Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Auf in ein Neues Jahr

    2014-12-26 Essen

    Nachdem wir die letzen zwei Wochen etwas Ruhe – fast wie Urlaub – genossen haben, Weihnachten und Silvester im Kreis von Familie und Freunden ausgiebig gefeiert haben,2014-12-28 Schneesogar zwei Tage Schnee im warmen Moseltal hatten, 2014-12-22 Abendrotwunderschöne Sonnenuntergänge betrachten durften,

    2014-12-18 Rebranke

    hat uns das Arbeitsleben wieder. Jetzt kümmern wir uns, soweit es die Witterung zulässt,  um unsere Rankpflanzen und fahren zügig mit dem Rebschnitt  fort.

  • Weinrallye 81: Wir schenken uns reinen Wein ein

    Wie sollte es auch anders sein um die Jahreswende:

    „Weihnachten, Jahresende, Zeit für Geschenke. Wie auch im letzten Jahr wollen wir uns ein bisschen beschenken. Mit feinem Wein. Let’s call it Wichteln.
    Die letzte Weinrallye des Jahres steht im Zeichen der Weine, die wir lieben und die wir gerne mit anderen Weinfreunden teilen wollen.“ so Susa auf Ihrem Blog Hundertachtziggrad.

    Unter dem Motto „wir schenken uns reinen Wein ein“ organisierte Susa den Ringtausch unter den Weinfreunden. Fast zeitgleich mit der Abreise meines Wichtelpaketes trudelte der mir zugedachte Wein ein.

    Dorothee Beil vom Kochblog bushcooks kitchen schickte mir meinen Wichtelwein. „Bei den letzten Aktionen dieser Art habe ich immer einen Riesling von unserem Freund Uli Stein, Haus Waldfrieden verschickt“ stand auf der beigelegten Karte und „…und…da Ihr sicher seine Weine kennt“ hatte Dorothee natürlich einen anderen Wein ausgewählt. War auch gut so, da ich die Weine von Uli Stein – der fußläufig von uns zu erreichen ist – kenne.

    2014-12-28 Eser

    Ein 2010er Rheingauer Spätburgunder trocken vom Weingut August Eser wurde an Weihnachten seiner Verwendung zugeführt. Neben einigen anderen Weinen begleitete er unser Weihnachtsmenü. Glasklar in der Aromatik, ein eher schlanker Spätburgunder mit eher dezenten Holzaromen aus der Barriquelagerung. Respektierlich, alle Achtung!

    Typisch für den Jahrgang, typisch für die Rebsorte und mit „nur“ 12,5% Alkohol noch ein leichter Rotwein, der einen guten Trinkfluss besaß, wie Sie an der leeren Flasche sehen können. Durchaus ein Wein, den man auch solo, also ohne Essenbegleitung – wir brauchen keinen Grund um Wein zu trinken – genießen kann. Über die Lagerung im Barrique und Geschmacksbeeinflussung dadurch kann man trefflich streiten. Mein Fall ist es weniger, zumindest subjektiv.

  • Frohe Weihnachten

    2014-01-02 Weihnachten
    Weihnachtliche Außendekoration in Reil
     

    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens, Marita Keß und die Kinder Felix, Sophie und Alice

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Glühwein für Kenia

    2014-12-13 Glühweihnnacht

    Ein voller Erfolg war die Bio-Glühwei(h)n-Nacht am vergangenen Samstag. Schon vor Veranstaltungsbeginn kamen die ersten Gäste. Unser Verkaufslager war den ganzen Nachmittag und Abend mit Gästen gut gefüllt. Glühwein, Kinderpunsch, Waffeln und Kürbissüppchen fanden regen Zuspruch: Alles weg!

    Das als Überraschung angekündigte outddoor Weinkino mit einigen Filmen über die Mosel, Wein und Moselaner musste regenbedingt nach innen verlegt werden. Da unser Verkaufslager recht klein und eng ist, wurde kurzerhand der Lastenaufzug in eine Kinokabine umgewandelt. Das der Beamer die Filme leider nur in schwarz-weiss auf die Leinwand brachte, störte niemanden.

    Und wie es so bei uns üblich ist: Der Glühwein usw. wurde gegen Spende ausgeschenkt. Dieses mal ist der Erlös von fast 900,- € für ein Projekt der Uni Trier in Kenia.

    Danke an alle, die geholfen haben das Spar-Spendenschwein zu füllen!

    Hier noch die kurze Projektbeschreibung:

    „Im März 2015 ist wieder ein Projekt in Nairobi/Kenia geplant, an dem jeweils 15 Studierende der Universität Trier und der Kenyatta University teilnehmen werden. Das Thema dieses Jahres  lautet:  „Health Care for the Poor in Nairobi Slums – Needs and Demands“ („Gesundheitsversorgung für die Armen in den Slums von Nairobi“).

