Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Hoffest, Tanzen ohne Grenzen

    2015-09-05 Hoffest

    2015-09-05 RefugeesTanzen ohne Grenzen! Das Motto des gestrigen, von unseren Kindern und ihren Freunden für Ihre und unsere Freunde organisierte Hoffest. Organisiert als Bottleparty, also die Gäste bringen Speis und Trank selbst mit.

    2015-09-05 KühlschrankDa sich unser Nachwuchs auch sozial engagiert, war das Motto des Hoffestes „Tanzen ohne Grenzen“. Es wurde um Spenden für den Trierer Verein FAOSE e.V. gebeten, der im Libanon eine Schule für syrische Flüchtlingskinder fördert.

    2015-09-05 BatikenNachmittags begann das Fest mit gemeinschaftlichem batiken, an dem Jung und Alt begeistert mitmachten.

    2015-09-05 JungeDie Jungen besetzten die Stehplätze,

    2015-09-05 Altenbankdas Mittelalter saß auf der Altenbank

    2015-09-05- Alte und von der Loge hatten unsere Senioren den kompletten Überblick auf das Geschehen im Hof.

    2015-09-05 Musik1Musikalisch eröffneten die Pandabären das Fest.

    2015-09-05 PoetriTobi begeisterte die Besucher mit Poetry Slam.

    2015-09-05 Frau ohne NamenRaphael und die Unbekannte verzauberten mit Gitarre und Gesang die Gäste.

    2015-09-05 SingenDas Dilettantentrio mit Juicy Jonas entfachte begeisterten Applaus.

    2015-09-05 Andi1Andi Stahlhart musste wegen einsetzendem Regen in die Garage – ich sage mal großkotzig „Südbühne“ – ausweichen und

    2015-09-05 Andilegte grandiose Saxophonsoli hin.

    Zwischendurch spielten noch Herr Müller und sein Chauffeur. Da ich aber am Verpflegungsstand Dienst hatte, leider ohne Foto.

    2015-09-05 JannisJannis und Leon konnten nach dem Regen wieder auf der Hauptbühne auftreten. Die Eltern der Beiden waren auch dabei und richtig stolz auf den Nachwuchs.

    2015-09-05 PartyNatürlich wurde auch getanzt, ganz viel sogar!

    2015-09-05 EsszimmerDie Moselklabauter verbreiteten klasse Atmosphäre – wieder einmal regnete es und die Nordbühne im Weingut wurde genutzt – und beendeten den musikalischen Teil der Party. Bis früh in den Morgen wurde noch weiter gefeiert.

    Der Hof ist mittlerweile gekehrt und aufgeräumt. Die Spendendosen wurden auch schon geöffnet, gezählt und wir freuen uns, dass eine stattliche Geldsumme für den Verein FAOSE e.V. gespendet worden ist.

    Vielen Dank an die Spender, an alle, die sich an diesem Fest beim Auf- und Abbau beteiligt haben und die Künstler auf der Bühne, die für Stimmung sorgten. Auch Danke an alle Gäste und natürlich an unsere Nachbarn, die den „Lärm“ ertragen haben.

  • Weinernte 2015: Planungen und erste Prognosen

    2015-09-02 Nebel

    Letzte Woche gab es den ersten ergiebigeren Niederschlag um die lang anhaltende Trockenheit zu beenden, gestern verabschiedete sich der Hochsommer mit einem ganzen Regentag. Der erste herbstliche Nebel füllte das Moseltal, um bald von der Sonne vertrieben zu werden.

    Alles passend für die kommende Weinernte. Die Wetterbedingungen sind optimal! Wasser haben wir jetzt genug im Boden, ein Notreife der Trauben ist abgewendet. Die langfristige Wettervorhersage sagt kühle Nächte – gut für die Aromaausbildung der Rieslingtrauben – und warme Tage voraus. Regen ist auch nicht nennenswert gemeldet. Uns reichen die vergangenen zwei Weinernten, bei denen Regen die Ernte verfaulen ließ.

