Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Weinberg

  • Der Bernhard hats grob geschätzt, Armin ist schon genauer und ich…

    2014-07-20 SonenbrandBernhard Fiedler vom Neusiedler See hats grob geschätzt: Lesebeginn zwischen dem 5. und 15. September. Armin Kobler, Südtirol,  ist schon genauer und prognostiziert: … im Bozner Unter­land werden in den ersten Sep­tem­ber­tagen die ersten Trauben der Sorten Char­donnay und Ruländer gelesen…

    Ich werde es dann einmal genau für unseren Riesling bestimmen :

    Erntebeginn für unseren Riesling ist bei uns am 06. Oktober, morgens um acht! Wahrscheinlich etliche Tage Vorselektion, damit die verbleibenden Trauben weiter reifen können. Danach die Haupternte und wenn uns das Herbstwetter gnädig ist, obenauf noch etwas ganz gutes, etwas richtig gutes!

    Und wenn nun dieses Prögnöschen nicht zutrifft, dann halte ich es mit Konrad Adenauer: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Sie werden mich nicht daran hindern, schlauer zu werden.”

    Aber nun zum Stand der Dinge: Die Trauben sind nach den ergiebigen Regenfällen vor zwei Wochen mächtig gewachsen. Einige Beeren haben durch den Wetterumschwung der letzten Tage von kühl zu extrem heiß Sonnenbrand bekommen und sind eingetrocknet. Nicht der Rede wert. Hätten wir nicht wie jedes Jahr die Traubenzone entblättert, es würde sicher anders aussehen.

  • Erbsengröße

    2014-07-03 TraubeDie jungen Beeren sind prächtig gewachsen. Erbsenstadium sagt der Winzer.  Man sieht deutlich die kleineren Trauben dazwischen. Durch die Hitzewelle während der Blüte nicht bestäubt und klein geblieben. Dadurch bleibt die Traube lockerbeerig. Die Gefahr, dass sich große Beeren bei weiterem wachsen gegenseitig kaputt drücken und faulen, ist dadurch geringer.

    Nicht alle Trauben sehen so aus. Mangels Wasser ist das Dickenwachstum in etlichen Weinbergen noch nicht so weit fortgeschritten wie ich es gerne hätte.

    2014-07-06 WetterDie Wetteraussichten für die nächsten Tage sind – zumindest für den Winzer – optimal. Es könnte reichlich geben, sozusagen auf Vorrat. Endlich!

  • Die Details wahrnehmen

    2014-05-23

    Die Details wahrnehmen, das, was sonst noch im Weinberg drumherum passiert. Sei es nur ein Marienkäfer (Coccinella septempunctata), seine Larven oder2014-05-23 Erdbeerendie Walderdbeeren Weinbergserdbeeren (Fragaria vesca), die vor zwei Wochen trockenheitsbedingt klitzeklein, mittlerweile, nach ausreichenden Nieder- schlägen, normal groß sind, jedoch kleiner als im letzten Jahr.…………………………….2014-04-29 KäferOder die verschiedenen Insekten an der Rebe oder im Weinberg. Man muss einfach nur die Augen offen halten, es gibt viele Dinge im Kleinen zu entdecken. Ich berichtete schon einmal: Mein persönlicher Mikrokosmos

  • Knochenarbeit

    2014-04-06 Pfahlramme

    In unserem letztjährig gepflanzten Weinberg haben wir in den letzten Tagen den Drahtrahmen erstellt. Ein großes Problem stellte der extrem ausgetrocknete und harte Boden dar. Kein Regen in Sicht, der den Boden weicher machte und das Einschlagen der Zwischenpfosten mit der Pfahlramme erleichtert hätte. Also das Erdbohrgerät startklar gemacht, um das Loch vorzubohren, damit Praktikant Tristan entlastet wurde. Von oben nach unten arbeitend, wurde es zunehmend schwieriger die Löcher zu bohren. Immer öfter verkantete sich der Bohrer im Untergrund, kam zum stehen und ich wurde oben herumgeschleudert bis die Bohrerbremse das Gerät ausschaltete. So ähnlich wie auf diesem Video bei einem Zweimannbohrgerät.

    Die letzten sechs Löcher gaben dann dem Bohrer den Rest, mir auch. Die Spitze war abgebrochen und die Bohrschnecke komplett verbogen.

    Eine richtige Knochenarbeit. Wenig genutzte Muskeln machten sich bemerkbar, der Schlaf in der folgenden Nacht war tief und fest, der Muskelkater blieb gottseidank aus. Am zweiten Tag fiel die Arbeit schon leichter und wir spürten die entsprechenden Muskeln wachsen.

