Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • dickflüssig

    Zunehmender Beliebtheit erfreut sich unser Mosto Cotto, über den ich schon mehrfach berichtete. Heute musste wieder abgefüllt werden. Da dieses Rieslingtraubensaftkonzentrat sehr dickflüssig ist, ist die Abfüllung mit einer für den Winzer normalen Abfüllanlage, ob groß oder klein, nicht möglich. Mittels eines Glasballons mit Auslaufgarnitur wurden die Flaschen gefüllt. Damit die Füllhöhe in den dunklen Flaschen genau eingestellt werden konnte, wurde eine Leuchte montiert. Sieht vielleicht etwas provisorisch aus, erfüllt aber bestens und günstig seinen Zweck. Leider langweilig für den, der die Flaschen füllte: Es dauerte lange, bis die Flaschen voll waren, insbesondere bei den kalten Kellertemperaturen, bei der der Mosto Cotto noch dickflüssiger ist.

    Meine Empfehlung: Überbackener Ziegenkäse! Gibt dem warmen Käse den letzten geschmacklichen Pfiff und und würde obigen noch zusätzlich dekorieren.

  • McHeim

    Wegen diesem Hamburger hat Christoph Heim seinen Spitznamen weg: McHeim! Seit er nun schon im zweiten Jahr das Restaurant vom Reiler Hof, Heims Restaurant, leitet, hat sich einiges getan. Ich berichtete hier schon einmal über die regionale Küche des Restaurants. Sogar einen Tag hinter die Kulissen schauen konnte ich bei einem Kochkurs.

    Von ganz einfach, der extrem leckeren Currywurst, über obigen genial schmeckenden Hamburger und Schnipo bis hin zur Sterneküche.Sterneküche auch letzten Sonntag: Mit Freunden Martinsgans essen. Als Vorspeise Entenleber mit entsprechender Garnitur. Die Belugalinsen der Garnitur einfach genial und alles lecker angerichtet.

    Klassische Gans mit Knödel, Rotkraut, Rosenkohl und Bratapfel. Portionen so groß, das wir auf das Dessert verzichteten. Dazu Weine aus der kleinen, aber feinen Weinkarte.  Die übliche, lockere Atmosphäre im Restaurant zudem ungemein förderlich für den Wohlfühlfaktor.

    Wie gesagt, Sterneküche! Den Anfang hat er gemacht. Im Neuen Michelin Führer hat er die erste Hürde genommen. Eine Empfehlung (Guide Michelin 2013 mit einem Bib Gourmand) – ich würde sagen ein halber Stern – gab es in diesem Restaurantführer. Herzlichen Glückwunsch an mein Lieblingsrestaurant!

  • Weinernte 2012: Kelter schubsen und die ersten Vorarbeiten für die Ernte 2013

    So langsam kehrt der Normalbetrieb nach der Weinernte wieder ein. Alle Kleinteile, die für die Weinernte benötigt wurden, sind mittlerweile weggeräumt. Die Weinpresse wurde nach der Generalreinigung gestern ins Winterquartier gebracht und an ihren Platz geschubst. Mein Freund Michael ist etwas üppiger mit Platz versorgt und stellt mir dankenswerterweise einen Stellplatz für die Kelter in seiner Halle zur Verfügung.

    Heute dann – wie jedes Jahr – die ersten Vorbereitungen für die nächste Weinernte. Die Reiler Kirche wurde entmistet und nun wartet der Fledermausguano als wertvoller Humusdünger auf seinen Einsatz. Im nächsten Frühjahr soll er die Reben mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Hin und wieder findet man tote Fledermäuse, die der anwesende Naturschützer für die Statistik gewissenhaft zählte. Leider hatte die Population aufgrund des nassen, kühlen Sommerwetters dieses Jahr gelitten. Es waren weniger Flattermänner im Dachstuhl der Kirche und somit weniger Fledermauskacke für den Biowinzer.

  • Weinernte 2012: Gerade rechtzeitig

    Nachdem der Kampf um die letzten Trauben in der letzten Rebzeile ohne gegenseitige Schnittverletzungen beendet war,

    rechtzeitig vor den angekündigten Regenfällen, deren Wolken das Moseltal verdunkelten,

    haben wir am Freitag die Weinernte beendet.

    An dieser Stelle ein Danke an unsere Lesemannschaft:
    Felix, Harry, Leon, Azubi Sascha, Weinprinzessin Sophie und Chefin Marita (v.l.n.r.) und die heute nicht dabei gewesenen:  Alice, Margit, Opa Reinhard, Pascal, Felicitas, Elke, Reinhard, Christoph, Thomas und Michael.
    Wie immer: Rasant schnell, einsame Spitze im Selektieren, immer gut drauf und alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend.

  • Weinernte 2012: Entspannung pur

     

    Entspannung pur!  Eine kühlere Reifephase, die für die Aromareife der Trauben sehr förderlich war. Sehr gesunde, stielfeste Trauben, die uns die Weinernte gemütlich angehen ließ. Im späten Oktober noch Sommertage beim Ernten und kurze Zeit später Frostnächte mit Langeunterhosenwetter. Dazu Qualitäten, die genau passen. Ernten ohne Zeitdruck, nicht gehetzt durch Wetter und Traubenzustand. Fast paradiesisch und entspannend.

    Jetzt nach dem Frost sind die Trauben mazeriert und besser pressbar. Die Stiele aber auch vorgeschädigt. Sie werden nicht mehr allzu lange die Trauben am Rebstock festhalten. Noch wenige Tage zu ernten, ganz entspannt!

