Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Von…bis

    2013-12-11 Nebel

    Morgens oft noch dichter Nebel im Moseltal. Man ist froh gegen Mittag die Reiler Brücke vom Weinberg aus zu sehen.…………………………………………………………………………..2013-12-19

    Nachmittags oft schönstes Winterwetter bei warmen Temperaturen. Der Rebschnitt geht zügig vonstatten. Nach zwei Wintern, die sehr kalt waren und klamme Finger beim Rebschnitt verursachten, eine Wohltat.

    Natürlich gibt es zwischendurch  auch die üblichen tristen grauen Wintertage. Gehört auch dazu. Im Gegensatz zu den Vorjahren der richtige Wettermix: Von…bis.

  • Jederzeit

    2013-12-15 WanderrouteJederzeit wieder, auch in Teiletappen! So der letzte Satz in meinem Artikel über die Wanderung über den Moselkrampenweg, Brevaweg und Apollo Wanderweg. Am Sonntag erfolgte dieses Jederzeit wieder. Morgens beim Einstieg in den Moselkrampenweg bei Beilstein noch bedeckter Himmel und kalte Luft. Mittags dann blendender Sonnenschein und angenehme Wärme.

    2013-12-15 FelsVorbei am bizarren Felsformationen und Buchsbaumwäldern die  steilen Wanderwege entlang gewandert.2013-12-15 Vesper

    Die  Verpflegung hatten wir im Rucksack mitgenommen. Riesling gegen den Durst und kleine Leckereien für den Hunger.2013-12-15 Melsi

    Die letzte Rast am Ende des Apolloweges, kurz vor der Brauselay bei Cochem. Die warme Wintersonne und die Aussicht wurde genossen, bevor es in der kühler werdenden Dämmerung zum Bahnhof ging.2013-12-15 SchorschWährend des Wartens auf den Zug, der uns nach Reil bringen sollte, noch Lockerungsübungen für die Muskeln.

    Die Beschreibung  der Wanderroute nebst weiteren Links finden sie hier:

    Mal kurz übern den Berg

  • Undicht

    2013-12-12 Undicht

    Da etliche Holzfässer dieses Jahr nicht für Wein gebraucht werden, wurden die leeren Fässer heute mit Wasser gefüllt, damit das Holz immer im Quellzustand bleibt und so bestens für die nächste Ernte – hoffentlich eine größere – konserviert wird.

    Seit der Generalreinigung vor der Ernte wurden die Fässer trocken konserviert. Das heißt, dass alle paar Wochen etwas Schwefel im Fass verbrannt wird. Das dabei entstehende Schwefeldioxid verhindert die Schimmelbildung im feuchten Holzfass.

    Besser ist die Nasskonservierung. Wasser ins Fass und das Holz bleibt immer im Quellzustand und ist dicht. Nicht wie obiges Fass, das heute beim befüllen mit Wasser undicht war. Mittlerweile wieder dicht, da das Eichenholz aufgequollen ist. Noch besser ist es, wenn man Zitronensäure zum Wasser gibt. Das saure Milieu ist ideal für Pflege und Konservierung.

    Leider ist es dieses Jahr nicht möglich, die allerbeste Konservierungsmethode anzuwenden: Holzfasskonservierung mit Wein!

    Mangels Masse…;-)

  • Weinernte 2013: Tut weh

    2013-12-03 Riesling1

    Es schmerzt so richtig in der Winzerseele. Vergammelte, eingetrocknete Riesling-trauben, die wir aus qualitativen Gründen nicht geerntet hatten. Und es wird noch lange in der Winzerseele schmerzen, da diese Trauben uns täglich beim Rebschnitt begegnen. 2013-12-03 Kisten

    Dann gestern noch einen Hinweis von einem Kollegen bekommen. In einem meiner Weinberge sollen noch drei Erntekisten stehen. Natürlich mit Trauben drin. Da ich das Elend nicht sehen wollte, musste der Praktikant die Trauben auskippen und die Kisten einsammeln.

