Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • kalt erwischt

    2014-05-05 erfroren

    Die erste Runde hatten wir glücklicherweise gut überstanden, bei der zweiten Runde hat es uns kalt erwischt. In unserem Rivanerweinberg war es gestern Morgen einen Tick zu kalt gewesen. Geschätzte 30% der Rebtriebe sind erfroren: Teilweise ganz, teilweise nur die Triebspitze, leider auch viele Blütenansätze.  Es waren noch nicht die kalendarischen Eisheiligen, die sollen in ca. einer Woche kommen.

    Das Weinjahr fängt wieder spannend an, leider im negativen Sinn. Tröstlich ist, dass es nur unsere winzige Rivanerparzelle betroffen hat.

  • Samstag Nacht: Ganz sacht, wie gewünscht

    2014-04-23 Tautropfen

    Samstag Nacht: Ganz sacht, wie gewünscht, nicht heftig und ohne Wasser in fester Form, aber leider viel zu wenig: Regen!

    Seit über einer Woche angekündigt, zuerst für den letzten Freitag von den Wetterfröschen gemeldet, dann auf Sonntag verschoben, dann wieder auf null gesetzt, am folgenden Tag wieder in der Prognosen angekündigt. Jedes mal in der Summe ausreichend für die ausgetrockneten Böden. Eine Moselschleife weiter ein ausgiebiges Gewitter mit Hagel nahe der Rebschädigung, leider bei uns nix, fast nix.

    Am Mittwoch und am Donnerstag die nächste Chance, wenn man den Meteorologen glauben soll.

    Es wird Zeit das die Reben Wasser bekommen. Unsere einjährige Junganlagen macht einen nicht sehr glücklichen Eindruck – bilde ich mir zumindest ein -.

  • Peribatodes rhomboidaria

    2014-04-22 RhombenspannerBernhard Fiedler schrieb schon vor einigen Tagen darüber: Der Rhombenspanner (Peribatodes rhomboidaria) hat dieses Jahr stark zugeschlagen. Dieser Wurm hat etliche viele Rebknospen ausgefressen, außergewöhnlich viele, unterschiedlich je nach Lage. Ganz übel in einer Nachbargemeinde, wo ganze Weinberge kahl sind. Ein Gelegenheitsschädling, der dieses Jahr zu größeren Schäden führt.

    In der Hauptknospe sind die Anlagen für den Sommertrieb und die Blütenstände (Gescheine) in ihrer endgültigen Anzahl ausgebildet. Die Nebenaugen der Winterknospen treiben verspätet aus, haben aber leider keine oder nur geringe Blütenstände ausgebildet.

    Ob es nun weniger Wein gibt, kann ich noch nicht sagen, ich will und kann jetzt noch nicht über die kommende Ernte spekulieren. Viele andere Faktoren spielen noch für die Ertragshöhe eine große Rolle. Eine gut verlaufende Blüte und optimales Wachstumswetter sind nebst anderen Faktoren auch noch sehr wichtig. Aber am wichtigsten ist im Moment, dass es baldigst ausgiebig regnet, da die Böden sehr ausgetrocknet sind.

  • Muffensausen: Halbzeit

    2014-04-16 Reif

    Heute morgen war das Blechdach des Maschinenschuppens mit Raureif überzogen. Kritisch, grenzwertig, dachte ich mir. An der Wetterstation in Briedel waren es um sieben Uhr heute morgen  in 20 cm Höhe 1,8 Grad, leider Minus. Dort soll es leichte Erfrierungen an den Reben gegeben haben. Ich bin bis jetzt nicht betroffen, aber eine kalte Nacht steht uns noch bevor.

    Also noch einmal Muffensausen wie ich gestern berichtete, aber sicherlich nicht zum letzten Mal. Danach soll es wärmer werden, aber bis zu den Eisheiligen sind es noch einige Tage.

    Nachtrag, 17.04.2014:

    Die zweite Frostnacht haben unsere Reben unbeschadet überstanden. Andere Kollegen hatten da weniger Glück.

