Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Wie ein Schweizer Käse

    2016-03-09 Mauseloch

    Wie ein Schweizer Käse sehen die Böden in einigen Weinbergen aus. Die letzten warmen Winter haben die Population der Schermaus ernorm anwachsen lassen. Man findet Eingangsloch an Eingangsloch zu den unterirdischen Gangsystemen.

    Schäden haben wir bisher keine in den Weinbergen, mit Ausnahme der jungen Reben, die uns vor einigen Jahren abgefressen wurden.  In den jungen Weinbergen sind die Mäuse noch nicht vertreten und wir hoffen, dass es so bleibt. Die alten Reben haben ein so großes Wurzelwerk, dass es die Mäuse sicherlich nicht ganz abnagen können.

    Hoffen wir auf ökologische Lösungen:  z. B., dass der Fuchs, den wir letztes Jahr im Weinberg gesehen haben, sich an den Mäusen sättigt. Ebenso könnten Greifvögel, der nächste kalte Winter oder sich durch die Überpopulation der Mäuse verbreitende Krankheiten die Population dezimieren.

  • Kellermeisters Geheimwissen: Das Zielspucken!

    troostspuck

    Foto: Archiv Hochschule Geisenheim

    Wissen das nicht mehr vermittelt wird: Das Zielspucken! Der an der Geisenheimer Weinuni lehrende Professor (1939 bis 1973) für Kellerwirtschaft Gerhard Troost, (2ter v. re), führte seinerzeit Spuckübungen mit Studierenden durch. Erst wer in einem scharfen Strahl, über eine definierte Distanz hinweg, gezielt Wasser in ein Spuckgefäß bewegen konnte, der durfte sich für Weinverkostungen einschreiben.

    Das Zielspucken, also das ausspucken von Wein bei Verkostungen, um viele Weine probieren zu können, ohne trunken zu werden, sollte wieder in die Lehrpläne aufgenommen werden. Es ist schon interessant zuzusehen, wo bei Profiverkostungen beim Ausspucken das ganze dann landet…

  • Fertig!

    2015-02-27 Keller

    Fertig! Der Neue Jahrgang ist abgefüllt. Der Keller ist nun durch die mengenmäßig gute Ernte 2015 gefüllt. Unser, in den letzten Wochen sehr zusammen geschrumpftes Weinsortiment, ist um die 2015er Rieslinge erweitert worden und nun komplett. Ab sofort in unserem Shop bestellbar,

  • Beste Mama

    2015-02-18 Beste Mama

    Die „Beste Mama“ – ein „Orden“ von unseren Kindern für Chefin Marita – steht zipfelbemützt an unserer Abfüllanlage, stellt Flaschen aufs Fließband und hat die Aufsicht, während dessen ich mich um Nachschub an Bouteillen, Korken und Wein kümmere. Wie jedes Jahr: Kalter Keller, kalte Weine und daher ist das Abfüllen sehr aromaschonend für unsere Rieslinge.

    Draußen im Weinberg das schönste Wetter, man könnte neidisch werden auf die Kollegen, die im Weinberg stehen. Morgen werden wir  das schöne Weinbergswetter auch beim Rebschnitt genießen, bevor es nächste Woche in die Endrunde mit dem Abfüllen geht.

  • Moselstraße

    2015-02-10 Hochwasser

    Im wahrsten Sinne des Wortes: Unsere Adresse, die Moselstraße in Reil. Die Regenfälle der vergangenen Tage machen sich bemerkbar und stehen auf der Moselstraße. Binnen Stunden ist die Mosel vergangene Nacht stark gewachsen und es stehen schon einige Keller in Reil unter Wasser.  Ein sogenanntes 2 jährliches Hochwasser (HQ2), das, wie der Name schon sagt, alle 2 Jahre auftreten kann. “Leicht erhöhte Wasserstände…” wie der Hochwasserwarndienst es bezeichnet. Heißt real, dass der Pegel ca. 5 Meter über Normal ist.

    Nichts dramatisches, für uns Moselbewohner ganz normal, gehört einfach dazu, wie ich hier schon einmal berichtete.

    2016-02-10 Hochwasser Hof

    Die untere Weingutszufahrt ist durch die Mosel blockiert. Der Weinkeller ist noch trocken und wird voraussichtlich auch nicht nass. Wäre natürlich wieder passend, da nächste Woche abgefüllt werden soll und ein Hochwasser diesen Planungen zuwider laufen würde.

  • Finalprobe Zwanzichfuffzehn

    2016-02-03 Gläser

    Gestern war es wieder einmal so weit. Das Steffens-Keß Verkosterteam traf sich zur Finalprobe 2015er Riesling bei uns in der Probierstube. Kurze Unterrichtung meinerseits, was denn so ungefähr auf dem Tisch stand, dann durften alle nacheinander probieren. Der auch dabei gewesene Oberkellermeister meinte nur, das ein falsch in der Reihe platzierter Wein dabei sei, andere rochen etwas, was ich beim besten Willen, andere auch – nicht nachvollziehen konnten. Ich schwieg einfach dazu und wollte keine weiteren Informationen geben. Alles normal, wie immer.

