Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • kleine Sorgen

    2013-07-26 Böschung

    Seit über drei Wochen hat es keinen Tropfen Regen gegeben. Der Hochsommer mit hohen Temperaturen und trockener Luft hat die Oberkrume der Böden ausgetrocknet.

    Während die älteren Weinreben im Untergrund noch genügend Wasser finden, wird es so langsam knapp für die Begünungen. An Böschungen  und Straßenrändern  sind die Pflanzen schon am verdorren.2013-07-26 vertrocknet

    Zu meinem Leidwesen sind leider etliche der im  letzten Jahr nachgepflanzten Reben verdorrt. Sie hatten keine Chance in den begrünten alten Rebanlagen. Die Wasserkonkurrenz der Begrünung war zu stark. Also beginnt das Spiel von vorne. Sollte es, was ich hoffe, bald regnen, kann ich die im Weingut zum Nachpflanzen stehenden Topfreben pflanzen. Anschließend hoffen, dass diese nicht in diesem Jahr, auch nicht im nächsten Jahr verdorren und gut anwachsen.

  • Wunschträume

    2013-07-07 Rebe

    Einer meiner momentanen Wunschträume: Unter den Rebstöcken im Schatten liegen, anstatt den Weinberg hoch und runter zu laufen um die Laubarbeiten zu erledigen. Der Hochsommer hat sich dauerhaft breit gemacht. Vormittags noch kühl und angenehm im Weinberg zu arbeiten, Nachmittags wird es mühsam für Mensch und Maschine.

    Ein anderer Wunschtraum hat sich erfüllt. Durch die optimalen Wasservorräte im Boden wachsen die Reben rasant. Der Vegetationsrückstand wird immer kleiner. Übrigens, die Rebblüte ist sehr gut verlaufen.

    Wir sehen den nächsten Wochen gelassen entgegen. Ab und zu noch ein schöner Landregen um die Bodenwasservorräte zu ergänzen. Aber das sind andere Wunschträume, die man nicht zu laut äussern sollte, da wir in den letzten Wochen Deutschlandweit genug von Unwettern und Hochwässern gepeinigt wurden.

  • Hagelunwetter: Fazit

    Der erste Fazit des heutigen Hagelunwetters: Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen!

    Die durch den Hagel verursachten Löcher in den Blättern sind kein Problem. Die vielen abgeschlagenen Rebtriebe und Verletzungen dieser, verursachen bei den Laubarbeiten und beim Rebschnitt im kommenden Winter einen höheren Arbeitsaufwand. Die wenigen abgeschlagenen Blütenstände sind auch kein Problem. Die restlichen Trauben werden dann um so dicker. Die Weinberge sehen nach den Windböhen etwas durcheinander aus, auch kein Problem. Keinerlei Ertragseinbußen zu befürchten!

    Im Weinberg, in dem mich heute morgen der Hagel überrascht hat, sind grob geschätzt, 50% der Triebe abgeschlagen worden. Es hätte keine Sekunde länger Hageln dürfen. In diesem Weinberg erzeugen wir ausschließlich Riesling für die Sektproduktion. Er liegt ca. 3 km von Reil entfernt.

    Und jetzt das Gute: Je näher man nach Reil kommt, desto weniger Hagelschäden gibt es!🙂

    Leider gab es Erosionsschäden in unserer diesjährig gepflanzten Junganlage.

    Die abgeschwemmte Erde wurde binnen Minuten von einem Kollegen mittels Frontlader aufgeladen und wieder oben in den Weinberg eingebracht. „Nur“ ein Anhänger voll. Danke Carsten, das das so problemlos gekappt hat!

    Stellenweise gab es größere Schäden an asphaltierten Wegen, in die das Wasser große Löcher riss.

    Das Hagelunwetter – mit bei uns 65 l Regen je qm – hat, so meine Information, die Mosel flächendeckend getroffen. Mehr oder minder Hagel bis Taubeneigröße, Überschwemmungen und Erdrutsche, vollgelaufene Keller usw. Wir sind glimpflich davon gekommen! Die heute Morgen gefallenen Niederschläge in fester und flüssiger Form haben bei uns einen  „sehr“ geringen Schaden angerichtet, jedoch einen riesengroßen Schreck. Von anderen Kollegen, gerade mal eine Moselschleife weiter, hört man nichts gutes.

