Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Kann man kaufen, muss man aber nicht

    2015-06-08 Rosen2

    Kann man kaufen, muss man aber nicht. Selbst gemacht ist es immer besser und zudem multifunktional.

    Man nehme zwei oder drei dicht mit Blütenblättern besetzte Rosenblüten einer stark duftenden Rose, am besten am Morgen eines warmen Tages geerntet – dann ist der Duft am intensivsten – und setzt die Blütenblätter mit einem halben Liter Rieslingessig in einer hellen Flasche an. Selbstredend empfehle ich diesen hier! Sie wissen, auf die guten Zutaten kommt es an, wenn das Endprodukt sehr gut werden soll. Die Flasche 14 Tage an einen warmen, sonnigen Ort stellen. Dann absieben, bzw. über einen Kaffeefilter filtrieren und fertig ist der Rosenessig.  Ideal für Obstsalate.

    Und dann natürlich als Schönheitsessig verwendbar. Sehr gut für trockene, juckende und nervöse Haut geeignet, denn er stellt den Säureschutzmantel wieder her. Die Haut fühlt sich danach sehr angenehm und entspannt an. Für diesen Fall der äusserlichen Anwendung bitte den Ansatz nicht mit reinem Essig machen, sondern mindestens zur Hälfte destilliertes Wasser verwenden.

    Auf jeden Fall besser als Gurkenscheiben oder Magerquark im Gesicht. Versuche Sie es einmal! 😉

  • Es hat geholfen

    2015-06-03 Autowäsche

    Es hat geholfen! Sie wissen schon, das mit dem Auto und den Fenstern putzen. Wie auch schon im letzten Jahr praktiziert, der Notnagel, wenn es an Regen fehlt.

    Letzte Nacht gab es ein Gewitter mit 15 Liter je qm und damit ist uns vorerst geholfen.  Für die Reben genau zum richtigen Zeitpunkt. 2015-06-02 Erdbeeren

    Die Weinbergserdbeeren im Weinberg sind trockenheitsbedingt sehr klein geblieben. Also nicht mal kurz bücken, um eine Handvoll während der Arbeit ernten. Es ist schon etwas mehr Arbeit, um an diese köstliche Zwischenmahlzeit zu kommen.

  • Massentierhaltung

    2015-06-03 BienenDer Einstieg in die „Massentierhaltung“ ist geglückt. Ein Projekt von Chefin Marita und Freundin Barbara. Vorgestern die Ankunft der Bienen. Die erste Biene schaute bei Dämmerungsanfang neugierig aus dem Bienenstock, um die ungewohnte Umgebung zu erkunden.2015-05-04 Bienen

    Gestern herrschte schon reger Flugverkehr. Hauptzweck der Bienenhaltung ist nicht die Honigproduktion – wir erwarten frühesten nächstes Jahr die erste Ernte – sondern schlicht und einfach die Förderung von Ökologie und Nachhaltigkeit.

    Macht nebenbei natürlich auch eine Menge Spaß.

    Weitere Informationen – bitte nicht zu ernst nehmen – finden Sie hier und dieses Video ist absolut sehenswert.

  • Wieder eine Chance vorbei

    2015-05-28 Triebspitze

    Wieder eine Chance vorbei. Es sollte heute und morgen passieren, aber die Wetterfrösche lagen schon wieder daneben. Schon seit einigen Wochen wurde für die nahe Zukunft, also vier bis fünf Tage im Voraus, Regen gemeldet. Mit jedem Tage, mit dem sich der gemeldete Regen näherte, verringerte sich die Prognose bis auf null. Heute Morgen waren es magere 5 Liter im Regenmesser, gerade genug um den Staub zu binden.

    Die Bodenwasservorräte sind sehr knapp. Das Längenwachstum vieler Triebe hat sich verlangsamt und die Triebspitze ist bei vielen Reben schon gestreckt. Nachgepflanzte Reben leiden schon massiv unter der Trockenheit. Das bislang kühlere Wetter schonte zwar noch das Bodenwasser, aber diese Woche soll – den Meteorologen zufolge, wenn man diesen noch glauben darf –  die 30 Grad Marke überschritten werden.

