Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Bitte vormerken!

    2015-12-01 Glühweihnacht

    Gemütliches Beisammensein bei leckerem  Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau und eine kleine Überraschung.

    Am Samstag, den 12. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

    Wie gehabt spenden wir den Glühwein und der Erlös wird an eine regionale wohltätige Organisation gespendet. Welche ist noch unklar. Der Familienrat wird sich noch beraten.

    Für die, die von weiter herkommen und auch Durst haben: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.57 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 21.28 Uhr.2015-12-04 Glühwein

    Dieser Tage haben wir schon den Riesling für die Glühwei(h)n-Nacht ausgesucht und Probe „gekocht“. Neben den bei uns üblichen Glühweingewürzen gab es auch einen Versuchsansatz mit der Glühweingewürzmischung des Koblenzer Gewürzhändlers Pfeffersack & Soehne. Wie nicht anders zu erwarten war, allerbeste Qualität und sehr aromastark. Auch bei der halben, auf der Verpackung angegebenen, Dosage noch sehr intensiv.

    Für unseren Riesling etwas zu intensiv, so dass wir bei der alten, betriebseigenen, Gewürzmischung bleiben. Aber auf jeden Fall ist diese Gewürzmischung eine Empfehlung wert, ebenso die anderen Gewürze dieses Händlers.

  • Neues aus Brüssel

    2015-11-25 EULLE

    Neues aus Brüssel: Subventionsempfänger Fördergeldempfänger sollen von den Wohltaten der Europäischen Kommisssion berichten, zwangsweise, sonst werden die Fördergelder wieder zurück verlangt. Heißt im Amtsdeutsch zwar sanktioniert, ist aber das Gleiche. Zwangsweise noch der verpflichtende Link zur Europäischen Kommission und ich müsste eigentlich den Vorschriften genüge getan haben.

    Habe ich aber nicht, geht auch nicht. In der DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) Nr. 808/2014 DER KOMMISSION  vom 17. Juli 2014 steht auch drin, das obige Information mind. 25% der Website einnehmen muss. Nachzulesen im Anghang III, Teil 1, 2.2 letzter Absatz.

    Hoffentlich liest hier keiner mit… 😉

    Das wäre das fürs Internet. Dazu kommen noch zwei Schilder ähnlichen Inhaltes – heißen im Amtsdeutsch „Erläuterungstafeln“- , die ich lt. Vorschrift „an einem für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Ort“ anbringen muss. Werden Gottseidank durch das Landwirtschaftsministerium gesponsort. Das Geld könnte man sich auch sparen…

    Alles unter dem Motto „Tue Gutes und Sprich darüber lass darüber sprechen“. Ich habe eher den Eindruck, dass es in Brüssel viele gibt, die nicht ausgelastet sind und sich Ihre Zeit mit solchen Selbstbeweihräucherungsverordnungen oder anderen noch lächerlicheren Verordnungen totschlagen.

    Sie haben es sicherlich gemerkt, auch wir bekommen „Fördergelder“. Einen größeren Teil für die Bewirtschaftung und Erhaltung des Steillagenweinbaues und einen kleineren Obulus für die Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise.

    Ein Artikel über Subventionen zum Nachlesen, hier bei  Bauer Willi.

  • Langsam, ganz langsam

    2015-11-23 Kellerkatze

    Langsam, ganz langsam gären die Weine im Keller. Selten, dass eine Gärung in unserem Weinkeller so schleppend vonstatten ging. Um ein Auskühlen der gärenden Rieslinge zu vermeiden – die Hefen mögen es warm -, erwärmen wir mittlerweile etliche Fässer. Die Kellertüre bleibt geschlossen, damit die „Wärme“ im Weinkeller bleibt. Hoffentlich gibt es kein Hochwasser, das diese Bemühungen mit eiskaltem Moselwasser kon­ter­ka­rie­ren würde.

    Noch zeigen die Hefen bei der täglichen Gär- und Temperaturkontrolle das sie aktiv und am gären sind. Wie des Öfteren schaut die Kellerkatze mir bei der Arbeit zu und geht im Keller auf Entdeckungsreise. Die Mieze ist auf jeden Fall quirliger als die Hefen.

    Gärkontrolle heißt auch täglich die jungen Weine zu probieren und mit diesen bin ich sehr zufrieden: Sehr aromatisch mit guter Struktur und Reife, saftig und mineralisch.

