Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Weinrallye 48: Wasser in den Wein, alles Schorle oder was?

    Hans-Joachim Klose aus Geisenheim hat zur aktuellen Weinrallye eingeladen: „Passend zum Sommer, auch wenn er aktuell etwas schwächelt, alles rund um die Schorle in allen Varianten in rot oder weiß, mit Cola oder Fanta, mit Riesling oder Silvaner. Das Thema bewegt, …. in dem der Standpunkt vertreten wurde wie kann man nur Wasser in Wein schütten. Dazu die passenden Geschichten, wenn zum Beispiel die Jugend aus der Pfalz in den Rheingau kommt und einen Cola-Rot bestellt, aber auch Rezepte und spannendes aus fernen Ländern.“

    Nun gut, beim Schorle gibt es natürlich Diskussionen, ob man Wein mit Wasser verwässern dürfe. Im Wein ist zwar das Wasser der größte Bestandteil, aber diesen Wasseranteil erhöhen? Nein, das geht nicht, ist sogar per Weingesetz verboten und heißt dann Panscherei. Aber das betrachte ich mal philosophisch, doch dazu später mehr.

    Betrachten wir das ganze einmal unter geschichtlichen und gesundheitlichen Aspekten. Wie war das beim ersten Wunder Jesu, der Hochzeit zu Kana? Der Wein wurde nicht gestreckt, bzw.  verdünnt: Ganz enthemmt wurde aus Wasser Wein gemacht, der sogar richtig gut gewesen sein soll, wenn man der Bibel glauben darf. Da tut sich bei mir eine handwerkliche Wissenslücke auf. Habe ich während meiner Ausbildung etwas verpasst?

    Wichtiger als dieses Weinwunder von Kana war in früheren Zeiten die gesundheitlichen Aspekte von Wasser/Weingemischen. In vielen alten Quellen ist die Rede von Weinen, die mit Wasser verdünnt wurden. Es wird suggeriert, das die Weine damals zu stark gewesen seien, um sie pur zu trinken. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wein wirkte desinfizierent auf das tägliche Trinkwasser.

    „..wirken erstlich bei epidemisch herrschender Ruhr als Vorbeugungsmittel…als ein vorzügliches Präservativ gegen ansteckende Krankheiten…als vorbeugungsmittel bei allen epidemischen und contagiösen Krankheiten angelegentlichst zu empfehlen, namentlich aber bei den schweren und gefährlichen, wie bei Typhus, der bösartiger Ruhr und vorzüglich bei der asiatischen Cholera…“

    schrieb der prakt. Arzt und königl. Kreisphysikus zu Zell a. d. Mosel,  Dr. Franz Meurer in seiner 1866 erschienenen Publikation über die gesundheitsfördernde Wirkung der Mosel- und Saarweine. Interessant, welche Wirkung die Moselweine seiner Meinung nach haben sollen: Hämorrhoiden, Gicht, Hysterie, Würmer,  Schwindsucht, Impotenz, ausfallen der Haare, Trichinen, nützlichkeit bei der Geburtshilfe und ein probanntes Mittel gegen Trunksucht, so ein kleiner Auszug aus seinen gesundheitlichen Empfehlungen. Einreiben, trinken, gurgeln und Moselwein hilft gegen alles.

    Wieder zurück zum Thema Wasser und Wein. In neuerer Zeit befasste sich Prof. Dr. Kliewe (Wein und Gesundheit, 1981) mit diesem Thema. Er machte Versuche über die entgiftende, Bakterientötende und -hemmende Wirkung der Weine. Zuerst mit reinem Wein, dann mit Wasser verdünnt. Die Wirkung war in der Verdünnung ebenso vorhanden. Äusserst interessant die Wirkung auf Kolibakterien und bei Kolieerkrankungen. Eigentlich ein normaler Darmbewohner, der aber unter gewissen  Umständen und bei gewissen Stämmen dieses Bakteriums krankheitserregend wird. Da gab es doch diesen Frühsommer die EHEC Epedemie….

    Unsere Empfehlung: Die Trarbacher Felsenquelle

    Kommen wir wieder zum eigentlichen Weinrallyethema zurück: Schorle! Für mich kommt nur die Version mit Wasser in Frage. Die Partner Cola und Fanta mag ich nicht und als Wein selbstredend ein Riesling. Die Reihenfolge des Eingießens ins Glas ist wichtig! Wenn ich das Wasser zum Wein gebe, verdünne ich diesen, und wie oben beschrieben wäre das Panscherei und damit verboten. Dieses Dilemma kann man nur lösen, indem man zuerst den Sprudel in Glas gibt und diesen dann mit Riesling verbessert. Das wäre dann korrekt, philosophisch betrachtet!

     

     

     

  • Weinernte 2011: Traubenreife

    Die Rieslingtrauben fangen an zu reifen und die Rahmenbedingungen sind im Moment sehr gut. Es ist vorerst kein Regen gemeldet der zu vorzeitiger Traubenfäulniss führen könnte und die Temperaturen endlich sommerlich.  Die Trauben sind prall gefüllt und groß. Wie auch Kollege Bernhard Fiedler in Österreich, werden wir die Begrünungen erst kurz vor der Weinernte mähen, damit die Begrünungspflanzen noch einiges an Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen können. Die Reifemessungen der Agrarverwaltung werden voraussichtlich nächste Woche beginnen. Die ersten Stichproben lassen auf eine gute Qualität hoffen.