  • Hagelunwetter

    Vor nicht einmal zwei Stunden wurde es dunkel über dem Moseltal.

    Starkregen mit Hagel!

    Schäden an den Reben! Wieviel kann ich noch nicht abschätzen. Hoffentlich sind wir mit einen blauen Auge davon gekommen.

    Die Straßen überflutet, stellenweise der Asphalt aufgerissen.

    Nur in unserer Junganlage kam es zu leichten Erosionsschäden. Die Anderen Weinberge haben dank Begrünung keine Bodenabschwemmungen. Also heute Nachmittag die Erde von der Straße schippen.

  • rasend schnell

    Rasend schnell wachsen zur Zeit die Reben. Wasser ist genügend im Boden und der Hochsommer mit Temperaturen von über 30 Grad beschleunigt das Rebwachstum dermassen, dass wir uns beeilen müssen um die Rebtriebe in den Drahtrahmen einzuschlaufen.

    Morgens macht es noch Spaß, aber sobald die Sonne höher steigt, gibt es immer öfter Pausen bei den Sprudelflaschen und die Arbeit geht langsamer vonstatten. Heute Nachmittag gab es sogar hitzefrei, da ich mich vorher in einem unserer steilsten Weinberge abgearbeitet hatte. Aber die Reben nehmen mit ihrem Wachstum darauf keine Rücksicht und so werde ich morgen Mittag in meinen „flachen“ Steillagen die Laubarbeiten durchführen, so meine Planung. Etwas langsamer arbeiten und jede Menge Wasser zum Trinken dabei haben.

    Der Vegetationsrückstand durch den kalten Mai ist bis auf wenige Tage geschrumpft und die Rebblüte steht kurz bevor. Zeitlich fast genau wie im langjährigen Mittel.

  • Es könnte so langsam anders werden

    Es könnte so langsam anders werden, das mit dem Wetter. Die kühlen kalten Temperaturen haben das Rebwachstum stoppen gelassen. Zudem werden die Rebblätter gelblich, da kältebedingt die Nährstoffausnahme behindert/verhindert wird.

    Weitere ergiebige Regenfälle haben das Sommerhochwasser der Mosel nicht wesentlich abschwellen lassen. Etliche Nebenstraßen sind immer noch überschwemmt und nicht passierbar.

    Ich will endlich Sommer! Wenn man morgendlich im Weinberg mit eiskalten Fingern am arbeiten ist und nächtens von langen Unterhosen am träumen ist, dann passt die Jahreszeit nicht.

    Achso, bevor ich es vergesse, – die ersten haben schon danach gefragt – die jetzige Kälte-/Regenperiode hat keinerlei Einfluss auf die Qualität des kommenden Weinjahrganges. Wasser haben wir jetzt genug im Boden und falls es denn mal wärmer wird, der jetzige kleine Entwicklungsrückstand der Reben wird binnen weniger Tage aufgeholt sein. Falls es denn wärmer wird…

    Es ist noch lange hin bis zur Ernte, da kann wetterbedingt noch viel geschehen und wir wissen doch alle: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

  • so um die sieben Meter

    Reichlich Regen gab es am vergangenen Pfingstwochenende. Binnen kürzester Zeit lief die Mosel über. Ein Hochwässerchen mit einem Pegelstand so um die sieben Meter. Das Moselvorgelände in Reil ist komplett überschwemmt. Ärgerlich für die Personenschifffahrt, die keine Fahrgäste aufnehmen kann, ärgerlich für die Kinder, deren Spielplatz abgesoffen ist und viel Arbeit für die Gemeindearbeiter, die nach dem Hochwasser wieder alles säubern müssen.

