Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Frohe Weihnachten

    2012-12-24 Weihnachtsbaum

    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens, Marita Keß und die Kinder Felix, Sophie und Alice

  • Desaströs

    2015-12-22 Gestell

    Heute sollte es passieren, wie jedes Jahr: Das Ausmisten des Reiler Kirchendaches. Jede Menge Fledermauskacke für den Biowinzer. Ich berichtete schon mehrfach darüber. Da das alte Rohr, durch das die Fledermauskacke über das Dach der Kirche in den Anhänger rutschen sollte, immer wieder verstopft war, heute das Nachfolgemodel. Ein spacig aussehendes Transportwägelchen mit einer innovativen Drehvorrichtung sollte die neuen Metallrohre sanft über das Schieferdach nach unten gleiten lassen und zudem nicht mehr verstopfungsanfällig sein.

    Soweit die Theorie!

    2015-12-22 RohrLeider verhinderte die Geometrie der Dachgaube das sanfte bergab Rollen des Wägelchens. Nur mit rohen Muskelkräften und mit viel Hauruck konnten wir das Rohr platzieren. Die Konstruktion war leider etwas zu schwer geraten….

    Nun das erste Desaster. Da wir doch etwas spät im Jahr den Dung aus dem Dach entfernen wollten, war dieser durch die Luftfeuchtigkeit dermaßen klebrig geworden, dass nix, aber auch gar nix durch das Rohr nach unten wollte. Das Rohr war vollständig verklebt. Frust machte sich breit und es wurde abgebrochen.

    Nur noch der Abbau des Rohres stand bevor. War es noch „einfach“ die Rohre morgens zu verlegen, bahnte sich nun ein weiteres Desaster an. Auch hier wieder: Nix, auch rein gar nix ging. Der Ruf nach einer Arbeitsbühne oder ähnlichem wurde laut. Dachdecker? Feuerwehr mit Rettungsleiter?

    Drei Männerköpfe überlegten, dachten nach und fanden eine Lösung. Zeitweise hatte ich beim darauf folgenden Abbau der Rohrkonstruktion Muffensausen – es verhakte sich u.a. in der Regenrinne, die Akrobatiknummer des Naturschützers vom Nabu auf der Leiter war auch nicht ohne -, aber es funktionierte.

    Im Januar soll der nächste Versuch gestartet werden. Wir haben schon Alternativen diskutiert. Ich hoffe, dass eine funktionierende Lösung darunter sein wird. Falls nicht, muss schlimmstenfalls per Eimerkette über Glockenturm und Sakristei – ich wage nicht daran zu denken – entmistet werden.

  • Zufriedenheit

    2015-12-07 BlumeWährend draußen im Weinberg die Natur einen auf Frühling macht2015-12-07 Fass säuberngehen wir im Weinkeller der typischen Dezemberarbeit nach.

    Dieser Tage wurden die jungen Weine von der Hefe getrennt. Nebenbei – während die Pumpe lief und kein Fass mehr zum säubern war – wurden die jungen Weine intensiv verkostet. Dazu gab es eine intensive Lehrlingsunterweisung.

    Zufriedenheit! Azubine ist lernwillig und fleißig, die jungen 2015er Rieslingweine schmecken gut: Was will man man mehr?

  • Dankeschön!

    2015-12-12 Glühwein

    Ein voller Erfolg war die gestrige Bio-Glühwei(h)n-Nacht. Gemütlich fing es an – einige Touristen hatten im Vorbeigehen am Weingut das Hinweisplakat gelesen – danach gaben sich die Reiler Bürger die Türklinke in die Hand. Volle Bude, den ganzen Abend.

    Viel Lob gab es für den Riesling Glühwein. Das letzte Woche durchgeführte Probekochen hatte sich gelohnt. Die Mischung stimmte! Vorausschauend hatte ich die zur Verfügung stehende Glühweinmenge um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr erhöht und heute Morgen war nur noch der Boden des Kochkessels bedeckt. Die Süßkartoffelsuppe fand ebenfalls reißenden Absatz.

