Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Weinernte 2012: Wünsche

    Das wäre für mich das ideale Erntewetter: Frühmorgendlicher Nebel im Moseltal, der bei evtl. Frostnächten die Kälte von den Reben mehr oder weniger fernhält. Danach bis abends schöner Altweibersommer. Da sind die Wetterfrösche fast gleicher Meinung wie ich, wenn ich mir die Wettervorhersage für die nächsten Tage anschaue.

    Das Ausbleiben von unerwünschter Traubenfäule ist auch ein Winzerwunsch, der bis jetzt restlos erfüllt wurde. Unsere kulturtechnischen Maßnahmen wie z.B. entblättern der Traubenzone haben auch dazu beigetragen.

    Und für das Auge wünsche ich mir noch eine sehr schöne Verfärbung des Reblaubes. Die letzten Farbtupfer bevor der graue Winter kommt. Natürlich gibt es noch weitere Wünsche. Einen vollen Weinkeller z.B., aber dieser Wunsch wird dieses Jahr, wie ich schon schrieb, nicht erfüllt.

    Heute der Erste Erntetag. Wenig aber gut. Die Trauben sehr gesund, der Most hoch aromatisch. Morgen ist Sektgrundwein geplant, danach unsere Basisqualitäten. Zwischendurch, wenn die Böden abgetrocknet sind, unsere steilsten Weinberge. Soweit mit den Planungen, die  morgen garantiert wieder verworfen werden. Das macht den Winzerberuf ja gerade spannend. Jeden Tag etwas anderes. Die Ernte wird auf jeden Fall sehr entspannt ablaufen. Nichts drängt den Winzer dazu, schnell ernten zu müssen! Die Rahmenbedingungen wie Traubengesundheit, Wetterprognose, analytische Werte der Moste usw. sind nahezu perfekt. Vielleicht für einen perfekten Wein, falls es so etwas gibt. Ich habe ein gutes Gefühl!

  • Der kulinarische Notfallkoffer: Über Katzenpippi, marmeladige Holzsuppe und unfallfrei trinkbare Weine

    Das zweite Buch von Rainer Balcerowiak ist anlässlich der Frankfurter Buchmesse druckfrisch auf dem Markt. Über sein Erstlingswerk „Das demokratische Weinbuch!“ berichtete ich hier. Als linker Journalist befasst er sich intensiv mit dem Wein, dass spannendste und facettenreichste Getränk, welches die Menschheit hervorgebracht hat.

    In gewohnt flotter Schreibweise schreibt er nicht über die schöne Welt edler Weine und Speisen. In diesem Büchlein werden Trink- und Esskultur kritisch hinterfragt und mit kräftigen Worten bedacht. Jeder bekommt sein Fett weg. Ohne um den heißen Brei herum zu reden, werden die Dinge beim Namen genannt. Ein sehr wohltuendes Buch, kurzweilig geschrieben mit viel Sachverstand, Hintergrundwissen und teilweise zum Nachdenken anregend. Nicht der übliche Weinführer, das übliche Bla, Bla, wo der eine vom anderen abschreibt. Davon habe ich schon genügend im Regal stehen. Dieses Buch ist erfrischend anders!“

    Ein Rundumschlag! Seien es die Weintrinker, die Winzer, die Biowinzer natürlich auch, Weinvermarkter, unsere Politiker und andere, alle bekommen es auf die Mütze.

    Lassen Sie sich entführen in die Weinwelt von Rainer Balcerowiak. Wenn sie mehr über Katzenpippi, marmeladige Holzsuppe, unfallfrei trinkbare Weine, aufgeblasenen Mist u. a. wissen möchten, wenn sie erfahren wollen, was Dosensuppen mit Spitzenköchen und ein Völlerei-Contest mit modernem Ablasshandel zu tun haben:

    „der kulinarische Notfallkoffer“  Mondo Verlag Heidelberg,

    14,95 €, 155 Seiten, gebunden, 13×19,5 cm, ISBN: 978-3-938839-32-4

  • Capreolus capreolus

    Capreolus capreolus, auf gut deutsch ein Reh. Waren eigentlich zwei gewesen, in zwei benachbarten Rebzeilen. Per Zufall bei einem Blick in die Reben gesehen, sie mich auch. Gottseidank war ich allein, denn ansonsten hätte garantiert jemand gerufen „Guck mal da“ und die Rehe wären natürlich sofort geflüchtet. So musterten sie mich einige Minuten, so das ich etliche Fotos machen konnte, bevor sie das Weite suchten.

