Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • Was sonst noch letzte Woche geschah

    Menschenleer waren am Freitag die Straßen in Reil. Nicht Fußball, sondern die arte Dokumentation über die Mosel leerte die Dorfstraßen. Schöne Geschichten über an der Mosel lebende Menschen und klasse Landschaftsaufnahmen machten das Zusehen zu einem Vergnügen. Wir waren auch sehr zufrieden über die Szenen, in denen wir als Statisten mitspielten. Wer es verpasst hat, kann in der Mediathek von Arte die Dokumentation anschauen.

    2014-03-29 BlüteDer Frühling ist bei fast sommerhaften Temperaturen an die Mosel gekommen. So ca. drei Wochen früher wie im letzten Jahr stehen die Bäume an den Weinbergen in der Vollblüte.

    Die Pfirsichbäumchen sind mittlerweile gepflanzt und in einigen Jahren  werden rosafarbene Pfirsichblüten neben den weißen Zwetschgenblüten zu sehen sein. 2014-03-29 bluten

    Die Reben sind am bluten. „Die Rebe weint Tränen, auch Aqua Vitis oder Lachryma Vitis von den alten Gelehrten genannt. Die Rebwurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, welches an der Schnittstelle austropft bis die Leitbahnen verstopft sind. Für uns der Beginn der neuen Vegetationsperiode und eines Neuen Lebenszyklusses.“ schrieb ich schon einmal in einem früheren Artikel.2014-03-29 Scholze

    Anlass für den Fotografen Ralf Scholze, der des öfteren bei uns Fotos macht, diese Rebtränen zu fotografieren. Dabei wurden auch Ideen gesammelt und nachgedacht, wie man denn das Rebwasser verwerten könnte. 2014-03-29 Flaschen

    Also kurzerhand ein Neues Projekt! Seit heute sammeln wir Rebtränen in Weinflaschen, erste Ideen versuchen wir umzusetzten. Soll gegen alles helfen, wie ich in oben verlinkten Artikel beschrieb:

    • Gegen Warzen aber für die Schwangere,
    • Für Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase
    • Ein Antialkoholicum?
    • Gegen Brechreiz
    • Gegen Sommersprossen und nicht bewältigte Schrecken
    • Gegen Zahnschmerz
    • Für Haut, Augen und Ohren aber gegen die Haare

    Da müsste doch etwas zu machen sein, dieses Universalmittel, in welcher Form auch immer, auf den Markt zu bringen und für Gesundheit und Schönheit zu vermarkten.

  • Was verpasst

    2014-02-24 Spinnennetz

    Nachdem wir gestern morgen im dicksten Nebel nur filigran benetzte Spinnweben bewundern konnten,2014-02-24 Marienburg

    ahnte ich, als der Nebel sich verzog, dass ich etwas verpasst habe. Gewissheit wurde es, als ich den gestrigen Blogeintrag meines Kollegen Alexander von Arnswein las.

    „Bei einer Inversionswetterlage steigt die Lufttemperatur mit der Höhe an. Das heißt also, dass sich kühle Luftschichten in Senken und Tälern sammeln und wärmere Luftschichten darüber lagern. Die Folge lässt sich auf den Bildern gut beobachten: In der kühlen Luft kondensiert Wasser und es bildet sich Nebel. Die wärmeren Schichten können die Luftfeuchtigkeit besser halten. Diese stabile Wetterlage entsteht bei windarmen Tagen und Nächten im Herbst und Winter, wenn die Sonne durch ihren flacheren Winkel nicht die Kraft hat kühlere Luftschichten am Boden aufzuwärmen.
    So konnte man auf den Anhöhen des Moseltals ein tolles Naturspektakel beobachten, das in echt noch eindrucksvoller war als die Bilder es erahnen lassen.“

    Inversionswetterlage mit Nebel im Tal und darüber herrlichstes Sonnenwetter! Ich habs verpasst Bilder von oben zu machen und daher können Sie sich die schönen Bilder des nebelgefüllten Moseltales auf den Seiten von Arnswein anschauen.