    Bei der zweiten Verkostung kurze Zeit später, die Jungweine waren mittlerweile wärmer geworden und hatten etwas Luftsauerstoff gezogen, ein anderes Geschmacksbild. Alles im positivem Bereich.

    Nach dem gereichten Imbiss, dann die dritte Probenrunde, in der ich Details zu den Weinen, den Ursprungsweinbergen und der Vinifikation preisgab, die zu regen Diskussionen führte.

    2016-02-03- Verkosterteam1Zu später Stunde kam dann endlich die „Jugendgruppe“ des Steffens-Keß Verkosterteams, probierte sich durch und kam zum gleichen Ergebniss wie die ältere Generation.

    Gleich werde ich noch einige Weine nachprobieren, aber schon jetzt steht fest, dass wir sehr zufrieden mit den 2015er Weinen sein können. In zwei Wochen beginnen wir mit dem Abfüllen, kurz danach ist er käuflich hier im Shop erwerbbar und Sie können sich selbst ein Bild über die Qualität machen.

  • Statt Däumchen zu drehen

    2015-01-27 Federica

    Statt Däumchen zu drehen, liest unsere Azubine in Fachbüchern. In der Wartezeit, bis das nächste Weinfass leer filtriert ist und gereinigt werden muss, lernt sie die theoretischen Grundlagen der Kieselgurfiltration– für die mitlesenden Winzerkollegen: Es ist der „Troost“ -. Nach der nächsten Fassreinigung bekomme ich Löcher in den Bauch gefragt und muss dann Rede und Antwort stehen. Sie wissen schon: Wieso, weshalb und warum!

    Macht Spaß, sehr gute 2015er Rieslinge und eine Azubine, die Freude und Interesse an der Arbeit und am Winzerberuf hat.

  • Seit zwei Tagen

    2016-01-20 Shop

    Geschafft, hat etwas länger gedauert. Mitte letzten Jahres gab es ein Neues Design für die Homepage, etwas aufgehübscht gegenüber der alten Version und zugleich auf das Responsive Webdesign umgestellt.

    Kurz gesagt, den  Internetauftritt so flexibel zu gestalten, so dass er sich automatisch auf das jeweils zum Betrachten gewählte Gerät anpasst. Durch Responsive Design sieht eine Website auf einem 24 Zoll-Desktop Monitor genauso gut aus wie auf dem 3,5 Zoll kleinen Bildschirm eines Smartphones.

    Seit zwei Tagen ist nun unser Weinshop auch im Responsiven Design online.

    Hat etwas länger gedauert, aber Oberadmin Joachim Ott hat es sehr gut umgesetzt. Die Weinauswahl ist im Moment leider noch sehr begrenzt. Die meisten Weine sind ausgetrunken. Ab Ende Februar kann ich mich dann mit der Shopsoftware üben, wenn dann die Neuen Weine abgefüllt und in den Shop integriert werden müssen.

    Wir würden uns über Kommentare und Meinungen über unserem Neuen  Shop freuen. Gerne über die Kommentarfunktion oben unter der Überschrift oder per mail.

  • Neues Spielzeug

    2012-01-15 Stapler

    Der Trend geht zum Zweitstapler, auch bei uns. Der Alte für den Flaschenkeller, dort wo es eng ist und/oder weniger Leistung erforderlich ist. Der Neue, große Deichselstapler, für die Steigungen im Hof, bei unebenheiten im Boden und dort, wo viel Leistung erforderlich ist.

    Als besondere Zugabe ist eine als Schreibstiftbecher getarnte Getränkehalterung vorhanden. Bierdosen passen perfekt! 😉 Unsere Weinflaschen leider nicht.

    Liebe Produktentwickler von Linde, die Standard Moselweinflasche hat exakt 76,3 mm Durchmesser. Es wäre nett, die Getränkehalterung entsprechend größer zu dimensionieren. Sagen wir mal 80 mm im Durchmesser. Ihr Image würde bei Winzern und Weingütern sicherlich steigen. 🙂

  • Nebelsuppe

    2015-12-30 NebeltalSehr oft in den letzten Wochen: Im Tal festsitzender Nebel, oben bester Sonnenschein. Leider schauen nur einige Rebstöcke unseres am höchsten gelegenen Weinberges aus der Nebelsuppe. Beim Rebschnitt ganz schnell von unten nach oben zur Sonne hin arbeiten, um diese zu genießen.

    Seit dem Jahreswechsel sind wir wieder im Weinberg aktiv und fahren mit dem Rebschnitt fort. Endlich wieder an der frischen Luft und viel Bewegung!

    Der Rebschnitt ist die arbeitsintensivste Arbeit an der Weinrebe und noch dazu bei einer der arbeitsintensivsten Rebsorten.  Der Riesling bildet bedeutend mehr Ranken aus als andere Sorten. Gegenüber dem Silvaner werden ca 50 % mehr an Arbeitszeit benötigt um das nicht mehr benötigte, festgerankte einjährige Rebholz aus dem Drahtrahmen zu entfernen. Aber wir machen das ja gerne für unseren Riesling, der uns mit seinem Wein mehr als genug dafür entschädigt.

    Also nix mit Winterschlaf und die ganze Zeit den jungen Wein probieren, wie manche glauben.