  • Der letzte Weinberg…

    2014-02-20 SchneidenDer letzte Weinberg ist in Arbeit. So früh wie noch nie werden wir mit dem Rebschnitt fertig. Bis auf drei Nachmittage, in denen Regen zum vorzeitigen Abbruch der Rebschnittarbeiten geführt hatte, konnten wir seit der Weinernte durchgehend draußen arbeiten. Kein Frost und Schnee die ebenfalls gehindert hätten.

    Zudem ein flott arbeitender Praktikant, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die eine Ausbildung bei uns absolvierten, nicht in die Berufsschule muss. Jetzt noch die Fruchtruten nach unten biegen und festbinden. Geht hagelbedingt etwas langsamer wie in den letzten Jahren, aber trotzdem: Ich sehe schon kommen, dass uns im Frühjahr die Arbeit ausgeht. Zumindest die im Weinberg. Aber im Haus und Hof ist noch einiges zu tun. Renovierungsarbeiten an Gebäuden und Maschinen warten und dann wären noch nebst dem üblichen Kleckerkram die Weinbergswege und Mauerkronen zu reinigen.

    Oder wir bekommen ein frühen Rebaustrieb, der nach diesem sehr warmen Winter wahrscheinlich ist, und die Sommerarbeiten setzen früher ein. Dann wäre vorzeitig wieder ausreichend Arbeit vorhanden. Da denke ich jetzt lieber über einen kurzen Urlaub nach.

  • genau da

    2014-01-02 Regenbogen

    Das heutige wechselhafte Wetter bescherte uns diesen schönen Regenbogen. Und genau da, da wo der Regenbogen in den Himmel steigt, liegt einer unserer Weinberge in der Reiler Goldlay. Der Name sagt es bereits: Gold wie das heutige güldene Sonnenlicht nach dem Regen und Lay das Gestein.

  • In trockenen Tüchern?

    In trockenen Tüchern? Noch nicht ganz, aber fast! Ich berichtete unter anderem hier über den extrem nassen Sommer und über die dadurch bedingten Widerwärtigkeiten hier und hier. Mittlerweile sind wir der Ernte um einiges näher gerückt und die Ernte fast in trockenen Tüchern. Die Trauben sind nicht mehr anfällig gegen die vor Wochen allgegenwärtigen Pilzkrankheiten. Die jetzt herrschenden hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad dämmen z.B. den Infektionsdruck des falschen Mehltaues stark ein. Etliche nachwachsende junge Rebblätter sind zwar teilweise von diesem Pilz befallen, werden aber weiterhin Assimilate, also Zucker und Geschmack, für die Rieslingbeeren bilden können. Nur noch Hagel oder Traubenfäule wie in den letzten Jahren kann die Erntemenge verringern.

    Nun könnte man schon an eine Ernteschätzung wagen, aber da bin ich ganz schlecht und ich möchte den Tag nicht vor dem Abend loben. Da halte ich es lieber so wie Dirk Würtz, der die Erntemenge so einschätzt: „Mehr als 2010, weniger als 2011 – oder vereinfacht ausgedrückt – der Keller wird wohl nicht ganz voll.“ Zwei in der Erntemenge total gegensätzliche Jahre und in dieser Spanne werden wir sicherlich liegen. Ich hoffe in Richtung des 2011er, der doch eine sehr gute Quantität brachte. Weniger glücklich wäre ich natürlich bei Annäherung an den 2010er.

  • „Es regnet gern, wo es schon naß ist.“

    „Es regnet gern, wo es schon naß ist.“ besagt eine althergebrachtes Sprichwort. Leider auch heute. Von der Arbeit hochschauend, sah ich die Regenwolken, die ohne abzuregnen, über mich hinweg gezogen sind. Freude bei mir! Aber kurze Zeit später, die nächsten Wolken mit einem kräftigen Regenguss, der mich nach Hause fahren ließ.

    Es macht im Moment keinen Spaß mehr. Immer dieses Rumgematsche im Weinberg. Eine Wetteränderung ist, bis auf kühlere Temperaturen, nicht gemeldet. Die Widerwärtigkeiten der Natur, über die ich hier berichtete, machen mir noch keine Sorgen. Etliche Kollegen sind da weniger verschont geblieben. Auch erste Hagelunwetter soll es schon in der Pfalz gegeben haben.

    Ach so, nebenbei noch angemerkt: Die Rieslingreben haben einen Entwicklungsvorsprung von 8 Tagen gegenüber den langjährigem Mittel. Wenigstens eine gute Nachricht aus dem Weinberg!