    Noch sind es kleine Sorgen, die jedoch zu großen Sorgen werden könnten, wie ich letztes Jahr schrieb.

    Wir nehmen alles was an Regen vom Himmel kommt sehr gerne. Auch Starkregen mit 40 Liter je Quadratmeter, wenn es denn nur Eisfrei ist, wie Kollege Bernhard Fiedler schon vor zwei Wochen in seinem Blog anmerkte.

  • Vulpes vulpes

    2015-05-28 FuchsVulpes vulpes, der gemeine Rotfuchs. Am helllichten Tag – heute Nachmittag – gesehen und mit dem Auto angehalten. Bilder gemacht, der Fuchs hat mich genauso angeschaut, wie ich ihn angeschaut habe. Keinerlei Scheu vor mir und meinem großem Auto. Er überquerte langsam den Wirtschaftweg und lief in einen Weinberg. Ich zu Fuß mit Kamera hinterher. Wie gesagt, das Tierchen hatte keinerlei Scheu vor mir.

    „Der Rotfuchs ist ein relativ anspruchsloser Allesfresser. Er stellt seine Ernährung bei Bestandsschwankungen der Beutetiere kurzfristig um und nimmt generell mit dem vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet.“ schreibt Wikipedia.

    Ganz wichtig: „Er stellt seinen Ernährung kurzfristig um und…, was leicht zu erbeuten ist“ und leicht zu erbeuten ist zur Zeit die Schermaus, die in auffallend übergroßer Anzahl in den Weinbergen wühlt und dort Schäden verursacht.

    Wie in der Natur üblich, wenn es viele Mäuse gibt, gibt es auch viele Füchse und Greifvögel, die die Mäusepopulation – habe ich  heute auch zu sehen bekommen –  dezimieren helfen. Fehlt nur noch ein unterstützender, sehr kalter Winter.

  • Wein trinken an schönen Orten

     2015-05-24 Pünderich

    Pfingstwanderung rund um  die Pündericher Marienburg, ein alljährliche Veranstaltung oberhalb der Weinberge zwischen Reil und der Marienburg.

    Start war am Reiler Bahnhof, wo ich zwei Mitwanderer abholte. Bergan ging es zum Reiler Hals – die erste von sechs Bewirtungsstationen, die von den anliegenden Gemeinden der Zeller Moselschleife organisiert wurden – wo wir mit einem Glas Erdbeerbowle die Aussicht ins Moseltal genießen konnten.  Am Pündericher Stand an der Drieschhütte unter den drei Eichen, einem Naturdenkmal, gab es neben den üblichen geistigen Getränken, gefüllte Klöße mit Specksauce und Rieslingweinsauerkraut als Wegzehrung.

    2015-05-24 Turm

    Die nächste Verpflegungsstation unter dem Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf ersparten wir uns und stiegen den Turm hinauf um einen weiteren grandiosen Blick auf die Zeller Moselschleife zu werfen.

    Oben ein älteres Kugelpanorama, das noch von alten Turm aus aufgenommen wurde und den schönen Blick ins Tal zeigt. (Bild mit der Maus anklicken und in jede beliebige Richtung ziehen.)

    2015-02-15 Spiegelung

    Über den Weinstand der Gemeinde Briedel  (Bild ganz oben) in den Weinbergen – der Rieslingsekt war richtig gut – wanderten wir zum Stand der Zeller Winzer am Fuße der Marienburg um dort ebenfalls einige Rieslinge zu probieren.

    Wobei wandern vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist. Auf dieser kurzen Strecke würde eher spazieren passen, aber auf jeden Fall „Wein trinken an schönen Orten!“2015-05-24 Zugfahrt

    Über Bullay ging es dann wieder mit der Moselweinbahn zurück ins heimatliche Reil. Ein schöner Sonntagnachmittag: Das Wetter passte bestens, klasse Mitwanderer, jede Menge Bekannte und Freunde im Menschengewimmel der Wanderer begrüßt, die Weine gut, der Imbiss auch und schon wieder Vorfreude auf die Wanderung nächstes Jahr.

