Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Reclamation

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    Auf der Suche nach Weinpaketen. Flaschenbruch gibt es ab und zu, vertauschte Paketaufkleber hatten wir auch schon, doch drei komplett verschwundene Auslandspakete hatte ich noch nie.  Also hoffen, das  DHL die Pakete wieder findet, dem Kunden unverzüglich eine Ersatzlieferung senden und um Verständniss bitten.

  • Weihnachtsgruß

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    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Hieroglyphen

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    Der übliche Schwachsinn der aus Brüssel kommt.  Nachden das alte EG Biosiegel fast keinerlei Zuspruch bei der Etikettierung von ökologischen Produkte gefunden hatte, soll nun ein neues Logo entworfen werden. Grafik Studenten haben 3393 Entwürf eingereicht, eine Jury hat ausgewählt und nun erst wird der Souverän gefragt. Ich frage mich, was diese Hieroglyphen denn mit ökologischem Land-, bzw. Weinbau zu tun haben?

    Wenn ich RA Hanspeter Schmidt zitieren darf:

    „Warum dieser weitere Versuch der Logoentwicklung noch nicht zu einem guten Erfolg führte, versteht besser, wer die Sichtweise der Kommission nachvollzieht. „Seit Jahrzehnten klagt die Kommission über das soziale Legitimationsdefizit“, das sie in der zutreffend beobachteten Tatsache erkennt, dass sich die europäischen Bürger nicht so sehr für „ihre“ Union interessieren und zumeist Negatives mit Brüssel assoziieren. Klärte man sie nur ausreichend auf, so ein verbreiteter Glaube in der Kommission, würde sich dies ändern“ (Ulrich Haltern, Europarecht Dogmatik im Kontext; Tübingern 2007, unter Hinweis auf das Weißbuch Europäisches Regieren“, S. 63, Rn. 114 ) Die Kommssion sieht die Lösung für dieses Wahrnehmungsdefizit in der Entwicklung eines Erscheinungsbildes der Gemeinschaft im Sinne einer Corporate Identity. 1997 führte diese Sichtweise zu einem ungeeigneten Konzept der europaweit einheitlichen Kennzeichnung von Bioprodukten.

    Im Dezember 2009 wiederholt die Kommission das gleiche Drama aus dem unverändert falschen Glauben, das werbewirksame Auftreten der Gemeinschaft sei wichtiger, als die wirklich professionelle Entwicklung eines tauglichen EU-Öko-Logos. Außer den Studenten durfte niemand Entwürfe einreichen. Der Wettbewerb zielte eher auf die Förderung der Grafikausbildung und das gute Ansehen der Kommission an den Designhochschulen, als darauf, ein ökologisches Prüfzeichen zu entwerfen, das eindeutig als solches erkennbar sein würde.

    Solche Zeichen werden professionell in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Kognitionspsychologen, Textern, Grafikern und Markenrechtlern entworfen. NESTLE oder BMW würden ihre Markenentwicklung keinem Designwettbewerb überlassen.

    Ich möchte nicht abstimmen, ebenso Joachim Ott vom Portat bestebioweine. Haben die nichts besseres zu tun? Wie wäre es mit Entbürokratisierung oder anderen sinnvollen Tätigkeiten oder vielleicht einfach mal nichts tun anstatt sinnfreie Politik zu betreiben.

  • Eiskalt

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    Der Winter ist massiv eingekehrt. Mit minus 16 Grad heute Morgen ist es äusserst ungemütlich. Eisblumen an den Fenstern und starker Schneefall lassen mich die Wärme neben den Ofen suchen.

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    Die Mosellandschaft präsentiert sich im schönsten Winterweiß und die alten Rebstöcke tragen Schneehäubchen.

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    Die nächsten Tage wird es wohl nichts mit in den Weinberg gehen und Reben schneiden. Na ja, im Weingut ist noch etwas Arbeit, Weihnachten steht auch vor der Türe und gegen etwas Winterschlaf habe ich auch nichts einzuwenden.

