
Wir haben in den letzten Tagen den jungen Rieslingwein von der Grobhefe abgetrennt. Beachtenswert war der sehr hohe Weinsteinausfall im neuen Wein. Insbesondere an den Zapfen der Holzfässer führte es zu kleinen Problemen beim Anstich.
Zapfen losschlagen, etwas lockern und dann schnell rausziehen und den Anstichhahn in das Zapfenloch stoßen war nicht so ganz einfach. Der Weinstein blockierte das Herausziehen des Zapfens. Da der Azubi vor der Ernte viel geübt hatte und ich ihm noch einige Tipps aus Kellermeisters Trickkiste gezeigt hatte, klappte es trotzdem sehr gut.

Bei den im Tank gelegenen Armaturen das gleiche Bild. Richtig viel grobkörniger Weinstein, der die dahinter liegende Armatur nicht erkennen lässt.
Weinsteinausfall heißt auch immer Säureminderung, da sich die Weinsäure des Weines mit dem im Wein vorhandenem Kalium verbindet und ausfällt. Chemisch gesehen Kaliumhydrogentartrat (Summenformel KC4H5O6), ein begehrtes Produkt, das bei auch als Küfergold bezeichnet wird. Diese Verringerung der Säure trägt zu der Harmonisierung des Weines bei.
Apropos Riesling: Die Weine zeigen sich momentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik und außergewöhnliche Aromen. Alles schmeckt extrem klar und balanciert mit einer angenehmen Säure, die sehr gut eingebunden ist.
Einfach gesagt: Es schmeckt, sehr gut!













Rieslingtrauben an den steilen Moselhängen ernten, heißt auch harte körperliche Arbeit. Das Abschneiden der Trauben ist noch relativ einfach, dass Aufsammeln der Erntekisten und stapeln auf dem Anhänger ist schon bedeutend anstrengender. Um die körperliche Belastung zu minimieren, wechselten die Erntehelfer sich untereinander ab.
Auch die Mädels packten mit an, um die Kisten in die Weinpresse zu entleeren.
Bewundert durch die männlichen Helfer wanderten die Trauben in die Weinpresse und die männliche Hauruck Fraktion staunte nicht schlecht über die tänzelnde Eleganz mit der Dies geschah.
Nachdem der Kampf um die letzten Rieslingtrauben in der letzten Rebzeile ohne gegenseitige Schnittverletzung beendet war, kann ich jetzt verkünden: „Wir haben fertig!“
Die morgendliche Ernte startet fast immer im dichten Nebel bei kühlen Temperaturen. Das Vorauskommando verteilt am Weinberg die Erntekisten.
Kurze Zeit später folgt die froh gelaunte, warm angezogenen Erntemannschaft (hier nur ein Teil), um mit dem Tagewerk zu beginnen.
Aber dann, wenn der Nebel sich gelichtet hat, scheint die Sonne bei strahlend blauem Himmel bis in die Abendstunden.
So warm, dass die mitgenommenen Gummibärchen für die Frühstückspause zu schmelzen beginnen und eine einheitliche Masse werden.



