Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Weinberg

  • die Gelegenheit genutzt

    Nach drei sehr trockenen Jahren haben wir die Gelegenheit genutzt, um die Bodenbegrünungen in jeder zweiten Rebzeile umzubrechen. In den Vorjahren war dies durch die trockenen, harten Böden nicht möglich. Es fehlte uns auch an entsprechender Technik. Unser Maschinenpark wurde jetzt mit einer Bodenfräse ergänzt, die diese Arbeit leicht erledigt.Die am äußeren Ende abgewinkelten Messer der Fräse rotieren um eine waagrechte Welle (Fräswelle). Die Fräsmesser schneiden die durchwurzelte Erde aus dem Boden heraus und werfen sie gegen ein Prallblech, wodurch der Boden gelockert, gekrümelt und vermengt wird.

    Die nun auf dem Boden aufliegende lockere Schicht aus Pflanzenresten und Boden schützt vor vermehrter Verdunstung von Bodenwasser. Zudem werden durch die Lockerung die Bodenbakterien gefördert. Diese bauen den in den letzten Jahren gebildeten Humus ab und Stickstoff wird freigesetzt, der als „Motor des Pflanzenwachstums“ gilt. Besseres Rebenwachstum und dickere Trauben (!!!) sind die Folge, so zumindest in der Theorie… 🙂

    Das rechte Maß bei der Bodenbearbeitung ist wichtig. Zu viel Stickstoff veranlasst die Rebe zum Luxuskonsum mit entsprechend negativen Folgen wie z.B. vorzeitige Traubenfäulniss oder das Nitrat wird ins Grundwasser ausgewaschen.

    In einigen Wochen werden die Rebzeilen wieder begrünt sein. Ich lasse mich überraschen welche Pflanzen sich ansiedeln und die biologische Vielfalt erhöhen.

  • Der Stand der Dinge

    Die kühlen Tage verzögern den Austrieb der Reben um etliche Tage. In den letzten Jahren waren wir mindestens eine Woche früher.

    Was mich im Moment am meisten freut, sind die ausgiebigen Regenfälle in den letzten Tagen. Satte 44 Liter je qm binnen weniger Tage. Das ist ein guter Start in die Vegetationsperiode. Nach drei trockenen Jahren ein Lichtblick. Die Bodenwasservorräte dürften aufgefüllt sein.Peribatodes rhomboidaria, auch Rhombenspanner genannt ist auch schon in den Weinbergen unterwegs. Einige Rebknospen sind ausgefressen. Die Temperaturen hemmen ihn jedoch bei seiner Fraßtätigkeit. Warmes Wetter mit schnellem Austrieb der Reben wäre jetzt gut, da der Rhombenspanner nur die dicken Knospen ausfrisst. Mit frischem Grün kann er nichts anfangen.

    Ich berichtete schon einmal über die Schäden, die diese Raupe verursacht.

  • Frühlingsstart

    Der Frühling hat in den letzten Tagen so richtig Fahrt aufgenommen. Morgens noch bitterkalt im Weinberg und Nachmittags schon sommerliche Temperaturen. Viele Blüten sind in der Weinbergsbegrünung schon zu sehen. In Blau der Persische Ehrenpreis,die Purpurne Taubnessel oder die Traubenhyazinthen sind die Hingucker am Boden. In luftiger Höhe blühen natürlich unsere Weinbergpfirsiche. Etliche Bäume stehen bei uns in den Weinbergen und einige kommen erstmalig in den Ertrag. Wenn im Sommer zur rechten Zeit Regen fällt wird es sicherlich eine reichhaltige Ernte geben. Im letzten Jahr waren die Pfirsiche durch die Trockenheit recht mickrig geblieben mit wenig Aroma.

    Die Wasserversorgung der Böden mit Winterniederschlägen würde ich als ausreichend bezeichnen. Wir nehmen aber gerne noch weiteres Wasser, das vom Himmel fällt. Nach drei trockenen Jahren hätte ich gerne einen Sommer mit mehr Regen wie in den vergangenen Jahren.