  • Neulich im Weingut Steffens-Keß: Bacchanalien

    Im Weingut Steffens-Keß huldigten wir neulich dem Weingott Dionysos und feierten die Bacchanalien. Zu später Stunde – beide Weinkühlschränke waren schon geplündert – dann die ultimative Aufforderung des Publikums an mich.

  • Weinernte 2015: Ein Rückblick

    2015-11-01 Goldlay von Klaus LayFoto: Klaus Lay

    Wie 2014 war auch dieses Jahr von einer ausgiebigen Trockenheit geprägt. Das Rebwachstum war sehr verhalten, jedoch verhinderten zwischenzeitige kleine Regenfälle extreme Trockenstreßsymptome an den Reben. So immer kurz vor knapp regnete es etwas, der sogenannte Tropfen auf den heißen Stein. In den frühen Lagen verlief die Rebblüte sehr gut, in den späten Lagen wurden jedoch leider nicht alle Blüten bestäubt. Im Hochsommer war die Lage durch Temperaturen bis zu 40 Grad sehr angespannt und der Wassermangel bereitete uns große Sorgen. Zum Glück kamen am Monatswechsel August/September die lange ersehnten, ergiebigen Niederschläge. Die Niederschläge waren dann aber direkt so reichlich, dass insbesondere bei kompakten Trauben einzelne Beeren aufplatzten und Fäulnis einsetzte. Erinnerungen an das letzte Erntejahr wurden wach, als die Trauben schneller wegfaulten wie wir ernten konnten.

    Durch einsetzendes Hochdruckwetter konnte diese jedoch glücklicherweise sauber eintrocknen. Anfang Oktober begannen wir mit mehreren selektiven Erntedurchgängen die Weinlese.2015-10-31 RieslingDas Wetter war während der Erntewochen äusserst winzerfreundlich. Wenige kalte Tage – nur an einem Morgen gab es kalte Finger-, nur einen Regentag und leider auch wenige sonnige Tage, aber das störte nur den Fotografen in mir. Der Indian Summer, also die schöne Herbstverfärbung der Blätter, kam dann auch mit Ende der Ernte und ist nun weitestgehend zu Ende. Der Winter kann nun kommen.

    Schon in den ersten Erntetagen zeichnete sich ab, das es eine reichliche Ernte geben würde. Das Wetter verhinderte weitere Fäulnis und damit auch das Wegwerfen verfaulter Trauben. Auch hingen mehr als reichlich Trauben an den Rebstöcken. Der Keller ist fast randvoll. Eine mengenmäßig sehr gute Ernte.

    Qualitativ sind wir auch sehr zufrieden. Bis auf etwas sauber eingetrocknete Fäulnis, auch als Edelfäule bekannt, ausschließlich gesunde Trauben. Ideal für unsere trockenen Rieslingweine. Die schönsten vollreifen Rieslingtrauben, wie im obigen Bild, gab es dann in der letzten Erntewoche. 2015-10-20 ErntehelferDazu arbeitsmässig absolut streßfrei, eine ganz tolle Erntemannschaft, mit der man eine Menge Spaß hatte und mit der so manches Gläschen Riesling geleert wurde.

  • Dickes Lob

    2016 Eichelmann Steffens-Kess Urkunde Kopie.1jpg

    Dickes Lob von Gerhard Eichelmann in seinem Weinführer: „Starke Kollektion“. Da fühlt sich meine Winzerseele geschmeichelt!

  • Weinernte 2015: Die Supermostwaage

    2015-10-22 Mostwaage

    Dieser Tage ist meine Mostwaage durch Unachtsamkeit zerbrochen. Da ich bei wichtigen Ersatzteilen oder Gerätschaften auf Vorrat denke, die Ersatzmostwaage genommen. Die Messergebnisse bei der täglichen Gärkontrolle kamen mir etwas spanisch vor. Die Kontrolle in Wasser zeigte das Übel.

    Satte 6 (sechs) Öchsle zuviel zeigte das Aräometer an. Der Nullpunkt sollte die Dichte von Wasser sein.

    Für den Weinkeller nicht zu gebrauchen. Eher was für die Riesenschw…..vergleiche in den sozialen Netzwerken. Jedes Jahr zu Erntebeginn das Gleiche. Unter dem Motto „Ich hab den größten, den längsten usw.“ die berühmten Bilder mit Mostwaage und möglichst hohen Öchslegraden.

    Das Publikum will beeindruckt werden.