    Es kommt jedes Jahr vor, das sich einige Erntebehälter in der Begrünung verstecken und vergessen werden, aber dieses Jahr, mit der kleinen Erntemenge, tut weh!

  • Eimer für Eimer

    2013-12-02 Eimer

    Wie jedes Jahr: Ausmisten der Reiler Kirche! Der Fledermausguano der im Kirchendach ansässigen Sommerkolonie des großen Mausohres wurde vom Boden gekratzt und Eimer für Eimer  durch die Dachluke in ein Rohr gekippt.2013-12-02 Schlauch

    Leider gab es immer wieder Verstopfungen. Massives Rütteln und Schütteln am Rohr war nötig, damit der Fledermausdünger den Weg im Rohr nach unten zum Anhänger fand. Zu unserem Leidwesen verstopfte es einmal ganz, musste mühselig wieder in den Dachstuhl hochgezogen und zur Reinigung auseinandergebaut werden. 2013-12-02 Rohr

    Leider gab es sehr wenig Fledermausguano.  Der kalte Winter forderte seinen Tribut unter den Fledermäusen und im Frühjahr störte ein Waldkauz die Fledermäuse beim beziehen des Sommerquartiers. Zu Höchstzeiten waren bis zu 5000 Tiere im Dachstuhl, dieses Jahr sollen es nur um die 1500 gewesen sein.

  • Eines der letzten

    2013-11-22 Blatt

    Eines der letzten Blätter, die noch an den Rebstöcken hängen. Noch etwas Farbe in die Landschaft bringend. Damit wird morgen, spätestens übermorgen Schluss sein. Der erste Frost wird kommen, die restlichen herbstlichen Blätter von Bäumen und Reben abfallen und die noch etwas farbenfrohe Landschaft wird sich ins winterliche graubraun verwandeln.

    Ein letztes Mal wird der Hof von abgefallenen Laub befreit werden – der Praktikant und ich sind es mittlerweile Leid zu kehren – und wir können uns ungestört der Kellerarbeit widmen und, wenn es die Witterung erlaubt,  mit dem Rebschnitt fortfahren.

  • Weinernte 2013: Es schmeckt

    2013-11-19 Jungwein

    Es fängt nicht mit der Ernte an und hört auch nicht damit auf.

    Hört sich ganz einfach an, ist es aber nicht. Zumindest für den Winzer. Die zentrale Frage nach der Ernte ist die, ob denn der „Neue“ geraten ist. Die zentrale Frage! Ich habe, trotz gewisser Erfahrung, immer noch meine Unsicherheiten während des Gärungsprozesses den jungen Wein zu beurteilen.

    Mittlerweile sind die meisten Weine am Ende der Gärung angelangt und erste Aussagen, soweit es die Jugendlichkeit und die starke Hefetrübung erlaubt, können gemacht werden. Die Neuen Rieslinge zeigen sich momentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik und eine frische Säure, die sehr gut eingebunden ist. Ich denke, dass ich im Weinberg und im Weinkeller alles richtig gemacht habe, um das Maximum an Qualität auch in diesem Jahr in die Fässer zu bekommen.

    Einfach gesagt: Es schmeckt!

  • Weinernte 2013: Bin zufrieden, Ziel erreicht

     2013-11-09 Dichte

    Bin zufrieden und habe das Ziel erreicht, zumindest was die Mosto Cotto Produktion angeht. So dick hatte wir das Rieslingtraubensaftkonzentrat bisher noch nicht hinbekommen. Sage und schreibe 355 Grad Mostgewicht! Damit wäre ich wieder einmal Öchslekönig!  Zudem weitere Analyseparameter, die für den Geschmack und für die Weiterverarbeitung zu Riesling-Balsamessig ideal sind.2013-11-11 Abfüllen