    Die Planungen: Erntebeginn für unseren Riesling ist bei uns am 05. Oktober, morgens um acht! Wahrscheinlich etliche Tage Vorselektion, damit die verbleibenden Trauben weiter reifen können. Danach die Haupternte, und wenn uns das Herbstwetter gnädig ist, obenauf noch etwas ganz gutes, etwas richtig gutes!

    Die Prognose: Qualitativ ist alles drin, quantitativ weiß ich nicht. Ich bin unglaublich schlecht darin, Erntemengen im voraus zu schätzen. Aber es wird wie immer sein: Wenn es wenig gibt, dann gibt es noch weniger, und wenn es viel gibt, dann gibt es noch mehr.

    Und wenn nun diese Prognose und Planung nicht zutrifft, dann halte ich es mit Konrad Adenauer: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Sie werden mich nicht daran hindern, schlauer zu werden.”

    Noch vier Wochen, bis wir wissen ob sich die Arbeit eines ganzen Jahres gelohnt hat. Armin Kobler, Südtirol, und Bernhard Fiedler, Neusiedler See, haben es da besser. Beide haben diese Wochen schon mit der Ernte angefangen und werden dieses Wissen etlichen Wochen vor mir haben.

  • Hoffnung in den Zeiten der Dürre

    2015-08-27 Unwetterwarnung

    Bisher hatten wir im Wochenrhythmus immer etwas Regen. Es reichte jedoch vorne und hinten nicht. Der Regen verhinderte gerade, dass die Reben massive Trockenstressanzeichen zeigten und beginnende Notreife erkennen ließen. Auch in älteren Weinbergen sieht man mittlerweile immer öfter den Reben die Trockenheit an. Die Rebblätter drehen sich zunehmend von der Sonne weg, um weniger Wasser zu verdunsten.

    Letzte Woche, während unserer Wanderung über den Moselsteig an der Terassenmosel, haben wir schon Weinberge gesehen, in denen mit einer Notreife der Trauben zu rechnen ist: vergilbte bzw. abgefallene Blätter sowie ins bläuliche verfärbte Rieslingtrauben. Qualitative und quantitative Probleme sind garantiert.

    Obige „Unwetterwarnung“ des Deutschen Wetterdienstes gibt Hoffnung, dass die jetzigen Trockenheitsprobleme kleiner werden.

    Im Moment regnet es, Landregen!

    Morgen nach dem Aufstehen werde ich als erstes meinen Regenmesser begutachten. Drücken Sie uns die Daumen!

    Nachtrag 28.08.2015.

    Über Nacht kamen zwar nicht die prognostizierten 35 Liter Regen, aber mit den 23 Litern, die ich heute Morgen im Regenmesser gefunden habe, sind wir auch schon sehr zufrieden. Am Wochenende noch einmal hochsommerliche Temperaturen, dann soll es kühler werden. Etwas Entspannung in Sachen Trockenheit.

  • 4 Tage

    2015-08-18 ElkeVergangene Woche sind wir 4 Tage auf dem Moselsteig unterwegs gewesen. Ich berichtete schon öfters über diesen premium Wanderweg. Es war stellenweise anstrengend. Hoch und runter, nicht immer gemütlich, sehr oft steil runter und noch steiler bergauf, das Ganze mehrfach in einer Tagesetappe, stellenweise senkrecht über Leitern nach oben, wie beim Aufstieg in die Tagesetappe Zell-Neef unter dem Collisturm. Zwischendurch merkte ich, dass meine „Beinmuskeln am wachsen“ waren. 2015-08-20 Winningen

    Oben angekommen immer wieder grandiose Aussichten ins Moseltal oder2015-08-20 Uhlenauf die steilen Moselweinberge wie hier bei Winningen.2015-08-20 Fassaden

    Im Tal in den Dörfern und Städtchen viele historische Häuser und Fassaden verschiedener Stilepochen. Liebevoll restauriert mit vielen Verzierungen und farblichem Schmuck. 2015-08-20 Giebel

    Das älteste in Privatbesitz befindliche und immer noch zum Wohnen genutzte Wohngebäude in Deutschland ist ebenfalls am Moselsteig zu finden.2015-08-20 NiederburgSehenswert auch weniger bekannte Raubritterburgen 2015-08-20 Eltz2 und natürlich die allseits bekannte Burg Eltz, die früher sogar einen Geldschein und eine Briefmarke schmücken durfte.    2015-08-18 Wegweiser

