Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Weinkeller

  • Drosophila melanogaster

    2014-10-31 Essigfliege2

    Ein ungeliebtes Haustierchen, Drosophila melanogaster, den meisten als Essigfliege bekannt. Ein Lästling, der dieses Jahr besonders nervt. Der warme und feuchte Oktober war förderlich für die Vermehrung der Essigfliege. Da es mittlerweile im freien kühler wird, zieht sie sich in die Häuser, in die Wärme zurück. Im Weinkeller kein Problem, aber in der Wohnung.

    Also zum sogenannten bewährten Hausmittelchen der Essigfalle gegriffen. Hat nix genutzt, wurde komplett von den Insekten ignoriert und verachtet.2014.10.31 Essigfliege

    Erst die Verfeinerung, bzw. die alleinige Gabe unseres kostbaren Riesling-Balsamessiges hat die verwöhnten Tiere davon überzeugt, sich freiwillig in das Schälchen zu stürzen und……………………………………………………………………………………………..2014-10-31 Essigfliege3massenhaft das Leben auszuhauchen. Ein interessanter Zusatz- oder Zweitnutzen unseres Balsam Essiges.

  • Gemütlich, nicht zu schnell und nicht zu langsam

    2014-10-22

    Gemütlich, nicht zu schnell und nicht zu langsam, gären die Neuen Rieslinge im Weinkeller.  2014-10-23 GärungAm Anfang fast keinerlei Kühlbedarf um die Gärung zu bremsen, nach der Hauptgärung auch ohne Erwärmung stetig in den trockenen Bereich vergärend. Energetisch gesehen ökologisch korrekt.

    Mit jedem Tag Gärfortschritt werden die Weine probierfähiger.  Es ist immer wieder spannend die Entwicklung des Weines, das Weinwerden zu erleben und den Lohn eines ganzen Jahres erschmecken zu können.

    Beim täglichen Verkosten unterstützt mich Praktikant Pierre. Er ist übrigens Weinbaustudent in Angers, Frankreich.

    Und Sie schmecken uns, die jungen Weine.

  • 2013er Burger Hahnenschrittchen Riesling trocken


    Das Abfüllen der 2013er Riesling geht weiter. Gestern im Füller: 2013er Burger Hahnenschrittchen Riesling trocken.

     

  • Flaschengeklapper

    2014.03.10 Abfüllen

    Heute wurden die ersten Weine abgefüllt. Hört sich immer wieder gut an, wenn die Flaschen klappern, wenn sie in die Gitterboxen gelegt werden. Vor Tagen schon mit den exakten Planungen begonnen. Verlässlich lieferte der Flaschenhändler und der Verschlusslieferant auf den Tag genau nach Absprache. Da es Druckereien nicht so genau nehmen, – zumindest meine –  werde ich mal morgen nachfragen, ob denn die Etiketten fertig sind. Diese werden zwar erst nächste Woche benötigt, aber lieber eine Woche vorher den Liefertermin setzen.

    Die täglichen Füllmengen und die Abfüllreihenfolge wurde auch exakt geplant, die Abfüllmaschine bereitete auch keine Probleme, aber dann!

    Keine Ahnung was falsch gelaufen ist! Der Sterilfilter vor der Abfüllanlage und auch der davor geschaltete gröbere Vorfilter verzeichneten beim zweiten Wein einen Druckanstieg. Ein Zeichen, das noch Trubstoffe in vorher mit Kieselgur grob filtriertem Wein vorhanden waren und den Filter verblockten. Ich vermute, dass es nicht sichtbare Trubstoffe waren, die durch diese erste Filtration nicht erfasst wurden. Es war einfach ärgerlich und es passierte mir zum ersten Mal, das beide Filter nicht mehr wollten. Der Vorfilter wurde neu mit Filterplatten bestückt und der Sterilfilter hielt, Gott sei dank, noch bis zum Schluss, bzw. bis die aktuelle Partie gefüllt war, durch. Die für heute noch geplante dritte und letzte Partie wird dann übermorgen, wenn es weiter geht mit dem Abfüllen, noch zusätzlich gefüllt und wird für Überstunden sorgen.

  • Vorher Nachher

    2014-02-13 Unfiltrat

    Der Neue Jahrgang liegt nun füllfertig im Weinkeller. In den letzten Tagen wurden die Weine filtriert. Vorher noch stark von der Hefe  eingetrübt,2014-02-13 Filtrat

    nachher blitzblank aus dem Kieselgurfilter kommend. Äußerst problemlos ließ sich der 2013er filtrieren, was wiederum bedeutet, dass die Filtration sehr aromaschonend für den Wein verlaufen ist. Problemlos auch der Filter in den letzten Tagen. Keinerlei Probleme wie vor zwei Jahren, als die halbe Werkstatteinrichtung im Weinkeller für kurzfristige Reparaturen war.

    Erst jetzt kann man die ganze Bandbreite der Aromen Riechen und Schmecken. Die vor der Filtration noch vorhandene leichte Hefetrübung behinderte das Freisetzen des Bouquets. Jetzt präsentieren sich die Jungweine noch viel klarer und bedeutend fruchtiger.