  • Prunus persica

    2015-05-19 Weinbergspfirsich

    Prunus persica, Varietät: Roter Weinbergpfirsich. Gewaltig, was in unserem Weinbergspfirsichbaum dran hängt. Das könnte eine überaus gute Ernte werden. Reichlich Vitamine für den Winter aus dem Einweckglas.

    In einigen Jahren kommen die im letzten Jahr in den Böschungen der Weinberge gepflanzten Pfirsichbäume auch noch in den Ertrag. Falls diese dann ebenso voll hängen, dann kann ich die ganze Nachbarschft incl. Freundeskreis damit versorgen.

    Aber vielleicht ist der große Behang auch ein Omen, ein Anzeichen, für eine kommende sehr gute Rieslingernte.

  • Fahrwerktuning

    2015-04-18 Raupenreparatur

    Nachdem ich in den letzten Tagen in einigen Weinbergen schwierigkeiten mit dem Bergauffahren hatte, wurde es Zeit, die Ketten des Raupenschleppers zu modifizieren. Durch das Aufschweißen von wenigen Vierkantstählen auf bestehende Kettenglieder – so mein Gedanke –  müsste eine bessere Verzahnung der Kette mit dem Boden gegeben sein. Die Fahreigenschaft auf der Straße würde sich dagegen verschlechtern und evtl. den Asphalt beschädigen.

    Soweit die Theorie. Also wie immer: Experimenteller Maschinenbau wenn der Winzer Flex und Schweissgerät handhabt.  Die erste, kurze Probefahrt verlief gestern wie angedacht. Die Steigfähigkeit und Lenkbarkeit im Steilhang ist verbessert, dass Fahrverhalten auf der Straße zwar schlechter, aber nicht so schlecht wie erwartet.

    Morgen nun den ganzen Tag „Probe fahren“. Ich hoffe, dass ich den zusätzlich aufgeschweißten Stahl auf den Raupen lassen kann und das Fahren im Hang besser und sicherer(!) wird. Andernfalls müssen die Schweißnähte mit dem Winkelschleifer wieder aufgetrennt werden. Aber darüber möchte ich jetzt nicht nachdenken. 😉

  • Was macht eigentlich?

    2015-05-10 Pierre1

    Foto: Pierre Manceau

    Was macht eigentlich? Eine Frage, die wir uns ab und zu stellen, wenn wir uns über ehemalige Praktikanten und Azubis unterhalten. Zu den meisten haben wir noch mehr oder minder Kontakt. Wir wissen, was sie jetzt machen und welchen Berufsweg sie eingeschlagen haben, z.B. Scheibentöpfer, Silberschmied, Journalist, Landwirt, natürlich Winzer oder anschließendes Weinbaustudium.

    Bemerkenswert der Werdegang von Pierre, einem französischen Weinbaustudenten, der uns in der letzten Weinernte und einige Wochen danach geholfen hat. Sein zweites Praktikum absolviert er jetzt auf einem der berühmtesten Weingüter Frankreichs, den Chateau Latour, dessen Wahrzeichen der Turm in den Weinbergen ist. Unser kleines unbedeutendes Weingut als Trittbrett zum Aufstieg ganz nach oben, zumindest für einen Praktikanten.

    Vom Anschauen des Bildes bekomme ich schon Rückenschmerzen. Nicht, das Pierre ein Riese ist, eher das Gegenteil, aber die Reberziehung in Frankreich ist sehr, sehr niedrig. Rebschnitt und Pflegearbeiten in gebückter Haltung, eine grauenhafte Vorstellung für mich.

    In einigen Wochen wird er sein Weinbaustudium beenden. Ich lasse mich Überraschen, wohin ihn sein weiterer Berufsweg führt.

  • Wieder zurück

    2015-05-07 Schuhe

    Nachdem wir in fernen Ländern einige Tage die Füsse hochlegen konnten,2018-05-08 Meerder Sturm der vergangenen Woche auch dort spürbar war, 2015-05-08 Fisch

    das Abendessen in einer hier in Deutschland schwer zu findenden Qualität selbst kaufen und zubereiten durften, sind wir wieder erholt aus dem Urlaub zurück gekehrt.  2015-05-08 Riesling

    Die Rieslingreben sind zwischendurch auch ohne uns gewachsen und wir werden uns in den nächsten Tagen um sie kümmern.