Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Allgemein

  • Ausbildung

    Unser Ausbildungsplatz für den Ausbildungsberuf Winzer ist ab sofort neu zu besetzen. Da bereits ein Ausbildungsvertrag ab September 2014 besteht, können wir nur für ein Jahr ausbilden. Die Lehrstelle ist für Lehrlinge interessant, die Ihre Ausbildung in mehreren Weingütern absolvieren möchten.

    Alternativ kann der Arbeitsplatz auch für ein Vorpraktikum für das Studium im Bachelorstudiengang Weinbau und Getränketechnologie mit den Studienrichtungen Weinbau und Oenologie sowie Getränketechnologie und im Bachelorstudiengang Internationale Weinwirtschaft des Fachbereichs Geisenheim der Fachhochschule Wiesbaden besetzt werden.

    Wir sind ein kleines Steillagenweingut an der Mosel und produzieren trockene Rieslingweine. Als Nebenprodukt wird noch Riesling-Weinessig produziert. Die Weinberge sind nach dem aktuellen Stand rationeller Bewirtschaftung gepflanzt und die Maschinenausstattung ist technisch auf dem neuesten Stand. Wir bewirtschaften unsere Weinberge seit 31 Jahren nach ECOVIN Richtlinien und sind Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau.

    Wir erwarten Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und, ganz wichtig, Motivation und Lernwille für den Winzerberuf. Mitdenken, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und nach Einarbeitung Verantwortung zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft zu Überstunden, insbesondere während der Weinlese, wird vorausgesetzt.

    Wir bieten die Möglichkeit, das klassische Handwerk des Winzers im Weinberg und Weinkeller mit all seinen Facetten zu lernen. Die Betreuung und Vermittlung von notwendigen Kenntnissen erfolgt in sämtlichen Bereichen der Traubenerzeugung, Weinbereitung und Vermarktung. Lerninhalte, die wir nicht vermitteln können, z.B. die Rotweinbereitung, können bei Partnerbetrieben erlernt werden. Ausbildungsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen werden von uns unterstützt.

    Wir haben bereits Erfahrung in der Ausbildung und als Stellenanbieter für das Freiwillige Ökologische Jahr.

    Wir würden uns über eine aussagekräftige Bewerbung freuen, gerne per Mail.

  • Ölfund

    Leider keine sprudelnde Ölquelle aus dem Weinbergsboden. Genau das Gegenteil. Leicht tropfend unter der Raupe in Richtung Boden. Welcher der vielen Schläuche ist es denn? Wie finde ich Ihn? Lässt er sich gut aus- und anschließend wieder einbauen? Das Kopfkino  malte sich schon Horrorszenarien aus.

    Nachdem die schicke Motorhaube entfernt war, wurde die Leckage schnell gefunden. Eine Schlauchverbindung, gut sichtbar, war undicht. Mittlerweile wurde ein Neuer Schlauch verbaut und die Horrorszenarien einer komplizierten Suche mit schwierigem Aus- und Einbauens hatten sich erledigt. Dieses Mal bin ich noch glimpflich davon gekommen. Doch beim nächsten Mal? Vor lauter Hydraulikschläuchen ist der Motor nicht mehr zu sehen und jede Reparatur ist eine kniffliche Angelegenheit. Am besten hätte man Kinderhände mit Elefantenkräften.

  • Das war es gewesen

    Das war es gewesen, das mit dem Winter. Hoffentlich. Heute wurde erstmalig die 10 Grad Marke geknackt. An der uns am nächsten liegenden Wetterstation der Agrarwetterfrösche gab es in 2 m Höhe exakt 10 Grad, in 20 cm sogar 12,7 Grad. Mein Minimum-Maximum-Thermometer zeigte noch links die kalten Minimaltemperaturen der letzten Nächte an und rechts den Frühling.

    Die nächsten Tage soll es so bleiben und weiter wärmer werden. Der Frühling kommt mit Gewissheit und in einigen Tagen wird die Natur sicherlich explodieren. Endlich wieder eine farbige Landschaft. Das tut der Seele und dem Körper gut. Das Arbeiten im Weinberg macht dann viel mehr spaß, wenn man sich der Winterkleidung entledigen kann und die Sonne vom Firmament scheint.