    Kleinigkeiten, die einem am Wegesrand auffallen. Ein Schieferstein mit Quarzeinschluss, der bei Zell als Wegweiser dient.2015-08-18 Imbiss

    Im Rucksack, neben dem Übernachtungsgepäck, die Wanderverpflegung, da auf den Etappen nicht immer eine Einkehrmöglichkeit vorhanden ist.. 2015-08-20 Kreuzweg

    Die Aufstiege auf die Moselberge folgen oft alten Kreuzwegen,  die an einer Kreuzkapelle enden.2015-08-20 Matthiaskapelle

    Eine der schönsten Kreuzkapellen an der Mosel ist die Matthiaskapelle in Kobern-Gondorf. Bilder der Kapelle gibt es hier.2015-08-20 Wegkreuz

    Zwischendurch immer wieder Wegekreuze. Entweder aufgrund eines Gelübdes aus Dank nach der Errettung aus einer Notlage wie Krieg, Krankheit, Seuche oder Lebensgefahr, gestiftet und errichtet, oder  2015-08-18 Heiliger1

    als Wegmarkierungen für Wanderer und Pilger an einer Wegkreuzung.2015-08-18 Heiliger2Einmalig diese Mariengrotte neben einer Kreuzkapelle.2015-08-20 Castor

    Im Tal immer wieder sehr schöne Kirchen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Hier der „Moseldom“ St. Castor in Karden, eine der bedeutendsten Kirchen an der Mosel.2015-08-18 Gipfelkreuz

    Und natürlich, wenn man ganz oben ist auf dem Moselberg: Ab und an gibt es da auch Gipfelkreuze wie das auf dem Petersberg bei Neef.

  • 0800 4 5555 20 – Da werden Sie geholfen!

    2015-08-19 Ausbildungsbeihilfe

    0800 4 5555 20 – Da werden Sie geholfen. Der alte Werbespruch von Veronica Pooth. Hier die Zentralnummer des Callcenters des Arbeitsamtes (für die Arbeitgeber), die für jegliche Information dienen soll.

    Aber nun mal der Reihe nach.

    Unsere Ausbildungsstelle ist mittlerweile besetzt. Ein/e EU Ausländer/in hatte sich beworben und den Ausbildungsvertrag unterschrieben. Eine Wohnung war auch schnell organisiert. Da aber das Lehrlingsgehalt nicht so üppig ist, um einen eigenen Hausstand zu gründen und die elterliche Unterstützung auch begrenzt ist, dass erste Problem.

    Also sich im Internet sachkundig gemacht. Dabei auf Mobi Pro gestoßen, einem Programm für die Ausbildung ausländischer Jugendlicher. Förderung mittels Sprachunterricht, Förderung bei der Bewerbung, Hilfen zum Lebensunterhalt, Fahrtkosten usw. Hört sich alles gut und nett an, aber weitere Information, also die harten Fakten, nicht aus der Homepage ersichtlich.  Also angerufen, der Mitarbeiter am Telefon hörte sich sehr sachkundig an. Ich sollte Interesse an diesem Programm per Mail kundtun (Die Verwaltung der Gelder des Arbeitsamtes wird bei diesem Projekt von externen Projektträgern übernommen.) Einen Tag später kam dann die Absage, ich könnte nicht an diesem Programm teilnehmen, Projektträger werden und es ist für dieses Projekt in diesem Jahr sowieso kein Geld mehr da.

    Also bei einem regionalem Projektträger angerufen. Es war eine interessante Unterhaltung mit dem zuständigen pädagogischen Betreuer. Zum Einem – ist mir aus vorherigen Kontakten bekannt – das die Arbeitsagentur etwas schwierig telefonisch erreichbar ist und dann hätten Sie auch nur die Zulassung für Portugiesen, Spanier und Rumänen und das auch nicht für den Winzerberuf. Also wieder nichts mit der Förderung von ausländischen Ausbildungswilligen. Problem!