    Ein ganz großes Dankeschön an unsere Besucher! Wie immer wurde für den Glühwein und die Suppe gespendet. Der Familienrat hatte abends vorher getagt und die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl als Spendenempfänger ausgewählt.

    Ein neuer Spendenrekord konnte erzielt werden. Fast 1200 € werden wir die nächsten Tage an Pro Asyl übergeben.

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Bitte vormerken!

    2015-12-01 Glühweihnacht

    Gemütliches Beisammensein bei leckerem  Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau und eine kleine Überraschung.

    Am Samstag, den 12. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

    Wie gehabt spenden wir den Glühwein und der Erlös wird an eine regionale wohltätige Organisation gespendet. Welche ist noch unklar. Der Familienrat wird sich noch beraten.

    Für die, die von weiter herkommen und auch Durst haben: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.57 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 21.28 Uhr.2015-12-04 Glühwein

    Dieser Tage haben wir schon den Riesling für die Glühwei(h)n-Nacht ausgesucht und Probe „gekocht“. Neben den bei uns üblichen Glühweingewürzen gab es auch einen Versuchsansatz mit der Glühweingewürzmischung des Koblenzer Gewürzhändlers Pfeffersack & Soehne. Wie nicht anders zu erwarten war, allerbeste Qualität und sehr aromastark. Auch bei der halben, auf der Verpackung angegebenen, Dosage noch sehr intensiv.

    Für unseren Riesling etwas zu intensiv, so dass wir bei der alten, betriebseigenen, Gewürzmischung bleiben. Aber auf jeden Fall ist diese Gewürzmischung eine Empfehlung wert, ebenso die anderen Gewürze dieses Händlers.

  • Neues aus Brüssel

    2015-11-25 EULLE

    Neues aus Brüssel: Subventionsempfänger Fördergeldempfänger sollen von den Wohltaten der Europäischen Kommisssion berichten, zwangsweise, sonst werden die Fördergelder wieder zurück verlangt. Heißt im Amtsdeutsch zwar sanktioniert, ist aber das Gleiche. Zwangsweise noch der verpflichtende Link zur Europäischen Kommission und ich müsste eigentlich den Vorschriften genüge getan haben.

    Habe ich aber nicht, geht auch nicht. In der DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) Nr. 808/2014 DER KOMMISSION  vom 17. Juli 2014 steht auch drin, das obige Information mind. 25% der Website einnehmen muss. Nachzulesen im Anghang III, Teil 1, 2.2 letzter Absatz.

    Hoffentlich liest hier keiner mit… 😉

    Das wäre das fürs Internet. Dazu kommen noch zwei Schilder ähnlichen Inhaltes – heißen im Amtsdeutsch „Erläuterungstafeln“- , die ich lt. Vorschrift „an einem für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Ort“ anbringen muss. Werden Gottseidank durch das Landwirtschaftsministerium gesponsort. Das Geld könnte man sich auch sparen…

    Alles unter dem Motto „Tue Gutes und Sprich darüber lass darüber sprechen“. Ich habe eher den Eindruck, dass es in Brüssel viele gibt, die nicht ausgelastet sind und sich Ihre Zeit mit solchen Selbstbeweihräucherungsverordnungen oder anderen noch lächerlicheren Verordnungen totschlagen.

    Sie haben es sicherlich gemerkt, auch wir bekommen „Fördergelder“. Einen größeren Teil für die Bewirtschaftung und Erhaltung des Steillagenweinbaues und einen kleineren Obulus für die Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise.

    Ein Artikel über Subventionen zum Nachlesen, hier bei  Bauer Willi.

  • Langsam, ganz langsam

    2015-11-23 Kellerkatze

    Langsam, ganz langsam gären die Weine im Keller. Selten, dass eine Gärung in unserem Weinkeller so schleppend vonstatten ging. Um ein Auskühlen der gärenden Rieslinge zu vermeiden – die Hefen mögen es warm -, erwärmen wir mittlerweile etliche Fässer. Die Kellertüre bleibt geschlossen, damit die „Wärme“ im Weinkeller bleibt. Hoffentlich gibt es kein Hochwasser, das diese Bemühungen mit eiskaltem Moselwasser kon­ter­ka­rie­ren würde.