  • Muffensausen

    2014-04-14 Frost

    Heute kam ein Sonderaufruf des Rebschutzdienstes unserer Agrarberatung. Seit Tagen zeichnet es sich ab, das der kommende Mittwoch und evtl. der Donnerstag kritische Tage sein könnten, an denen das Thermometer unter Null Grad absinken kann.

    Ein Hochdruckgebiet mit Vollmond und wolkenlosem Himmel lässt die Temperaturen fallen.

    Obwohl ich bis auf den Rivaner nicht in Frostlagen vertreten bin, habe ich Muffensausen. Ein Grad mehr oder weniger wird über das Wohlergehen der jungen Rebtriebe entscheiden. Ansonsten hoffe ich, dass sich gnädigerweise eine Wolke vor den Mond schiebt um den Strahlungsfrost abzuwehren.

  • Was sonst noch letzte Woche geschah

    Menschenleer waren am Freitag die Straßen in Reil. Nicht Fußball, sondern die arte Dokumentation über die Mosel leerte die Dorfstraßen. Schöne Geschichten über an der Mosel lebende Menschen und klasse Landschaftsaufnahmen machten das Zusehen zu einem Vergnügen. Wir waren auch sehr zufrieden über die Szenen, in denen wir als Statisten mitspielten. Wer es verpasst hat, kann in der Mediathek von Arte die Dokumentation anschauen.

    2014-03-29 BlüteDer Frühling ist bei fast sommerhaften Temperaturen an die Mosel gekommen. So ca. drei Wochen früher wie im letzten Jahr stehen die Bäume an den Weinbergen in der Vollblüte.

    Die Pfirsichbäumchen sind mittlerweile gepflanzt und in einigen Jahren  werden rosafarbene Pfirsichblüten neben den weißen Zwetschgenblüten zu sehen sein. 2014-03-29 bluten

    Die Reben sind am bluten. „Die Rebe weint Tränen, auch Aqua Vitis oder Lachryma Vitis von den alten Gelehrten genannt. Die Rebwurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, welches an der Schnittstelle austropft bis die Leitbahnen verstopft sind. Für uns der Beginn der neuen Vegetationsperiode und eines Neuen Lebenszyklusses.“ schrieb ich schon einmal in einem früheren Artikel.2014-03-29 Scholze

    Anlass für den Fotografen Ralf Scholze, der des öfteren bei uns Fotos macht, diese Rebtränen zu fotografieren. Dabei wurden auch Ideen gesammelt und nachgedacht, wie man denn das Rebwasser verwerten könnte. 2014-03-29 Flaschen

    Also kurzerhand ein Neues Projekt! Seit heute sammeln wir Rebtränen in Weinflaschen, erste Ideen versuchen wir umzusetzten. Soll gegen alles helfen, wie ich in oben verlinkten Artikel beschrieb:

    • Gegen Warzen aber für die Schwangere,
    • Für Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase
    • Ein Antialkoholicum?
    • Gegen Brechreiz
    • Gegen Sommersprossen und nicht bewältigte Schrecken
    • Gegen Zahnschmerz
    • Für Haut, Augen und Ohren aber gegen die Haare

    Da müsste doch etwas zu machen sein, dieses Universalmittel, in welcher Form auch immer, auf den Markt zu bringen und für Gesundheit und Schönheit zu vermarkten.

  • Was verpasst

    2014-02-24 Spinnennetz

    Nachdem wir gestern morgen im dicksten Nebel nur filigran benetzte Spinnweben bewundern konnten,2014-02-24 Marienburg

    ahnte ich, als der Nebel sich verzog, dass ich etwas verpasst habe. Gewissheit wurde es, als ich den gestrigen Blogeintrag meines Kollegen Alexander von Arnswein las.

