Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • Erbsengröße

    2014-07-03 TraubeDie jungen Beeren sind prächtig gewachsen. Erbsenstadium sagt der Winzer.  Man sieht deutlich die kleineren Trauben dazwischen. Durch die Hitzewelle während der Blüte nicht bestäubt und klein geblieben. Dadurch bleibt die Traube lockerbeerig. Die Gefahr, dass sich große Beeren bei weiterem wachsen gegenseitig kaputt drücken und faulen, ist dadurch geringer.

    Nicht alle Trauben sehen so aus. Mangels Wasser ist das Dickenwachstum in etlichen Weinbergen noch nicht so weit fortgeschritten wie ich es gerne hätte.

    2014-07-06 WetterDie Wetteraussichten für die nächsten Tage sind – zumindest für den Winzer – optimal. Es könnte reichlich geben, sozusagen auf Vorrat. Endlich!

  • Hoffnung in den Zeiten der Dürre

    2014-06-28 Regen

    Der Transporter war sauber gewaschen, die Fenster am Haus auch und die Meteorologen hatten ausnahmsweise auch recht. Regen! Zwar nicht reichlich, aber immerhin soviel, das uns vorerst geholfen ist. Die für morgen geplante Bewässerung unserer zweijährigen Junganlage ist somit abgesagt und der Winzer ist seiner Sorgen enthoben, vorerst zumindest.

  • Aus kleinen Sorgen können große werden

     

    2014-06-21 verdorrtes Gras

    Aus kleinen Sorgen können große werden. Die zur Zeit herrschende Trockenheit macht sich zunehmend bemerkbar. Seit über sechs Wochen ist kein Regen gefallen. Das bisschen Regen, das Pfingsten gefallen war, war schneller verdunstet als von Himmel geregnet. Etliche Begrünungen sind, je nach Pflanzenart, schon komplett verdorrt, mindestens stark leidend.  …………..2014-06-21 Triebspitze

    Den Reben kann man die Trockenheit, bis auf wenige Ausnahmen, noch nicht ansehen. Die Triebspitzen sind noch gekrümmt und die Pflanze ist von der Wasserversorgung her noch auf Wachstum eingestellt. ………………………………………..2014-06-21 TrockenstressIn jüngeren Weinbergen, in denen die Rebe noch nicht tief genug wurzelt und an Stellen, an denen der Fels hoch ansteht, bietet sich schon ein anderes Bild. Das Längenwachstum der Triebe hat sich verlangsamt bis zum Stillstand, die Triebspitze ist gestreckt. In den nächsten Tagen werden sich sicherlich die Blätter von der Sonne weg drehen, um weniger Wasser zu verdunsten.

    Etliche nachgepflanzte junge Reben sind schon verdorrt.

    Gut, dass in den letzten Tagen die Temperaturen nicht so hoch waren, denn sonst würde es anders aussehen. Es wird Zeit, das es ausgiebigst regnet, um eine mengenmäßig und qualitativ gute Ernte einzufahren.

  • optimal

     

    2014-06-08 BlüteAlles läuft im Moment optimal. In den letzten Tagen wurden gemütlich bei kühlerem Wetter, ohne allzu viel zu schwitzen, die erste Runde bei den Laubarbeiten erledigt. Das jetzt heiße Sommerwetter hat die Rebblüte ungemein beschleunigt, das Längenwachstum auch. ………………………………………………..2014-06-08 Blütenkäppchen

    Sobald das Blütenkäppchen  abgeworfen ist, erscheint der Fruchtknoten mit Narbe und die Staubgefäße. Und dann ist es auch schon passiert und die Bestäubung ist erfolgt. Da die Reben Selbstbestäuber sind, werden keine Insekten benötigt. Die Blütenkäppchen sind größtenteils abgeworfen und sammeln sich im obigen Bild auf einem Blatt unter dem Blütenstand.

    Ich rechne mit einem guten Blühverlauf und sehr vielen bestäubten Fruchtknoten. Die frühe Blüte lässt auf eine qualitativ sehr gute Ernte hoffen.  In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen wieder sinken, und der dann anstehende zweite Durchgang bei den Laubarbeiten wird hoffentlich bei angenehmeren Temperaturen erfolgen.

    Jetzt noch etwas Regen, dann wäre es perfekt, aber leider kommen die Niederschläge in den Sommermonaten meistens als Gewitterregen zu Boden und ganz aktuell, soeben vor einigen Minuten schon wieder eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes:

    „VORABINFORMATION UNWETTER
    vor SCHWEREN GEWITTERN

    für Kreis Bernkastel-Wittlich

    gültig von: Montag, 09.06.2014 19:00 Uhr
    bis: Dienstag, 10.06.2014 06:00 Uhr

    ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
    am: Montag, 09.06.2014 18:05 Uhr

    Von Frankreich ziehen heftige Gewitter auf. Dabei geht die
    Hauptgefahr von Hagel mit Korngrößen von loakal um 4 cm aus. Auch
    schwere Sturmböen, sowie heftiger Starkregen mit Niederschlagsmengen
    um 30 mm sind möglich.“

    Den Regen hätte ich gerne, aber nur die flüssige Form. Es wird spannend!

