Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Wetter

  • Aller Probleme enthoben

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    Reichlich Regen von mehreren Gewittern gab es am letzten Wochenende. Weitere Niederschläge sind gemeldet und kommen hoffentlich. Auf jeden Fall ist unser größtes Problem, die Trockenheit, vorerst nicht mehr relevant.

    Anlass für mich in einigen Weinbergen Bodenbearbeitung zu machen damit Stickstoff aus dem Humus freigesetzt wird. Zwei Weinberge sind durch die Trockenheit richtig gelb geworden und benötigen diesen wichtigen Nährstoff dringendst. Das rechte Maß bei der Bodenbearbeitung ist nötig. Zuviel Stickstoff veranlasst die Rebe zum Luxuskonsum mit entsprechend negativen Folgen wie z.B. vorzeitige Traubenfäulniss oder das Nitrat wird ins Grundwasser ausgewaschen. Also heute entsprechend dem Zustand der Rebanlagen nur jede zweite Rebzeile gefahre, die Bodenbearbeitungswerkzeuge angepasst und auf die optimale Arbeitstiefe geachtet.

    Das kleinere Problem, das unser Ausbildungsplatz bisher noch nicht besetzt ist, hat sich auch mit heutigen Datum erledigt. Ein junger Mann wird ab August seine Winzerausbildung in unserem Weingut absolvieren. Wir freuen uns schon auf den neuen Mitarbeiter.

  • Stockentlastung

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    Zur Zeit sind wir bei den Laubarbeiten, also dem einschlaufen der grünen Triebe in den Drahtrahmen. Ganz gemütlich. Das Wachstum der Rebstöcke ist sehr langsam geworden, teilweise stehen geblieben. Geschätzte 20 bis 40 cm weniger Trieblänge wie es dem Entwicklungsstand so kurz nach der Rebblüte entsprechen würde. In unseren jüngeren Weinbergen findet man an einzelnen Reben des öfteren wassermangelbedingter Kümmerwuchs. Zu Entlastung dieser Rebstöcke wurden die Fruchtruten abgeschnitten, damit die Assimilationsfläche vermindert wird und die Pflanze überlebt.

    Man hört nicht gutes von Kollegen. Es gibt beängstigende Nachrichten über dramatische Auswirkungen dieser Trockenperiode. Gerade jetzt wäre Wasser sehr nötig, da in den jungen Beeren das Größenwachstum beginnt und ohne Wasser gibt es keine großen Trauben. Die Metereologen sagen in ihren Prognosen zwar ständig reichliche Niederschläge voraus, aber je näher diese Vorhersagen zeitlich kommen, desto geringer wird der gemeldete Niederschlag und löst sich anschließend in heisser Luft auf.

    Nachtrag 05. Juni morgens:

    Kaum hat man gejammert und geschrieben kam der Regen gestern Nacht. 10 Liter waren gemeldet und nun gab es 15 Liter. Mal schauen, was von den nächsten gemeldeten Niederschlägen denn wirklich zu Boden kommt.

  • Endlich!!!!

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    Gestern Abend die ersten Tropfen, fast Zeitgleich kam eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes per Mail.  Von 25 Liter je qm und leichtem Hagel war die Rede. Nach einer Stunde hatte es 23 Liter geregnet und der Hagel ist ausgeblieben. Unsere größten Sorgen haben sich damit vorerst erledigt. Leider war das Gewitter nur regional, im Nachbarort gab es schon einiges weniger, in anderen gar nichts. Von Kollegen hört man nichts gutes. Junge Rebanlagen auf flachgründigen Standorten leiden massiv unter der Trockenheit und Schäden sind schon jetzt absehbar. Fürs erste sind wir zufrieden, aber der Sommer mit heißen Tagen  kommt ja erst. Morgen soll es wieder Gewitter geben, hoffentlich für alle und ohne Hagel.

  • Große Sorgen

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    Anfang Mai und die Reben sehen aus wie bei einer Julihitzeperiode.  Die letztes Jahr gepflanzten Rieslingreben, die mühsam mit Wassergaben aufgepäppelt wurden, zeigen schon massive Trockenstreßanzeichen. Die Triebspitze hat sich gestreckt. In einigen Tagen wird sicherlich die Gelbfärbung der Blätter erfolgen und die Triebspitze wird verdorren.