    Da Sprachuntericht in meinem Fall nicht nötig ist – Deutsch wurde schon in der Schule unterrichtet – meinte mein Gesprächspartner, käme alternativ noch die Berufsausbildungshilfe in Frage.

    Also obige „Da werden Sie geholfen“ Rufnummer angerufen. Der erste Anruf scheiterte an einem inkompetenten Mitarbeiter. Kenne ich von anderen Gelegenheiten. Ich hatte schon einmal mehrere Stunden damit verbracht, einen sachkundigen Sachbearbeiter an die Strippe zu bekommen. Also der zweite Versuch. Zuerst eine Belehrung, dass diese Rufnummer nur für Arbeitgeber zuständig ist und nicht für Arbeitnehmer, die diese Hilfe beantragen müssten. Aber dann hat es doch geklappt, ich durfte das Anliegen meines zukünftigen Stiftes vortragen und es sollte ein Antragsformular für diese Fördermaßnahme an mich geschickt werden. Ich hätte da noch einige Fragen, sagte ich. Er sagte, ich werde angerufen. Einen persönlichen Sachbearbeiter in meiner zuständigen Arbeitsagentur mit eigener Nummer gibt es, auch für Arbeitgeber, nicht! Trotzdem ein kleiner Erfolg!

    Einige Stunden später der Rückruf der Agentur. Leider kommunizierte die dafür zuständige Sachbearbeiterin mit meinem Anrufbeantworter. Letzter Satz: „Für Rückfragen können Sie mich gerne zurückrufen“, natürlich keine Telefonnummer. Es gibt nur oben genannte, die bei einem Callcenter landet.

    Die Anträge auf die Berufsausbildungsbeihilfe kamen einige Tage später an. Gott sei Dank sehr verständlich gehalten. Die benötigten Dokumente kamen auch ganz schnell per Internet von der Familie.

    Heute sind wir, also mein Stift und ich, dann persönlich zum Arbeitsamt gefahren. So stand es ja auch im Anschreiben bei der Zusendung der Anträge. Da es ja Arbeitnehmersache ist, diese Papiere abzugeben, in die Schlange vor den „Empfang“ gestellt. Ich hasse es, dass mit dem in Schlange stehen!

    Als wir dann dran waren, keine Beratung, keine Sichtung des Papierstapels und/oder Hinweise auf Ausfüllfehler oder fehlende Dokumente! Es werde weitergeleitet an die Sachbearbeiter wurde ich beschieden. Ob ich noch Fragen hätte, der Sachbearbeiter würde dann zurückrufen…

    Die Zeit heute Morgen hätte ich mir sparen können. Besser direkt an das übergeordnete Arbeitsamt geschickt und der Antrag käme wahrscheinlich eher in die Bearbeitung. Servicequalität ist etwas anderes. Jetzt lasse ich mich einmal überraschen.

    In zwei Wochen ist Ausbildungsbeginn. 🙂

  • Gegen den Durst

    2015-08-08 Hugo

    Obwohl die sommerliche Hitze in den nächsten Tagen zugunsten von kühleren Temperaturen weicht, trotzdem noch schnell für die, die es nicht wissen, ein Rezept für ein kühlendes Getränk an einem heißen Sommerabend.

    Man braucht 2 cl Holunderblütensirup, am besten selbst gemacht, 100 ml Sekt, natürlich der Beste!  50 ml Mineralwasser, 2 frische Minzblätter, ich empfehle die geruchsintensive Persische Minze,  eine Limette und natürlich Eiswürfel.

    Zuerst ein bis zwei Eiswürfel in ein Weißweinglas, reiben Sie dann das Innere des Glases mit den beiden Minzblättern aus und legen Sie diese anschließend einfach auf die Eiswürfel. Durch das Reiben der Minzblätter öffnen sich deren Poren, sodass das Minzaroma besser entströmen und sich im Cocktail ausbreiten kann.

    Anschließend wird die Limette gründlich unter fließendem Wasser abgewaschen und in Achtel zerteilt. Die Limettenstücke drücken Sie leicht über den Eiswürfeln aus und geben sie danach direkt in das Glas.