    2014-02-20 Nebel

    Aber in meinem Bilderarchiv habe ich auch noch ein Nebelbild gefunden. Blick von der Reiler Goldlay aus in das Alfbachtal. Fast so schön wie die Bilder von Alexander, so quasi.

  • Ausgefallen

    2014-01-30 Raupe

    Der Winter ist bisher fast komplett ausgefallen. Gerade mal – wenn ich mich recht entsinne – drei Tage  gab es morgens Frost. Während im Osten Deutschlands der Winter mit dicken Minusgraden eingezogen ist, herrscht bei uns warmes, fast mediterranes Frühlingswetter. Sogar eine Schmetterlingsraupe fand ich heute quitschfidel im Weinberg.

    Das könnte ein früher Rebaustrieb werden mit seinen angenehmen und unangenehmen Begleiterscheinungen. Evtl. angenehm für die Weinqualität, da dann die Vegetationsperiode länger wird und die Trauben eine längere Zeit haben zu reifen. Unangenehm, da es auch noch Spätfröste geben kann, bis in den Mai hinaus. Es gab da in den letzten Jahren einige Schreckensmomente und auch Schäden an den grünen Rebtrieben. Und wenn der Winter mit niedrigen Temperaturen doch noch kommt: Ich denke, das die Weinstöcke mit jeden Tag empfindlicher auf starke Kälte reagieren.  Aber daran will ich im Moment nicht denken bzw. darüber spekulieren.

    Auf jeden Fall fängt das Neue Weinjahr spannend an und ist wieder ganz anders als die Weinjahre vorher.

  • Es ist schwierig

    2014-01-15 Hagelschaden2

    Es ist schwierig beim Schneiden. In den Fruchtruten überall die Hagelverletzungen des letztjährigen Hagelunwetters, über das ich hier und hier berichtete. Während es in der Reiler Goldlay noch harmlos ist, wird der Rebschnitt mit jedem Weinberg der weiter weg ist in Richtung Burger Hahnenschrittchen schwieriger.2014-01-15 Hagelschaden

    Jede Fruchtrute muss in Augenschein genommen werden und die ausgewählt werden, die am wenigsten oder gar keine Sollbruchstelle aufweist. Diese Sollbruchstellen sind beim herabbiegen und festbinden der Ruten im Drahtrahmen  im nächsten Arbeitsschritt ein Problem. Es muss zudem sehr vorsichtig und zeitaufwändig die Rebe nach unten gebogen werden, damit nicht  all zu viele Ruten abbrechen. Also ruhig, mit höherem Zeitaufwand binden, keine Hektik aufkommen lassen. Und hoffentlich feuchtes Wetter dabei, damit die Reben etwas geschmeidiger sind, wie ich hier nach einem anderen Hagelunwetter schrieb.

  • genau da

    2014-01-02 Regenbogen

    Das heutige wechselhafte Wetter bescherte uns diesen schönen Regenbogen. Und genau da, da wo der Regenbogen in den Himmel steigt, liegt einer unserer Weinberge in der Reiler Goldlay. Der Name sagt es bereits: Gold wie das heutige güldene Sonnenlicht nach dem Regen und Lay das Gestein.

  • Von…bis

    2013-12-11 Nebel

    Morgens oft noch dichter Nebel im Moseltal. Man ist froh gegen Mittag die Reiler Brücke vom Weinberg aus zu sehen.…………………………………………………………………………..2013-12-19

    Nachmittags oft schönstes Winterwetter bei warmen Temperaturen. Der Rebschnitt geht zügig vonstatten. Nach zwei Wintern, die sehr kalt waren und klamme Finger beim Rebschnitt verursachten, eine Wohltat.

    Natürlich gibt es zwischendurch  auch die üblichen tristen grauen Wintertage. Gehört auch dazu. Im Gegensatz zu den Vorjahren der richtige Wettermix: Von…bis.