    Als Gelegenheitsschädling in Waldnähe an den jungen Rebtrieben fressend, Gottseidank unsere Trauben verschmähend.

     

  • Weinernte 2012: Alles läuft!

    Unser kleiner Rivanerweinberg ist abgeerntet. Mit kleiner Mannschaft, also Familie nebst Azubi, binnen weniger Stunden geerntet.

    Alles läuft!  Keine der Maschinen ließ mich dieses Jahr im Stich, nur die Erntemenge. Wenig, enttäuschend wenig! Das schlechte Blütewetter und der Pilzbefall hatten ihre Spuren hinterlassen. Wenn es viel gibt, gibt es noch mehr, wenn es wenig gibt, wird es noch weniger, so der alte Winzerspruch. Könnte durchaus auch beim Riesling zutreffen. Viele Kollegen sprechen über geringe, sogar über geringste Erträge bei den früheren Rebsorten. Ich habe das Gefühl, dass es auch auf den Riesling zutreffen wird. Erntebeginn ist in einer Woche. Ich lasse mich überraschen.

    Qualitativ wurden wir nicht enttäuscht. Ausschließlich gesunde Trauben, keinerlei Selektionsbedarf und sehr klare, fruchtig schmeckende Moste. Das kühlere Reifewetter der vergangenen Wochen hat sich sehr positiv auf die Traubenqualität ausgewirkt.

  • Weinernte 2012: Vorfreude!

    Vorfreude auf die Ernte! Drei Tage hatten wir bei Freunden im Rahmen der Nachbarschaftshilfe bei der Traubenernte geholfen. Die eigenen Rivanertrauben – nur ein kleiner Weinberg – sollen Ende der Woche gepflückt werden. Selten hatten wir so gesunde Trauben an den Rebstöcken hängen. Keinerlei Fäulniss und Verderb. Da wird so richtig Spaß machen, da keine aufwändige selektive Ernte nötig ist.

    In den nächsten Tagen werden wir die vorbereitungen für die Lese abschliessen. Rivanerernte ist auch Testphase für die Weinpresse und andere Maschinen, die störungsfrei funktionieren sollten. Hoffentlich!

  • Weinernte 2012: Der Alptraum wurde wahr

    Gestern noch über Freud und Leid geschrieben, heute die Fortsetzung. Nicht über die Freude, nein, über das Leid. So richtig desaströs! Ein richtiges Debakel. So etwas ähnliches gab es schon im letzten Jahr. Scheint sich zu wiederholen.

    Aber nun vom Anfang an. Heute morgen, beim inspizieren der großen Holzfässer, konnte ich in eine der Faßdauben locker einen Schraubenzieher stoßen. Der Alptraum jedes Holzfassausbauenden Winzers wurde wahr: Holzschwamm!! (Link führt zu einem ähnlichen holzzerstörenden Pilz) Mit einer Holzküferei telefoniert, ob es reparabel ist. Im Prinzip ja. Aber! Holzfass abbauen, in die Werkstatt bringen (über 100 km), zusammenbauen und Reparatur, abbauen und in den Keller und wieder zusammenbauen. Und im übrigen und sowieso und überhaupt haben wir vor Mitte 2014 keine Zeit, die Auftragsbücher sind voll. Kurz noch eine Schnellkalkulation geben gelassen und festgestellt, das es sich wirtschaftlich nicht lohnt.

    Also mit dem Abbau des Fasses begonnen. Gar nicht so einfach! Eichenholz, 5-6 cm Fassholzdicke, nicht wie bei Ikea furniert und leicht, sondern massiv und richtig schwer! So abbauen, das das daneben liegende Faß nicht beschädigt wird. Mit der Faßwinde schräg stellen, Faßreifen lockern, Faßdauben vom Faßboden lösen, mit dem richtig dicken Hammer vorderen Faßboden lockern und entfernen. Dann ging es nicht mehr weiter. Sind richtig stabil gebaut. Die hinteren Faßreifen, die nur gelockert waren, hielten mit aller Macht das Holz zusammen.

    Nach einigem Grübeln – ich hoffe, dass die Berufsgenossenschaft hier nicht mitliest – den Winkelschleifer genommen und ganz vorsichtig, zum wegspringen bereit, halb versteckt hinter dem Nachbarfass, die Fassreifen durchtrennt. Schlagartig hatte sich mein Problem gelöst.

