Statt Glühwein zum aufwärmen, kann man bei wohligen Temperaturen ein gut gekühltes Gläschen Riesling leeren. Eine gelungene Idee der Touristinformation mit ihrem umtriebigen Leiter Matthias Holzmann, der kreative Ideen und Visionen in der touristischen Vermarktung der Stadt umsetzt.
Bis zum 08. Januar ist der Markt noch geöffnet und es können noch weitere sehenswerte Gewölbekeller in Traben-Trarbach besichtigt werden.
Als ehemalige bedeutende Weinhandelsstadt hat Trarbach viele, sehr große leerstehende Weinkeller zu bieten, die mittlerweile auch touristisch genutzt werden. Weitere Information gibt es hier.
„Die Theatertruppe inszeniert in dem Stück, deutsche Weine auf völlig neue Art. Die Schauspieler von WEINKÖRPER performen Weine, sie verwandeln sich in Rebsorten, reißen das Publikum in die rauschende Gärung aus Kultur und Genuss. In einem Roadmovie durch die deutschen Weinprovinzen entfalten sich skurrile Geschichten über wahllose Geschmäcker und eine neue Lust zu genießen. … Die Weine entdecken Verwandtschaften, Anknüpfungen, Inspirationen. Sie gären, verwandeln sich im Rausch der Erzählungen; in rasanter Geschwindigkeit entfalten sich Szenen deutscher Weinkultur über Eisweine im Klimawandel, Schlägereien mit Weinkritikern in Düsseldorf und Riesling-Ekstasen in Berliner Szene-Clubs, bis eine neue Genusskultur aufscheint und die Sinne des Publikums provoziert – der Theaterraum wird zum Gärtank.“
So ein Auszug aus der Pressemitteilung der Trarbacher Tourisstinformation.
Und so war es: Wir wurden in den Rausch der Gärung mit hinein gerissen und in rasanter Geschwindigkeit erzählten die Akteure auf der Bühne mit Ihren Körpern, Mimik und Sprache Weingeschichten!
Für alle Weinlienhaber ein muss! Leider gibt es dieses Jahr nur noch eine einzige Show, heute abend, im alten Casino in Trarbach. Termine für die nächste Saison können sie demnächst der Homepage von Weinkörper entnehmen.
Das gestrige Sturmtief „Joachim“ machte sich an der Mosel gar nicht bemerkbar. Heute jedoch hatten wir die von diesem Sturmtief mitgebrachten Regenfälle auf der Moselstraße stehen. Binnen Stunden ist die Mosel stark gewachsen und es stehen schon einige Keller in der Moselstraße unter Wasser. Ein sogenanntes 2 jährliches Hochwasser (HQ2), das, wie der Name schon sagt, alle 2 Jahre auftreten kann. „Leicht erhöhte Wasserstände…“ wie der Hochwasserwarndienst es bezeichnet. Heisst real, das der Pegel ca. 5 Meter über Normal ist.
Nichts dramatisches, für uns Moselbewohner ganz normal, gehört einfach dazu, wie ich hier schon einmal berichtete.
Den Jahrgang 2011 so langsam erfassen! Ab und zu einen jungen, hefetrüben Wein vom Faß zapfen und intensiv verkosten. Kellerkalt, dann wärmer werdent, den Einfluss des Luftsauerstoffes wahrnehmend. Vom kleinsten, dem Literwein, bis hin zu den besten Tropfen: Trotz Hefetrübung schon eine sehr klare Nase, höchst aromatisch für das jugendliche Alter und einen guten Trinkfluss bietend.
Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem neuen Jahrgang. Könnte fast nicht besser sein.
Einen Tag Chefkoch, ein Geburtstagsgeschenk meiner Freunde, durfte ich gestern im Reiler Hof spielen und das von den Freunden selbst gebastelte Kochmützchen tragen.