    Gestern wurde die erste Charge des Mosto Cottos abgefüllt. Da wir mittlerweile größere Mengen produzieren, musste natürlich ein spezielles Füllgerät her. Im letzten Jahr noch mittels Glasballon und Auslaufgarnitur gefüllt, kam gestern ein spezieller Abfüller für dickflüssige Medien zum Einsatz. Im Sommer das erste Mal getestet, die elektronische Zeitsteuerung benötigte 11 sec um eine Flasche zu füllen. Nun, beim Neuen Mosto Cotto und kühlem Abfüllraum, musste die Abfüllzeit schnell nach oben korrigiert werden. 18 Sekunden je Flasche waren es dann am Ende. Beim nächsten Mal werde ich das Konzentrat etwas erwärmen, damit das Abfüllen schneller geht.

    Ab sofort wieder hier erhältlich.

  • Weinernte 2013: Randgeschehen

    2013-10-28 KinderDer Kleinste immer im Tragetuch oder im Kinderwagen dabei, die beiden Größeren, die abends beim Kistenreinigen halfen, kamen mit dem Mittagessen in den Weinberg. Das bei Kleinkindern übliche „kann ich mal auf der Raupe mitfahren“ und natürlich am Wegesrand spielen, dabei Figuren aus Matsch formend, der dieses Jahr überaus reichlich vorhanden war.…………………………………………………………………2013-10-24 RaupeZwischendurch musste den Kindern noch die heimische Fauna erklärt werden.

    2013-05-21 DreckSpaß mit dem Matsch hatte auch unser Praktikant beim Reinigen des Kettenschleppers. Erst nach mühseligem Hochdruckreinigereinsatz war die Raupe sauber, der Praktikant von oben bis unten bespritzt und an der Waschstelle lag einiges an Erde.

    2013-10-28 Eidechse

    Ich kämpfte mit dieser Weinbergseidechse, die ich in einer Erntekiste entdeckt hatte. Erst nach dreimaligem umfüllen der Trauben wurde ich des Tieres habhaft und konnte es in die Freiheit entlassen, bevor es auf der Weinpresse sein Leben gelassen hätte.2013-10-26 KellerIm Weinkeller sind alle Moste am Gären. Bei der täglichen Gärkontrolle wird natürlich probiert und wir sind zufrieden, zumindest qualitativ. Die Menge ist sehr bescheiden. Das zweite Erntejahr mit wenig Ertrag in Folge. Die gärenden Weine schmecken alle sehr sauber und reintönig. Keinerlei negative Einflüsse durch vergammelte Trauben, da wir diese im Weinberg hängen gelassen haben. Ich denke, dass wir auch in diesem Jahr alles richtig gemacht haben.

    Jetzt noch in Ruhe die Gärung der jungen Weine abwarten und dann wir können mehr zu den 2013er Weinqualitäten sagen.

  • Weinernte 2013: Wir haben fertig

    2013-10-27 Erntehelfer Pünktlich zum Wetterumschwung beendeten wir die Weinernte. Nun ist ideales Erntewetter, kühl und trocken, leider drei Wochen zu spät, aber so ist das halt, wenn man mit der Natur arbeitet.

    Und wie jedes Jahr ein Dankeschön an unsere Erntehelfer. Ganz besonderen Dank an Sören unser Schulpraktikant und an Tristan, der sein Vorpraktikum fürs Weinbaustudium bei uns ableistet. Beide waren uns eine große Hilfe bei der Ernte und abends im Weinkeller. Immer gut drauf und jede Menge Überstunden erbringend. Marita, Felix, Alice, die auch die Kinderbetreuung übernommen hatte, Opa Reinhard, Margot, Piet und Felicitas (v.l.n.r.) und die nicht im Bild dabei gewesenen: Angelina, Sebastian, Schorsch, Walter, Daniel, Margit, Uli, Willem, Vigen, Hennes, Luis, Rainer, Leon, Barbara und Rosi,

    Wie immer: Rasend schnell, einsame Spitze im Selektieren, immer gut drauf und alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend.