Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • Es könnte so langsam anders werden

    Es könnte so langsam anders werden, das mit dem Wetter. Die kühlen kalten Temperaturen haben das Rebwachstum stoppen gelassen. Zudem werden die Rebblätter gelblich, da kältebedingt die Nährstoffausnahme behindert/verhindert wird.

    Weitere ergiebige Regenfälle haben das Sommerhochwasser der Mosel nicht wesentlich abschwellen lassen. Etliche Nebenstraßen sind immer noch überschwemmt und nicht passierbar.

    Ich will endlich Sommer! Wenn man morgendlich im Weinberg mit eiskalten Fingern am arbeiten ist und nächtens von langen Unterhosen am träumen ist, dann passt die Jahreszeit nicht.

    Achso, bevor ich es vergesse, – die ersten haben schon danach gefragt – die jetzige Kälte-/Regenperiode hat keinerlei Einfluss auf die Qualität des kommenden Weinjahrganges. Wasser haben wir jetzt genug im Boden und falls es denn mal wärmer wird, der jetzige kleine Entwicklungsrückstand der Reben wird binnen weniger Tage aufgeholt sein. Falls es denn wärmer wird…

    Es ist noch lange hin bis zur Ernte, da kann wetterbedingt noch viel geschehen und wir wissen doch alle: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

  • so um die sieben Meter

    Reichlich Regen gab es am vergangenen Pfingstwochenende. Binnen kürzester Zeit lief die Mosel über. Ein Hochwässerchen mit einem Pegelstand so um die sieben Meter. Das Moselvorgelände in Reil ist komplett überschwemmt. Ärgerlich für die Personenschifffahrt, die keine Fahrgäste aufnehmen kann, ärgerlich für die Kinder, deren Spielplatz abgesoffen ist und viel Arbeit für die Gemeindearbeiter, die nach dem Hochwasser wieder alles säubern müssen.

    Heute wieder schwarz gefärbte Wolken über dem Moseltal. Der Regen blieb in diesen und lässt mich hoffen, dass ich morgen, ohne eine Rutschpartie hinlegen zu müssen, mit dem Kettenschlepper in unseren steilen Weinbergen fahren kann. Morgen noch trocken, das wäre ein Wunsch, das der Sommer endlich zum Sommer wird, der andere.

  • zur rechten Zeit

    Der Löwenzahn in den Weinbergsbegrünungen ist am blühen und die ersten Bienen lassen sich auch schon blicken.

    Der Weinbergspfirsich ist in der Vollblüte, bei anderen Obstbäumen beginnt gerade die Blüte. Geschätzte zwei Wochen später als normal und alles gleichzeitig, wie ich hier schon schrieb.

    Auch die Reben erwachen aus dem Winterschlaf. Die Knospen sind am schwellen und in einigen Tagen ist dann der Austrieb. Pünktlich – genau im langjährigen Durchschnitt – zur rechten Zeit! Trotz des kalten Winters und des bitterkalten Märzes keine Austriebsverzögerung.

    Am kommenden Wochenende soll reichlich Regen fallen und die Bodenwasservorräte werden wieder aufgefüllt. Das sind sehr gute Startbedingungen für die kommende Vegetationsphase.

  • Frühlingsstart!

    Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die letzten wärmeren Tage bemerkt man schon bei den Pflanzen. Die Knospen werden dick und fangen an zu treiben. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es dürfte sehr schnell gehen. Heute ist die 20 Grad Marke an meinem Thermometer geknackt worden. Kollege Bernhard Fiedler berichtete hier schon über die aktuelle Mandelblüte. Würde ich jetzt auch gerne fotografieren, aber hier an der Mosel gibt es sehr wenige Mandelbäume.

    Die Pfirsichbäume beginnen gerade die Blüten zu entfalten, die anderen Obstbäume werden sicherlich binnen weniger Tagen folgen. Es sieht so aus, dass innerhalb kürzester Zeit alles am blühen sein wird. Also nix mit längeren optischen Reizen für das Auge. Ist auch gut so, den die Natur muss endlich erwachen. Die Landwirtschaft und der Gemüsebau haben durch den langen Winter schon genügend Schaden gehabt, die Imker sorgen sich sogar um das Überleben Ihrer Bienenvölker. Auswirkungen des kalten Winters auf die Rebe sind nicht erkennbar.

    „Für unsere Reben ist der lange Winter nicht von Nachteil. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit einer sehr frühen Lese in den letzten Wochen deutlich gesunken, aber einige wenige schöne Wochen im Mai oder Juni können die Verspätung deutlich reduzieren.“

    so Bernhard Fiedler, dem ich voll zustimme.

    Die Startbedingungen für die Reben sind auf jeden Fall hervorragend. Der in den letzten Tagen reichlich gefallene Regen, füllte die Bodenwasservorräte bis zu Überlaufen auf. Die Mosel hat nun ein kleines Hochwässerchen. Leidtragende sind die Ausflugsschiffe auf der Mosel, die hier in Reil keine Passagiere mehr aufnehmen können, da der Steg nicht erreichbar ist.

     

  • Das war es gewesen

    Das war es gewesen, das mit dem Winter. Hoffentlich. Heute wurde erstmalig die 10 Grad Marke geknackt. An der uns am nächsten liegenden Wetterstation der Agrarwetterfrösche gab es in 2 m Höhe exakt 10 Grad, in 20 cm sogar 12,7 Grad. Mein Minimum-Maximum-Thermometer zeigte noch links die kalten Minimaltemperaturen der letzten Nächte an und rechts den Frühling.