    Heute wieder schwarz gefärbte Wolken über dem Moseltal. Der Regen blieb in diesen und lässt mich hoffen, dass ich morgen, ohne eine Rutschpartie hinlegen zu müssen, mit dem Kettenschlepper in unseren steilen Weinbergen fahren kann. Morgen noch trocken, das wäre ein Wunsch, das der Sommer endlich zum Sommer wird, der andere.

  • zur rechten Zeit

    Der Löwenzahn in den Weinbergsbegrünungen ist am blühen und die ersten Bienen lassen sich auch schon blicken.

    Der Weinbergspfirsich ist in der Vollblüte, bei anderen Obstbäumen beginnt gerade die Blüte. Geschätzte zwei Wochen später als normal und alles gleichzeitig, wie ich hier schon schrieb.

    Auch die Reben erwachen aus dem Winterschlaf. Die Knospen sind am schwellen und in einigen Tagen ist dann der Austrieb. Pünktlich – genau im langjährigen Durchschnitt – zur rechten Zeit! Trotz des kalten Winters und des bitterkalten Märzes keine Austriebsverzögerung.

    Am kommenden Wochenende soll reichlich Regen fallen und die Bodenwasservorräte werden wieder aufgefüllt. Das sind sehr gute Startbedingungen für die kommende Vegetationsphase.

  • Frühlingsstart!

    Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die letzten wärmeren Tage bemerkt man schon bei den Pflanzen. Die Knospen werden dick und fangen an zu treiben. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es dürfte sehr schnell gehen. Heute ist die 20 Grad Marke an meinem Thermometer geknackt worden. Kollege Bernhard Fiedler berichtete hier schon über die aktuelle Mandelblüte. Würde ich jetzt auch gerne fotografieren, aber hier an der Mosel gibt es sehr wenige Mandelbäume.

    Die Pfirsichbäume beginnen gerade die Blüten zu entfalten, die anderen Obstbäume werden sicherlich binnen weniger Tagen folgen. Es sieht so aus, dass innerhalb kürzester Zeit alles am blühen sein wird. Also nix mit längeren optischen Reizen für das Auge. Ist auch gut so, den die Natur muss endlich erwachen. Die Landwirtschaft und der Gemüsebau haben durch den langen Winter schon genügend Schaden gehabt, die Imker sorgen sich sogar um das Überleben Ihrer Bienenvölker. Auswirkungen des kalten Winters auf die Rebe sind nicht erkennbar.

    „Für unsere Reben ist der lange Winter nicht von Nachteil. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit einer sehr frühen Lese in den letzten Wochen deutlich gesunken, aber einige wenige schöne Wochen im Mai oder Juni können die Verspätung deutlich reduzieren.“

    so Bernhard Fiedler, dem ich voll zustimme.

    Die Startbedingungen für die Reben sind auf jeden Fall hervorragend. Der in den letzten Tagen reichlich gefallene Regen, füllte die Bodenwasservorräte bis zu Überlaufen auf. Die Mosel hat nun ein kleines Hochwässerchen. Leidtragende sind die Ausflugsschiffe auf der Mosel, die hier in Reil keine Passagiere mehr aufnehmen können, da der Steg nicht erreichbar ist.

     

  • Das war es gewesen

    Das war es gewesen, das mit dem Winter. Hoffentlich. Heute wurde erstmalig die 10 Grad Marke geknackt. An der uns am nächsten liegenden Wetterstation der Agrarwetterfrösche gab es in 2 m Höhe exakt 10 Grad, in 20 cm sogar 12,7 Grad. Mein Minimum-Maximum-Thermometer zeigte noch links die kalten Minimaltemperaturen der letzten Nächte an und rechts den Frühling.

    Die nächsten Tage soll es so bleiben und weiter wärmer werden. Der Frühling kommt mit Gewissheit und in einigen Tagen wird die Natur sicherlich explodieren. Endlich wieder eine farbige Landschaft. Das tut der Seele und dem Körper gut. Das Arbeiten im Weinberg macht dann viel mehr spaß, wenn man sich der Winterkleidung entledigen kann und die Sonne vom Firmament scheint.