    Das war einmal ein 3000 l Holzfass. Zum trocknen auf der Palette. Zu schade, um es im Ofen zu verheizen. Im Gegensatz zum gestrigen Moselfuderfass doppelt so dickes Eichenholz!  Ideales Möbelbauholz!  Lange abgelagert und Jahrzehnte mit Riesling gebeizt! Ich werde meinen Schreiner fragen. Oder hat sonst jemand Interesse?

    Das ist eine der beiden beschädigten Dauben. Der Holzschwamm  hat 80% der Daubendicke zerstört. Als Ersatz habe ich mir kurzfristig únd mit viel Glück noch den letzten verfügbaren Edelstahltank bei meinem Kellereiartikelhändler geordert. Zwar nur ein zweitausender, aber, wie ich schon schrieb, bei Holzfässern hat man lange Lieferzeiten, sind fast doppelt so teuer und für die erwartete kleinere Ernte wird der Platz im Weinkeller reichen.

  • Weinernte 2012: Freud und Leid

    Gestern und heute Freude bei uns, als wir beim reinigen der Holzfässer aus der Kellertüre schauten. Soll auch morgen noch andauern, wenn die Wetterfrösche recht haben. Nach den sehr trockenen letzten Wochen gab es endlich Regen. Die Weinreben sehen durch den Wassermangel schon teilweise gestresst aus und daher Freude bei uns, da die Trauben in ihrer Reifeentwicklung nun nicht mehr durch Wassermangel behindert werden können.

    Heute dann das Leid. Der Azubi, mit der Aussenreinigung der Holzfasser beschäftigt, meldete ein Problem. Der Faßboden eines der alten Holzfässer war gerissen. Reparatur mangels Alter und Handwerkern nicht möglich und rentabel. Wieder eins weniger im Faßkeller, dafür einige Tage in der Wohnung warm.

    Neukauf ist dieses Jahr nicht geplant, da die Weinernte etwas geringer ausfällt. Diese Ersatzinvestition wird erst nächstes Jahr getätigt.

  • Mein Freund das Pferd

    „Wer eine minderjährige Tochter hat und es sich gründlich mir ihr verderben will, hat eine ziemlich einfache und absolut sichere Möglichkeit: Einfach mal leckeres Pferdefleisch auf den Esstisch stellen. Doch auch viele…“

    Endlich hat er einen Blog. Ich hatte schon  lange darauf gewartet. Rainer Balcerowiak ein linker Journalist, der sich ausgiebig mit Genussthemen befasst, hat endlich mit dem bloggen angefangen. Unter dem Motto „Genuss ist Notwehr“ ist sein Blog online gegangen. Interessante Betrachtungen über die Dinge rund um den Genuss. Erfrischend, frech und provokativ, so ganz anders als andere Schreiberlinge.

    Ich mag seine Texte. Vor längerer Zeit berichtete ich schon einmal über sein Buch „das demokratische Weinbuch“ und freue mich schon darauf, Anfang Oktober sein Neues Werk „der kulinarische Notfallkoffer“ druckfrisch zu erhalten und anschließend darüber zu berichten.

  • Newsletter No. 7: Ein kurzer Jahresrückblick, des Winzers Nebenaktivitäten, Randgeschehen und ein Prognöschen

     

    Endlich bin ich fast da wo ich jedes Jahr hinmöchte: Die Früchte der jährlichen Arbeit zu ernten. Das bisher schwierigste Jahr, seitdem ich ökogischen Weinbau betreibe, liegt hinter mir. In den vergangenen 30 Jahre Bioanbau hatte ich noch nie so viel Angst um die Ernte gehabt. Ein extrem nasser Mai und Juni förderten massiv die Pilzkranheiten, führten zu einer nicht optimalen Befruchtung der Rebblüten und erschwerten die Bewirtschaftung unserer Steillagen.

    Die heißen Temperaturen im August bremsten dann jedoch unsere pilzlichen Feinde aus. Trockenes,  heißes Wetter! Optimal. Da die Rebblätter nur die trüben, kühleren Tage vorher gewöhnt waren, setzte die ungefiltert auf die Pflanzen auftreffende UV Strahlung der Sonne diesen etwas zu. Auf der Sonnenseite der Reben durch UV Strahlen aufgehellte, geschädigte Blätter, auf der Schattenseite normale Blattfarbe. So ähnlich wie beim Menschen. Ist er nicht abgehärtet, bzw. daran gewöhnt, wird er rot, im anderen Fall braun. Ich denke, dass die Assimilationsleistung (Zucker- und Geschmacksbildung für die Beeren) nicht oder nur minimal gelitten hat.