    Noch zeigen die Hefen bei der täglichen Gär- und Temperaturkontrolle das sie aktiv und am gären sind. Wie des Öfteren schaut die Kellerkatze mir bei der Arbeit zu und geht im Keller auf Entdeckungsreise. Die Mieze ist auf jeden Fall quirliger als die Hefen.

    Gärkontrolle heißt auch täglich die jungen Weine zu probieren und mit diesen bin ich sehr zufrieden: Sehr aromatisch mit guter Struktur und Reife, saftig und mineralisch.

  • Neulich im Weingut Steffens-Keß: Bacchanalien

    Im Weingut Steffens-Keß huldigten wir neulich dem Weingott Dionysos und feierten die Bacchanalien. Zu später Stunde – beide Weinkühlschränke waren schon geplündert – dann die ultimative Aufforderung des Publikums an mich.

  • Weinernte 2015: Ein Rückblick

    2015-11-01 Goldlay von Klaus LayFoto: Klaus Lay

    Wie 2014 war auch dieses Jahr von einer ausgiebigen Trockenheit geprägt. Das Rebwachstum war sehr verhalten, jedoch verhinderten zwischenzeitige kleine Regenfälle extreme Trockenstreßsymptome an den Reben. So immer kurz vor knapp regnete es etwas, der sogenannte Tropfen auf den heißen Stein. In den frühen Lagen verlief die Rebblüte sehr gut, in den späten Lagen wurden jedoch leider nicht alle Blüten bestäubt. Im Hochsommer war die Lage durch Temperaturen bis zu 40 Grad sehr angespannt und der Wassermangel bereitete uns große Sorgen. Zum Glück kamen am Monatswechsel August/September die lange ersehnten, ergiebigen Niederschläge. Die Niederschläge waren dann aber direkt so reichlich, dass insbesondere bei kompakten Trauben einzelne Beeren aufplatzten und Fäulnis einsetzte. Erinnerungen an das letzte Erntejahr wurden wach, als die Trauben schneller wegfaulten wie wir ernten konnten.

    Durch einsetzendes Hochdruckwetter konnte diese jedoch glücklicherweise sauber eintrocknen. Anfang Oktober begannen wir mit mehreren selektiven Erntedurchgängen die Weinlese.2015-10-31 RieslingDas Wetter war während der Erntewochen äusserst winzerfreundlich. Wenige kalte Tage – nur an einem Morgen gab es kalte Finger-, nur einen Regentag und leider auch wenige sonnige Tage, aber das störte nur den Fotografen in mir. Der Indian Summer, also die schöne Herbstverfärbung der Blätter, kam dann auch mit Ende der Ernte und ist nun weitestgehend zu Ende. Der Winter kann nun kommen.

    Schon in den ersten Erntetagen zeichnete sich ab, das es eine reichliche Ernte geben würde. Das Wetter verhinderte weitere Fäulnis und damit auch das Wegwerfen verfaulter Trauben. Auch hingen mehr als reichlich Trauben an den Rebstöcken. Der Keller ist fast randvoll. Eine mengenmäßig sehr gute Ernte.

    Qualitativ sind wir auch sehr zufrieden. Bis auf etwas sauber eingetrocknete Fäulnis, auch als Edelfäule bekannt, ausschließlich gesunde Trauben. Ideal für unsere trockenen Rieslingweine. Die schönsten vollreifen Rieslingtrauben, wie im obigen Bild, gab es dann in der letzten Erntewoche. 2015-10-20 ErntehelferDazu arbeitsmässig absolut streßfrei, eine ganz tolle Erntemannschaft, mit der man eine Menge Spaß hatte und mit der so manches Gläschen Riesling geleert wurde.

  • Dickes Lob

    2016 Eichelmann Steffens-Kess Urkunde Kopie.1jpg

    Dickes Lob von Gerhard Eichelmann in seinem Weinführer: „Starke Kollektion“. Da fühlt sich meine Winzerseele geschmeichelt!