  • Faßreinigung

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    Durch Hochdruckreiniger und CIP Reinigung fast verdrängt: Die klassische Faßinnenreinigung mit der Faßbürste. Durch das Mannloch in das Faß reinschlüpfen und mit Bürste und Wasserschlauch reinigen.

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    Das Wissen, wie man in solch ein Faß reinkriecht und insbesondere auch wieder herauskommt, wurde gestern an unsere Azubine weitergegeben.

    Apropos:  In den letzten Tage haben wir den jungen Wein von der Grobhefe abgezogen, jede Partie probiert und sind äusserst zufrieden mit der Qualität des neuen Jahrgangs.

  • Schüsseltreiben


    Zwei Tage Drückjagd auf Wildschweine – zwei Tage Schüsseltreiben: Die abendliche Jagd nach dem Fleisch in der Suppe beim gemeinschaftlichen Abendessen nebst Umtrunk. Wäre alles nicht so schlecht, wenn das jägerliche Brauchtum das Erzählen von schlechten Witzen, Jägerlatein und das Grölen von Jägerliedgut unter massivem Einfluss von Moselriesling vorsehen würde. Treffenderweise fand das gestrige Schüsseltreiben im Weinhaus Nalbach-Schütz statt.

    Der Jagderfolg war um einiges geringer wie in den Vorjahren. Das bitterkalte Winter 2008/2009 hatte unter den jüngeren Wildschweinen seinen Tribut gefordert. Dafür wurde vermehrt Rehwild geschossen.

  • Weinrallye 28: Adventswein oder Wein zum Christstollen

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    Die letzte Weinrallye in diesem Jahr. Thomas Günther von Weinverkostungen gab das Thema vor. Adventwein oder Wein zum Christstollen. Ein Thema, über das ich bisher überhaupt noch nicht nachgedacht hatte. Kuchen, bzw. Christstollen ist weniger mein Ding, der Advent erinnert an das bevorstehende Weihnachten und an die unsäglichen Weihnachtsmärkte mit viel Nippes in den Verkaufsbuden. Aber halt, da gibt es doch den Würzwein, besser bekannt als Glühwein.

    Schon bei den alten Römern wurde Wein mit Gewürzen und Honig aromatisiert. Zum einen hatten die teilweise eingesetzten Gewürze medizinische Wirkung und das heiße Getränk wärmte bestens an Wintertagen, zum anderen wurde sicherlich der eine oder andere fehlerhafte Wein durch Kräuter und Süße im Geschmack kaschiert. Leider habe ich bei etlichen Glühweinständen auf Weihnachtsmärkten und anderen Veranstaltungen auch das Gefühl, das dort durch üppige Süße die billigsten Grundzutaten kaschiert werden sollen. Der Grundsatz:“Nur aus guten Grundzutaten kann ein gutes Endprodukt kreiert werden!“ wird leider allzuoft vernachlässigt.

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    Ein Glück, daß wir einmal jährlich eine Adventsveranstaltung durchführen und unserem Publikum zeigen können, wie ein richtig guter Glühwein hergestellt wird und entsprechend gut schmeckt. Bei der  Bio-Glühwei(h)n-Nacht am ersten Advent (Ich vergaß, hier im Blog davon zu berichten) machten wir unseren Glühwein selbst und natürlich ausschließlich aus Moselriesling.

    Auf einen Liter trockenen Riesling, eine Stange Zimt, zwei Nelken, eine Prise Pfeffer und nach Geschmack dezent gesüßt ( Ich bevorzuge ca. 50 gr. Zucker pro Liter trockenen Riesling). Idealerweise exakt auf 68 Grad temperiert, dazu kaltes Winterwetter mit Schnee und leckeres Weihnachtsgebäck, und dann müßte vorweihnachtliche Stimmung aufkommen.