  • aufgefüllt

    2011-05-30 Mosel

    Die Mosel ist wieder aufgefüllt, die Weinbergsböden auch. In den letzten Tagen ist der lang herbeigesehnte Regen endlich gefallen. Es könnte zwar noch viel mehr sein, aber für den Augenblick sind wir zufrieden.

    Man hat den Reben den Wassermangel schon etwas angesehen. Beginnende Gelbfärbung und die Streckung der Triebspitzen waren schon erste Anzeichen von Trockenstress.

  • kalt erwischt

    2014-05-05 erfroren

    Die erste Runde hatten wir glücklicherweise gut überstanden, bei der zweiten Runde hat es uns kalt erwischt. In unserem Rivanerweinberg war es gestern Morgen einen Tick zu kalt gewesen. Geschätzte 30% der Rebtriebe sind erfroren: Teilweise ganz, teilweise nur die Triebspitze, leider auch viele Blütenansätze.  Es waren noch nicht die kalendarischen Eisheiligen, die sollen in ca. einer Woche kommen.

    Das Weinjahr fängt wieder spannend an, leider im negativen Sinn. Tröstlich ist, dass es nur unsere winzige Rivanerparzelle betroffen hat.

  • Samstag Nacht: Ganz sacht, wie gewünscht

    2014-04-23 Tautropfen

    Samstag Nacht: Ganz sacht, wie gewünscht, nicht heftig und ohne Wasser in fester Form, aber leider viel zu wenig: Regen!

    Seit über einer Woche angekündigt, zuerst für den letzten Freitag von den Wetterfröschen gemeldet, dann auf Sonntag verschoben, dann wieder auf null gesetzt, am folgenden Tag wieder in der Prognosen angekündigt. Jedes mal in der Summe ausreichend für die ausgetrockneten Böden. Eine Moselschleife weiter ein ausgiebiges Gewitter mit Hagel nahe der Rebschädigung, leider bei uns nix, fast nix.

    Am Mittwoch und am Donnerstag die nächste Chance, wenn man den Meteorologen glauben soll.

    Es wird Zeit das die Reben Wasser bekommen. Unsere einjährige Junganlagen macht einen nicht sehr glücklichen Eindruck – bilde ich mir zumindest ein -.

  • Peribatodes rhomboidaria

    2014-04-22 RhombenspannerBernhard Fiedler schrieb schon vor einigen Tagen darüber: Der Rhombenspanner (Peribatodes rhomboidaria) hat dieses Jahr stark zugeschlagen. Dieser Wurm hat etliche viele Rebknospen ausgefressen, außergewöhnlich viele, unterschiedlich je nach Lage. Ganz übel in einer Nachbargemeinde, wo ganze Weinberge kahl sind. Ein Gelegenheitsschädling, der dieses Jahr zu größeren Schäden führt.

    In der Hauptknospe sind die Anlagen für den Sommertrieb und die Blütenstände (Gescheine) in ihrer endgültigen Anzahl ausgebildet. Die Nebenaugen der Winterknospen treiben verspätet aus, haben aber leider keine oder nur geringe Blütenstände ausgebildet.

    Ob es nun weniger Wein gibt, kann ich noch nicht sagen, ich will und kann jetzt noch nicht über die kommende Ernte spekulieren. Viele andere Faktoren spielen noch für die Ertragshöhe eine große Rolle. Eine gut verlaufende Blüte und optimales Wachstumswetter sind nebst anderen Faktoren auch noch sehr wichtig. Aber am wichtigsten ist im Moment, dass es baldigst ausgiebig regnet, da die Böden sehr ausgetrocknet sind.

  • Muffensausen: Halbzeit

    2014-04-16 Reif

    Heute morgen war das Blechdach des Maschinenschuppens mit Raureif überzogen. Kritisch, grenzwertig, dachte ich mir. An der Wetterstation in Briedel waren es um sieben Uhr heute morgen  in 20 cm Höhe 1,8 Grad, leider Minus. Dort soll es leichte Erfrierungen an den Reben gegeben haben. Ich bin bis jetzt nicht betroffen, aber eine kalte Nacht steht uns noch bevor.

    Also noch einmal Muffensausen wie ich gestern berichtete, aber sicherlich nicht zum letzten Mal. Danach soll es wärmer werden, aber bis zu den Eisheiligen sind es noch einige Tage.

    Nachtrag, 17.04.2014:

    Die zweite Frostnacht haben unsere Reben unbeschadet überstanden. Andere Kollegen hatten da weniger Glück.

  • Muffensausen

    2014-04-14 Frost

    Heute kam ein Sonderaufruf des Rebschutzdienstes unserer Agrarberatung. Seit Tagen zeichnet es sich ab, das der kommende Mittwoch und evtl. der Donnerstag kritische Tage sein könnten, an denen das Thermometer unter Null Grad absinken kann.

    Ein Hochdruckgebiet mit Vollmond und wolkenlosem Himmel lässt die Temperaturen fallen.

    Obwohl ich bis auf den Rivaner nicht in Frostlagen vertreten bin, habe ich Muffensausen. Ein Grad mehr oder weniger wird über das Wohlergehen der jungen Rebtriebe entscheiden. Ansonsten hoffe ich, dass sich gnädigerweise eine Wolke vor den Mond schiebt um den Strahlungsfrost abzuwehren.