    Diese Thematik ist von höchster Aktualität und Brisanz. In den Slums leben etwa 65% ( = rd. 2,5 Millionen Menschen) der Stadtbevölkerung auf nur 6% der Gesamtfläche Nairobis. Die Umweltsituation ist menschenunwürdig. Stinkende Müllhalden sind überall. In den 9 qm „großen“ Wellblech bzw. Lehmhütten spielt sich das ganze Leben einer etwa sechsköpfigen Familie ab. Toiletten gibt es keine in den Ein-Raum-Behausungen, sodass die menschlichen Bedürfnisse zumeist in Form von in Plastik oder Papier verpackten „Flying Toilets“ außerhalb der Hütten entsorgt werden müssen. Die sanitäre und hygienische Situation spottet jeder Beschreibung.

    Die Kindersterblichkeit der unter 5-Jährigen ist erschreckend hoch. Unterernährung, Typhus, Magen-Darm-Erkrankungen, Lungenentzündungen, Asthma, Malaria, Diabetes und HIV/AIDS sind die vorherrschenden Krankheiten im Slum.

    Das Projekt, das unter anderem mit den „German Doctors“ und mit dem Health Sector der GIZ im Slum Mathare durchgeführt werden soll, versucht im Rahmen eines Mixes von Methoden (Beobachtung, Kartierungen, quantitative und qualitative empirische Sozialforschung) die reale Situation abzubilden, um daraus konkrete Empfehlungen an die in der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsplanung Verantwortlichen in Kenia zu formulieren.“

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht

    2014-12-11 Bioglühweinhnacht

    Wann?

    Samstag, den
    13. Dezember 2014,
    ab 16.00 Uhr

    Wo?

    Weingut
    Steffens-Keß
    Moselstr. 63
    56861 Reil

    Was?

    Alles Bio:
    Glühwein vom Riesling, Kinderpunsch,
    Waffeln

    Und eine Überraschung!

    Infos und Gespräche zum
    Ökoweinbau

  • Frühlingsgefühle

    2014-12-09 Nachtschattengewächs

    Alles durcheinander, zumindest durch das Wetter in den vergangenen Wochen und Monaten. Ich schrieb hier schon einmal über den nicht enden wollenden Altweibersommer. In der Begrünung der Weinberge entdeckt man so manche Überraschung.

    Der schwarze Nachtschatten ist immer noch – oder schon wieder – am blühen,

    2014-12-09 Wilde Möhre

    die wilde Möhre ebenso.

    2014-12-09 Blüte

    Die Magerwiesen-Margerite sollte auch seit seit längerem verblüht sein

    2014-12-09 Oranges Habichtskraut

    und das orangerote Habichtskraut hat das Blühende, so normalerweise im August, schon lange verpasst.

    Die Reben haben bei uns mittlerweile das Laub fallen gelassen. Es gibt, nicht bei uns, aber z.B. beim Kollegen Bernhard Fiedler das Phänomen, das die Reben, bedingt durch die warme Witterung der vergangenen Wochen suggeriert bekommen hatten, es ist Frühjahr und ein erneuter Rebaustrieb im November (!) war zu sehen.

    Jetzt fehlen nur noch die Bienen um Honig zu sammeln…

  • Kacken für den Biowinzer

    2014.09.20m Spiegelkugel

    Unsere Fledermäuse in Dachstuhl der Reiler Kirche waren auch dieses Jahr sehr fleissig und haben für unsere Weinberge den Fledermausguano produziert. Heute wurde ausgemistet!

    Die Population der Tiere hatte im letzten Jahr stark gelitten. Im Frühjahr störte ein Waldkauz die Fledermäuse beim beziehen des Sommerquartiers. Zu Höchstzeiten waren bis zu 5000 Tiere im Dachstuhl, letztes Jahr waren es so um die 1500.

    Als Abwehrmaßnahme wurde eine Spiegelkugel vor die Haupteinflug- und Hauptausflugöffnung montiert. Funktioniert ganz einfach. Sie kennen das sicherlich, zumindest meine männlichen Artgenossen: Der morgendliche Blick nach einer kurzen und durchzechten Nacht in den Spiegel!

    Gegen den Waldkauz hat die Spiegelkugel geholfen und die Sommerkolonie wuchst dieses Jahr auf 2700 Tiere.

  • Riesling für Afrika

    Gerade, eben erst, eine Mail eines Kunden erhalten. Ein Karton Wein ist angeliefert worden, der zweite fehlt noch. Also bei der Sendungsverfolgung von DHL nachgeforscht.