    Dann Holunderblütensirup, Rieslingsekt und Mineralwasser hinzugeben und fertig ist der allseits beliebte Cocktail Hugo.

    Sie können das Ganze auch variieren, anstatt Holunderblütensirup Zitronenmelissensirup verwenden, Weißwein statt Sekt oder Zitrone alternativ zur Limette. Bei großer Hitze und großem Durst mehr Mineralwasser oder Eiswürfel.

    Das allerwichtigste zum Schluß: Nur mit guten Zutaten erhält man ein Getränk für besten Genuß!

  • Wasser!

    2015-08-08 HoffestAm Samstag habe ich als Gastwinzer beim Hoffest meines Kollegen Reinhard Schäfer unsere Moselrieslinge präsentiert.  Der Hof des Weingutes war sehr gut gefüllt, Speis und Trank gab es reichlich und die Liveband machte ausgezeichnete Musik. Zwar brütend heiß und etwas schwierig die Weine gekühlt zu halten, aber ein sehr schöner Abend.

    Auch in Württemberg ist die extreme Trockenheit ein allgegenwärtiges Thema. Die kleineren Regenschauer, die wir in den letzten Wochen an der Mosel hatten, fehlten dort komplett. Gestern kam allerdings die Erlösung für den Kollegen. Abends erreichte mich die freudige Nachricht per Mail:

    „Hallo Harald,

    innerhalb einer Stunde 50 Liter Wasser. Halle schwimmt. Alle Regenwasser-Tanks laufen über. Mussten am Haus die Hochwasser-Sperre anbringen!

    Gruß

    Reinhard“

    Wie unser Weingut, liegt auch das Weingut Schäfer nahe am Fluss (Bottwar). Als Moselanlieger würde ich eher Bach sagen. Und wie das nun mal bei Flussanliegern ist, die zudem direkt im Talgrund liegen, gibt es mal leichte Überschwemmungen. Nicht meterhoch wie wir es an der Mosel gewohnt sind, aber plötzlich 15 cm Wasser in Hof und Halle sind ja auch schon was.

    Für Reinhard ist auf jeden Fall die Sorge um die Trockenheit im Weinberg sehr schnell und ausreichend erledigt. Da nimmt er gerne die kleine Überschwemmung in Kauf.

    Für uns ist das Problem mittlerweile auch kleiner geworden. Letzte Nacht gab es fast 20 Liter/qm Regen, kommende Nacht soll es auch noch regnen. Etwas Entspannung!

    Ich hoffe und wünsche, dass genügend Regen für alle Winzer fällt, da die extreme Hitze und Trockenheit die Wasserreserven in ganz Europa schwinden lässt. Beispielsweise schreibt auch unser Kollege Bernhard Fiedler in Österreich über die Auswirkungen des Wassermangels.

  • mangels Masse

    2015-08-07 Laubschnitt

    Der zweite Laubschnitt mit dem Laubschneider fällt mangels Masse fast ganz aus. Durch die fehlenden Niederschläge sind die meisten Reben nach dem ersten Laubschnitt nicht mehr weiter gewachsen. Lediglich bei einem Drittel unserer Weinbergsfläche lohnt der Einsatz der Maschine. Bei den anderen Weinbergen sind lediglich einige Rebtriebe per Hand mit der Rebschere abzuschneiden.  Zu Fuß und per Hand schneller als jede Maschine. Ich wünschte, es wäre anders rum.

  • Murphys Gesetz

    2015-08-03 Kellerkatze

    Murphys Gesetz„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ Nicht ganz so schlimm wie vor einigen Jahren, aber es nervt trotzdem.

    Gestern Morgen signalisierte das Armaturenbrett des Kettenschleppers eine fehlerhafte Funktion der Lichtmaschine. Ich dachte mir, dass der Keilriemen des Antriebes abgesprungen ist, aber nein, dass war es nicht. Also zur Tankstellenwerkstatt gefahren und um Ratschlag gebeten. Die Stromlieferung der Lichtmaschine schwächelte etwas. Kein Grund zur Sorge. Nervig nur, dass die optische Meldung auf dem Display mit einer kleineren Sirene verbunden ist, die alle paar Sekunden Warnsignale von sich gibt.

