Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Winterruhe

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    Gestern abend hat es mächtig geschneit und die Landschaft ist wieder in Winterweiß gehüllt. Die Mosel ist seit meinem gestrigen Blogeintrag mächtig gewachsen. Es fehlt nur noch einen Meter und der Keller bekommt einen nassen Fußboden. Bis jetzt sehen die Hochwasservorhersagen noch gut aus, doch für das kommende Wochenende sind wärmere Temperaturen vorhergesagt und die Schneeschmelze setzt ein. Bis jetzt bin ich noch ruhig, da die Prognosen bis Samstag keine großartigen Pegelerhöhungen melden.

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    Da die Arbeiten im Weinberg ruhen und die Kellerarbeiten nicht den ganzen Tag beanspruchen, wird die Zeit für seit langem fällige Arbeiten genutzt. Unsere Werkstatt hatte es schon lange nötig. Man könnte sagen, das sie zugemüllt war. Nun ja, der Mensch ist halt ein Jäger und Sammler. Wir haben uns dieser menschlichen Eigenart entledigt, die Mülltonne gut gefüllt, Holzreste zum Ofen gebracht und nicht mehr verwertbare Metallreste für den Schrotthändler aussortiert. Anschließend wurden alles sauber gekehrt und die Regale neu eingeräumt. Jetzt ist wieder Platz  für die Reparatur und Pflege unserer Maschinen, die bei weiterem Winterwetter durchgeführt werden.

  • …bis in einen Bereich von bis zu 800 cm in der Nacht zum Samstag…

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    Noch ist die Mosel da wo sie eigentlich hingehört. Durch die starken Regenfälle und Tauwetter in ihrem Einzugsgebiet wird es nicht dabei bleiben. Der Hochwasserwarndienst hat heute die erste Hochwassermeldung veröffentlicht: …bis in einen Bereich von bis zu 800 cm in der Nacht zum Samstag nicht ausgeschlossen…

    Acht Meter! Würde mir eigentlich reichen. Unser Keller liegt bei 8,20 und ich habe keine Lust, den Weinkeller Moselfest zu machen. Ich habe was anderes vor.

    Also des öfteren den Hochwassermeldedienst im Internet aufrufen und auf die den Brückenpfeilern vorgelagerten Schutzpoller geschaut. Wenn die Mosel da drüberläuft, läuft es auch in unseren Keller. Der für uns maßgebliche Pegel Zeltingen hat aktuell 470 cm, Normalhöhe ist um 240, also fehlen noch 3,50 m.

  • Sieht eher aus wie…

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    In Zell an der Mosel geht ein Licht auf, titulierte die Rhein Zeitung in ihrem Bericht. Der runde Turm, eines der letzten Relikte der alten Stadtbefestigung in den Weinbergen, ist als Weihnachtskerze verkleidet worden, wie diese Bilderserie zeigt. Das mag ja in der Dunkelheit bei Beleuchtung auch so aussehen, aber bei Tageslicht?

    Sieht eher aus wie ein …

  • Lieserpfad

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    Wir waren einmal wieder in der näheren Heimat per pedes unterwegs gewesen. Der Lieserpfad war das Ziel. Bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Mosel aus zu erreichen, starteten wird von Manderscheid in Richtung Wittlich.

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    Auf halber Höhe zwischen Tal und Lieser führt der Pfad entlang des Flüsschens. Eltliche steilere Anstiege hat der Wanderweg ebenfalls zu bieten. Einige Flußmäander müssen über die Berghöhen umgangen werden, da kein Weg an der Lieser entlang führt. Bei dem Tempo, welches durch meine Wanderfreunde vorgelegt wurden, ließen die 750 Meter Höhenunterschied mich mächtig ins Schwitzen kommen.

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    Unabdingbar ist die Selbstversorgung während der Wanderung. Ebenso wie  Moselriesling mit dabei war. Auf den ersten 22 km gibt es keine Einkehrmöglichkeit und die Zivilisation beschränkt sich auf das einmalige überqueren einer Straße.  Reichlich Wanderhütten bieten Unterschlupf und Rastmöglichkeiten um die ruhige Natur zu genießen.

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    Hinter jeder Kurve – immer wieder spannend – gab es andere  Ausblicke und Eindrücke.

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    Ein deftiges Essen wurde in der ersten bewirtschafteten Mühle verzehrt, wobei die Weinkarte doch etwas Belustigung bei uns hervorrief.  Nach weiteren 6 Kilometern Fußmarsch in der Dunkelheit, wir saßen sehr gut und lange in der Mühle, erreichten wir Wittlich. Nach einem Dämmerschoppen im Weingut Lüttiken ging es mit den Taxi in Richtung Heimat.

