Robert Freudenthaler hat zur 19. Weinrallye aufgerufen. Da er meint, dass aufgespritete Weine ein Schattendasein fristen, hat er diese zum Thema gemacht. Flugs nachgeschaut was noch im Keller liegt und direkt fündig geworden.

Vom „Mann mit dem Esel“, Jean-François Traginer, kommt der 1994er Banyuls Grand Cru aus Südfrankreich.
Die terrassenförmig angelegten Weinberge im Banyuls und die Willenskraft des Weinbauern verlangen den Respekt der Tradition. Jean-François Traginer pflügt mit einem der letzten Esel von Banyuls im Gedenken an seinen Onkel, der der letzte Maultiertreiber des Weinbaugebiets war. Seit 1997 wird auch ökologisch in den Weinbergen gearbeitet.

Im Glas bernsteinfarben, sehr gut gereift, zarte, nicht aufdringliche Süße auf der Zunge und ein langer Nachhall. Richtig toll! Dazu ein leckeres Dessert und der Abend ist gerettet.
Man bekommt Lust auf ein zweites Gläschen, aber dann hätte dieser Likörwein mit 17% Alkohol wohl Killereigenschaften…
Die Zusammenfassung aller Beiträge zur 19. Weinrallye gibt es in den nächsten Tagen bei Robert.
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Weinrallye 18: Sekt zum Advent, Weihnachten und Silvester

Zur aktuellen Weinrallye hat Niko Rechenberg aufgerufen:
„Die Adventszeit ist die beste Zeit für deutschen Schaumwein, kurz Sekt genannt. Da besinnen wir uns doch angesichts internationaler Finanz- und Terror-Katastrophen gern wieder regional und schauen uns in der Heimat um. Präsentiert eure Lieblings-Sekte, welche Winzer gehören zu den Top-Erzeugern Deutschlands, wer bietet den besten Stoff zum guten Preis?“
Ich könnte ja über den eigenen Sekt schreiben, der natürlicherweise mein Lieblingssekt ist und den anderen Anforderungen von Niko sicherlich entspricht. Nun ja, kurz gegrübelt, mein Lager durchstöbert und fündig geworden. Die folgende Geschichte und der Sekt dazu sind interessanter. Vielleicht das Thema verfehlt, aber eine nette Geschichte.

Beim letzten Entsorgen von Altmetallen auf dem Schrottplatz kam ich mit dem Besitzer Rudi ins Gespräch. Sein Vater, ehemals Geschäftsführer beim Vorbesitzer unseres Hauses, sammelte Wein. So fanden sich nach nicht allzu langer Suche zwei Sektflaschen Saar-Riesling, Sonderfüllung ohne Jahrgangsangabe der Weinkellerei P. J. Müller-Lentz, die bis 1975 in unserem Haus residierte. Also müßte der Sekt mindestens 33 Jahre auf dem Buckel haben.

Die erste Überraschung gab es schon beim Öffnen der Flasche. Es zischte noch! Zwar kein Plopp wie bei einem jungen Sekt aber immerhin deutliches entweichen von Kohlensäure. Das ließ hoffen.

Bernsteinfarben lief der Wein ins Sektglas und moussierte noch ein wenig. In der Nase eine leichte Petrolnote, noch präsente gelbe Früchte, mundfüllende Riesling-Aromatik dann auch im Mund, sehr gereift und komplex, Restsüße nur schwach im Hintergrund spürbar. Das war richtig gut! Auch der Spaßfaktor war nicht zu vernachlässigen und der Sekt machte Lust auf ein zweites Glas. Ich hätte niemals gedacht, das dieser mindestens 35 Jahre alter Sekt noch soviel Vergnügen bereiten würde.
Die Zusammenfassung gibt es in einigen Tagen bei Niko, der bei dieser Weinrallye mit seinem Rallyebeitrag den Anfang macht hat.
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Weinrallye 17: Weine der letzten EU Beitrittsstaaten