Mit Anleitung von Chefkoch Christoph und unter Zuhilfenahme von etlichen Gläsern Riesling durften meine Freunde und ich ein Menue zubereiten. Ich berichtete hier schon einmal über die regionaltypische Küche im Reiler Hof. Durch den Einstieg von Junior Christoph, der in einigen renomierten Restaurants sein Handwerk gelernt und gearbeitet hat, hat die Qualität der Küche des Reiler Hofes einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht.
Als Vorspeise gab es geräucherten Moselaal
auf Rote Beete und Bouillonkartoffeln. Obendrauf ein Häubchen Ruccolasalat mit Riesling-Balsamessig und selbstgemachte Kartoffelchips.
Für die Ravioli von Blut- und Leberwurst musste ich den Teig machen. Ohne Küchenmaschine, ganz mühsam mit den Händen geknetet.
Thomas füllte dann den Teig mit der Wurst, der nach dem Garen mit Rieslingkraut serviert wurde.
Die Beilagen für das Hauptgericht wurden natürlich alle frisch zubereitet und wir lernten vieles dazu. Viele Tricks der Profiköche wurden uns beigebracht: Speisenvorbereitung, punktgenaues Garen, Anwendung von Wasserbad und Wärmeschrank, Fleischreifung, verwendung von Gewürzen und vieles mehr. Spannend das Pochieren von Wachteleiern mit anschließendem panieren und fritieren. Ich habe richtig viel gelernt.
Die Rezepte zum Nachkochen soll ich in den nächsten Tagen bekommen.
Rosenkohl, auf den Punkt gegart und mit Speck verfeinert. Eigentlich ganz einfach und so lecker, das wir immer wieder in der Küche probierten und nur noch wenige für den Hauptgang übrig blieben.
Das Hauptgericht: Eifeler Hirschrücken mit Kartoffelkrapfen und Rosenkohl! Selbst gemacht und selbst gegessen. Die Optik auf den Teller könnte etwas besser sein, aber wir sind ja Anfänger im Dekorieren.
Das Dessert wurde dann von Christoph persönlich angerichtet.
Schon alleine die Dekoration des Tellers war faszinierent für uns.Das Gesamtkunstwerk, hier nur ein Ausschnitt davon, überzeugte: Interpretation vom Apfelstrudel!
Wie es sich für gut erzogene Ehemänner gehört, wurde natürlich auch der Abwasch in der Küche umgehend erledigt.
Noch ein Dankeschön an Maria Schroeder, die für den perfekten Service am Tisch sorgte und Christoph, der uns viel beibrachte.
Die Zusammenfassung des gemeinsamen Kochens gibt es hier als kurzes Video:
Seit gefühlten Wochen, mit sehr kurzen Unterbrechungen, hängt dichter Nebel im Moseltal. Man sieht fast nicht, ob der Lehrling beim Reben schneiden arbeitet oder nicht.
Heute morgen dann eine grandiose Aussicht vom Zug aus – leider waren die Scheiben nicht geputzt – auf die Marienburg und Pünderich. Nebel, der sich von der anderen Seite der Moselschleife bei Zell ins Tal bei Pünderich ergießt.
Seit dem Hagelunwetter Ende August gab fast keine nennenswerten Niederschläge. Die Böden sind wie bei einer Sommertrockenheit ausgetrocknet. In der Landwirtschaft wären die Wintersaaten bedroht, wenn nicht durch Nebel ein wenig Feuchtigkeit in den Oberboden käme. Der Feldsalat, der in unseren Weinbergen wächst, muss umgehend zu Salat verarbeitet werden, da er durch den Wassermangel schnell anfängt zu welken.
In der Mosel ist durch die Staustufen noch genügend Wasser, allerdings jetzt weniger ein Fluss – kommt ja auch von fließen – , eher ein stehendes Gewässer. Bedrohlich die Lage am Rhein. Mangels Wasser sind die Pegelstände auf ein nie gekanntes Maß gefallen, die Flussbreite hat sich auf ein Drittel reduziert, die Frachtschiffe können fast keine Ladung aufnehmen und bei Koblenz tauchen alte Bomben aus den Fluten auf, die der Kampfmittelräumdienst entschärfen muss. Kilometerlang kann man nun auf dem freigelegtem Flussgrund des Rheines im Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz wandern.
