Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Blitzblank

     2015-01-21 TankreinigungDie ersten 2014er Weine sind in den  letzten Tagen mit dem Kieselgurfilter filtriert worden. Blitzblank liegen sie nun füllfertig im Fass. Nicht nur die Weine sind blitzblank, auch die Weintanks und Fässer wurden vom Azubi gründlich gereinigt. 2015-01-21 Faßtürchen

    Ein Holzfasstürchen mit Fassdichte bestreichen und anschließend 2015-01-28 Sven

    ins Holzfaß einzusetzen ist mittlerweile, wie auch das richtige Aufwickeln des Wasserschlauches, kein Problem mehr.

    2015-01-28 Filter

    Natürlich ist der Stift nicht nur zum sauber machen da. Zwischdurch gibt es immer wieder eine Lehrlingsunterweisung. Wein probieren darf er auch schon und mit mir darüber diskutieren ist auch selbstverständlich.

    Übrigens: Schmecken sehr gut, die Neuen Rieslinge!

  • Riesling für Afrika: Zurück vom Badeurlaub in Sambia

    2015-01-23 nachbearbeitet

    Ich berichtete vergangenen November über unseren Riesling, der, wie auch immer, den Weg über den Äquator nach Sambia eingeschlagen hatte.

    Dieser Tage wieder in der Sendungsverfolgung von DHL nachgeschaut, ob es was Neues gibt. Und es gab was Neues:

    „Aufgrund einer Beschädigung wurde die Sendung nachbearbeitet. Der Kundenservice der DHL wird den Absender kurzfristig kontaktieren.“

    meldete DHL am Dienstag dieser Woche.…………………………………………………………………..2015-01-23 Styropur

    Gestern dann die Rückkehr der beschädigten Sendung. Reichlich vom internationalen Paketzentrum Frankfurt in Styropur verpackt – so gar nicht ökologisch -. Ich war gespannt, was sich in den verbliebenen Kartoneinlagen befand. Beim Auspacken dann die Überraschung! Alle Flaschen waren unversehrt! Nur der Umkarton der Versandverpackung hatte auf dem Transportweg gelitten und wurde erneuert.………………………………………………………………………………………………….2015-01-23 Etiketten

    Aber die Etiketten! Alle demoliert und verschoben. Entweder hatten die Flaschen einen Tropenregen abbekommen oder einen Badeurlaub an den Seen und Flüssen Sambias verbracht.………………………………………………………………………………………….2015-01-23 Korkschieber

    Warm war es auch in Afrika. Sieht man am Korken einiger Flaschen, die Temparaturbedingt durch den sich ausdehnenden Wein etwas nach aussen geschoben wurden.

    Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben, wie das Paket auf diese Weltreise geleitet wurde und wer denn der Empfänger dort war. Auf jeden Fall habe ich nun 12 Flaschen Riesling, die zweimalig über den Äquator gereist sind.

    Vielleicht eine ähnliche Reifung wie bei einigen Aquavits, die mit dem Schiff eine mehrmonatige Reise mit Äquatorüberquerung machen und dadurch deutlich milder und feiner schmecken als vor der Abfahrt. Ich werde mal probieren ob das auch auf unseren Riesling zutrifft. Wenn ja, dann demnächst im Angebot:

    “SAMBIA-Mosel-Riesling – nach traditionellem Verfahren “DHL Transport-Service gereift”

  • Endlich wieder…

    2007-12-22 RauhreifEndlich wieder Jahreszeitgemäß. Nach dem kurzen Wintereinbruch nach Weihnachten und den vergangenen warmen Wochen gibt der Winter endlich wieder sein Stelldichein. Frost in der Nacht und tagsüber knapp über null.

    2015-01-11 Rauhreif1

    Jetzt nur noch Sonne, damit das ganze etwas „aufgehübscht“ wird. So ähnlich wie vor drei Wochen, als die Frostgrenze genau oberhalb der Weinberge lag und der Wald weiß bestäubt war.

    Natürlich wäre es ideal, wenn es auch tagsüber in die dicken Minusgrade gehen würde. Wichtig wäre dies z.B. für die Reduktion der Wildschweine, die durch den vergangenen warmen Winter nicht in ihrer Populationsdynamik gebremst wurden. Das gleiche gilt auch für die Wühlmäuse, deren Wühlgänge zahlreich den Boden durchziehen.

  • “…ein aus Lähmungserscheinungen der verschiedenen Nervensysteme, lokalen Congestationen und gastritischer Störungen zusammengesetzter unleidlicher Zustand…”

     

     

     

    2015-01-11 Kreisphysikus

    Dr. Franz Meurer, prakt. Arzt und königlicher Kreisphysikus sah im Moselwein  „…das reine Allheilmittel für alle Krankheiten…“. Aus heutiger Sicht eher als Wundermittel zu betrachten, wenn man die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Moselweine in dem kleinen Büchlein nachliest.

