
Ich weiß, warum ich meinen Wein so mache, wie er ist. Damit der Azubi das auch versteht und das theoretische Lernen nicht immer das gelbe vom Ei ist, ist Learning by Doing angesagt. So hat er nun sein eigenes Lehrlingsprojekt im Weinkeller stehen.
In Weinflaschen werden verschiedene Varianten an Rieslingmosten vinifiziert. Mangels passenden Gärverschlüssen muß ein einfaches Leinenläppchen reichen, damit die leider vorhandenen Fliegen nicht im gärenden Saft landen.
Als Spielarten sind u. a. dabei: Wir machen gar nix am frisch gekeltertem Saft bis hin zum fast gänzlichem entfernen der Trubstoffe, entschleimen genannt, das ganze noch in verschiedenen Spielarten, bzw. Klärgraden. Dazu noch Varianten als Reingärung – also eine ausschließliche Vergärung mit der echten Weinhefe – und mal gucken welche Mikroben denn sonst noch den Fruchtzucker verwerten können. Auch sind Gäransätze von Trauben dabei, die unser Ernteteam als vergammelt und verdorben auf den Boden geworfen hat.
Nächste Woche werden die Versuchsansätze erstmalig probiert und der Azubi hat hoffentlich ein Lernerfolgserlebnis.

Wenn es viel gibt, gibt es viel mehr. Wenn es wenig gibt, gibt es viel weniger, so der alte Winzerspruch. Das es aber so wenig ist, dass hätte ich nicht erwartet.


Deliziös, besonders wohlschmeckend und lecker sehen unsere noch zu erntenden goldgelben Rieslingtrauben aus.
Sie schmecken auch überaus köstlich. Die Traubenschale dünn, der Beereninhalt verflüssigt und die Kerne sind braun verfärbt. Zeichen der sogenannten physiologischen Reife, also dem Zeitpunkt, an dem alle Inhaltsstoffe der Traube ausgereift sind.
Etliche überreife Beerchen werden schon braun und porös. Auch ein leichter Befall mit dem Edelfäulepilz, Botrytis cinera, ist festzustellen. In beiden Fällen verdunstet Wasser aus der Beere und der Beereninhalt konzentriert sich weiter auf.

Ein sehr wichtiges Arbeitsgerät während der Weinernte: Die Ernteschere!
Seit heute ernten wir nur noch gesunde Rieslingtrauben. Den ersten, selektiven Erntedurchgang haben wir hinter uns. Von Pilzen befallene Trauben wurden selektiert und die verdorbenen Beeren weggeworfen.