    Dieser Wanderweg wird als der schönste in der ganzen Eifel bezeichnet.  Ich werde ihn auf jeden Fall nochmals gehen, etwas langsamer an  einen Frühjahrs- oder Sommertag, um nicht in der Dunkelheit gehen zu müssen und um die Natur noch etwas intensiver zu genießen oder um vielleicht  in die zweite bewirtschaftete Mühle einzukehren.

  • Beste-Winzer-Website

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    Der Publikumspreis für den Wettbewerb Beste-Winzer-Website des Deutschen Weininstitutes ist entschieden. Wir haben den Weg aufs Siegertreppchen nicht geschafft, aber dabei sein ist alles.

    Danke an alle, die für uns gestimmt haben!

    Die offizielle Pressemitteilung über dieses Wettbewerb finden Sie hier. Unser Favorit, das Weingut 2Freunde aus Rivenich an der Mosel, gewann den dritten Platz der Jury. Herzlichen Glückwunsch!

  • Recht auf Rausch

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    „Muss man Wein eigentlich immer genießen? Oder darf man ihn auch einfach nur trinken“ (Wiglaf Droste)

    Ein klasse Weinbuch wurde mir die Tage von Rainer Balcerowiak geschickt.  Ich kenne Ihn schon seit einigen Jahren und war und bin immer wieder begeistert über seine Artikel zum Thema Wein. Sei es in der Wochenendbeilage oder in der Weinkolumne „Korkenzieher“ der linken Tageszeitung jungewelt. Wer jetzt vermutet, das es ein linkes Weinbuch ist, täuscht sich.

    Es ist ein Weinlesebuch über die Helden des Alltags und ein Plädoyer für eine umfassende Teilhabe aller Menschen am Weingenuss. Wein soll Spaß machen – genau wie dieses Buch. Nicht das ewig langweilige Herunterleiern von Bewertungen in Form von Punkten, mit denen die wenigsten etwas anfangen können, sondern ein mit einem Glas Wein in der Hand locker geschriebenes Weinlesebuch.

    Lassen Sie sich entführen in die Weinwelt von Rainer Balcerowiak, der über Geisterfahrer, Rebsorten die die Welt nicht braucht, Weine mit Fetisch Faktor und  andere Scheußlichkeiten berichtet, damit sie unfallfrei saisonale Geschmacksverbrechen und andere schlimme Flüssigkeiten umgehen können.

    Für mich das beste Weinbuch seit vielen Jahren mit einer Menge Lesespass.

    Mondo Verlag Heidelberg, 128 Seiten, gebunden, 13×19.5 cm, 14,95 €
    ISBN: 978-3-938839-18-8

  • Weinrallye 39: Wein & Humor

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    Die mittlerweile 39. Weinrallye wird federführend von VINUM, Europas Weinmagazin ausgerufen:

    „Hinter uns liegt ein Jahr, in dem Weinfreunde nicht so irre viel Anlass zum Lachen hatten. Stichwort: Explodierende Bordeaux-Preise, Hochmoselübergang, die mengenmäßig kleine 2010er Ernte, nackige Winzer auf Bag-In-Box ;-)
    Grund genug zur Abwechslung ein bisschen Spaß zu haben!

    Die bierernste Herangehensweise an Wein passt ja schon rein alkoholisch überhaupt nicht. Deshalb jetzt die Weinrallye zum Thema Wein & Humor.“

     

    Wurde auch mal Zeit für solch ein Thema. In einschlägigen Weinforen im Internet, in der Weinbloggerszene wird größtenteils mit zusammengekniffenen Arschbacken bierernst über Wein berichtet und diskutiert. Dabei  ist Wein ein lebenslustiges Getränk, welches Geist und Sinne inspiriert. Nun ja, auch zu viel sollte es nicht sein, wie eine griechische Sage berichtet:

    Die Götter waren die ersten im Weinberg und auch die ersten im Keller. Der jugendliche Gott Dionysos fand eines Tages die Weinrebe. Zuerst ließ er sie in seiner göttlichen Hand wachsen, dann aber pflanzte er sie in ein Vogelbein, später in eine Löwenpranke und schließlich in das Bein eines Esels. Darum, so fährt die Sage fort, zwitschern die Trinker zuerst wie lustige Vögel, dann fühlen sie sich stark wie die Löwen, und schließlich werden sie zu Eseln.