    „…Säugenden dagegen kann der Wein, wenn sie schwächlich und reizbar sind, mäßig getrunken, recht nützlich sein…“ 

    „Wir besitzen … in den Mosel-Weinen eine wahre Himmelsgabe, …, auch die Entstehung dieser Krankheiten (Nieren-, Blasen-, Gallensteine) verhüten… deren gründliche Heilung hinwirken.“

    Über Hypochondrie und Hysterie: „…wirken unsere Weine sehr günstig, indem sie das geschwächte und deprimierte Nervenleben auf die wohltätigste und freundlichste Weise anregen und aufrichten …. für die überaus reizbaren Hysterischen unsere sanften Mosel-Weine von allem am günstigsten wirken…“

    Neben den Wirkungen des Moselweines bei Schwangerschaft, Lungenentzündung, Trichinen, Schlaflosigkeit und Leibesverstopfung, Impotenz, Engbrüstigkeit und anderen Krankheiten, wird im Buch auch Basiswissen vermittelt: „…soll man Wein schon zum Frühstück trinken…“.

    Sagenhaft die Heilwirkung bei der Trunksucht:„Zur allgemeinen Abgewöhnung…, wo eine plötzliche, gänzliche Entziehung geistiger Getränke gefährlich ist…gibt es kein besseres Mittel als die leichten … Mosel-Weine, welche die Kräfte der … abgeschwächten Gewohnheitstrinker genügend unterstützen ohne zu stark zu reizen.“

    Auch eine kurze Abhandlung über den „Katzenjammer“ ist vorhanden: „…ein aus Lähmungserscheinungen der verschiedenen Nervensysteme, lokalen Congestationen und gastritischer Störungen zusammengesetzter unleidlicher Zustand…“ mit einem Fingerzeig auf den „Säuferwahnsinn“ und das solches beim Moselwein fast garnicht – im Gegensatz zu Weinen anderer Herkünfte – vorkommt.

    Alles klar? Einreiben, trinken, gurgeln und Moselwein hilft gegen alles.

  • Auf in ein Neues Jahr

    2014-12-26 Essen

    Nachdem wir die letzen zwei Wochen etwas Ruhe – fast wie Urlaub – genossen haben, Weihnachten und Silvester im Kreis von Familie und Freunden ausgiebig gefeiert haben,2014-12-28 Schneesogar zwei Tage Schnee im warmen Moseltal hatten, 2014-12-22 Abendrotwunderschöne Sonnenuntergänge betrachten durften,

    2014-12-18 Rebranke

    hat uns das Arbeitsleben wieder. Jetzt kümmern wir uns, soweit es die Witterung zulässt,  um unsere Rankpflanzen und fahren zügig mit dem Rebschnitt  fort.

  • Weinrallye 81: Wir schenken uns reinen Wein ein

    Wie sollte es auch anders sein um die Jahreswende:

    „Weihnachten, Jahresende, Zeit für Geschenke. Wie auch im letzten Jahr wollen wir uns ein bisschen beschenken. Mit feinem Wein. Let’s call it Wichteln.
    Die letzte Weinrallye des Jahres steht im Zeichen der Weine, die wir lieben und die wir gerne mit anderen Weinfreunden teilen wollen.“ so Susa auf Ihrem Blog Hundertachtziggrad.

    Unter dem Motto „wir schenken uns reinen Wein ein“ organisierte Susa den Ringtausch unter den Weinfreunden. Fast zeitgleich mit der Abreise meines Wichtelpaketes trudelte der mir zugedachte Wein ein.

    Dorothee Beil vom Kochblog bushcooks kitchen schickte mir meinen Wichtelwein. „Bei den letzten Aktionen dieser Art habe ich immer einen Riesling von unserem Freund Uli Stein, Haus Waldfrieden verschickt“ stand auf der beigelegten Karte und „…und…da Ihr sicher seine Weine kennt“ hatte Dorothee natürlich einen anderen Wein ausgewählt. War auch gut so, da ich die Weine von Uli Stein – der fußläufig von uns zu erreichen ist – kenne.

    2014-12-28 Eser

    Ein 2010er Rheingauer Spätburgunder trocken vom Weingut August Eser wurde an Weihnachten seiner Verwendung zugeführt. Neben einigen anderen Weinen begleitete er unser Weihnachtsmenü. Glasklar in der Aromatik, ein eher schlanker Spätburgunder mit eher dezenten Holzaromen aus der Barriquelagerung. Respektierlich, alle Achtung!

    Typisch für den Jahrgang, typisch für die Rebsorte und mit „nur“ 12,5% Alkohol noch ein leichter Rotwein, der einen guten Trinkfluss besaß, wie Sie an der leeren Flasche sehen können. Durchaus ein Wein, den man auch solo, also ohne Essenbegleitung – wir brauchen keinen Grund um Wein zu trinken – genießen kann. Über die Lagerung im Barrique und Geschmacksbeeinflussung dadurch kann man trefflich streiten. Mein Fall ist es weniger, zumindest subjektiv.