  • Bürgerpflicht, die 2te

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    Endlich konnte ich meiner Bürgerpflicht nachkommen und die Wege säubern. Ich schrieb hier bereits darüber.  Regen war reichlich gefallen, die Pflanzen ließen sich problemlos mitsamt ihren Wurzeln aus den Fugen zwischen Mauer und Weg  herausziehen. Etwas Fahrtechnik mit Raupe und Planierschild und die Arbeit war schnell erledigt.

    Es hatte sich in den letzten Jahren reichlich Erde und Bewuchs angesammelt. Durch die Trockenheit der letzten Jahre wurde diese Arbeit immer wieder verschoben. Die Wurzeln hätten sich dermaßen in den Fugen festgekrallt, so das Beschädigungen am Gemeinschaftseigentum der Wege die Folge wären.

    Mal schauen, ob andere Winzer sich animiert fühlen… 😉

  • Weinernte 2020: Unzählige Erntehelfer

    Unzählige Erntehelfer kamen gestern, um mit uns Riesling in der Reiler Goldlay zu ernten. Zu unserer Stammmannschaft gesellten sich noch viele Freunde als Verstärkung. Tage vorher war die Logistik besprochen worden, da wir nicht auf solch große Traubenmengen eingerichtet sind. Perfekt klappte dann jedoch der Abtransport der Trauben ins Weingut und das Auspressen dieser.

    Auch die Versorgung der über 25 Helfer (Ich habe nicht genau gezählt…) war eine Herausforderung, aber der abendliche Umtrunk war dann kein Problem mehr.  Gläser, Korkenzieher und Wein sind in einem Weingut genügend vorhanden. 🙂

    Bestes Sonnenwetter und schöne Rieslingtrauben versüßten diesen Großkampftag. Morgen geht es in der Reiler Goldlay weiter. Evtl. wird in einen Weinberg noch selektiv geerntet.

    Bislang eine entspannte Weinlese und wir freuen uns auf das gemeldete ruhige, kühle und trockene Herbstwetter. Wir hoffen auf einen weiteren Qualitätsschub.

  • Weinernte 2020: Traubenreife

    Der angesetzte Erntebeginn in zwei Tagen scheint sich zu lohnen. Während vor 10 Tagen der Traubeninhalt noch sehr markig und die Traubenkerne noch grün waren,

    verflüssigt sich das Mark mittlerweile durch traubeneigene Enzyme und die Kerne sind braun verfärbt. Zeichen für die sogenannte „physiologische Reife“ oder Geschmacksreife. Mehr Aroma und eine höhere Pressausbeute beim Keltern sind die Folge. Zu diesem Thema können Sie bei meinen Kollegen Bernhard Fiedler mehr nachlesen.

    Die Rieslingtrauben sind bis auf wenige Sonnenbrandschäden in bester Verfassung. Große und dennoch lockerbeerige Trauben, die den einen oder anderen Regenguss unbeschadet überstehen können.

    Die Ertragserwartungen sind in diesem Jahr sehr gut und wir hoffen, dass viele Fässer im Weinkeller gefüllt werden.

  • Weinernte 2020: Ein Fingerzeig von oben

    Ein Lichtstrahl, der durch das Lüftungsloch in den Weinkeller scheint und  durch den Wasserdunst vom Reinigen aufleuchtet.

    Ein Fingerzeig von oben? Bislang alles richtig gemacht? Stimmen unsere Planungen für den Erntebeginn?

    Während einige Kollegen schon Riesling ernten, steht bei uns immer noch als Erntebeginn der 05. Oktober.

    Die Bedingungen an der Mosel sind recht unterschiedlich. Während wir im August in Reil 80 Liter Regen hatten, gab es zwei Kilometer weiter bei der Wetterstation Briedel 120 Liter. Jedoch einiges in fester Form als Hagel und mit entsprechenden Schäden an den Trauben. Andere Orte an der Mosel hatten seit Mitte Juli keinerlei oder weniger Regen und die Reben sehen entsprechend vertrocknet aus.

    Groß sind auch die Reifeunterschiede. Die Reifemesswerte der Agrarberatung, ich berichtete hier, die sonst sehr verlässlich und interpretierbar sind, kann ich dieses Jahr nur eingeschränkt nutzen.