  • Abräumen

    Der erste Einsatz letzte Woche war desaströs. Nach dem Nachbessern mit Winkelschleifer und Schweißgerät funktionierte der selbst konstruierte Drahtaufwickler wie es eigentlich sein sollte.

    Vorbereitungen für eine Neuanpflanzung, dass Abräumen der alten Rebanlage. Zuerst die Drähte des Drahtrahmens aus den Haken der Weinbergspfosten heben, am entgegengesetzten Weinbergsende vor den Drahtspannern den Draht abschneiden und aufwickeln. Die Weinbergspfosten sind schon per Hand aus dem Boden gezogen worden und morgen werden die Rebstämme mit der Rodezange aus dem Boden gezogen. Dann die Fläche noch abräumen und die Reste sortieren. Der alte Draht kommt zum Schrotthändler, die Pfähle werden bei der Neuanpflanzung wieder verwendet und die alten Reben bekommt mein Nachbar, um darauf Winzersteaks zu grillen.

  • Mein persönlicher Mikrokosmos

    Man muss nur genauer hinschauen. Einfach beobachten. Es gibt viele schöne Dinge im Weinberg zu entdecken. Kleine Details, wie diese Flechte an einem alten Rebstock.

    Oder die jungen Sporenkapseln der ebenfalls auf alten Reben wachsenden Moose.

    Hier noch einmal mit ausgebildeter Sporenkapsel.

    Besonders farbenprächtig diese Flechte,

    die intensiv gelb leuchtet.

    Kleine Details, die, wenn man beobachten kann, das Auge erfreuen. Mein eigener persönlicher Mikrokosmos. Jeden Tag etwas neues in diesem entdecken.  Heute Glück gehabt, dass die Fotos gelungen sind und für einen kurzen Moment die Sonne das richtige Licht zum Knipsen brachte.

  • Reben schneiden

    Der Rebschnitt ist bei uns schon sehr weit fort geschritten. Wenige Tage, die wir wetterbedingt nicht in den Weinberg schneiden gehen konnten.

     In einem ersten Arbeitsschritt wird der Weinstock auf zwei Fruchtruten nebst Ersatzaugen auf dem Rebstamm zurückgeschnitten.

    Dann das arbeitsintensive Ausheben und Abschneiden der nicht benötigten Rebtriebe aus dem Drahtrahmen. Da die Rebe ursprünglich eine Bewohnerin von lichten Auwäldern war, ist sie mit Ranken versehen, um sich an den Bäumen zum Licht hochranken zu können. Zu unserem Leidwesen hält sie sich auch an den Drähten der Spaliere fest und muss zeitaufwändig herausgeschnitten werden. Zum Schluss erfolgt das passgenaues Einkürzen der noch verbliebenen Fruchtruten.

    Rationalisierungsmöglichkeiten für den Steillagenweinbau gibt es fast gar keine. Mehr wie ein maschineller Vorschnitt oberhalb des obersten Drahtes der Erziehungsform ist bisher nicht machbar. Der in Flachlagen zum Ausheben der Reben seit kurzer Zeit eingesetzte „Cane Pruner VITECO“ oder der „Cane Stripper“ wird für uns Steillagenwinzer ein Wunschtraum bleiben. Zu schwer! Da würde die Raupe umkippen!

    So müssen wir beim klassischen Handwerk bleiben. Mit der Hand arbeiten, im Gegensatz zur Industriellen Produktion.

  • unterirdisch

    Ich gehe nicht gerne auf Weihnachtsmärkte. Überhaupt nicht! Nippesverkauf, fürchterliche Glühweine, durchdringende Kälte beim Genuß dieser oder waagerechter Regen sind nicht mein Ding.

    Mit einer Ausnahme. Für mich der einzige Weihnachtsmarkt zu dem ich gerne hin gehe. Nun im zweiten Jahr, der unterirdische Weihnachtsmarkt in Trarbach. Ich berichtete hier schon einmal darüber.