  • Frohe Weihnachten

    2014-01-02 Weihnachten
    Weihnachtliche Außendekoration in Reil
     

    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens, Marita Keß und die Kinder Felix, Sophie und Alice

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Glühwein für Kenia

    2014-12-13 Glühweihnnacht

    Ein voller Erfolg war die Bio-Glühwei(h)n-Nacht am vergangenen Samstag. Schon vor Veranstaltungsbeginn kamen die ersten Gäste. Unser Verkaufslager war den ganzen Nachmittag und Abend mit Gästen gut gefüllt. Glühwein, Kinderpunsch, Waffeln und Kürbissüppchen fanden regen Zuspruch: Alles weg!

    Das als Überraschung angekündigte outddoor Weinkino mit einigen Filmen über die Mosel, Wein und Moselaner musste regenbedingt nach innen verlegt werden. Da unser Verkaufslager recht klein und eng ist, wurde kurzerhand der Lastenaufzug in eine Kinokabine umgewandelt. Das der Beamer die Filme leider nur in schwarz-weiss auf die Leinwand brachte, störte niemanden.

    Und wie es so bei uns üblich ist: Der Glühwein usw. wurde gegen Spende ausgeschenkt. Dieses mal ist der Erlös von fast 900,- € für ein Projekt der Uni Trier in Kenia.

    Danke an alle, die geholfen haben das Spar-Spendenschwein zu füllen!

    Hier noch die kurze Projektbeschreibung:

    „Im März 2015 ist wieder ein Projekt in Nairobi/Kenia geplant, an dem jeweils 15 Studierende der Universität Trier und der Kenyatta University teilnehmen werden. Das Thema dieses Jahres  lautet:  „Health Care for the Poor in Nairobi Slums – Needs and Demands“ („Gesundheitsversorgung für die Armen in den Slums von Nairobi“).

    Diese Thematik ist von höchster Aktualität und Brisanz. In den Slums leben etwa 65% ( = rd. 2,5 Millionen Menschen) der Stadtbevölkerung auf nur 6% der Gesamtfläche Nairobis. Die Umweltsituation ist menschenunwürdig. Stinkende Müllhalden sind überall. In den 9 qm „großen“ Wellblech bzw. Lehmhütten spielt sich das ganze Leben einer etwa sechsköpfigen Familie ab. Toiletten gibt es keine in den Ein-Raum-Behausungen, sodass die menschlichen Bedürfnisse zumeist in Form von in Plastik oder Papier verpackten „Flying Toilets“ außerhalb der Hütten entsorgt werden müssen. Die sanitäre und hygienische Situation spottet jeder Beschreibung.

    Die Kindersterblichkeit der unter 5-Jährigen ist erschreckend hoch. Unterernährung, Typhus, Magen-Darm-Erkrankungen, Lungenentzündungen, Asthma, Malaria, Diabetes und HIV/AIDS sind die vorherrschenden Krankheiten im Slum.

    Das Projekt, das unter anderem mit den „German Doctors“ und mit dem Health Sector der GIZ im Slum Mathare durchgeführt werden soll, versucht im Rahmen eines Mixes von Methoden (Beobachtung, Kartierungen, quantitative und qualitative empirische Sozialforschung) die reale Situation abzubilden, um daraus konkrete Empfehlungen an die in der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsplanung Verantwortlichen in Kenia zu formulieren.“

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht

    2014-12-11 Bioglühweinhnacht

    Wann?

    Samstag, den
    13. Dezember 2014,
    ab 16.00 Uhr

    Wo?

    Weingut
    Steffens-Keß
    Moselstr. 63
    56861 Reil

    Was?

    Alles Bio:
    Glühwein vom Riesling, Kinderpunsch,
    Waffeln

    Und eine Überraschung!

    Infos und Gespräche zum
    Ökoweinbau

  • Frühlingsgefühle

    2014-12-09 Nachtschattengewächs

    Alles durcheinander, zumindest durch das Wetter in den vergangenen Wochen und Monaten. Ich schrieb hier schon einmal über den nicht enden wollenden Altweibersommer. In der Begrünung der Weinberge entdeckt man so manche Überraschung.

    Der schwarze Nachtschatten ist immer noch – oder schon wieder – am blühen,

    2014-12-09 Wilde Möhre

    die wilde Möhre ebenso.

    2014-12-09 Blüte

    Die Magerwiesen-Margerite sollte auch seit seit längerem verblüht sein

    2014-12-09 Oranges Habichtskraut

    und das orangerote Habichtskraut hat das Blühende, so normalerweise im August, schon lange verpasst.

    Die Reben haben bei uns mittlerweile das Laub fallen gelassen. Es gibt, nicht bei uns, aber z.B. beim Kollegen Bernhard Fiedler das Phänomen, das die Reben, bedingt durch die warme Witterung der vergangenen Wochen suggeriert bekommen hatten, es ist Frühjahr und ein erneuter Rebaustrieb im November (!) war zu sehen.

    Jetzt fehlen nur noch die Bienen um Honig zu sammeln…