Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • Von…bis

    2013-12-11 Nebel

    Morgens oft noch dichter Nebel im Moseltal. Man ist froh gegen Mittag die Reiler Brücke vom Weinberg aus zu sehen.…………………………………………………………………………..2013-12-19

    Nachmittags oft schönstes Winterwetter bei warmen Temperaturen. Der Rebschnitt geht zügig vonstatten. Nach zwei Wintern, die sehr kalt waren und klamme Finger beim Rebschnitt verursachten, eine Wohltat.

    Natürlich gibt es zwischendurch  auch die üblichen tristen grauen Wintertage. Gehört auch dazu. Im Gegensatz zu den Vorjahren der richtige Wettermix: Von…bis.

  • Kaiserwetter

    2013-9-05 Himmel

    Fast wie im Hochsommer! In den letzten Tagen und Wochen gab es fast ausschließlich Kaiserwetter. Strahlend blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen. Das Optimum für die Entwicklung der Trauben. Es soll in den nächsten Tagen etwas kühler werden. Danach habe ich die Hoffnung auf einen schönen Altweibersommer, den die Meteorologen noch nicht in ihren Prognosen haben.

    Die Weinberge sehen sehr gut aus. Die Mitte August gefallenen Niederschläge hatten den Reben sehr gut getan. Das meiste davon ist aber wieder verbraucht, so dass es meiner Meinung nach noch etwas regnen könnte. Aber der soll ja in den nächsten Tagen evtl. kommen. Die Weinernte rückt näher und wir sind nun auf der Zielgeraden.

  • Bargeld

    2013-08-12 Regen

    Bargeld kam soeben vom Himmel. Reichlich Regen und er hat noch nicht aufgehört während ich diese Zeilen schreibe. Wir sind den Sorgen der vergangenen Tage enthoben. Da werden sich die Reben freuen und natürlich freut der Winzer sich auch. Kurz bevor sich aus kleinen Sorgen, große Sorgen entwickeln konnten, ist dieser Landregen ein Segen für uns, damit die kommende Ernte qualitativ und quantitativ ein Erfolg wird.

  • Interesannterweise

    2013-08-09 Laubschnitt

    Interesannterweise haben die meisten Reben die lange Trockenperiode und heißen Sommertemperaturen der letzten Wochen sehr gut überstanden. Stellenweise hatte der Laubschneider heute mächtig Arbeit, die aus dem Drahtrahmen überstehenden Triebe abzuschneiden.2013-08-09 Trockenschäden

    Nur wenige Rebstöcke, bzw. Weinberge leiden unter Trockenstress. Eine kleine 4-jährige Junganlage ist an meisten betroffen. Das Wachstum gänzlich eingestellt, die Rebbläter von der Sonnne weggedreht und beginnende Gelbfärbung. Die im Hintergrund stehende 8-jährige Rebanlage ist noch ausreichend mit Wasser versorgt, da die Wurzeln schon tiefer in den Boden reichen.

    Stellenweise, dort wo die Bodenmächtigkeit durch den hoch anstehenden Fels gering ist, ist das Wachstum schon geringer. Besorgniss haben wir noch nicht, aber es ist leider kein ausgiebiger Regen in Sicht. Da könnten aus kleinen Sorgen große werden.

    Ich hatte schon ans Wasser fahren gedacht, aber unsere diesjährig gepflanzten Reben sehen immer noch vital aus und kommen noch ohne zusätzliche Wassergabe aus.

    Anders sieht es bei Kollegen aus. Bernhard Fiedler aus Österreich will zwar nicht jammern, aber das Bild in seinem Blogeintrag spricht Bände. Die täglich neuen Temperaturrekorde in unserem Nachbarland haben den Reben sehr stark zugesetzt und die ersten Blätter vergilben durch den Wassermangel.

  • Da oben

    2013-08-03 Sonnenuntergang

    Da oben ist das, was wir brauchen: Regen! Die Trockenheit nimmt zu. Es gab in den letzten Tagen etwas Regen, aber der half eher den Weinbergsbegrünungen beim Überleben, als das er den Rebstöcken genutzt hat. Das Wachstum ist mittlerweile stark zurück gegangen. Wassermangelsymtome gibt es noch nicht, aber es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sie sichtbar werden.

    Unser diesjährig gepflanzter Weinberg sieht noch gut aus. Ich überlege jedoch täglich, wann ich  anfangen soll, Wasser  zu geben. Für Mitte kommender Woche sind Niederschläge angekündigt. Ich hoffe, dass diese reichhaltig ausfallen. Wenn nicht, ist Wasser fahren geplant.

  • kleine Sorgen

    2013-07-26 Böschung

    Seit über drei Wochen hat es keinen Tropfen Regen gegeben. Der Hochsommer mit hohen Temperaturen und trockener Luft hat die Oberkrume der Böden ausgetrocknet.

    Während die älteren Weinreben im Untergrund noch genügend Wasser finden, wird es so langsam knapp für die Begünungen. An Böschungen  und Straßenrändern  sind die Pflanzen schon am verdorren.2013-07-26 vertrocknet

    Zu meinem Leidwesen sind leider etliche der im  letzten Jahr nachgepflanzten Reben verdorrt. Sie hatten keine Chance in den begrünten alten Rebanlagen. Die Wasserkonkurrenz der Begrünung war zu stark. Also beginnt das Spiel von vorne. Sollte es, was ich hoffe, bald regnen, kann ich die im Weingut zum Nachpflanzen stehenden Topfreben pflanzen. Anschließend hoffen, dass diese nicht in diesem Jahr, auch nicht im nächsten Jahr verdorren und gut anwachsen.