    Heute Abend habe ich das legendäre Steffens-Keß Verkosterteam eingeladen, um in der übernächsten Woche den 2013er gemeinsam zu probieren. Dann weiß ich mehr. Wie jedes Jahr, der eigenen Betriebsblindheit vorbeugend, mit Freunden und Kollegen das 2013er Sortiment gestalten. Ich freue mich darauf!

  • Undicht

    2013-12-12 Undicht

    Da etliche Holzfässer dieses Jahr nicht für Wein gebraucht werden, wurden die leeren Fässer heute mit Wasser gefüllt, damit das Holz immer im Quellzustand bleibt und so bestens für die nächste Ernte – hoffentlich eine größere – konserviert wird.

    Seit der Generalreinigung vor der Ernte wurden die Fässer trocken konserviert. Das heißt, dass alle paar Wochen etwas Schwefel im Fass verbrannt wird. Das dabei entstehende Schwefeldioxid verhindert die Schimmelbildung im feuchten Holzfass.

    Besser ist die Nasskonservierung. Wasser ins Fass und das Holz bleibt immer im Quellzustand und ist dicht. Nicht wie obiges Fass, das heute beim befüllen mit Wasser undicht war. Mittlerweile wieder dicht, da das Eichenholz aufgequollen ist. Noch besser ist es, wenn man Zitronensäure zum Wasser gibt. Das saure Milieu ist ideal für Pflege und Konservierung.

    Leider ist es dieses Jahr nicht möglich, die allerbeste Konservierungsmethode anzuwenden: Holzfasskonservierung mit Wein!

    Mangels Masse…;-)

  • Hagelunwetter: Fortsetzung?

    So langsam, ich habe es fast nicht bemerkt, kommt da was. Das Regenradar verheisst nichts gutes. Eigentlich habe ich für heute die Nase voll.

    Nachtrag, 21. Juni 2013

    Das Gewitter ist an uns vorbeigezogen ohne Schaden anzurichten. Der Kern des Gewitters war 2 km von uns entfernt und es gab reichlich Regen in flüssiger Form.

  • Etikettieren

    In den nächsten Tagen beginnen die Laubarbeiten, die unsere Arbeitszeit fast gänzlich in Anspruch nehmen werden. Daher wurde gestern ausreichend Wein etikettiert, damit in den nächsten Wochen genügend Wein für den Verkauf zur Verfügung steht.

    Für die Technikinteressierten obiges Video in dem man erkennen kann (hoffentlich), wie eine Etikettiermaschine funktioniert.

  • Küfergold

    Weinstein in seiner schönsten Form. Dunkle Kristalle, auskristallisiert aus Traubensaft.

    Oder hier, über Jahre zu einer dicken Schicht in einem alten Holzfass gewachsen. Meistens für den Endverbraucher nicht sichtbar, da er im Faß schon auskristallisiert, selten in der Flasche. Absolut unschädlich für den Weintrinker und den Wein. Es gibt zwar chemische Stabilisierungsmaßnahmen gegen den Weinsteinausfall, aber wir verzichten selbstredend darauf.

    Weinstein ist ein hochbegehrter Rohstoff. Verwendung findet er unter anderem als Backtriebmittel, hier als E 336 gekennzeichnet, in der Baustoffindustrie als Abbindeverzögerer,  im Pharmabereich als Trägerstoff und in der Lebensmittelbranche als Säuerungsmittel.

    Küfergold bei den Kellerarbeitern (Weinküfer) in großen Weinkellerein genannt. Traditionell sammeln die Weinküfer den Weinstein, verkauften diesen auf eigene Rechnung und finanzierten sich den Betriebsausflug damit. Zu DM Zeiten lag der Preis bei 0,60 DM/kg bis hin zu 2,00 DM, je nach Nachfrage. Aktuell werden 0,60 € /kg bezahlt. Da in einer großen Kellerei mit den riesigen Weinmengen auch richtig große Weinsteinmengen zusammen kommen, war das das Gold des Weinküfers, mit dem dann ein mehr oder weniger aufwendiger Betriebsausflug finanziert wurde.

    Schon vor längerer Zeit schrieb Thomas Lippert über das Küfergold und fragte, ob es das noch heute gibt. Gibt es noch, wie ein Freund mir gestern berichtete.

  • Abgefüllt

    Das Wetter hat sich seit meinem letzten Eintrag hier im Blog stark verbessert, so Richtung Frühling. Es wird wieder wärmer und hoffentlich können wir dem Winter endlich ade sagen.  Nach dem massivem Schneetreiben am Dienstag, lachte am Mittwoch die Sonne wieder vom Himmel und die Mosellandschaft war winterlich weiß. Leider konnte ich den Schnee, der mittlerweile gänzlich weg getaut ist,  nur von der Kellertüre aus anschauen, da wir in den letzten Tagen unsere 2012er Ökorieslinge abfüllten.

    Bis auf den noch im Keller lagernden Sektgrundwein sind alle Holzfässer und Stahltanks leer und warten auf die nächste Ernte. Nun noch die Weinliste schreiben, eine Menge Briefmarken auf Kuverts kleben, den Shop auf der Homepage aktualisieren und der Druckerei Dampf machen, damit die Etiketten gedruckt werden. Dann kann der 2012er in den Verkauf gehen.