  • Ausmisten

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    Heute war Ausmisten angesagt. Die große Fledermauskolonie in der Reiler Pfarrkirche, ich berichtete hier und hier, ist in ihr Winterquartier übergesiedelt und der Weg war frei um den Dachstuhl vom Fledermausguano zu befreien. Unter Federführung des Naturschutzbundes ging es an die Arbeit. Zuerst mussten die Arbeitsgerätschaften nebst Stromkabeln und Leuchten über enge Wendeltreppen und Leitern in den Dachstuhl geschafft werden.

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    Mit Besen und Schippe ging es dann dem Fledermausschiss an den Kragen.

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    Der Dung wurde eimerweise aus dem engen Dachfester in ein Rohr geschüttet und verstopfte direkt heute Morgen das Rohr. Nachdem wir es mühsam wieder durchgängig gemacht hatten, änderten wir die Arbeitstechnik beim Einfüllen des Rohres und konnten fast problemlos weiter arbeiten.

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    Zu meinem Leidwesen musste ich den Guano auf dem Anhänger verteilen und mit Rüttel- und Schüttelbewegungen am Rohr dafür sorgen, das der Dung, ohne das Rohr zu verstopfen, auf dem Hänger landete. Entsprechend sah ich nach beendeter Aktion aus und roch auch danach.

    Nun haben wir einen wertvollen Humusdünger auf dem Anhänger liegen, der nächstes Jahr die Vitalität der Reben fördern soll.

  • Steigeisenketten

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    Als wir vor einigen Jahren unsere derzeitige Raupe kauften, waren wir froh, das es nun endlich Stahlketten für diesen Raupentyp gab. Die bis dahin gebräuchlichen Gummiketten hatten nicht den richtigen Gripp um gesichert in unseren Steillagen die Raupe bergauf zu bewegen. Mit „Vater unser“ den Berg runter und mit „Ave Maria“ wieder rauf, das ganze verbunden mit viel Angstschweiß. Für die neuen Eisenketten war das alles kein Problem mehr, sie klebten förmlich auf dem Boden.

    Die Nachteile zeigten sich jedoch nach kurzer Zeit. Da es keinerlei Dämpfung im Fahrwerk gab, vibrierte das ganze Gerät extrem und des Fahrers Wirbelsäule, also meine, wurde auch nicht besser davon. Zudem war der Verschleiß an den Kettengliedern dermassen stark, das alle zwei Jahre neue Ketten hermußten. Schreckensblicke beim Öffnen der Rechnung…

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    Die allerneueste Entwicklung sind sogenannte Steigeisenketten, profillose Gummiketten auf denen Eisenprofile aufgeschraubt sind. Nachdem ich die Vibrationsrisse in Chassis geschweißt, Rost gekratzt, Farbe verpinselt und die neuen Ketten aufgezogen hatte, wurde die erste Probefahrt im Hof gemacht. Erwartungsgemäß dämpfte der Gummi sehr gut und die Form der Stahlprofile veringerte das Vibrieren zusätzlich noch sehr stark. Ich war sehr angenehm überrascht und hatte sogar den Eindruck, dass durch das spezielle Profil der Eisen Teerwege befahren werden können, ohne das es zu Schäden kommt.

    Die Lebensdauer müsste sich theoretisch mindestens verdoppeln und dadurch das Portemonaie entlasten. Der Spaßfaktor beim Fahren dürfte auch höher sein und zu guter Letzt ist meine körperliche Belastung stark verringert.

  • Mein erster Regenbogen

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    Durch das wechselhafte Wetter in den letzten Tagen war es  nicht einfach, sich für Kellerarbeiten oder Weinbergsarbeiten zu entscheiden. Egal wie die Entscheidung fiel, es war immer falsch. Auf jeden Fall hatte ich das Vergnügen meinen ersten Regenbogen zu fotografieren bevor es Regenbedingt ins Weingut ging.