Zur jetzigen Weinrallye hat Swetlana aufgerufen: Weine der letzten EU-Beitrittsländer
„Die Herstellung von Weinen erscheint oftmals für Aussenstehende als eine romantische Angelegenheit.
Aber auch die romantischste Sache der Welt basiert auf harter Arbeit und ganz vielen Regularien. …
Momentan umfasst die Europäische Union 27 Staaten. Viele Länder wie Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien und Italien sind zweifellos als bedeutende Weinproduzenten bekannt.
Viel spannender ist es jedoch herauszufinden, was die Weinproduktion in den neuesten EU-Beitrittsstaaten macht. Den besten Ruf hatten insbesondere die Weine aus dem ehemaligen „Ostblock“ ja nicht gehabt.
Es wäre daher mal an der Zeit, hinter die Weinfassade der seit 2004 der Europäischen Union zugehörigen Staaten zu blicken und quasi die neue Konkurrenz zu begutachten.Im Jahr 2004 und 2007 sind insgesamt 12 Länder der EU beigetreten, die zum Teil nicht erst seit gestern Wein produzieren. Hierzu gehören die Staaten Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern, Bulgarien und Rumänien.“Also Überlegt: Polen und die drei Staaten aus dem Baltikum haben keinen Weinbau bzw. sehr kleine Rebflächen, so dass ich mir die Suche nach einer passenden Flasche ersparen kann. Die Weinernte hatte mich etwas in Beschlag genommen und die Suche nach einem guten Wein scheiterte an Zeitmangel.

Da der Mensch ein Sammler und Jäger ist und auch ich dazu gehöre, bin ich bei uns in der Probierstube fündig geworden. Interessante Gastgeschenke werden nach Leerung des Inhaltes aufgehoben und sind für diese Weinrallye noch zu gebrauchen, obwohl mittlerweile die Qualitäten osteuropäischer Weine sicherlich bedeutend besser geworden sind.

Zwar eingemeindet, aber das hat Swetlana wohl nicht gemeint.

An den Inhalt der nächsten Flasche kann ich mich nicht erinnern. War wohl nicht so gut.

Aber schon damals war diese Flasche hochmodern mit einem Plastikstöpsel verschlossen.

Über dieses Gastgeschenk aus Tschechien, ein Riesling, schweige ich mich lieber aus…

Eine sehr interessante Geschichte haben diese beiden Flaschen, die mir Berufkollegen aus der Ukraine mitgebracht hatten. Aber die werde ich vielleicht im Rahmen einer anderen Weinrallye erzählen und die Ukraine gehört im Moment noch nicht zur EU.

Zu Jahrtausendwende besuchte mich im Rahmen einer entwicklungspolitischen Hilfe der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) ein wichtiger Entscheidungsträger des Landwirtschaftsministerium aus Rumänien nebst Dolmetscher und Betreuer der GTZ. Nach Weinbergs- und Kellerbesichtigung mit Faßweinprobe des noch jungen 1999er Rieslings, wurden weitere Fragen in der Probierstube erläutert. Der Sinn seiner Deutschlandreise war, Strukturen im deutschen Weinbau zu erfassen und Entwicklungsmöglichkeiten für den rumänischen Weinbau aufzuzeigen. Nach der Zwangskollektivierung unter den Kommunisten, sollten für die Zukunft neue Betriebsstrukturen geschaffen werden. Da ich selbst einen kleineres Weingut habe, favorisierte ich in der Diskussion logischerweise kleinere Agrarstrukturen, die ökologische und soziale Vorteile haben, während mein Gegenüber von Betriebsgrößen so um 120 ha reiner Weinbau sprach. Die folgende Diskussion entglitt dermassen, dass der Dolmetscher, der auch meiner Meinung war, mit diesem wichtigen Menschen alleine diskutierte, der Begleiter der GTZ und ich überhaupt nichts verstanden und als die Diskussion zu laut wurde, mit einem Moselriesling die Stimmung besänftigt werden mußte.
Der trotzdem als Gastgeschenk überreichte Sekt wurde einige Tage danach geöffnet und überraschte durch seine sehr belebende Art, harmonisch, in der Nase reife Früchte, jedoch für meine Geschmack zu süß und vielleicht etwas belanglos.

Sehr interessant die empfohlene Trinktemperaturspanne auf der Halsschleife. Scheint Tropen- und Eiswüstengeeignet zu sein.