    Angenehme Temperaturen in den unterirdischen Weinkellern, in denen der Markt stattfindet. Kein frieren oder naß werden, der Glühwein wird von qualitätsbewussten Winzerkollegen gemacht, der Rieslingwein ist auch sehr gut und das Angebot an Marktwaren auf einem hochwertigen Niveau.

    Für den, der sich diesen nicht alltäglichen Weihnachtsmarkt anschauen möchte: Bis zum 06. Januar hat man noch die Gelegenheit dazu.

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Bitte vormerken!

    Gemütliches Beisammensein bei leckerem Bio-Wein und Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau und eine kleine Überraschung.

    Am Samstag, den 08. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

    Wie gehabt geht der Erlös an die Villa Kunterbunt in Trier, ein Nachsorgezentrum für chronisch- und schwerstkranke Kinder. Über weitere reichliche Spenden würden wir uns und auch die Villa Kunterbunt herzlich freuen.

    Für die, die von weiter herkommen: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.55 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 22.23 Uhr.

  • Nachhaltigkeit

    „Nachhaltigkeit ist die Bezeichnung für eine Wirtschaftsweise, die sicherstellt, dass die Leistungsfähigkeit eines Ökosystems für kommende Generationen unvermindert erhalten bleibt oder moderner ausgedrückt, die Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Leitbild der Nachhaltigkeit beinhaltet dabei sowohl ökologische, als auch ökonomische und soziale Aspekte.“

    So eine kurze Beschreibung der Nachhaltigkeit, die in aller Munde ist. Leider wird viel geredet und noch weniger getan. Ressourcenschonung könnte man auch dazu sagen. So wenig wie möglich Rohstoffe verbrauchen und die Ökosysteme belasten. Auch eine Diskussion in der Weinbranche, auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Vielleicht ein andermal.

    Wir kennen es doch alle: Handys, MP3 Player und Tablet PC, die spätestens dann weggeworfen werden, wenn der fest eingebaute Akku den Geist aufgibt, das restliche Gerät jedoch noch nicht am Ende seiner Lebenserwartung ist. Schlimmer noch die Geräte mit eingebautem Verschleiß, Obsolenz genannt, wie der Stern hier berichtete. Dazu Geräte, die sich nicht öffnen und reparieren lassen.

    Gut, das es auch anders geht. Ressourcenschonend, reparabel und kostengünstig.

    Mein guter Anhänger, gerade mal 37 Jahre alt und an einen Kollegen verliehen, machte voll beladen beim rangieren mit dem Traktor das, was er wollte. Nicht anders rum, wie es eigentlich sein sollte. Ausser der krummen Anhängedeichsel gab es keinen weiteren Schäden. Eine passende Ersatzdeichsel konnte kurzfristig besorgt und angebaut werden. Nun kann der Anhänger mit mir alt werden und in Rente gehen.

    Das verstehe ich unter anderem als Nachhaltigkeit und ressourcenschonend!

  • Weinernte 2012: Besuch

    So sehen die in den Weinbergen verbliebenen Rieslingtrauben größtenteils aus. Kurz vor perfekt, mit noch  stabiler Beerenhaut, die den heutigen Dauerregen sicherlich unbeschadet überstehen werden. In den nächsten Tagen ist die Ernte der hochwertigen Rieslingqualitäten geplant. Ich bin da bester Hoffnung!Diese Woche kam es noch zu einem kleinen „internationalen“ Erfahrungsaustausch. Da wir als Nordlichter die letzen Winzer sind, die noch zu ernten haben, besuchten mich Kollegen. Reinhard Schäfer aus Württemberg half zwei Tage bei der Ernte, aus  Österreich reiste der Vater von Bernhard Fiedler, Winzer und Weinblogger, an.

    Bei einer Moselrieslingprobe wurden zwischen uns Winzern viele Erfahrungen ausgetauscht. sx

    Das unsere Rieslingtrauben so schön aussehen, hatten auch diese Armeeflieger gehört, die tiefer als sonst im Moseltal flogen, um unsere Trauben zu sehen. Gewagte Spielchen, den Mäandern der Mosel zu folgen und bei längeren Geraden in den Tiefflug zu gehen. Ich hatte schon einmal in das Weiße im Auge des Piloten gesehen…c