    Man kommt aus dem Weinberg nach Hause und ist noch nicht müde gearbeitet, bevor die zweite Schicht im Keller beginnt. Erntekisten verteilen, gefüllt mit dem Kettenschlepper aufsammeln, auf den Anhänger stapeln und diese schlußendlich in die Presse füllen: Mangels Trauben dieses Jahr auch sehr entspannt und nicht allzu anstrengend.  Leider! Eine kleine Ernte hatte sich durch das schlechte Blütewetter schon angekündigt. Aber das es so wenig wird, damit hatten wir nicht gerechnet. Es sieht nach einer sehr kleinen Ernte aus.

  • Weinernte 2012: Langeunterhosenwetter

    Gewaltig gingen letzte Nacht die Temperaturen in den Keller. Nach zwei Frostnächten das Aus für den Goldenen Oktober.

    Heute morgen bereifte Rebblätter, aus denen alles Leben entwichen war. Die Landschaft präsentiert sich in Winterbraun.

    Die trockene Kälte machte heute keine Probleme beim Ernten. Die Trauben besser sichtbar, da viele der erfrorenen Rebblätter abgefallen waren. Die nächsten Tage sollen wieder wärmer werden.

    Die Qualitäten nähern sich „Perfekt“, also genau richtig für unsere trockenen hochwertigeren Weine. In dieser Woche sollen alle Trauben geerntet werden. Nur noch die besten Trauben, teilweise vorselektiert, hängen noch.

     

  • Weinernte 2012: Besuch

    So sehen die in den Weinbergen verbliebenen Rieslingtrauben größtenteils aus. Kurz vor perfekt, mit noch  stabiler Beerenhaut, die den heutigen Dauerregen sicherlich unbeschadet überstehen werden. In den nächsten Tagen ist die Ernte der hochwertigen Rieslingqualitäten geplant. Ich bin da bester Hoffnung!Diese Woche kam es noch zu einem kleinen „internationalen“ Erfahrungsaustausch. Da wir als Nordlichter die letzen Winzer sind, die noch zu ernten haben, besuchten mich Kollegen. Reinhard Schäfer aus Württemberg half zwei Tage bei der Ernte, aus  Österreich reiste der Vater von Bernhard Fiedler, Winzer und Weinblogger, an.

    Bei einer Moselrieslingprobe wurden zwischen uns Winzern viele Erfahrungen ausgetauscht. sx

    Das unsere Rieslingtrauben so schön aussehen, hatten auch diese Armeeflieger gehört, die tiefer als sonst im Moseltal flogen, um unsere Trauben zu sehen. Gewagte Spielchen, den Mäandern der Mosel zu folgen und bei längeren Geraden in den Tiefflug zu gehen. Ich hatte schon einmal in das Weiße im Auge des Piloten gesehen…c

  • Weinernte 2012: Goldener Oktober

    Der Goldene Oktober ist nun auch am Reblaub erkennbar und

    die Landschaft in den schönsten Herbstfarben.

    Leider nur von kurzer Dauer, wenn die Meterologen recht haben. Je nach Wetterportal schwanken die Nachttemperaturen in der Nacht zum Samstag von 0 bis minus 5 Grad. Das wäre das Aus für die Rebblätter. Binnen kürzester Zeit sterben sie dann ab, fallen zu Boden und der Winzer kann beim ernten die Trauben schneller pflücken, da er sie besser sieht.

  • Weinernte 2012: Ein Wetter zum Helden zeugen

    Das ist er: Der 2012er Riesling für die Basisqualitäten, die wir die letzten Tage geerntet haben. Sehr lockerbeerig durch die nicht optimale Bestäubung während der Blüte. Hier und da vertrocknete Beerchen, die uns uns der falsche Mehltau (Peronospora) beschert hat.

    Ein Wetter zum Helden Zeugen, auch Kaiserwetter genannt, verschönte uns die letzten Tage. Das goldene Oktoberwetter spiegelt sich nun im Reblaub wieder. Anfang der letzten Woche noch grün, nun in den schönsten Herbstfarben. Bilder folgen!

    Die Qualitäten werden, dem trockenen Wetter sei Dank, von Tag zu Tag besser. Die Quantität leider nicht. Bis auf einen Weinberg, in dem morgen selektiv geerntet wird, gibt es immer noch keine unerwünschte Fäule. Aber vielleicht kommt mit dem nun einsetzenden kühlerem Wetter zur teilweise erwünschten Botrytis, dem Edelfäulepilz, der bei unseren trockenen Rieslingen im oberen Qualitätsbereich durchaus in geringen Mengen erwünscht ist.

    Abends immer wieder Besuch von Freunden, die die jungen gärenden Weine probieren, bzw. doch ein Gläschen mehr trinken. Die kühlen Reifenächte der letzten Wochen kann man nun schmecken und riechen. Die Aromaausprägung ist jetzt schon sehr gut. Ich freue mich auf die Jungweine!

  • Weinernte 2012: Wunschgemäß

     

    Vorgestern äusserte ich noch Wünsche, die mittlerweile rasent schnell in Erfüllung gegangen sind. Reil im Nebel. Unser Nachbarort Burg schon vom Nebel befreit.

    Die herbstliche Verfärbung des Reblaubes schreitet auch voran. Bis die Herbstfarben ausgeprägter sind, kann das Auge sich an anderen Dingen erfreuen und sei es an einem mit Tau benetztem Spinnennetz.

    Sogar die Vögel finden unsere Trauben lecker und haben schon genascht. Die Trauben sind in einem perfekten Gesundheitszustand. Nicht ein einzelnes Beerchen ist von Fäule befallen. So kann man entspannt arbeiten und die Trauben ohne aufwendige Selektion direkt in die Erntekiste legen.

    Nur die Kellerkatze scheint von allem unbeeindruckt. Döst in der Herbstsonne und lässt sich, im Gegensatz zum letzten Jahr, nicht im Weinkeller blicken.