    Der Winzer hat noch viele Nebenaktivitäten neben dem Winzern. Z.B. war ich letzte Woche als Jubelperser, bzw. „die Claque“  unterwegs. Alle Jahre bin ich dabei, wenn eine junge Frau aus Reil sich für das Amt der Moselweinkönigin bewirbt. Eine bunte Mischung von Reiler Bürgern mit der amtierenden Dorfweinkönigin und ihren Prinzessinnen hatte sich nach Trier auf den Weg gemacht.

    Die ältere Schwester unserer jetzigen Dorfweinkönigin wurde unterstützt. Corinna Dauns machte Ihre Sache auf der Bühne sehr gut. Spontan und natürlich! Aber leider knapp, ganz knapp – wie mir ein Jurymitglied verriet –  wurde sie nicht zur Königin oder Prinzessin gekürt. Vielleicht im nächsten Jahr, oder  es wird die kleine Schwester, die jetzt als Dorfweinkönigin übt und Weinbau studiert.

    Samstag, drittes Septemberwochenende, die seit Jahren regelmäßig veranstaltete Wanderweinprobe unter dem Motto „2011 Wandert“. Durch die Reiler Weinberge wandern und unterwegs von verschiedenen Winzern 2011er Weine probieren, die dann vom Winzer auch vorgestellt werden.  Mittlerweile ist dieses Event sehr bekannt und beliebt. Wir kommen so langsam an unsere Grenzen. Es  freut uns natürlich, dass diese Aktivität von weininteressierten Touristen so gut angenommen wird. Nächstes Jahr werden wir wohl mit Mikrofon und Lautsprecher durch die Weinberge ziehen, damit die „Menschenmassen“ die Anprache des Winzers auch gut verstehen können.

    Mit zum Erfolg dieser Veranstaltung hat unser Weinbergsessen beigetragen, das zwischendurch in den Weinbergen gereicht wird.

    Immer wieder gibt es irgendwelche Studien, die besagen, das ökologisch erzeugte Lebensmittel nicht gesünder für den Menschen, genauso unökologisch erzeugt sind wie konventionelle Produkte und natürlich auch Pestizidrückstände enthaltne. So auch diese aktuelle Studie. Es werden aber immer nur Teilaspekte betrachtet. Auch ist die Frage, wer diese Studien in Auftrag gegeben hat und welche Ergebnisse gewünscht sind. Ein kleines Beispiel. Als ich vor Jahren mit dem ökologischen Weinbau anfing, ging es einfach nur um Ökologie und Nachhaltigkeit im Weinberg. Rückstandsdiskussionen gab es einfach nicht. Wer keine Pestizide verwendet, hat auch keine Rückstände. Eigentlich logisch! Mittlerweile wird ökologischer Landbau vom Verbraucher mit Rückstandsfreiheit gleichgesetzt, geht aber nicht. Wir haben eine allgemeine Umweltbelastung mit Pestiziden, Autoabgasen usw. und wir sind auch davon betroffen, wenngleich auch um einiges weniger. Aber unser Produkt Wein hat gegenüber anderen Lebensmitteln einen entscheidenden Vorteil! Durch die Trennung von Saft und Pressrückstand haben wir schon eine gewaltige Abreicherung evtl. vorhandener Schadstoffe. Während der Gärung bindet die Hefe weitere Pestizidrückstände und Schwermetalle, so das nach Gärende, falls überhaupt, nur noch minimalste Spuren an Rückständen vorhanden sein können. Das größte Gift im Wein ist und bleibt der Alkohol. Da lasse ich überhaupt nicht mit mir diskutieren.

    Ökologischer Landbau/Weinbau ist mehr! Lesen sie dazu diese Kolumne der Frankfurter Rundschau, die auch andere ökologische Aspekte aufgreift:

    „Wir ruinieren mit unserem Gefresse von Schrottnahrung die Gesundheit und Zukunft Minderprivilegierter.“

    Eine Ernteprognose abzugeben ist schwierig. Da mache ich lieber ein Prognöschen, ein kleines.

    Eine riesengroße Menge wird es nicht! Die verzettelte Blüte mit nicht optimaler Befruchtung der Beeren, in einigen Weinbergen Pilzbefall vom falschen Mehltau (Peronospora) und durch die Dauerfeuchte im Juni/Juli weggefaulte Trauben haben die Erntemenge nach unten korrigiert. Wie weit, weiß ich nicht. Ich bin sehr schlecht im Erntemengen schätzen.