  • Kaiserwetter

    2013-9-05 Himmel

    Fast wie im Hochsommer! In den letzten Tagen und Wochen gab es fast ausschließlich Kaiserwetter. Strahlend blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen. Das Optimum für die Entwicklung der Trauben. Es soll in den nächsten Tagen etwas kühler werden. Danach habe ich die Hoffnung auf einen schönen Altweibersommer, den die Meteorologen noch nicht in ihren Prognosen haben.

    Die Weinberge sehen sehr gut aus. Die Mitte August gefallenen Niederschläge hatten den Reben sehr gut getan. Das meiste davon ist aber wieder verbraucht, so dass es meiner Meinung nach noch etwas regnen könnte. Aber der soll ja in den nächsten Tagen evtl. kommen. Die Weinernte rückt näher und wir sind nun auf der Zielgeraden.

  • Bargeld

    2013-08-12 Regen

    Bargeld kam soeben vom Himmel. Reichlich Regen und er hat noch nicht aufgehört während ich diese Zeilen schreibe. Wir sind den Sorgen der vergangenen Tage enthoben. Da werden sich die Reben freuen und natürlich freut der Winzer sich auch. Kurz bevor sich aus kleinen Sorgen, große Sorgen entwickeln konnten, ist dieser Landregen ein Segen für uns, damit die kommende Ernte qualitativ und quantitativ ein Erfolg wird.

  • Interesannterweise

    2013-08-09 Laubschnitt

    Interesannterweise haben die meisten Reben die lange Trockenperiode und heißen Sommertemperaturen der letzten Wochen sehr gut überstanden. Stellenweise hatte der Laubschneider heute mächtig Arbeit, die aus dem Drahtrahmen überstehenden Triebe abzuschneiden.2013-08-09 Trockenschäden

    Nur wenige Rebstöcke, bzw. Weinberge leiden unter Trockenstress. Eine kleine 4-jährige Junganlage ist an meisten betroffen. Das Wachstum gänzlich eingestellt, die Rebbläter von der Sonnne weggedreht und beginnende Gelbfärbung. Die im Hintergrund stehende 8-jährige Rebanlage ist noch ausreichend mit Wasser versorgt, da die Wurzeln schon tiefer in den Boden reichen.

    Stellenweise, dort wo die Bodenmächtigkeit durch den hoch anstehenden Fels gering ist, ist das Wachstum schon geringer. Besorgniss haben wir noch nicht, aber es ist leider kein ausgiebiger Regen in Sicht. Da könnten aus kleinen Sorgen große werden.

    Ich hatte schon ans Wasser fahren gedacht, aber unsere diesjährig gepflanzten Reben sehen immer noch vital aus und kommen noch ohne zusätzliche Wassergabe aus.

    Anders sieht es bei Kollegen aus. Bernhard Fiedler aus Österreich will zwar nicht jammern, aber das Bild in seinem Blogeintrag spricht Bände. Die täglich neuen Temperaturrekorde in unserem Nachbarland haben den Reben sehr stark zugesetzt und die ersten Blätter vergilben durch den Wassermangel.

  • Da oben

    2013-08-03 Sonnenuntergang

    Da oben ist das, was wir brauchen: Regen! Die Trockenheit nimmt zu. Es gab in den letzten Tagen etwas Regen, aber der half eher den Weinbergsbegrünungen beim Überleben, als das er den Rebstöcken genutzt hat. Das Wachstum ist mittlerweile stark zurück gegangen. Wassermangelsymtome gibt es noch nicht, aber es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sie sichtbar werden.

    Unser diesjährig gepflanzter Weinberg sieht noch gut aus. Ich überlege jedoch täglich, wann ich  anfangen soll, Wasser  zu geben. Für Mitte kommender Woche sind Niederschläge angekündigt. Ich hoffe, dass diese reichhaltig ausfallen. Wenn nicht, ist Wasser fahren geplant.