Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Lachrymae Vitis

    Die Rebe weint Tränen, auch Aqua Vitis oder Lachryma Vitis von den alten Gelehrten genannt. Die Rebwurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, welches an der Schnittstelle austropft bis die Leitbahnen verstopft sind. Für uns der Beginn der neuen Vegetationsperiode und eines Neuen Lebenszyklusses. Der Frühling ist da!

    In früheren Zeiten sogar als Heilmittel verwendet:

    • Gegen Warzen aber für die Schwangere,
    • Für Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase
    • Ein Antialkoholicum?
    • Gegen Brechreiz
    • Gegen Sommersprossen und nicht bewältigte Schrecken
    • Gegen Zahnschmerz
    • Für Haut, Augen und Ohren aber gegen die Haare

    Wobei letzteres mich auf eine Idee bringt. Da hatte ich doch schon mal vor ein paar Monaten über Wellness beim Winzer und Anti-Age-Creme in einem Newsletter geschrieben.

    Liebe Leser: Ab sofort nehme ich Bestellungen entgegen. Nur kurz lieferbar für den sofortigen Verbrauch. Lachryma Vitis gegen alles und jedes, für die zarte Haut, besseres sehen und hören und gegen Damenbärte und Nasenhaare.

  • Treff der virtuellen Weinwelt

    Nun schon zum zweiten mal: Das VINOCAMP Deutschland, dass im letzten Jahr erstmalig in der Weinuni Geisenheim stattfand, wie ich hier berichtete.

    Am letzten Freitag zuerst ein ungezwungenes Beisammensein im Alten Rathaus in Oestrich-Winkel. Die meisten Weinblogger kannte man bereits aus dem Vorjahr. Unbekannte Gesichter wurden schnell am großen Tisch beim Abendessen in die Gemeinschaft integriert. Nach der Begrüßung und Vorstellung der ca. 130 Teilnehmer des VINOCAMPS wurde die Vorträge festgelegt und den einzelnen Hörsälen zugeteilt. Bei Matthias vom Duesiblog ging es wie im letzten Jahr um rechtliche Fragen. Während er sich im letzten Jahr dem  Messwein und seinen Absatzchancen für Weinproduzenten gewidmet hatte, informierte er uns über die rechtlichen Grundlagen des Rebpflanzverbotes.

    Im stündlichem Rhythmus wechselten die Vortragsangebote in drei Hörsälen.

    Wie werde ich reich mit einem Weinblog, das österreichische Wein- und Bezeichnungsrecht im Vergleich zum deutschen, wieviele Weinshops braucht das Netz, Kundenbindung und weitere  Themen die angeboten wurden.

    Natürlich stand der Wein im Mittelpunkt. Viele Weinproben wurden durchgeführt:

    Frühstücksweinprobe, Elsässer Weine, Rieslingweine, Exoten, Südafrika, Orange Weine, Spätburgunder, natürlich Bioweine und einige mehr.

    Die Samstagsabendparty in der Winebank in Hattenheim stand unter dem Motto gereifte Weine.

    Reichlich gab es zu probieren. Jeder Teilnehmer am VINOCAMP brachte für die einzelnen Verkostungen und die abendliche Party Weine mit. Glücklicherwiese hatte ich das Glück, den ältesten Wein verkosten zu können. Hatte sich richtig gut gehalten!

    Nach einer kurzen Nacht, neben weiteren Vorträgen, wieder eine Probe für alle Teilnehmer. Dieses mal ging es um Weinfehler. Prof. Junk von der gastgebenden Forschungsanstalt referierte über Weinfehler und bemusterte sie auch gleichzeitig.

    Die ganze Veranstaltung war kostenlos da sich genügend Sponsoren gefunden hatten. Die Sponsoren durften ihre Produkte im Foyer präsentieren. Z.B Die Deutsche Weintasche für Weinfreunde, die zeigen möchten, welche Rebsorten sie aus welchem Anbaugebiet bevorzugen. Eine kreative Idee von Sponsorin Eva Wenke.

    Und natürlich das ultimative Gruppenfoto von Andreas Baldauf, der das ganze VINOCAMP mit seiner Kamera begleitete. Weitere Fotos könen auf seiner Homepage angeschaut werden.

    Hier an dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam. Weitere Informationen über das Vinocamp finden Sie im VinoCamp Blog hier, die Facebookseite mit weiteren Berichten über das VINOCAMP finden sie hier.

  • Newsletter No 6: Nebensächlichkeiten, nette Bekanntschaften und Hintergründe

    Herrlich die zugefrorene Mosel Mitte Februar, über die ich hier berichtete.

    Mit den einsetzenden Temperaturen kam der Eisbrecher Josef Langen zum Einsatz, der die Mosel vom Eis befreite und die Schiffahrt wieder möglich machte.

