Immer noch in Altweibersommerstimmung präsentieren sich die Weinberge in der Reiler Goldlay. Eine Augenweide bei der Weinbergsarbeit, insbesondere wenn die Sonne dazu scheint.……………………………………………………………………………………………………. 
Mittlerweile haben wir mit den Rebschnitt angefangen. In einem ersten Arbeitsgang wurden die alten Fruchtruten entfernt. Der zweite Arbeitsgang ist dieses Jahr schon schwieriger: Das Anschneiden der Fruchtruten für nächstes Jahr. Da man bei den noch teilweise belaubten Rebtrieben nicht sieht, ob die ausgewählte Fruchtrute lange genug ist, bzw. das Rebholz ausgreift ist, dauert es etwas länger, bis die Auswahl getroffen ist.
Während der Stift, also unser Azubi, und Praktikant Pierre den ganzen Tag draußen bei bestem Herbstwetter arbeiten dürfen, muß ich leider im Büro das ausbaden, was sinnlose und sinnfreie Politik so an Nebenarbeiten für den Winzer bringt.
Aktuell steht die Lebensmittelinformationsverordnung an, die ich bis zum 13. Dez. im Internetshop umsetzen muß, heute morgen habe ich mich schon mit dem IT-Verfahren EMCS, also der Zollanmeldung, herumgeschlagen. Gleich werde ich mich mit dem Landschaftselemente-Kataster mittels Flächeninformationen Online (Internet-GIS für Landwirte) befassen und dann wäre der Schreibtisch vorerst mal aufgeräumt.
Dabei würde der Winzer am liebsten nur winzern und könnte gut auf diese bürokratischen Nebentätigkeiten verzichten.
Das Glück braucht tiefe Wurzeln, so 


massenhaft das Leben auszuhauchen. Ein interessanter Zusatz- oder Zweitnutzen unseres Balsam Essiges.




Und wenn man nicht in einem Weinbaugebiet ist oder kein anderer Wein in der Nähe ist, bringt man den Wein selber mit und die schönen Orte werden noch interesannter.



Am Anfang fast keinerlei 


Die erste Ernüchterung kam nach den ergiebigen Regenfällen vom 20. und 21. September. Viele Beeren saugten sich mit Wasser voll und platzten auf. Die unnatürlich hohen Temperaturen und die extreme Luftfeuchtigkeit – ich laufe jetzt immer noch im T-Shirt rum und die Klimaänderung lässt grüßen – sorgten dafür, das sich rasend schnell Fäulniss breit machte. Nach dem ersten selektivem Erntedurchgang, gab es letzte Woche ( 07. 08. 09. Sept.) nochmals reichlich Wasser vom Himmel. Die bisher gesund gebliebenen Rieslingbeeren platzten auch auf und ein neuer Fäulnisskreislauf begann. Drei Tage später schon wieder Regen. Man konnte den Rieslingtrauben beim faulen zusehen.
Dieses Jahr sieht es etwas anders aus. Die erwartete übergroße Weinernte schrumpfte auf eine Normalernte. Die jungen Weine sind am gären und sie sind Dank der intensiven selektiven Ernte auf dem üblichen hohen qualitativem Niveau, wenn ich das mal so behaupten darf.
Unsere Erntemannschaft ist hoch motiviert. Kiste für Kiste Riesling wird sauber selektiert.
Natürlich noch ein Schwätzchen und sich kurz erholt, bevor es wieder in den Weinberg geht.
Es wäre alles noch schöner, wenn das Wetter mitspielen würde. Wie beim ersten Starkregen vor einigen Wochen, konnten wir letzten Freitag nach der ergiebigen Niederschlägen vom Mittwoch und Donnerstag wieder aufgeplatzte Beeren sehen. Gestern abend auch wieder ausreichend Wasser vom Himmel. Anne, eine unserer Erntehelferinnen die einige Jahre in der Entwicklungshilfe gearbeitet hatte, meinte nur „Regenzeit“.