    Die nächsten Tage soll es so bleiben und weiter wärmer werden. Der Frühling kommt mit Gewissheit und in einigen Tagen wird die Natur sicherlich explodieren. Endlich wieder eine farbige Landschaft. Das tut der Seele und dem Körper gut. Das Arbeiten im Weinberg macht dann viel mehr spaß, wenn man sich der Winterkleidung entledigen kann und die Sonne vom Firmament scheint.

  • Zipfelmützenwetter

    Gestern während dem Abfüllen ein Anruf: „Es soll morgen schneien, können wir die Flaschen noch heute vorbei bringen?“. Kein Problem, eine Stunde später waren die für heute georderten Flaschen geliefert. Gut, dass im Büro meines Flaschenlieferanten ein Hobbymeterologe sitzt, der auch während der Arbeit auf die Wettervorhersage schaut. Heute massivstes Schneetreiben beim Blick aus dem Weinkeller, die andere Moselseite nicht zu sehen.

    Wären die Bouteillen gestern nicht geliefert worden, heute wäre für den Lieferwagen kein durchkommen gewesen, zumindest in unseren steilen Hof. So kann nun morgen abgefüllt werden.

    Letzte Woche hatten wir warmes und schönes Frühlingswetter, aber im Weinkeller sind immer noch eisige Temperaturen.

    Für den Wein ist das sehr gut! So können wir aromaschonend Abfüllen.

    Als Bekleidungsstück ist die Zipfelmütze zum Wärmen obligatorisch. Chefin Marita mit einem modischen und schicken Mützchen stellt die leeren Flaschen auf die Abfüllmaschine und beaufsichtigt diese.

    Unser Sohn entnimmt die gefüllten Flaschen vom Band und legt sie in Gitterboxen. Der Winzer selbst führt die Aufsicht, ist für Flaschenzufuhr und -abfuhr zuständig, schaut nach den Weinfässern und macht nebenbei noch Fotos für die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß.

  • Da wird es einem warm ums Herz

    Am Samstag der Anfang, am Sonntag der Rückschlag, aber seit heute Morgen: Der Frühling kommt! Die Gewissheit brachten die Kraniche mit, die heute Mittag über die Reiler Goldlay flogen. Endlich wärmere Temperaturen und ganz wichtig, die Sonne lacht vom Himmel, so dass es einem ganz warm ums Herz wird. Nach den letzen trüben Wintermonaten eine Wohltat. Es war der bisher sonnenscheinärmste Winter seit seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1951.

    Heute ein Gewimmel in den Weinbergen. Fast alle Winzerkollegen waren draussen zum arbeiten und viele Spaziergänger genossen die Sonne. Und alle hatten ein Lächeln im Gesicht 🙂

  • Winterende?

    Ich kann es fast riechen: Der Frühling naht. Früh morgens noch frostige Temperaturen mit kalten Fingern beim Rebschneiden. Wenn dann der Nebel noch verschwunden ist, merkt man die Kraft der Sonne und die Temperaturen steigen. Aber ab morgen soll es schon wieder anders werden. Leider geht es vorab mit den Temperaturen wieder nach unten. Solange kein Regen dazu kommt, lässt es sich im Weinberg beim Rebschnitt aushalten, die richtige Kleidung vorausgesetzt.

    Da ich mich heute mit alten Rebstöcke auseinandergesetzt hatte, die viele Korrekturschnitte ins dicke Rebholz benötigten, schmerzt die rechte Hand ein wenig. Zur Abwechslung wollte ich morgen junge Rebstöcke am Pflanzstab festbinden. Wird wohl nichts daraus werden, da bei dieser Arbeit die Hände und Finger voll beweglich sein müssen und die erwarteten frostigen Temperaturen diese Beweglichkeit sicherlich beeinträchtigen werden. Vielleich – eine gute Alternative –  bleibe ich am besten im Bett liegen und mache Winterschlaf.

     

  • Ruhephase

    Der Winter beschert uns eine Atempause. Im Weinberg sind sämtliche Arbeiten zur Ruhe gekommen, im Weinkeller nur noch Kleinigkeiten zu arbeiten.

    Zeit um etwas zu entspannen und sich Ruhe gönnen, z.B. im Stadtpalais Mertes in Bernkastel-Kues. Den Blick auf die perfekt restaurierte Stuckdecke richten und dabei

    in Ruhe frühstücken. Sei es das obige, gesunde Frühstück oder das deftigere Bauernfrühstück, das Cafe K im Stadtpalais hat die richtige Auswahl. Jetzt im Winter ganz entspannt und ruhig, da keinerlei Touristen die Moselstadt bevölkern. Und wie schon oben erwähnt habe: Unbedingt die prächtigen, perfekt restaurierten Stuckdecken anschauen oder das restaurierte Dach, bei dem sich der Dachdecker verwirklichen konnte.

  • Kältewelle

     

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    Die erste Kältewelle haben wir hinter uns. Am letzten Wochenende reichlich Schnee, der jedoch bald wieder abtaute. Danach Nachttemperaturen bis zu minus 10 grad. Tagsüber immer die Nullgradgrenze überschreitend. Dazu noch etwas Sonne.

    Statt Schnee in den Weinbergen nun bizarre Eismuster an den Begrünungspflanzen, die zu Mittag hin wegtauten.

    Knackige, trockene Kälte, bei der der Rebschnitt viel Spaß macht. Die richtige, warme Kleidung vorausgesetzt. Ab morgen ist dann Schluß mit Lustig. Keine wärmende Sonne bei kalten Temperaturen, sondern trübes Regenwetter, bei der das Arbeiten im Weinberg weniger Spaß macht und die gefühlte Kälte größer ist als in den letzten Tagen.