Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Weinrallye 58: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

     „Dem Winzerblog habe ich viel zu verdanken, unter anderem unzählige Teilnahmen an Veranstaltungen, viele großartige Bekanntschaften, aber auch wahre Freundschaften! Und Freundschaften soll man pflegen, die meisten Weinblogger kennen sich mittlerweile persönlich  und darum möchte ich anregen das wir uns zum Jahresende hin mit dem beschenken was wir alle gemeinsam so lieben – Wein!

    Der Grundgedanke dieser Weinrallye ist ganz einfach, Vorbild ist das Wichteln, nur wir verzichten dabei auf die Anonymität.

    Ich möchte diese Weinrallye so handhaben wie eine Ringverkostung, jeder Teilnehmer bekommt eine Flasche Weine geschenkt und jeder Teilnehmer verschenkt eine Flasche Wein. Mir ist klar das diese Weinrallye somit durch das Porto jedem Teilnehmer zusätzlich Geld kosten wird, aber ich habe irgendwie die Hoffnung das sich trotzdem genügend Leute finden werden die bereit sind für diesen Spass dieses “Extra” in Kauf zu nehmen.“

    So die Vorgabe von Thomas Lippert für die aktuelle Weinrallye. Da musste ich natürlich unbedingt mitmachen, nachdem ich nun einige Male nicht an der Weinrallye teilnehmen konnte.

    Thomas sortierte die Teilnehmer und dann kam schon recht schnell ein Päckchen für mich. Gottseidank vom Zoll unberührt. Ich wusste ja schon was drin war. Peter Züllig aus der Schweiz hatte mir den Wichtelwein geschickt, anschließend hier im Blog gelesen und festgestellt, das ich schon einmal über dieses Weingut geschrieben hatte. Und so schrieb er mir folgende Mail:

    „Gestern ist die Flasche, die Du von mir erhalten wirst, weg, weg aus der Schweiz. … Ich wollte Dir einen Schweizer Weisswein zukommen lassen, damit Du auch siehst, dass Schweizer auch Weissweine machen können. Leider habe ich erst nachträglich Dein Beitrag bei der Weinrallye über Schweizerweine nochmals gelesen und… Ich habe just den gleichen Wein, den Du damals beschrieben hast (anderer Jahrgang) gewählt. Eigentlich schade.
    Trotzdem: Der damalige Beschrieb, respektive Deine Zurückhaltung als Produzent von hervorragenden Weissweinen, kannst Du nun überprüfen, revidieen und berichten. Dies erleichtert wohl die Arbeit.
    Ich bin gespannt!
    Herzlich
    Peter“

    Da war ich natürlich erfreut! Hocherfreut! Man hat ja nicht alle Tage einen Kultwein im Hause. Ausser dem eigenen natürlich. Herzlichen Dank an Peter für diese gute Flasche Wein. Hier berichtet er über seinen Wichtelwein, den er von Thomas Lippert erhalten hat.

    Das ist er, mein Wichtelwein. Ich mußte mich beherrschen, ihn nicht vor Weihnachten zu trinken. So lag das Fläschchen dann untern Weihnachtsbaum und wurde Heiligabend nebst anderen Weinen probiert. Ich berichtete hier darüber.

    Ich wusste so ungefähr, was ich erwarten konnte, da ich schon bei der Weinrallye 53 zum Thema Schweizer Weine vom Weingut Gantenbein eine Flasche Kultwein auf dem Tisch stehen hatte. Ich zitiere kurz:

    „Die beiden wichtigeren Weine sollten sogenannte Kultweine aus Graubünden sein. Mit Respekt öffneten wir sie und erwarteten, ja was erwarteten wir eigentlich? Das  neunte Weltwunder? Nie gekannte Geschmackserlebnisse? Oder was auch immer. Aber die ersten Probeschlucke zeigten mal wieder, das alle Winzer und Kellermeister mit dem gleichen Wasser kochen. Der eine kanns besser, der andere weniger. Respekt muß man nur vor dem Preis haben, den diese Kultweine am Markt erzielen….

