Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • Spätfrost

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    Da ich einige Tage ausser Haus war, nun ein Bild der Frostschäden der letzten Woche. Es sieht arg aus. Nach der ersten ganz groben Schätzung,  habe ich mir heute unseren Rivanerweinberg nochmals angesehen.  Geschätze 70 bis 80 % der Triebe sind erfroren und mittlerweile vertrocknet. Tröstlich ist, dass es nur unsere winzige Rivanerparzelle betroffen hat.

    Massive Spätfrostschäden sind in ganz Deutschland und Österreich entstanden, eine genaue Schadensbilanz wird es sicherlich erst in den nächsten Tagen geben.

  • Sorgen

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    Während es sich bei dem derzeit herrschenden Hochdruckwetter mit Sonnenschein und blauem Himmel herrlich auf der Terasse bei einem Glas Moselriesling sitzen läßt, mache ich mir große Sorgen.

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    In einigen Weinbergen fängt die Begrünung schon an zu welken. Die Begrünungen sehen mickrig aus. Das Bodenwasser wird so langsam knapp und die Reben haben erst gerade begonnen zu wachsen. Die letzte Woche gemeldeten Gewitter sind ausgeblieben, morgen soll es sogar Bodenfrost geben, der in tieferen und weniger guten Weinlagen vielleicht zu Schäden führen kann.

    Gegenüber dem langjährigen Mittel sind ca. 70% weniger Niederschläge in diesem Jahr gefallen. Da wünscht man sich, das das diesjährige Januarhochwasser gleichmässiger übers Jahr verteilt wäre.

    Das Vegetationsjahr fängt mal wieder spannend an.

    Nachtrag 04.05.2011:

    Heute morgen gab es einen Spätfrost, der zu bedeutenden Schäden führte, siehe Kommentare zu diesem Artikel und ein Bericht von Dirk Würtz zu diesem Schadensereigniss.

  • …dem ist Arbeit auch Gebet!

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    Die Reben wachsen bei den derzeitigen Temperaturen sehr zügig. Sollte noch ein ergiebiger Niederschlag dazukommen, wird  sich das Wachstum beschleunigen. Die Natur wird unsere Arbeitsgeschwindigkeit und den Arbeitsumfang in den Weinbergen vorgeben. Schon die alten Winzer wussten, dass dann fürs Beten keine Zeit bleibt, wie an der Tafel im Pündericher Fährhaus zu lesen ist.

    Bis jetzt sind wir frohen Mutes, der Austrieb der Reben ging sehr schnell voran und dadurch hatten Knospenschädlinge keine Chance Schaden anzurichten. Die derzeitige Sorge ist der Wassermangel. Es wäre schön, wenn die in dieser Woche gemeldeten Niederschläge kämen. Doch leider sind das in der Regel Starkregenereignisse, die auch das Risiko des Hagels beinhalten oder im anderen Fall, dass man gar nichts abbekommt, da Gewitter sehr oft regional entstehen. Da rechte mass wäre ideal!

  • Knochenarbeit

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    Einer unserer beiden Rivanerweinberge wurde gerodet. Die Rebstöcke waren abgängig und der Drahtrahmen äusserst morbide. Eine Neuanpflanzung mit Reben ist nicht vorgesehen. Da wir uns auf den Rieslinganbau in der südorientierten Steillage konzentrieren, wird aus dieser ehemaligen Rebfläche eine Obstwiese.

    Da ich die Rodezange noch nicht an den neuen Kettenschlepper angepasst hatte,  wurde klassisch gerodet. Meine Azubine hielt das Rodeeisen, eine V-förmige Eisenplatte mit Handgriff, hinter den Rebstamm in Bodennähe und ich zog mit den Traktor die Rebe nebst Wurzeln aus dem Boden.

    Die derzeit herrschende Trockenheit, seit fast zwei Monaten gab es keine nennenswerten Niederschläge, machte aus dieser nicht unbedingt leichten Arbeit einen Knochenjob. Die Reben wollten nicht aus dem Boden. Das Rodeeisen rutschte des öfteren ab, die Differentialsperre des Traktors musste mehr wie einmal eingerückt werden und meistens bäumte sich dann der Trakor auf wie beim Tractorpulling.

    Die Rebstämme wird ein Freund entsorgen abholen um darauf leckere Winzersteaks zu grillen und ich warte nun auf die Einladung zum Mitessen.

  • Frühling?

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    Nachdem die letzte Woche nochmals mit bitterkalten Temperaturen und sehr feuchter Luft aufgewartet hatte, sagen die Wetterfrösche in den nächsten Tagen Frühlinghaftes Wetter voraus. Wird auch Zeit. In diesem langen und kalten Winter habe ich genug im Keller und Weinberg gefroren.

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    Die Katze träumt auf dem Drucker im Büro, anstatt draussen Mäuse zu jagen.

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    Ich hingegen träume von sommerlichen Weinproben auf der Terrasse.

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    Alternativ, falls der Frühling nicht kommt,  wäre obiger Whirlpool mit warmen Wasser und gekühltem Moselriesling auf der Schwimminsel ein alternatives Traumthema.

    Ab morgen wird unsere Weinbergsmannschaft noch durch zwei Aushilfen verstärkt, damit der Rebschnitt zügig erledigt wird. Winterbedingt sind wir im Rückstand und es ist noch einiges zu tun.

  • Hochwasser 2011 Teil 1: Besuch kommt!

