Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • „Joachim“

    Das gestrige Sturmtief  „Joachim“ machte sich an der Mosel gar nicht bemerkbar. Heute jedoch hatten wir die von diesem Sturmtief  mitgebrachten Regenfälle auf der Moselstraße stehen. Binnen Stunden ist die Mosel stark gewachsen und es stehen schon einige Keller in der Moselstraße unter Wasser.  Ein sogenanntes 2 jährliches Hochwasser (HQ2), das, wie der Name schon sagt, alle 2 Jahre auftreten kann.  „Leicht erhöhte Wasserstände…“ wie der Hochwasserwarndienst es bezeichnet. Heisst real, das der Pegel ca. 5 Meter über Normal ist.

    Nichts dramatisches, für uns Moselbewohner ganz normal, gehört einfach dazu, wie ich hier schon einmal berichtete.

  • Eigentlich gibt es nichts zu berichten, aber übers Wetter kann man immer reden

    Seit gefühlten Wochen, mit sehr kurzen Unterbrechungen,  hängt dichter Nebel im Moseltal. Man sieht fast nicht, ob der Lehrling beim Reben schneiden arbeitet oder nicht.

    Heute morgen dann eine grandiose Aussicht vom Zug aus – leider waren die Scheiben nicht geputzt –  auf die Marienburg und Pünderich. Nebel, der sich von der anderen Seite der Moselschleife bei Zell ins Tal bei Pünderich ergießt.

    Seit dem Hagelunwetter Ende August gab fast keine nennenswerten Niederschläge. Die Böden sind wie bei einer Sommertrockenheit ausgetrocknet. In der Landwirtschaft wären die Wintersaaten bedroht, wenn nicht durch Nebel ein wenig Feuchtigkeit in den Oberboden käme. Der Feldsalat, der in unseren Weinbergen wächst, muss umgehend zu Salat verarbeitet werden, da er durch den Wassermangel schnell anfängt zu welken.

    In der Mosel ist durch die Staustufen noch genügend Wasser, allerdings jetzt weniger ein Fluss – kommt ja auch von fließen – , eher ein stehendes Gewässer. Bedrohlich die Lage am Rhein. Mangels Wasser sind die Pegelstände auf ein nie gekanntes Maß gefallen, die Flussbreite hat sich auf ein Drittel reduziert, die Frachtschiffe können fast keine Ladung aufnehmen und bei Koblenz tauchen alte Bomben aus den Fluten auf, die der Kampfmittelräumdienst entschärfen muss. Kilometerlang kann man nun auf dem freigelegtem Flussgrund des Rheines im Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz wandern.

    Den Verweis auf eigene Artikel über den Klimawandel hier in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß werde ich mir ersparen…

    Stattdessen ein Link.

  • Goldener November

    Eigentlich gibt es nur einen Goldenen Oktober, dieses Jahr zusätzlich noch einen Goldenen November.

    Die Landschaft präsentiert sich noch in den schönsten Farben, bevor der Winter kommt und damit die graue Jahreszeit. Frühlingshafte Temperaturen laden ein, die Landschaft noch zu genießen.

    So schön wie sich das bunte Herbstlaub in den Weinbergen präsentiert, so arbeitsintensiv ist es die Blätter im Weingut zusammen zu kehren. Der Anhänger wird in den nächsten Tagen sicherlich voll und die alten Blätter werden als Dünger in die Weinberge verbracht.

  • Weinernte 2011: Altweiberhoch

    Ein stabiles Altweiberhoch haben die Meteorologen gemeldet. So einen richtig schönen Spätsommer mit morgendlichen Eifelnebel, der über die Bergkante ins Moseltal fließt. Das ideale Wetter für die weitere Reife des Moselrieslings. Kühle Nächte für die Aromaausprägung, warme Tage für die weitere Traubenreife und trocken, damit die Trauben gesund bleiben.

    Erntebeginn ist für den 2. Oktober geplant, morgens um 10.00 Uhr. Eine Gruppe von Weinhändlern möchte einmal bei der Traubenernte und -verarbeitung dabei sein. So eine Art Praxisseminar. Mithilfe im Weinberg und Keller, dabei jede Menge wissenswertes lernen und gute Verpflegung, flüssig wie fest.  Wer Lust hat daran teilzunehmen, kann sich bei uns melden.

  • Gestern Abend: Wolkenmalerei und Regenbogen

    Immer wieder schön: Akzentreiche Licht- und Wolkenzeichnungen am Himmel.  Leider für uns als Talbewohner mit einem eingeschränkten Horizont sehr selten.

     

  • Vorläufige Schadensbilanz?

    Nun, einige Tage nach dem Hagelunwetter vom 26. August, kann ich die erste Schadensbilanz ziehen. Das verbeulte Autodach und die Fensterscheibe sind versichert, die Weinberge leider nicht. Die durch den  Hagel direkt beschädigten und aufgeplatzten Beeren sind durch nachfolgenden Regen ausgewaschen worden und sind am eintrocknen. Kein Problem!

    Etliche Trauben verfärben sich ins bräunliche. Durch den Hagelschlag sind die Zellen der Beeren geschädigt und diese  stirbt ab. Dort dauert das vertrockenen ungemein länger wie bei den direkt geschädigten Beeren. Sollte es wieder schwülwarmes Wetter mit Niederschägen kommen, können sich dort Schadpilze ansiedeln. Die eine Beere tut mir zwar nicht weh, aber direkt daneben liegende Trauben können infiziert werden und das gibt natürlich Probleme. Wenn das Wetter mitspielt (kühl und trocken) ist noch alles im grünen Bereich. Hoffentlich!