    Die zweite Probe ein 2005er Chardonnay von Gantenbein. Da kann ich natürlich mehr mitreden. Ich bin ja selbst Weißweinproduzent und kenne mich da viel besser aus als beim Roten…. „

    Also mit Respektlosigkeit beim Essen geöffnet – interessanterweise gab es wie bei der Schweizer Weine Weinrallye Reiler Goldlayschwein – und probiert. Jetzt bitte nicht mit mir diskutieren, ob ein 2007er Chardonnay aus Graubünden in der Schweiz zum wilden Schwein passt. Wichtig ist: Kein Bier zum Essen!

    Wie erwartet! Fast genau so, wie ich es bei der Weinrallye 53 geschrieben hatte:

    „Ich schmeckte förmlich die hochreifen, top gesunden Trauben. Sauberst vinifiziert! Man könnte neidisch werden, kurz vor perfekt,…“

    Genau so! Wieder kurz vor perfekt. Aber nun das Aber! Auch genau so wie bei der Weinrallye:

    „…wäre da nicht dieses kleine Holzfass.

    Ich mag es halt nicht, das kleine Holzfass, das Eichenholzaromen an den Wein abgibt. Evtl. beim Rotwein ein wenig. Ich will die Traube pur riechen. Es ist ja auch gut so, das wir nicht alle den gleichen Geschmack haben. Hier geht es zu meinem Weinrallyebeitrag über Schweizer Weine.

    Natürlich habe ich auch Wein zum Wichteln verschickt. Mangels kleinem Postkarton habe ich drei Flaschen auf den Weg gebracht. Ich habe ja genügend im Weinkeller. Bastian Foerg vom Blog geschmacksreich hat sich gefreut: 3 Flaschen statt einer – woher der Harald Steffens wohl weiß, dass ich in diesem Jahr so brav war? Hoch erfreut ziehe ich“

    Er hat alle geöffnet und alle für gut befunden. Danke für den positiven Bericht.

    Die Zusammenfassung der Weinrallyebeiträge wird es in einigen Tagen beim Winzerblog geben.

  • In dieser Reihenfolge

    Der Weihnachtsmann kam gestern auch zum bloggenden Winzer und hatte sehr kreative Geschenke dabei. Neben einem Wein, der in den nächsten Tagen hier in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß besprochen wird, obiges, nettes Flaschentool. Ein abschließbarer Weinflaschenverschluß, damit die Familienangehörigen oder Freunde nicht heimlich die angebrochene Weinflasche leeren können. In unserem Haushalt selten von Nöten, angebrochene Weinflaschen gibt es bei uns fast nicht.

    Der Knaller, das Geschenk von meiner persönlichen Weinprinzessin: Ein Flaschenständer aus alten Weinfassdauben!

    Sie erinnern sich noch? Genau! Aus den Weinfässern, die ich vor der Weinernte aus dem Keller entfernen musste. Ich berichtete hier und hier davon. Jetzt weiss ich wenigstens, was ich mit dem Rest der Fässer machen werde. Ich werde mal meinen Schreiner fragen… Interessensbekundungen meiner Leser nehme ich schon gerne im Vorfeld entgegen.

    Und genau in dieser Reihenfolge wurde gestern abend getrunken. Von oben nach unten. Mit dabei Wein von meinen bloggenden Kollegen Bernhard Fiedler, Armin Kobler und Thomas Lippert. Dann die dicke Auslese von mir und da die ganzen Weine doch recht kräftig im Alkoholgehalt waren, zum Schluß ein leichtes Möselchen aus der Literpulle.

    Nun ist mein Weinkühlschrank mit den Gastgeschenken und Weintauschpaketen, über den ich vor einigen Monaten berichtete, fast geleert und wartet auf Nachschub.

  • Frohe Weihnachten

    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens, Marita Keß und die Kinder Felix, Sophie und Alice

  • unterirdisch

    Ich gehe nicht gerne auf Weihnachtsmärkte. Überhaupt nicht! Nippesverkauf, fürchterliche Glühweine, durchdringende Kälte beim Genuß dieser oder waagerechter Regen sind nicht mein Ding.

    Mit einer Ausnahme. Für mich der einzige Weihnachtsmarkt zu dem ich gerne hin gehe. Nun im zweiten Jahr, der unterirdische Weihnachtsmarkt in Trarbach. Ich berichtete hier schon einmal darüber.