    Sendungsnummer 56688352xxx
    Ausländische Sendungsnummer CL7725297xxxx
    Verlauf Ihrer Sendung
    Produkt / Service Paket ins Ausland (Sambia)
    Status vom Fr, 28.11.2014 13:50 Die Sendung wird ins Zielland transportiert und dort an die Zustellorganisation übergeben. (Homepage / Online Sendungsverfolgung: http://globaltracktrace.ptc.post/gtt.web/)
    Nächster Schritt Die Sendung trifft im Zielland ein.

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    Großes Erstaunen, nachdem ich den aktuellen Stand der Dinge erfahren hatte. Das Paket ist ausgewandert und flüchtig! Befindet sich auf dem Weg nach Sambia in Afrika.

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    Item summary

    Tracking number Origin Destination Status
    CL7725297xxx GERMANY ZAMBIA On route

    Activity summary

    Local date/time Activity Location Remarks
    27.11.2014 14:08 Posting/Collection NEUWIED
    28.11.2014 13:43 Arrival at outward office of exchange FRANKFURT/M
    28.11.2014 13:50 Departure from outward office of exchange FRANKFURT/M

    No tracking information is available from ZAMBIA

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    Auch die Sendungsverfolgung des DHL Partners hat den Wein schon registriert. Keine Ahnung was dort passiert ist! Also den Kunden über den Verbleib des Weines informiert und morgen geht eine Ersatzlieferung an diesen. Ich werde jetzt täglich in die Sendungsverfolgung schauen und ich bin gespannt wo unser Riesling verbleiben wird und wie der weitere Reiseweg des Kartons ist.

    So kostengünstig würde ich auch einmal gerne in ferne Länder reisen 😉

    „….wenn der Wein zurück kommt…. dann ist vielleicht eine neue Kreation ähnlich dem Madeira-Wein entstanden. Zum Beispiel der „ZAMBIA-Mosel-Riesling – nach traditionellem Verfahren „DHL Transport-Service gereift“….“

    schrieb unser Kunde auf unsere Antwortmail.

  • Grobabstich

    2014-10-29 Faßprobe

    Die ersten hefetrüben Jungweine wurden in den letzten Tagen grob von der Hefe getrennt. Der Bodensatz im Faß, allgemein als Hefe bezeichnet,  besteht nicht nur aus reiner Weinhefe. Restliche Fruchtfleischteilchen und Trubstoffe, die bei der Mostklärung nicht erfasst wurden, sind neben Weinstein ebenfalls in diesem Sediment zu finden. Diese könnten evtl. zu mikrobiologischen Problemen führen.

    Auch nach dem Grobabstich verbleibt noch genug Feinhefe im Wein.  Die jungen Weine können so noch von den positiven Geschmacksstoffen der Hefen profitieren.

    Die Rieslinge zeigen sich mommentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik, für dieses junge Entwicklungsstadium sehr fruchtig und durch den hohen Weinsteinausfall weicher als sonst in der Säure. Ich habe das Gefühl, dass wir bis jetzt alles richtig gemacht haben um einen leckeren Riesling zu produzieren.

    Während der Azubi nach dem Abstich den leeren Tank reinigt, probiere ich schon das nächste Fass das auf den Abstich wartet und der leidige Papierkram, die Weinbuchführung, wird auch noch nebenbei erledigt.

  • Urtica dioica L.

    2014-11-21 BrennesselSo sehr wie ich Urtica dioica L. hasse – ich berichtete hier schon einmal über die Große Brennessel als Wirtspflanze der Grasflügelzikade -, so vielfältig ist der Nutzen für den Menschen. Die Verwendungsmöglichkeit als Brennesselspinat dürfte den meisten bekannt sein.

    Aber auch heilende Wirkungen in der Medizin sind beschrieben. Brennessel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bei Arthritis, bei Harnwegserkrankungen, für die Prostata, zur Stärkung der Abwehrkraft und Blutdruckabsenkung.

    Dieses Zauberpflänzchen kann sogar noch viel mehr. Die Samen der Brennessel bergen die Sensation. Lässt Haare wachsen und soll als Pimpermittel eine aphrodisierende Wirkung haben. „Durch die Samen werden die Körperfunktionen angeregt, außerdem wirken sie tonisierend, was für die Luststeigerung vorteilhaft ist.“ schreibt diese Kräuterseite über den Brennesselsamen.

    Aber machen wir es nicht so kompliziert. Probieren sie einmal den Samen! Mit anderen Kräutern die ideale Zutat für einen pikanten Salat. Um den Geschmack zu verbessern, bei mittlerer Hitze 15 min in den Backofen, bis sie dunkelgrün bis leicht bräunlich geworden sind. Nicht rösten!