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    In etwas älteren Weinbergen ist das Triebwachstum schon schwächer geworden. Die Laubfärbung geht ins gelbliche über, da durch den Wassermangel keine Nährstoffe aus dem Boden aufgenommen werden können.

    Die Sorgen werden größer und damit zu großen Sorgen und das schon zu Beginn der Vegetationsperiode. Die ganz jungen Reben kann ich ja noch wässern, aber der Rest? Die Mosel anzapfen? So einfach ist das nun auch wieder nicht. Mal abgesehen davon das mir die benötigten Wasserrechte nicht gehören, die Mosel hat nicht genügend Wasser. Durch die Stauhaltung sieht es so aus als ob genügend drin wäre, aber es kommt einfach nichts nach.

    Wenn alle Winzer zum Bewässern Moselwasser nehmen würden, lägen die Schiffe auf dem trockenen und hier bei uns in Reil wäre sicherlich das Flussbett ausgetrocknet, da die Kollegen moselaufwärts sich reichlich bedient hätten. Also doch hoffen und beten das der Himmel in den nächsten Tagen seine Schleusen öffnet.

  • Spätfrost

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    Da ich einige Tage ausser Haus war, nun ein Bild der Frostschäden der letzten Woche. Es sieht arg aus. Nach der ersten ganz groben Schätzung,  habe ich mir heute unseren Rivanerweinberg nochmals angesehen.  Geschätze 70 bis 80 % der Triebe sind erfroren und mittlerweile vertrocknet. Tröstlich ist, dass es nur unsere winzige Rivanerparzelle betroffen hat.

    Massive Spätfrostschäden sind in ganz Deutschland und Österreich entstanden, eine genaue Schadensbilanz wird es sicherlich erst in den nächsten Tagen geben.

  • Sorgen

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    Während es sich bei dem derzeit herrschenden Hochdruckwetter mit Sonnenschein und blauem Himmel herrlich auf der Terasse bei einem Glas Moselriesling sitzen läßt, mache ich mir große Sorgen.

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    In einigen Weinbergen fängt die Begrünung schon an zu welken. Die Begrünungen sehen mickrig aus. Das Bodenwasser wird so langsam knapp und die Reben haben erst gerade begonnen zu wachsen. Die letzte Woche gemeldeten Gewitter sind ausgeblieben, morgen soll es sogar Bodenfrost geben, der in tieferen und weniger guten Weinlagen vielleicht zu Schäden führen kann.

    Gegenüber dem langjährigen Mittel sind ca. 70% weniger Niederschläge in diesem Jahr gefallen. Da wünscht man sich, das das diesjährige Januarhochwasser gleichmässiger übers Jahr verteilt wäre.

    Das Vegetationsjahr fängt mal wieder spannend an.

    Nachtrag 04.05.2011:

    Heute morgen gab es einen Spätfrost, der zu bedeutenden Schäden führte, siehe Kommentare zu diesem Artikel und ein Bericht von Dirk Würtz zu diesem Schadensereigniss.

  • …dem ist Arbeit auch Gebet!

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    Die Reben wachsen bei den derzeitigen Temperaturen sehr zügig. Sollte noch ein ergiebiger Niederschlag dazukommen, wird  sich das Wachstum beschleunigen. Die Natur wird unsere Arbeitsgeschwindigkeit und den Arbeitsumfang in den Weinbergen vorgeben. Schon die alten Winzer wussten, dass dann fürs Beten keine Zeit bleibt, wie an der Tafel im Pündericher Fährhaus zu lesen ist.

    Bis jetzt sind wir frohen Mutes, der Austrieb der Reben ging sehr schnell voran und dadurch hatten Knospenschädlinge keine Chance Schaden anzurichten. Die derzeitige Sorge ist der Wassermangel. Es wäre schön, wenn die in dieser Woche gemeldeten Niederschläge kämen. Doch leider sind das in der Regel Starkregenereignisse, die auch das Risiko des Hagels beinhalten oder im anderen Fall, dass man gar nichts abbekommt, da Gewitter sehr oft regional entstehen. Da rechte mass wäre ideal!