    Im Weingut waren während der Eiszeit an der Mosel die Maler im Einsatz. Unsere Probierstube und der Vorraum wurden frisch gestrichen. Für den Vorraum gab es dazu noch neue Möbel.

    Bei anderen Winzern heißt der Probierraum mittlerweile Vinothek.  Weinraum bei Armin Kobler aus Südtirol genannt, der von einem Stararchitekten geplant wurde. In unserem denkmalgeschützten Haus hat der Probierraum halt eher den Charme einer Stube und so heißt der Raum halt auch Probierstube!

    Passenderweise habe ich Armin Kobler Anfang März auf der Prowein, einer Weinmesse für Profis in Düsseldorf, kennen gelernt. Virtuell kennen wir uns schon länger aus dem Internet. Armin betreibt auch einen Winzerblog, der mit zu den besten im deutschsprachigen Raum zählt.  Interessanterweise schreibt er zweisprachig: deutsch und italienisch. Als Highlight übersetzt er eingehende Kommentare in die jeweilige andere Sprache. So kann man auch die italienische Sichtweise der Kommentatoren verstehen und begreifen, da in anderen Ländern Themen anders betrachtet und beurteilt werden.

    Trotz der Messehektik nahm er sich viel Zeit für mich und ich durfte sein Weinsortiment verkosten. Ich war von den Weinen begeistert. Super sauber vinifizierte Weine, sortentypisch und erkennbar, das die vollreifen Trauben im Weinberg penibelst selektiert wurden. Empfehlenswert!

    Da ich Mitredakteur beim Blog unseres ECOVIN Verbandes bin und auch bei der Bloggeraktion „Zeit für Biowein“ mitmischte, war ich zum Bühnenprogramm von ECOVIN  auf der Prowein geladen. Unter dem Motto “Bloggen für Biowein – Neue Wege zum Weingenuss” begrüßte Moderator Dirk Würtz verschiedene Gäste und Blogger auf der Bühne. Hier der Bericht im ECOVIN Blog.

     

     

     

  • Der Tote im Hochwasser

    Trier Krimis gibt es, Koblenz Krimis gibt es ebenfalls, aber dazwischen, an der Mittelmosel bei uns, da gab es bis jetzt gar nichts. Bisher eine heile, friedvolle Welt ohne Erpressung, Mord, Todschlag und vergiftete Hunde. Das hat sich nun geändert, seit dem sich Peter Friesenhahn, Musiker aus unserem Nachbarort Pünderich, dem Schreiben gewidmet hat.

    Spannend die Texte, die er gestern abend bei der Autorenlesung vorlas. Da ich Peter Friesenhan schon seit langer Zeit kenne, gehe ich davon aus, dass die vier Kurzkrimis in seinem Buch mich begeistern werden. Daher, bevor ich das Buch gelesen habe, schon meine Leseempfehlung:

    Der Tote im Hochwasser von Peter Friesenhahn, erschienen im Rhein-Mosel-Verlag ISBN Nummer 978-3-89801-050-4.

    Ebenfalls zu empfehlen ist das Verlagsprogramm der Rhein-Mosel-Verlages, der sich auf Literatur von Rhein, Mosel, Eifel und Hunsrück spezialisiert hat und nebenbei auch ein Faible für die Autorin Clara Viebig hat.

  • Nebel

    Noch zweimal Nebel im Weinkeller, dann sind alle Weine abgefüllt: Morgendliches sterilisieren der Weinfilter und der Abfüllmaschine mit Heißdampf vor dem Abfüllen des 2011er Jahrgangs.

    Am Freitag sollen die Etiketten fertig gedruckt sein, unser shop hier auf der Homepage wird am Samstag aktualisiert, die Rohfassung der Weinliste ist auch schon fertig und wird am Samstag zur Druckreife gebracht. Briefmarken und Versandkuverts kamen heute per Post, evtl. wird die Weinliste schon am Wochenende eingetütet und ist Anfang nächste Woche in den Briefkästen meiner Kunden.

  • „Flaschenpost“ oder „In Gottes Frieden“

    Schon etwas länger her, bei einem mittelprächtigen Moselhochwasser. Meine Kinder kamen aufgeregt in den Weinkeller zu mir, den ich hochwassersicher machte. Eine Flaschenpost wäre die Mosel hinuntergeschwommen, sagten die Kiddies und weg waren sie wieder. Aber nur kurz, denn mit dem Ruf: Da kommen noch mehr Flaschen die Mosel runter geschwommen, kamen sie kurz darauf wieder zurück. Als ich selbst nach der Flaschenpost schaute, waren diese abgelöst von gelben Säcken, die die Mosel hinuntertrieben. Der Nachbar, einige Häuser weiter, war die Ursache….

    Man hat das Gefühl, das es immer noch an Umweltbewußtsein mangelt. Einfach alles in die Landschaft werfen, entsorgen. Aus den Augen aus dem Sinn, soll sich jemand anderes drum kümmern.