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    Ich habs geahnt und auch schon hier im Blog darüber geschrieben. Zweimal kam die Mosel gucken und nun besucht sie uns, bzw. unseren Weinkeller. Warmer Regen und Tauwetter werden die Mosel mächtig anschwellen lassen. Nach ersten, vagen Prognosen können zum Wochenende bis zu 10 m Pegelstand erreicht werden. Das wären 1,80 hoch in unserer Kelleretage.

    Grund genug für uns, schon heute den Fasskeller für den Besuch vorzubereiten. Der ganze Kleckerkram wurde in Gitterboxen geräumt und in den höheren Etikettierraum geschafft. Div. Kleinbehälter, Weinschläuche und andere wetterfeste Kellerutensilien stehen in Hof. Es wurde fast alles aus dem Keller entfernt was schwimmen oder kaputt gehen kann. Nur noch die Energiesparlampen und unser Hauswasserwerk verbleiben bis zum letzten Moment.

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    Die nicht mit Wein gefüllten Holzfässer wurden mit Wasser gefüllt und

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    mittels Zurrgurten aufs Fasslager fixiert, damit sie nicht aufschwimmen können.

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    Einige Fässer haben wir traditionell mit abgeschnittenen Weinbergspfählen gegen die Decke abgestützt. Morgen geht es im Flaschenkeller weiter.

    Nebenbei informierten wir Freunde über die drohende Hochwassergefahr und haben unsere Hilfe angeboten. Tiefer gelegene Häuser werden voraussichtlich sogar im Wohnbereich überschwemmt und das Leerräumen einer Wohnung ist eine ganz andere Kategorie als den Keller moselfest zu machen.

    Ganz wichtig: Alle Wasserschläuche aus dem Weinkeller wurden in den hochwassersicheren Bereich gebracht.  Es ist peinlich, bei Nachbarn Schläuche leihen zu müssen um den Hof sauber zu spritzen, während die eigenen im Keller abgesoffen sind.

  • Das Ende naht

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    Das Ende der weißen Pracht naht.  In den letzten Tagen wurde es schon wärmer. Nachts noch Frost und am Tag leicht über Null. Der kälteste Dezember seit Jahrzehnten, dazu reichlich Schnee wie es selbst ältere Menschen an der Mosel noch nicht gesehen haben. Ab übermorgen wird Tauwetter einsetzen, die Wetterfrösche prognostizieren bis zu mollig warmen 10 Grad am kommenden Sonntag.

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    Dazu noch warmer Regen ab Donnerstag.

    Zweimal stand die Mosel nun schon auf der Moselstraße. Tiefer liegende Weinkeller waren überschwemmt. Zweimal wurden wir verschont. Für das auf jeden Fall kommende dritte Hochwasser habe ich ein ungutes Gefühl.

  • Winterruhe

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    Gestern abend hat es mächtig geschneit und die Landschaft ist wieder in Winterweiß gehüllt. Die Mosel ist seit meinem gestrigen Blogeintrag mächtig gewachsen. Es fehlt nur noch einen Meter und der Keller bekommt einen nassen Fußboden. Bis jetzt sehen die Hochwasservorhersagen noch gut aus, doch für das kommende Wochenende sind wärmere Temperaturen vorhergesagt und die Schneeschmelze setzt ein. Bis jetzt bin ich noch ruhig, da die Prognosen bis Samstag keine großartigen Pegelerhöhungen melden.

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    Da die Arbeiten im Weinberg ruhen und die Kellerarbeiten nicht den ganzen Tag beanspruchen, wird die Zeit für seit langem fällige Arbeiten genutzt. Unsere Werkstatt hatte es schon lange nötig. Man könnte sagen, das sie zugemüllt war. Nun ja, der Mensch ist halt ein Jäger und Sammler. Wir haben uns dieser menschlichen Eigenart entledigt, die Mülltonne gut gefüllt, Holzreste zum Ofen gebracht und nicht mehr verwertbare Metallreste für den Schrotthändler aussortiert. Anschließend wurden alles sauber gekehrt und die Regale neu eingeräumt. Jetzt ist wieder Platz  für die Reparatur und Pflege unserer Maschinen, die bei weiterem Winterwetter durchgeführt werden.

  • Es wird brenzlig

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    Mitte der Woche sah die Regenprognose noch ganz gut aus, am Tag darauf verringerten sich schon die prognostizierten Niederschläge nach unten und von den für gestern avisierten 12 Liter Regen pro qm  fand sich nur ein kläglicher Rest im Regenmesser. Die Situation wird für einige Weinberge brenzlig. Nicht nur, das die Trauben klein bleiben, es besteht sogar die Gefahr einer Notreife mit Vegetationsabschluss der Rebe unter ungünstigen Wachstumsbedingungen, was wiederum der Qualität abträglich ist.

  • Hoffnung in den Zeiten der Dürre

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    Hoffnung in den Zeiten der Dürre gibt mir die heutige Wetterprognose der uns am nächsten liegenden Wetterstation Briedel. Nachdem ich schon zum zweiten mal die diesjährig neu gepflanzten Weinberge gewässert habe und etliche Weinberge schon massiv unter Trockenheit leiden, ist diese Prognose sehr erfreulich. Hoffentlich kommt der gemeldete Regen in der prognostizierten Menge und hoffentlich ist es für die am ärgsten betroffenen Weinberge nicht zu spät, damit wir qualitativ hochwertige Weine in einer ausreichenden Menge produzieren können.