  • Knochenarbeit

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    Einer unserer beiden Rivanerweinberge wurde gerodet. Die Rebstöcke waren abgängig und der Drahtrahmen äusserst morbide. Eine Neuanpflanzung mit Reben ist nicht vorgesehen. Da wir uns auf den Rieslinganbau in der südorientierten Steillage konzentrieren, wird aus dieser ehemaligen Rebfläche eine Obstwiese.

    Da ich die Rodezange noch nicht an den neuen Kettenschlepper angepasst hatte,  wurde klassisch gerodet. Meine Azubine hielt das Rodeeisen, eine V-förmige Eisenplatte mit Handgriff, hinter den Rebstamm in Bodennähe und ich zog mit den Traktor die Rebe nebst Wurzeln aus dem Boden.

    Die derzeit herrschende Trockenheit, seit fast zwei Monaten gab es keine nennenswerten Niederschläge, machte aus dieser nicht unbedingt leichten Arbeit einen Knochenjob. Die Reben wollten nicht aus dem Boden. Das Rodeeisen rutschte des öfteren ab, die Differentialsperre des Traktors musste mehr wie einmal eingerückt werden und meistens bäumte sich dann der Trakor auf wie beim Tractorpulling.

    Die Rebstämme wird ein Freund entsorgen abholen um darauf leckere Winzersteaks zu grillen und ich warte nun auf die Einladung zum Mitessen.

  • Frühling?

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    Nachdem die letzte Woche nochmals mit bitterkalten Temperaturen und sehr feuchter Luft aufgewartet hatte, sagen die Wetterfrösche in den nächsten Tagen Frühlinghaftes Wetter voraus. Wird auch Zeit. In diesem langen und kalten Winter habe ich genug im Keller und Weinberg gefroren.

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    Die Katze träumt auf dem Drucker im Büro, anstatt draussen Mäuse zu jagen.

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    Ich hingegen träume von sommerlichen Weinproben auf der Terrasse.

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    Alternativ, falls der Frühling nicht kommt,  wäre obiger Whirlpool mit warmen Wasser und gekühltem Moselriesling auf der Schwimminsel ein alternatives Traumthema.

    Ab morgen wird unsere Weinbergsmannschaft noch durch zwei Aushilfen verstärkt, damit der Rebschnitt zügig erledigt wird. Winterbedingt sind wir im Rückstand und es ist noch einiges zu tun.

  • Hochwasser 2011 Teil 1: Besuch kommt!

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    Ich habs geahnt und auch schon hier im Blog darüber geschrieben. Zweimal kam die Mosel gucken und nun besucht sie uns, bzw. unseren Weinkeller. Warmer Regen und Tauwetter werden die Mosel mächtig anschwellen lassen. Nach ersten, vagen Prognosen können zum Wochenende bis zu 10 m Pegelstand erreicht werden. Das wären 1,80 hoch in unserer Kelleretage.

    Grund genug für uns, schon heute den Fasskeller für den Besuch vorzubereiten. Der ganze Kleckerkram wurde in Gitterboxen geräumt und in den höheren Etikettierraum geschafft. Div. Kleinbehälter, Weinschläuche und andere wetterfeste Kellerutensilien stehen in Hof. Es wurde fast alles aus dem Keller entfernt was schwimmen oder kaputt gehen kann. Nur noch die Energiesparlampen und unser Hauswasserwerk verbleiben bis zum letzten Moment.

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    Die nicht mit Wein gefüllten Holzfässer wurden mit Wasser gefüllt und

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    mittels Zurrgurten aufs Fasslager fixiert, damit sie nicht aufschwimmen können.

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    Einige Fässer haben wir traditionell mit abgeschnittenen Weinbergspfählen gegen die Decke abgestützt. Morgen geht es im Flaschenkeller weiter.

    Nebenbei informierten wir Freunde über die drohende Hochwassergefahr und haben unsere Hilfe angeboten. Tiefer gelegene Häuser werden voraussichtlich sogar im Wohnbereich überschwemmt und das Leerräumen einer Wohnung ist eine ganz andere Kategorie als den Keller moselfest zu machen.

    Ganz wichtig: Alle Wasserschläuche aus dem Weinkeller wurden in den hochwassersicheren Bereich gebracht.  Es ist peinlich, bei Nachbarn Schläuche leihen zu müssen um den Hof sauber zu spritzen, während die eigenen im Keller abgesoffen sind.