    Angenehme Temperaturen in den unterirdischen Weinkellern, in denen der Markt stattfindet. Kein frieren oder naß werden, der Glühwein wird von qualitätsbewussten Winzerkollegen gemacht, der Rieslingwein ist auch sehr gut und das Angebot an Marktwaren auf einem hochwertigen Niveau.

    Für den, der sich diesen nicht alltäglichen Weihnachtsmarkt anschauen möchte: Bis zum 06. Januar hat man noch die Gelegenheit dazu.

  • Kältewelle

     

    Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken.

    Die erste Kältewelle haben wir hinter uns. Am letzten Wochenende reichlich Schnee, der jedoch bald wieder abtaute. Danach Nachttemperaturen bis zu minus 10 grad. Tagsüber immer die Nullgradgrenze überschreitend. Dazu noch etwas Sonne.

    Statt Schnee in den Weinbergen nun bizarre Eismuster an den Begrünungspflanzen, die zu Mittag hin wegtauten.

    Knackige, trockene Kälte, bei der der Rebschnitt viel Spaß macht. Die richtige, warme Kleidung vorausgesetzt. Ab morgen ist dann Schluß mit Lustig. Keine wärmende Sonne bei kalten Temperaturen, sondern trübes Regenwetter, bei der das Arbeiten im Weinberg weniger Spaß macht und die gefühlte Kälte größer ist als in den letzten Tagen.

  • Alles passend

    Gestern war alles passend für die Bio-Glühwei(h)n-Nacht. Schnee bei knackigen 6 Grad minus, nur wenige wärmten sich im Hof am Feuerkorb,

    im Verkaufslager Gedränge und den zur Kälte passenden Rieslinglühwein. Für die jüngeren Besucher gabs Kinderpunsch und als Kaltgetränk Rieslingwein. Dazu noch ein Kürbissüppchen.

    Die Besucher und wir sehr waren sehr zufrieden mit dieser Bio-Glühwei(h)n-Nacht. Da der Rieslingwein und der Rieslingglühwein gegen eine Spende ausgeschenkt wurde, wird sich die Villa Kunterbunt in Trier über die beiden gut gefüllten Spendendosen freuen.

    Weil es so gut war und schon Nachfragen nach dem Rezept des Süppchens kamen, nun für alle das Rezept:

    80 gr Zwiebeln
    1 Knoblauchzehe
    1 Chillischote gesäubert
    in Öl anschwitzen
    600 gr Kürbis kleingeschnitten dazu und ebenfalls kurz anschwitzen
    800 ml Gemüsebrühe dazu und 20 min köcheln
    pürieren
    100ml Sahne, 10 gr Zitronengras, etwas Ingwer und 1 EL frischer Koriander dazu und 5 min köcheln
    Zitronengras entfernen und nochmals purieren

    Das Rieslingglühweinrezept gibt es hier.

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Bitte vormerken!

    Gemütliches Beisammensein bei leckerem Bio-Wein und Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau und eine kleine Überraschung.

    Am Samstag, den 08. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

    Wie gehabt geht der Erlös an die Villa Kunterbunt in Trier, ein Nachsorgezentrum für chronisch- und schwerstkranke Kinder. Über weitere reichliche Spenden würden wir uns und auch die Villa Kunterbunt herzlich freuen.

    Für die, die von weiter herkommen: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.55 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 22.23 Uhr.

  • Erwartungsgemäß

    In den letzten Tagen wurden die ersten  jungen Weine von der Grobhefe, die sich am Faßboden abgesetzt hat, abgezogen. Der junge Wein reift nun mit der Feinhefe weiter.

    Wenn ich zitieren darf:

    “Der Abstich der Weine ist nicht nur ein Fasswechsel, sondern eine der Notwendigkeiten in der Kellerwirtschaft, deren Bedeutung für Ausbau, Haltbarkeit und Wohlgeschmack der Weine  man meist nicht besonders herausstellt. Für sich genommen ist der Abstich das Umfüllen eines Weines aus einem Behälter in den anderen, unter gleichzeitiger Abtrennung des Trubes. In Verbindung mit Schwefeln, Lüften, Schönen oder Klären und bei Zeitgerechter Durchführung ist er aber eine der grundsätzlichen Maßnahmen zur Beeinflussung des Weinausbaus.”