    „Bei einer Inversionswetterlage steigt die Lufttemperatur mit der Höhe an. Das heißt also, dass sich kühle Luftschichten in Senken und Tälern sammeln und wärmere Luftschichten darüber lagern. Die Folge lässt sich auf den Bildern gut beobachten: In der kühlen Luft kondensiert Wasser und es bildet sich Nebel. Die wärmeren Schichten können die Luftfeuchtigkeit besser halten. Diese stabile Wetterlage entsteht bei windarmen Tagen und Nächten im Herbst und Winter, wenn die Sonne durch ihren flacheren Winkel nicht die Kraft hat kühlere Luftschichten am Boden aufzuwärmen.
    So konnte man auf den Anhöhen des Moseltals ein tolles Naturspektakel beobachten, das in echt noch eindrucksvoller war als die Bilder es erahnen lassen.“

    Inversionswetterlage mit Nebel im Tal und darüber herrlichstes Sonnenwetter! Ich habs verpasst Bilder von oben zu machen und daher können Sie sich die schönen Bilder des nebelgefüllten Moseltales auf den Seiten von Arnswein anschauen.

    2014-02-20 Nebel

    Aber in meinem Bilderarchiv habe ich auch noch ein Nebelbild gefunden. Blick von der Reiler Goldlay aus in das Alfbachtal. Fast so schön wie die Bilder von Alexander, so quasi.

  • Ausgefallen

    2014-01-30 Raupe

    Der Winter ist bisher fast komplett ausgefallen. Gerade mal – wenn ich mich recht entsinne – drei Tage  gab es morgens Frost. Während im Osten Deutschlands der Winter mit dicken Minusgraden eingezogen ist, herrscht bei uns warmes, fast mediterranes Frühlingswetter. Sogar eine Schmetterlingsraupe fand ich heute quitschfidel im Weinberg.

    Das könnte ein früher Rebaustrieb werden mit seinen angenehmen und unangenehmen Begleiterscheinungen. Evtl. angenehm für die Weinqualität, da dann die Vegetationsperiode länger wird und die Trauben eine längere Zeit haben zu reifen. Unangenehm, da es auch noch Spätfröste geben kann, bis in den Mai hinaus. Es gab da in den letzten Jahren einige Schreckensmomente und auch Schäden an den grünen Rebtrieben. Und wenn der Winter mit niedrigen Temperaturen doch noch kommt: Ich denke, das die Weinstöcke mit jeden Tag empfindlicher auf starke Kälte reagieren.  Aber daran will ich im Moment nicht denken bzw. darüber spekulieren.

    Auf jeden Fall fängt das Neue Weinjahr spannend an und ist wieder ganz anders als die Weinjahre vorher.

  • Es ist schwierig

    2014-01-15 Hagelschaden2

    Es ist schwierig beim Schneiden. In den Fruchtruten überall die Hagelverletzungen des letztjährigen Hagelunwetters, über das ich hier und hier berichtete. Während es in der Reiler Goldlay noch harmlos ist, wird der Rebschnitt mit jedem Weinberg der weiter weg ist in Richtung Burger Hahnenschrittchen schwieriger.2014-01-15 Hagelschaden

    Jede Fruchtrute muss in Augenschein genommen werden und die ausgewählt werden, die am wenigsten oder gar keine Sollbruchstelle aufweist. Diese Sollbruchstellen sind beim herabbiegen und festbinden der Ruten im Drahtrahmen  im nächsten Arbeitsschritt ein Problem. Es muss zudem sehr vorsichtig und zeitaufwändig die Rebe nach unten gebogen werden, damit nicht  all zu viele Ruten abbrechen. Also ruhig, mit höherem Zeitaufwand binden, keine Hektik aufkommen lassen. Und hoffentlich feuchtes Wetter dabei, damit die Reben etwas geschmeidiger sind, wie ich hier nach einem anderen Hagelunwetter schrieb.

  • genau da

    2014-01-02 Regenbogen

    Das heutige wechselhafte Wetter bescherte uns diesen schönen Regenbogen. Und genau da, da wo der Regenbogen in den Himmel steigt, liegt einer unserer Weinberge in der Reiler Goldlay. Der Name sagt es bereits: Gold wie das heutige güldene Sonnenlicht nach dem Regen und Lay das Gestein.