    Mit dieser Mostwaage werde ich dann nächstes Jahr auch mitmischen. Dazu noch den Saft direkt aus der Kelter mit den Trubstoffen bzw. Fruchtfleischteilchen – die Fruchtfleischteilchen erhöhen das Mostgewicht, sind aber für eine exakte Messung fehl am Platz -, dazu noch kalter Saft der auch so zwei bis drei Grad bringt. Müsste eigentlich ausreichend sein, um mitzureden.

    Alternativ – das obere Ende der Spindel ist bei diesen Bildern in den sozialen Netzwerken meistens nicht im Bild zu sehen – könnte man ja dieses Messinstrument oben festhalten und die Feinkorrektur vornehmen.

  • Weinernte 2015: Wir haben fertig

    2015-10-24 ErntemannschaftWieder eine Weinernte geschafft. Eine anstrengende, jedoch entspannte und von Wetterextremen verschonte Weinernte liegt hinter uns. Doch dazu später mehr.

    Bei schönem Herbstwetter konnten gestern die letzten Rieslingtrauben in den Burger Weinbergen geerntet werden.

    An dieser Stelle ein Danke an unsere Lesemannschaft:
    Opa Reinhard, Thomas, Felicitas, Rosi, Margit, Freddy, Azubine Federica, Vali und Chefin Marita (v.l.n.r. ) und die heute nicht dabei gewesenen:  Margot, Ana, Sophie, Jonas, Elke, Diana, Anne, Felix, Jan, Otto und sein Freund.
    Wie immer: Rasend schnell, einsame Spitze im Selektieren, alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend und immer gut drauf. Klasse Mannschaft!

  • Weinernte 2015: Essen und Trinken hält die Seele zusammen

    2015-10-17 Essen
    Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, so das Sprichwort. Auf den Riesling zum Mittagessen verzichten wir lieber, damit es keine Schnittverletzungen durch die Ernteschere gibt, aber alle Erntehelfer werden bestens versorgt.  Zweites Frühstück mit Kaffee, Kakao oder Tee, je nach Wunsch. Mittags dann eine kräftige Kürbissuppe, lecker Kartoffelauflauf und viele vegetarische Spezialitäten – zu meinem Leidwesen sind leider einige Erntehelfer Vegetarier -, nebst Dessert.

    2015-10-17 KonfektObendrauf darf dann noch an den Süßigkeiten genascht werden. Essensmäßig ein Wunschkonzert für die Lesemannschaft.2015-10-18 Kisten reinigenSo gestärkt ist die Arbeitsmoral bestens, um die Rieslingtrauben zu selektionieren und auch nach getaner Weinbergsarbeit die Erntekisten zu reinigen. 2015-10-17 RieslingIm Weinberg sind wir mit dem zweiten, selektiven Erntedurchgang fertig. Nur noch beste Rieslingtrauben hängen an den Rebstöcken. Das Wetter soll uns in den nächsten Tagen auch hold sein.

    Bis jetzt ist fast alles perfekt, fehlt nur noch ein bisschen „Goldener Oktober“.

  • Weinernte 2015: fröhliche Erntehelfer

     2015-10-10 Raupe fahren

    Das Team ist bestens eingearbeitet und auch ohne Anweisungen läuft es Hand in Hand. Sei es die Trauben mittels Kettenschlepper aus dem Weinberg zu fahren, das Keltern im Kelterhaus oder die Kelterreinigung: Mittlerweile ein eingespieltes Team. Nebenbei haben wir viel Spaß, es wird viel gelacht und alle sind bestens drauf. 2015-10-10 Kellerprobe

    Abends sind einige Helfer im Weinkeller bei der Verarbeitung des Mostes dabei. Natürlich auch, um die bisher geernteten, gärenden Rieslingweine zu probieren.

    Die erste Selektionsrunde haben wir hinter uns. Es hängen nur noch gesunde Rieslingtrauben in unseren Weinbergen. Das Wetter hat bisher gepasst. Der für heute morgen angekündigte Frühfrost hat sich in Luft aufgelöst, die weiteren Wetteraussichten sind auch hervorragend. Zwar Langeunterhosenwetter, dafür aber trocken und für die weitere Rieslingreife förderlich.

    Qualität und Quantität stimmen bis jetzt. Die nächsten Tage werden zeigen, inwieweit eine Aufkonzentration bzw. weitere Reife in Richtung sehr gute Spät- und Auslesen möglich ist.