    Beim Nachfüllen des Wassers für die dritte Runde der Bewässerung einer Junganlage, war unser hauseigener Brunnen leer und Trinkwasser musste genommen werden. Wasser alle, wie in den Weinbergen.

    Die Heimfahrt nach getaner Arbeit endete mit einem riesigen Knall. Plattfuß am Anhänger! Ein Stein war während der Fahrt hochgewirbelt worden und hatte sich zwischen Reifen und Anhängestell verkantet und die Flanke des Reifens aufgeschlitzt. Also Raupe abladen, Hänger an den Wegrand stellen, mit dem Traktor nach Hause, Werkzeug und Wagenheber ins Auto, Reifen abbauen und schon wieder zur Tankstellenwerkstatt. Gottseidank war ein Ersatzreifen vorhanden. Und das Ganze wieder rückwärts: Mit dem Auto in den Weinberg fahren und Reifen montieren, Auto nach Hause und anschließend mit dem Traktor Anhänger und Raupe holen.

    Die Kellerkatze beim Ausruhen in der sommerlichen Hitze unter dem Walnussbaum. Mit den häufigen Hofdurchfahrten meinerseits, laufend gestört. War mir aber auch egal.

    Heute Morgen dann keinen Strom an der 12v Bordsteckdose gehabt. Erst nach einer längeren Fehlersuche habe ich als Ursache eine geschmolzene Sicherung gefunden. Kurze Zeit später das Gleiche noch einmal. Das „Warum“ aber nicht gefunden.

    Mittlerweile etwas genervt durch die sich immer wieder meldende Sirene beim „Support“ des Kettenschlepperherstellers angerufen. Die Lichtmaschine dürfte der Verursacher sein. Liefert nicht genug Stromspannung. Es reicht für die Batterieladung, aber nicht fürs Abschalten der Sirene, vermutlich auch Stromschwankungen, die das Schmelzen der Sicherungen bewirkt haben.

    Eine Neue ist bestellt und ich hoffe, dass es die Lösung für einen Teil der gestrigen und heutigen Probleme ist.

  • Angespannt, sehr angespannt

    2015-07-22 Riesling

    In den guten Lagen, also den frühen, sind die Trauben sehr gut verblüht. Man sieht nur wenige kleine Beerchen, die von nicht bestäubten Blüten stammen.2015-07-22 Verrieselt

    Vollkommen gegensätzlich die Trauben in den späteren Lagen. Zwei Tage Kälteeinbruch während der Blüte sind deutlich zu sehen. Ganz extrem – wie im obigen Bild – ist das Blüteergebnis bei Rebstöcken, die zum Zeitpunkt der Blüte schon unter Wassermangel gelitten haben. Der Riesling ist sehr empfindlich in der Blütephase.

    2015-07-2 Triebspitze

    In einer jungen Rebanlage mit sehr vielen nachgepflanzten Rieslingreben haben wir das Wachstum wieder angekurbelt. Nach zweimaliger Wassergabe sind die kurz vor den vertrocknen stehenden Triebspitzen wieder ergrünt und das Längenwachstum hat wieder eingesetzt.

    Die Reben sehen besser aus, als aufgrund der hohen Temperaturen erwartet. Wir haben Weinberge, die immer noch ausreichend Wasser im Boden finden und an denen man die Trockenheit nicht ansieht, bis hin zu sehr stark trockengestressten Rebstöcken, bei denen die Triebspitzen und die unteren Blätter schon verdorrt sind. Leider auch schon Trauben, die ins bläuliche verfärben. Nicht so gut für die Qualität.

    Jetzt wäre es an der richtigen Zeit, die Reben zu bewässern. Leider haben wir diese Möglichkeit nicht. Da beneide ich Kollege Armin, der die Möglichkeit zum Bewässern hat.

    Uns bleibt nur die Möglichkeit zu warten. Die Lage ist leider angespannt, sehr angespannt.

    Letzte Woche gab es etwas Regen. Kommende Woche sind weitere Niederschläge gemeldet. Es wird ein hangeln von Regen zu Regen, jeweils ein Tropfen auf den heißen Stein.