  • Wunschträume

    2013-07-07 Rebe

    Einer meiner momentanen Wunschträume: Unter den Rebstöcken im Schatten liegen, anstatt den Weinberg hoch und runter zu laufen um die Laubarbeiten zu erledigen. Der Hochsommer hat sich dauerhaft breit gemacht. Vormittags noch kühl und angenehm im Weinberg zu arbeiten, Nachmittags wird es mühsam für Mensch und Maschine.

    Ein anderer Wunschtraum hat sich erfüllt. Durch die optimalen Wasservorräte im Boden wachsen die Reben rasant. Der Vegetationsrückstand wird immer kleiner. Übrigens, die Rebblüte ist sehr gut verlaufen.

    Wir sehen den nächsten Wochen gelassen entgegen. Ab und zu noch ein schöner Landregen um die Bodenwasservorräte zu ergänzen. Aber das sind andere Wunschträume, die man nicht zu laut äussern sollte, da wir in den letzten Wochen Deutschlandweit genug von Unwettern und Hochwässern gepeinigt wurden.

  • Hagelunwetter: Fazit

    Der erste Fazit des heutigen Hagelunwetters: Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen!

    Die durch den Hagel verursachten Löcher in den Blättern sind kein Problem. Die vielen abgeschlagenen Rebtriebe und Verletzungen dieser, verursachen bei den Laubarbeiten und beim Rebschnitt im kommenden Winter einen höheren Arbeitsaufwand. Die wenigen abgeschlagenen Blütenstände sind auch kein Problem. Die restlichen Trauben werden dann um so dicker. Die Weinberge sehen nach den Windböhen etwas durcheinander aus, auch kein Problem. Keinerlei Ertragseinbußen zu befürchten!

    Im Weinberg, in dem mich heute morgen der Hagel überrascht hat, sind grob geschätzt, 50% der Triebe abgeschlagen worden. Es hätte keine Sekunde länger Hageln dürfen. In diesem Weinberg erzeugen wir ausschließlich Riesling für die Sektproduktion. Er liegt ca. 3 km von Reil entfernt.

    Und jetzt das Gute: Je näher man nach Reil kommt, desto weniger Hagelschäden gibt es!🙂

    Leider gab es Erosionsschäden in unserer diesjährig gepflanzten Junganlage.

    Die abgeschwemmte Erde wurde binnen Minuten von einem Kollegen mittels Frontlader aufgeladen und wieder oben in den Weinberg eingebracht. „Nur“ ein Anhänger voll. Danke Carsten, das das so problemlos gekappt hat!

    Stellenweise gab es größere Schäden an asphaltierten Wegen, in die das Wasser große Löcher riss.

    Das Hagelunwetter – mit bei uns 65 l Regen je qm – hat, so meine Information, die Mosel flächendeckend getroffen. Mehr oder minder Hagel bis Taubeneigröße, Überschwemmungen und Erdrutsche, vollgelaufene Keller usw. Wir sind glimpflich davon gekommen! Die heute Morgen gefallenen Niederschläge in fester und flüssiger Form haben bei uns einen  „sehr“ geringen Schaden angerichtet, jedoch einen riesengroßen Schreck. Von anderen Kollegen, gerade mal eine Moselschleife weiter, hört man nichts gutes.

  • Hagelunwetter

    Vor nicht einmal zwei Stunden wurde es dunkel über dem Moseltal.

    Starkregen mit Hagel!

    Schäden an den Reben! Wieviel kann ich noch nicht abschätzen. Hoffentlich sind wir mit einen blauen Auge davon gekommen.

    Die Straßen überflutet, stellenweise der Asphalt aufgerissen.

    Nur in unserer Junganlage kam es zu leichten Erosionsschäden. Die Anderen Weinberge haben dank Begrünung keine Bodenabschwemmungen. Also heute Nachmittag die Erde von der Straße schippen.

  • rasend schnell

    Rasend schnell wachsen zur Zeit die Reben. Wasser ist genügend im Boden und der Hochsommer mit Temperaturen von über 30 Grad beschleunigt das Rebwachstum dermassen, dass wir uns beeilen müssen um die Rebtriebe in den Drahtrahmen einzuschlaufen.

    Morgens macht es noch Spaß, aber sobald die Sonne höher steigt, gibt es immer öfter Pausen bei den Sprudelflaschen und die Arbeit geht langsamer vonstatten. Heute Nachmittag gab es sogar hitzefrei, da ich mich vorher in einem unserer steilsten Weinberge abgearbeitet hatte. Aber die Reben nehmen mit ihrem Wachstum darauf keine Rücksicht und so werde ich morgen Mittag in meinen „flachen“ Steillagen die Laubarbeiten durchführen, so meine Planung. Etwas langsamer arbeiten und jede Menge Wasser zum Trinken dabei haben.

    Der Vegetationsrückstand durch den kalten Mai ist bis auf wenige Tage geschrumpft und die Rebblüte steht kurz bevor. Zeitlich fast genau wie im langjährigen Mittel.