    Die qualitativen Erwartungen sind gut bis sehr gut. Trockenes, kühles  Wetter ist in den nächsten Tagen gemeldet. So können unsere Trauben recht lange gesund bleiben und reifen. Tagsüber warm, so um die zwanzig Grad, nachts deutliche Temperaturrückgänge. Ideal für den Riesling. Die Aromausprägung dürfte durch diesen Tag/Nacht Temperaturunterschied sehr gut werden.

    Über erste Gedanken zum Erntebeginn habe ich letzte Woche geschrieben. Hört sich etwas einfach an, ist es aber nicht! Da steckt viel mehr dahinter. Winzerkollege Armin Kobler aus Südtirol hat in den letzten Tagen seine Gedanken zum Erntebeginn in seinem Blog beschrieben. Pragmatische Ausführungen, die Zusammenfassung wie folgt:

    „Der Rede kurzer Sinn: wir haben gestern mit der Lese begonnen, und zwar mit dem Grauen Burgunder Klausner. Und es sieht nicht schlecht aus.“

    Ich kann Ihnen diesen Artikel wärmstens empfehlen, ist fast das gleiche was mir durch den Kopf geht. Unser Lesetipp:

    Blindlandung — Atterraggio alla cieca

    Danke Armin, ich hätte es nicht besser beschreiben können.

     

    Wer diesen Newsletter abonnieren möchte, kann sich in der linken Menüleiste registrieren.

    ……

  • Weinernte 2012: Die ersten Vorbereitungen

    Während die Winzerkollegen in den südlicheren Weinbauregionen schon am ernten sind, wird es so langsam  Zeit, sich tiefere Gedanken über die kommende Weinernte zu machen und mit den Vorbereitungen im Weinkeller zu beginnen.

    Gedanken habe ich mir schon gemacht. Zwar noch nicht so viele, aber der Erntebeginn beim Rivaner wird voraussichtlich Ende September sein, beim Riesling so um den 15. Oktober. Natürlich sehr variabel, je nach Witterung. Bis jetzt sieht es noch gut aus. Kühleres Wetter, optimal für die Aromaausprägung des Riesling und kein Regen in Sicht, der frühzeitige Fäulniss verursachen könnte. Nächste Woche werde ich meine Weinberge einmal genauer inspizieren.

    Im Weinkeller haben wir mit den ersten Vorbereitungen für den Herbst begonnen. Bodenreinigung und Wandreinigung, Behälter (Holzfass, Stahltank) Aussen-, dann Innenreinigung. In dieser Reihenfolge! Zwischendurch Kleinteile, Armaturen usw. säubern, Maschinen säubern und überprüfen. Aber so weit sind wir noch nicht. Die Kellerfußböden und die Edelstahltanks sind mittlerweile sauber. Man kann nun vom Boden essen. Zwar ist der Wein ein relativ unproblematisches Lebensmittel, dass nicht so vom Verderb bedroht ist wie z.B. Milch oder Fleisch, jedoch können Hygienemängel die geschmackliche Qualität sehr negativ beeinflussen. Die Grundreinigung erfolgt mit Natronlauge, die den Schmutz aufweicht, dazu kommt noch Wasserstoffperoxid, den Hausfrauen als Aktivsauerstoff bekannt. Wasserstoffperoxid desinfiziert und bleicht. Beim Frisör zum blondieren verwendet. Harmlos und umweltverträglich.

    In früheren Jahren wurden – im ökologischen Weinbau schon immer verboten – chlorhaltige Reiniger verwendet, die mittlerweile verpönt sind, da durch den Einsatz andere Chlorverbindungen entstehen, die in den Wein diffundieren können und ihn geruchlich beeinträchtigen. 2,4,6-Trichloranisol ist eine dieser Verbindungen. Besser bekannt als Korkgeschmack. Diese Verbindungen können dazu führen, das sogar mit Schrauber verschlossene Weine einen sogenannten Korkton haben. Weitergehende Information, unter anderem zu dieser Reinigerproblematik, finden Sie hier beim Spiegel und in einem älteren Artikel von mir auf diesem Blog.

    Die Holzfässer werden in einer Woche für die Ernte vorbereitet. Dort wird zur Innenreinigung anstatt Natronlauge Heißdampf verwendet. Ich berichtete hier darüber. Das dazu gehörende Bild ist leider irgendwo im Nirwana des Internets verschwunden, leider auch viele weitere Bilder aus dem Jahr 2007.