Den Verweis auf eigene Artikel über den Klimawandel hier in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß werde ich mir ersparen…
Bois noir, allgemein als Schwarzholzkrankheit bekannt. Die einjährigen Triebe verholzen nicht oder nur unvollständig. Diese sterben langsam im Winter ab und färben sich schwarz. Verursacher sind Bakterien, die durch die Glasflügelzikade auf die Rebe übertragen werden.
Die Glasflügelzikaden haben als Wirtspflanze die Große Brennnessel. Das erwachsene Tier bleibt in der Regel am selben Brennnesselhorst und fliegt sehr wenig umher. Wird jedoch die Brennnessel in der Flugphase beseitigt oder gemäht, so sucht sie intensiv nach neuen Wirtspflanzen. Bei diesen Suchstichen wird irrtümlich oft eine Rebpflanze angestochen und dabei infiziert.
Als jetzt mögliche alleinige Maßnahme bleibt mir nur der Weg, die Rebe bis auf einen kleine Stammrest zurück zu schneiden. Sozusagen das von Bakterien befallene Rebholz komplett zu entfernen. Aus den im kommenden Frühjahr sich neu bildenden Trieben kann der Rebstock dann wieder aufgebaut werden. Leider gibt es ein Jahr keine Ernte von diesem Rebstock und es waren in der heute geschnittenen Rebanlage viele Stöcke, die stark zurück geschnitten werden mußten.
Nächstes Frühjahr wird der Lehrling die wenigen Brennesselhorste mit der Hacke in Handarbeit beseitigen müssen. Die Larven der Zikade verhungern, da ihnen ihre Nahrungsgrundlage entzogen wird und es wird keine umherfliegende Grasflügelzikaden geben (hoffentlich!), die meine Reben schädigen und zu Ertragsausfällen führen.
Leider ist die zunehmende Verbreitung dieser Zikadenart ein Nebeneffekt der Klimaerwärmung. Wärme Standorte mit schottrigen Böden, also unsere Schiefersteillagen, sind vermehrt betroffen und der von uns angebaute Riesling ist auch noch anfälliger gegen diese Bakterien. Passt wieder alles…
Wie jedes Jahr: Großes Bohei in den entsprechenden Internetforen, bei Facebook und anderen Medien, wenn die Weinführer wie Gault Millau, Eichelmann und Feinschmecker erscheinen.
Immer die gleichen Diskussionen, ob die oder die Wein- oder Betriebsbewertung korrekt ist und wer ist denn der führende Weinführer, der am meisten recht hat. Das Wein nur subjektiv zu beurteilen ist, wird immer wieder vergessen. Auch die dort verkostenden Profis haben ihre Vorlieben oder unterschiedliche Tagesformen. Der eine mag dicke, fette Weine, der andere schlanke, fruchtige usw. Ich berichtete hier und hier schon darüber und unser Kollege Bernhard Fiedler hat auch schon des öfteren über Weinverkostungen und die subjektiven Wahrnehmungen geschrieben.
Allen gemeinsam ist, das in der Regel hohe und höchste Betriebsbewertungen fast nur durch edelsüße Weine erreicht werden können. Minimengen, die das Gesamtprofil eines Weingutes bestimmen. Der Alltagswein, also der Wein, der uns täglich begleitet, wird in der Regel bei diesen Führern nicht beachtet oder erst gar nicht zu den Verkostungen eingereicht. Das schränkt die Betriebsbewertung für unser Weingut natürlich stark ein, da wir ausschließlich trockene Weine produzieren, die zudem noch klar wie ein Bergquell, schlank und fruchtig sind. Dem wahren Leben jedoch werden diese Weingutsbewertungen nicht gerecht.
Aber trotzdem freuen wir uns immer wieder, wenn wir wie in den letzten Jahren in diesen Weinführern vertreten sind und dieses Jahr der „Feinschmecker“ unseren 2010er Burger Hahnenschrittchen Riesling zu den besten Weinen 2011 zählt.