    Ganz anders der Anblick der Rebanlanlagen einige Kilometer Moselaufwärts bei Kröv/Kinheim. Das Unwetter hat massiv die Blätter der Rebstöcke beschädigt.

    Der Boden ist grün von abgeschlagenen Blättern und Trauben.

    Die Trauben zeigen massive Verletzungen und starke, beginnende Braunfärbung der scheinbar nicht vom Hagel getroffenen Beeren. Obige Bilder sind vom Samstag, die jetzige Situation dürfte um einige dramatischer aussehen.

    In der Ortschaft Veldenz, ein weiterer Schwerpunkt des Unwetters vom vergangenen Freitag, sind 100% der Wohnhäuser beschädigt. Zum Teil massivst beschädigt! Wie unsere Lokalzeitung heute berichtete, sollen die schwersten Eisbrocken 800 Gramm gewogen haben! Die Wucht dieser „Hagelkörner“ können sie diesem Bild entnehmen. Durchlöcherte Rollladen, kaputte Dächer mit anschließend massiven Wasserschaden, Riesenschäden an Vordächern, Autos, null Ertrag Weinbergen und und und.

     

     

  • Mit einem blauen Auge…

    Mit einem blauen Auge sind wir beim heutigen Hagelunwetter davongekommen. Neben den Traubenschäden hat es eine Fensterscheibe erwischt und das  Autodach hat Dellen.Die Schäden an den Trauben sind nach dem heutigen Hagelunwetter bei uns vorerst eher gering. Der Hagel hat etliche Beeren geschädigt. Grob geschätzt haben ca. 5 % der Trauben verletzte Beeren. Den genauen Ausmaß der Schäden kann ich erst in den nächsten Tagen sehen, wenn nur leicht vom Hagel getroffene Beeren sich braun verfärben.

    Wenn es in den nächsten Tagen trocken bleibt, am liebsten mit kalten Temperaturen, vertrocknen die beschädigten Beeren. Wenn nicht, ist Fäulniss mit seinen ganzen negativen Auswirkungen angesagt, aber daran denke ich im Moment noch nicht.

    Andere hat es wesentlich heftiger erwischt. Es wird nicht von Hagel, sondern von Eisbrocken geredet! In Kröv und im Bernkasteler Raum gibt es starke Schäden in den Weinbergen. Erste Nachrichten sprechen von über 50% Ertragsausfall. Massivste Schäden an Autos, Dächern und Solaranlagen sind entstanden. In Veldenz sollen 80% der Dächer beschädigt sein.  In Traben-Trarbach sind Jahrmarktstände vom Sturm in die Mosel gefegt worden.

  • Eben, vor ein paar Minuten

    Eben, vor ein paar Minuten. Wenn es aufhört zu regnen gehe ich mal meine Weinberge besichtigen.

  • Hochwasser?!?

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    Sehr interessant, die diesjährigen Wettervorhersagen. Bei der Frühjahrstrockenheit lösten sich gemeldete Niederschläge ganz einfach in heiße Luft auf, wie ich hier berichtete. Die restlichen trafen meistens auch nicht zu. Die heutige finde ich eher amüsierend.

    Die gemeldeten sehr hohen Regenmengen für kommenden Sonntag und Montag nehme ich nicht so ernst. Aber falls diese doch kommen sollten, ich glaube jedoch nicht daran, könnte ich vielleicht meine eigene Badeanstalt im Weinkeller realisieren, die ich bereits hier andachte. Die Bootstaufe mit Sektflaschenzerschlagen, die beim Januarhochwasser auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde, könnte dann ja nachgeholt werden.

     

    Nachtrag, 21.07.2011:

    Wie gehabt, die heutige Regenprognose sieht schon ganz anders aus. Hier der Link zu der Wetterprognose der Agrarverwaltung deren Daten von meteoblue.com kommen.

  • Wühlschäden

    2011-06-25-fahrspuren.jpg

    Kaum ist man aller Probleme durch durch die Frühjahrstrockenheit enthoben, tauchen schon die nächsten auf. Dieses Mal sind es nicht die Wildschweine, die den Boden aufwühlen. Das war ich selbst.

    Fast täglicher Regen lässt den Boden aufweichen und bei den unbedingt nötigen Fahrten mit dem Kettenschlepper gibt es Probleme. Die Begrünung wird durch die durchdrehenden Ketten beschädigt. Wenn es bei über 60% Steigung richtig steil wird, buddelt sich die Raupe ein und nix geht mehr. Den Berg wieder runter fahren und in der nächsten Rebzeile auf neue das Glück herausfordern.

    Ganz schlimm ist es in den Weinbergen, in denen ich mir vom Bauunternehmer Erde aufs Bankett anfahren gelassen habe. Hätte ich besser sein gelassen. Ist purer Lehm und extrem schmierig bei Feuchtigkeit. Bei der Einfahrt in die Rebzeile schmiert man ab und es geht bergab wie Schmidts Katze. Bei der Bergfahrt hingegen, so ganz kurz vor der waagerechten am Weg, hilft dann weder ein Vater unser noch ein Ave Maria damit man die letzten Zentimeter schafft.

    Sollte der Boden mal wieder richtig abgetrocknet sein, werde ich die Wühlschäden mit der Kreiselegge  einebnen. Ich vermute jedoch, das Handarbeit angesagt ist um den Boden zu glätten.