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    So auch vor einiger Zeit, ich berichtete hier in meinem Blog, als ein Freund binnen kürzester Zeit einen Wein trank, zunehmend zwitscherte wie ein lustiger Vogel, schließlich zum Esel wurde und die Umstehenden ein lustiges Schauspiel geboten bekamen.

    Kein anderes Getränk inspiriert mehr und verkörpert Lebenlust wie der Wein.  Sogar Geistesstärkend soll er wirken und der alte Goethe hätte ohne den guten Rebensaft sicherlich nicht so viele Werke geschrieben.

    Der Wein wirkt stärkend auf den Geisteszustand, den er vorfindet: Er macht die Dummen dümmer, die Klugen klüger.

    Jean Paul

    Auch heute noch stärkend auf die Gemütslage und den Geist. Dazu noch ein Video aus der Vorbereitung eines Gastbeitrages  zur Weinrallye 25., dessen Grundidee bei einigen Gläsern Moselriesling ausgeheckt wurde:

  • Weinernte 2010: Jungweine

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    Einige Rieslingweine sind noch an gären. Das Blubbern der aus den Fässern entweichenden Gährungskohlensäure bildet den „musikalischen“ Hintergrund bei Kellerarbeiten.

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    Des öfteren verkosten wir nun die jungen Weine, um den neuen Jahrgang geschmacklich zu erfassen und die Reifeentwicklung zu verfolgen. Bernhard Fiedler, unser Kollege aus Österreich, hat das Probieren der Jungweine hier sehr schön beschrieben, so das ich der Einfachheit halber auf seinen Artikel verweise.

    Die noch hefetrüben 2010er Rieslinge zeigen sich mommentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik und eine frische Säure, die sehr gut eingebunden ist. Ich denke, dass ich im Weinberg und im Weinkeller alles richtig gemacht habe, um das Maximum an Qualität in diesem Jahr in die Fässer zu bekommen.

  • Weinernte 2010: Nebenprodukte

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    Heute wurden die eingemaischten Rieslingtrester in die Destille gefahren. In den ausgepreßten Traubenschalen ist noch jede Menge Fruchtzucker, der bei Vergärung Alkohol bildet. Tresterbrand, in Italien Grappa oder in Frankreich Marc genannt, wird übernächste Woche aus dem Destillierapperat herauslaufen. Der Destillateur unseres Vertrauens ist Hans-Joachim Schmidt aus Tr.-Trarbach/Wolf, der dafür sorgt, dass der Vorlauf und der Nachlauf sauber vom Herzstück getrennt wird. Das Herzstück des Brandes ergibt den wohlschmeckenden Tresterbrand, der Vor- und Nachlauf mit seinen Fuselölen wird zum Teil an die Zollverwaltung anstatt Branntweinsteuer abgegeben, der Rest zu Industriealkohol (?) verarbeitet.

  • Ausbildungsstelle

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    Wir haben zum 01. September 2011 einen Ausbildungsplatz für den Ausbildungsberuf Winzer zu besetzen. Die Ausbildung dauert je nach Schulabschluss 2 bis 3 Jahre.

    Wir sind ein kleines Steillagenweingut an der Mosel und produzieren vorwiegend trockene Rieslingweine. Als Nebenprodukt wird noch Riesling-Weinessig produziert. Die Weinberge sind nach dem aktuellen Stand rationeller Bewirtschaftung gepflanzt und die Maschinenausstattung ist technisch auf dem neuesten Stand. Wir bewirtschaften unsere Weinberge seit 28 Jahren nach ECOVIN Richtlinien und sind Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau.

    Wir erwarten Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und, ganz wichtig, Motivation und Lernwille für den Winzerberuf. Mitdenken, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und nach Einarbeitung  Verantwortung zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft zu Überstunden, insbesondere während der Weinlese, wird vorausgesetzt.

    Wir bieten die Möglichkeit, das klassische Handwerk des Winzers im Weinberg und Weinkeller mit all seinen Facetten zu lernen. Die Betreuung und Vermittlung von notwendigen Kenntnissen erfolgt in sämtlichen Bereichen der Traubenerzeugung, Weinbereitung und Vermarktung. Lerninhalte, die wir nicht vermitteln können, z.B. die Rotweinbereitung, können bei Partnerbetrieben erlernt werden. Ausbildungsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen werden von uns unterstützt.

    Wir haben bereits Erfahrung in der Ausbildung und als Stellenanbieter für das Freiwillige Ökologische Jahr.

    Im Vorfeld sollte ein Praktikum in unserem Weingut erfolgen, um zu testen, ob wir zusammen passen.

    Wir würden uns über eine aussagekräftige Bewerbung freuen, gerne per Mail.