    In den letzten Tagen haben wir eigene Reifemessungen durchgeführt. Die Analytik, insbesondere der Zuckergehalt passt für unsere leichten Weine und insbesondere für den Sekt, der auch nicht zu alkoholisch werden darf.

    Noch nicht ganz braun gefärbte Traubenkerne und ein markiger Traubeninhalt sind Zeichen einer nicht vollständigen Reife. Unsere Rieslingtrauben dürfen noch einige Tage reifen.

    Mittlerweile sind die Temperaturen kräftig gesunken. Das sogenannte Langeunterhosenwetter, dass für den letzten Schliff der Rieslingqualität förderlich ist.

    Zeitgleich mit dem kühlen Wetter setzte Regen ein, der dringend gebraucht wird. Weitere Niederschläge sollen diese Woche noch fallen. Ich gehe davon aus, das diese den Trauben nicht schaden und keine Fäulnis einsetzt.

  • Weinernte 2020: Montag, den 05. Oktober um 8.30 Uhr

    Am Montag, den 05. Oktober um  8.30 Uhr fangen wir mit der Ernte des Rieslings an. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung und unterstützt durch den kellerwirtschaftlichen Informationsservice  unserer Agrarberatung in Rheinland-Pfalz kann ich dieses Datum als Erntebeginn festlegen.

    Der Vegetationsverlauf mit Blütebeginn, Wachstumsverlauf, Niederschlägen, Temperatur und andere Faktoren geben erste Hinweise auf den Erntebeginn. Unsere Agrarberatung analysiert wöchentlich einige Parameter aus denen wir weitere Erkenntnisse zur Festlegung des Beginns der Weinlese bekommen.

    Es wird so langsam Zeit, das wir mit den Herbstvorbereitungen beginnen. Erntehelfer sind reichlich vorhanden und über den ungefähren Einsatztermin schon seit längerem Informiert. Seit gestern auf den Tag genau mit Uhrzeit.

    Der Weinkeller und die Maschinen werden in den nächsten Wochen gereinigt und auf Funktionsfähigkeit überprüft.

    Etwas Zeitreserve ist eingeplant. Sollten die Witterungsverhältnisse für unseren Riesling ungünstig werden und vorzeitige Fäulnis droht, können wir durchaus einige Tage früher anfangen.

  • vorbei

    Die Hitzewelle der letzten Woche ist vorbei. Die Auswirkungen der heißen Tage sind noch lange zu sehen. Ob es durch Trockenstress von der Sonne abgewandte Blätter sind oder

    die Blattschäden und Aufhellungen auf der Sonnenseite der Rebzeilen durch die UV-Strahlung.

    Die schon in  der letzten Juliwoche aufgetretenen leichten Sonnenbrandschäden an den Trauben haben sich etwas vermehrt.

    Beendet wurde diese Hitzeperiode durch ein recht kräftiges „Gewitterchen“. Leider kam ein Teil des Regens in fester Form vom Himmel.

    Die Intensität des Hagels war Gott sei Dank nicht stark genug um Schaden anzurichten. Einige Beerchen sind aufgeplatzt und werden in den nächsten Tagen eintrocknen.

    Glück im Unglück! In benachbarten Gemeinden kam es zu großen Schäden durch Hagel und zu massiven Überflutungen durch dieses Gewitter.

    Trockenheit ist im Moment kein großes Thema mehr. Im August sind bislang ca. 70 Liter Regen gefallen. Das dürfte eine Zeit lang reichen.

  • kühl und dunkel

    Temperaturbedingt wird jetzt im Weinkeller gearbeitet. Kühl und dunkel, ganz angenehm bei der Hitzewelle, die in den nächsten Tagen kommt.

    Hoffentlich werden wir von den negativen Seiten der Wärme verschont. Sonnenbrandschäden wie letzte Woche oder gar letztes Jahr brauchen wir nicht, Hagelunwetter ebenfalls nicht, aber die sind auch nicht prognostiziert.

    Was wir gerne hätten steht auf einem anderen Blatt. Zuerst natürlich der gewünschte tagelange Landregen, der leider nicht in Sicht ist. Dazu wieder kühlere Temperaturen und dieses und jenes noch…   🙂