    Darum war heute Dreck-weg-Tag in Reil. In der Natur entsorgter Abfall wurde mühsam wieder aufgesammelt. In einzelnen Gruppen wurde heute die Gemarkung Reil durchkämmt. Mit meiner Gruppe suchten wir das Moselufer, einige Feldwege und einen Bachlauf ab, man kennt ja die Ecken.

    Plastikverpackungen, Glasflaschen, Computer, volle Müllsäcke, Einzelteile eines Kühlschrankes und vieles mehr wurde aufgesammelt. Obigen Grabstein haben wir jedoch am Moselufer liegen gelassen. Zu schwer! Da hatte sich einer die Mühe gemacht, den Stein sehr weit vom Friedhof zu entsorgen. Wahrscheinlich vor längerer Zeit, denn bei dem heutigen Umweltbewußtsein und Strafen bei illegaler Entsorgung, wäre die Grabinschrift so gut wie eine Visitenkarte des Umweltfrevlers.

    Am Ende war ein großer Abfallcontainer gefüllt, es gab ein gemeinsames Helferessen und Reil, zumindest die Gemeindeeigenen Flächen, sind nun müllfrei.

    Es blieben nur die privaten Schandflecke…

  • Ökologische Weinkultur – über Winzer, Bioweine und Neues von ECOVIN

    Ganz Neu im Netz! Unser Ökoverband ECOVIN ist in den Internetnetzwerken angekommen. Seit zwei Wochen gibt es einen Blog: Ökologische Weinkultur – über Winzer, Bioweine und Neues von ECOVIN, seit gestern dazu passend die Facebookseite.

    Noch jung und neu, hoffe ich, daß sich dort in Zukunft einiges tut. Das meinige werde ich dazu beitragen, denn ich bin einer der Administratoren und Redakteur dieser Seiten.

    Zeitgleich läuft auch schon die erste Blogger-Aktion: Zeit für Biowein!  Infos und weiterführende Links gibt es bei Dirk Würtz, der die Betreung dieser Aktion übernommen hat.

  • Kleiner Rundweg

    Eine kleine Wanderung wurde gestern unternommen, um dem Karnevalstrubel zu entgehen. Durch die Weinberge in der Reiler Goldlay und dem Burger Hahnenschrittchen hinauf zum Sonnenköpfchen, um an einem schönen Ort hoch  über der Mosel ein Gläschen Riesling  (Reiler Goldlay) zu trinken.

    Weiter ging es durch die Wälder bis zum Fünftälerblick oberhalb Enkirchs um die schöne Aussicht und ein weiteres Glas Wein zu genießen.

    Der Rückweg durch die Weinberge führte uns am Schloß Burg vorbei. Ein kleines Schloß, dass nachdem es die Katasprohenschutzschule von Rheinland-Pflaz beherbergt hatte, mittlerweile in Privatbesitz ist. Wer noch zu heiraten hat oder dies beabsichtigt, kann dafür das Schloß anmieten.

    Direkt neben dem Schloß überquerten wir dann den 50. Breitengrad, bevor uns der Hunger in Richtung Heimat trieb.

    Der Abschluß nach dem 16 km Rundwanderweg wurde im Reiler Hof gemacht. Die Küche servierte zum Dessert das Sektsorbe stilgerecht auf einem Eisblock gekühlt.


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  • Reklame

    Ein Hinweis oder Reklame in eigener Sache. Unsere Basisweine, die Literflaschen,  haben wir in den letzten Tagen abgefüllt. Gibt es hier schon zu kaufen. Nach Karneval geht es weiter mit dem Abfüllen. In der ersten Märzwoche ist dann unser Sortiment mit dem 2011er Wein komplettiert. Die Weinliste wird dann anschließend per klassischer Briefpost mit einer echten Briefmarke verschickt. Nicht mit so einem Freistempel, der inclusive Briefumschlag direkt, ungeöffnet ins Altpapier fliegt. Eine klassische Reklame, die auch in Zeiten von Internet und Facebook bei uns im Weingut eine sehr wichtige Rolle spielt.

  • Eiszeit

    Die kalten Temperaturen hinterlassen nun auch auf der Mosel ihre Spuren. Während durch die starke Wasserströmung bei Reil die Mosel noch Eisfrei ist, hat man bei Zell schon eine geschlossene Eisdecke. Zwei Tage sind noch tiefe Frosttemperaturen gemeldet, dann soll es wärmer werden.

    Das lässt mich an den verheerenden Eisgang von 1997 denken. Binnen weniger Minuten stieg durch einen Eisstau die Mosel um mehrere Meter und der vor unserem Haus gelegene Moselparkplatz war mehrere Wochen meterhoch mit Eisschollen bedeckt. Alf, einige Kilometer Moselabwärts gelegen, wurde durch den Eisgang damals überschwemmt. Hier gibt es ein Video darüber, ab der 8. Minute wird es spannend.