    Handbuch der Getränketechnologie von Gerhard Troost

    Natürlich wurde auch probiert. Wir können sehr zufrieden sein. Es ist eingetroffen, was ich schon vor der Weinernte prognostiziert hatte. Die kühleren Nächte während der Reifephase haben erwartungsgemäß zu einer sehr guten Aromaausprägung geführt. Die noch hefetrüben Rieslinge machen schon richtig viel Spaß. Würzige, frische Fruchtaromatik und die typische Leichtigkeit des Moselweines bei jeder Menge Trinkspaß.

  • Der alltägliche ökologische Irrsinn

    Mit mit obigen Energiesparlampen sollte Energie gespart werden, aber…

    Gestern noch über Nachhaltigkeit geschrieben und heute morgen heute schon wieder der alltägliche ökologische Irrsinn. Zwei Energiesparlampen versagten gleichzeitig den Dienst im Weinkeller. Das wären dieses Jahr im Gesamten sechs, bei insgesamt 24 Lampen.

    Die normale Glühbirne, in der von mir benötigten Lichtstärke, ist aus Energiespargründen verboten. Leider! Denn die von mir seit Jahren eingesetzten Energiesparlampen verabschieden sich im Weinkeller fast genau so schnell wie die vorher verwendeten Glühlampen. Vielleicht wird die vom Rieslingduft geschwängerte Kellerluft nicht vertragen?

    Eine extrem schlechte Energiebilanz! Die Einsparung an Strom während der sehr kurzen Gebrauchsphase wird sicherlich, soweit mir mein (hoffentlich) gesunder Menschenverstand sagt, durch den Energieverbrauch bei der Herstellung gänzlich zunichte gemacht. Ebenso zunichte gemacht wird der Bargeldgehalt meines Portemonnaies.

    Über den Schwermetallgehalt, die Ökobilanz und das ungünstige Lichtspektrum dieser „Energiesparlampen“ können sie sich hier beim Spiegel und beim ERGONOMIC Institut sachkundig machen.

  • Nachhaltigkeit

    „Nachhaltigkeit ist die Bezeichnung für eine Wirtschaftsweise, die sicherstellt, dass die Leistungsfähigkeit eines Ökosystems für kommende Generationen unvermindert erhalten bleibt oder moderner ausgedrückt, die Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Leitbild der Nachhaltigkeit beinhaltet dabei sowohl ökologische, als auch ökonomische und soziale Aspekte.“

    So eine kurze Beschreibung der Nachhaltigkeit, die in aller Munde ist. Leider wird viel geredet und noch weniger getan. Ressourcenschonung könnte man auch dazu sagen. So wenig wie möglich Rohstoffe verbrauchen und die Ökosysteme belasten. Auch eine Diskussion in der Weinbranche, auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Vielleicht ein andermal.

    Wir kennen es doch alle: Handys, MP3 Player und Tablet PC, die spätestens dann weggeworfen werden, wenn der fest eingebaute Akku den Geist aufgibt, das restliche Gerät jedoch noch nicht am Ende seiner Lebenserwartung ist. Schlimmer noch die Geräte mit eingebautem Verschleiß, Obsolenz genannt, wie der Stern hier berichtete. Dazu Geräte, die sich nicht öffnen und reparieren lassen.

    Gut, das es auch anders geht. Ressourcenschonend, reparabel und kostengünstig.

    Mein guter Anhänger, gerade mal 37 Jahre alt und an einen Kollegen verliehen, machte voll beladen beim rangieren mit dem Traktor das, was er wollte. Nicht anders rum, wie es eigentlich sein sollte. Ausser der krummen Anhängedeichsel gab es keinen weiteren Schäden. Eine passende Ersatzdeichsel konnte kurzfristig besorgt und angebaut werden. Nun kann der Anhänger mit mir alt werden und in Rente gehen.

    Das verstehe ich unter anderem als Nachhaltigkeit und ressourcenschonend!