    Allen Unkenrufen zum Trotz dürfte der Erntebeginn beim Riesling in der ersten Oktoberwoche sein, je nach Witterung und Traubenzustand.  Schon seit Monaten wird orakelt, dass es eine sehr frühe Weinernte geben wird. Von der Tatsache aus, das zwischen Blüte und Erntebeginn, bzw. Traubenreife in der Regel 100 bis 120 Tage liegen, gab es schon sehr früh Prognosen auf den frühesten Weinherbst aller Zeiten. Jedoch weit gefehlt. Die Witterung im Juli war kühl, der Vegetationsvorsprung schrumpfte etwas und Trauben müssen nicht nach diesen 100 bis 12o Tagen geerntet werden. Eine weitere Reife, solange die Natur mitspielt, ist natürlich möglich und der Weinqualität sehr zuträglich.

    Ach ja, in den Medien wurde der Erntebeginn schon werbewirksam gemeldet. Anfang August in den Nachrichten.  Aber man sollte dem Reporter mal genau zuhören: „wenig süß… bischen sauer“ Also nicht reif! Unter dem Motto „ich bin der erste“ medienwirksam die Verbraucher verunsichern. Wahrscheinlich aus extrem frühen Rebsorten, die keiner mehr als Wein trinken will und nun als Federweißer schon konsumiert sind.

  • Im Zeichen des Moselrieslings

    Wie immer an diesem Augustwochenende: Weinfest in Reil.

    Am Freitag Abend präsentierten die Reiler Winzer ihre Weine im Rathaus.

    Das ganze Wochenende gemütliches Beisammensein beim Moselriesling, ein Getränk für lange Nächte und ein Debattier-Tropfen, der Esprit  und Phantasie beflügelt, statt sie zu lähmen.

    Natürlich mit zünftiger Blasmusik beim Festumzug und Weinköniginnenempfang, abends sehr gute Tanzmusik und heute Morgen, bei Anbruch der Helligkeit, die letzten Heimkehrer vom Weinfest, die singend den Weg nach Hause suchten.

    Später am Morgen gab es noch einen Festgottesdienst im Festzelt und der Pastor umrundete Weihrauchkesselschwingend den Altar. Danach Frühschoppen (es gab ja leider keinen Wein für das Fußvolk in der Messe),  anschließend Kaffee und Kuchen und heute Abend gemütlicher Ausklang des Weinfestes mit Musik und natürlich Riesling.

    Weinfestzeit an der ganzen Mosel. Jeder Weinort feiert im Juli/August sein eigenes Weinfest. Im September gibt es dann die Straßenweinfeste, die, wie ich finde, spannender sind. Einzelne Winzer, die Ihre Höfe und Weinkeller für die Weininteressenten öffnen und eine weitaus größere Auswahl an Weinen und Speisen bieten. Dazu die Gemütlichkeit der Winzerhöfe. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Fachchinesisch

    Mit ganz einfachen Worten, für jedermann verstehbar, versuche ich  meine Texte hier in den Bildergeschichten vom Weingut Steffens-Keß oder in unseren gedruckten Werbematerialien zu schreiben.

    Doch wie es in jeder Branche üblich ist,  gibt es Fachchinesisch. Eine Fachsprache, die für Aussenstehende nicht oder nur schwer verständlich zu ist, so auch beim Wein.

    „Unvergleichlich in der süßen Kraft des Bananenkonfekts. Konfekt, weil er in seiner überfließenden Süße dem Überzug des Konfekts von Sulmona gleicht. Oxidatives Wunder önologischer Integrität. Absolutes Meisterwerk cremigen Weinbaus, mit fleischiger Kraft und von vollendeter, unzweifelhaft meisterlicher Viskosität. Natur und Mensch also unzertrennlich, würzige und chlorophyllig faszinierende Frucht …“  so ein Beispiel der Geheimsprache der Weinbeschreibung. Alles verstanden?

    Dirk Würtz griff dieses Thema vor einigen Tagen auf und meinte, das der Begriff lecker eigentlich ausreichend ist. Einfach einmal einen Gegenpol zu den immer ausufernden Weinbeschreibungen bilden. Ausufernde Weinbeschreibungen, die ich als Fachmann selbst nicht mehr nachvollziehen kann oder verstehe.

    Wir kommunizieren mit dem Kunden, der nicht das Wissen von uns Fachleuten hat. Einfachere Worte, die trotzdem alles erklären sind wichtig, denn wenn der Kunde nichts versteht, wird er auch nicht kaufen!

    Nicht kaufen, so erging es mir letzte Woche. Nach einem Telefonat mit einem IT Dienstleister – ich begriff sehr wenig – erhielt ich folgende Mail:

    „…und vor allem einen OPI-Chart welcher die organische Suchmaschinensichtbarkeit Ihres Portals wiederspiegelt. … Die OPI-Werte der letzten zwei Jahre lagen zwischen 10 und 100, jene Werte sind nicht optimal…

    Unsere grundlegenden Maßnahmen … umfassen den OnPage- und Offpage-Bereich. Im ersten Schritt ist es erforderlich, dass die vorhandenen Websites inhaltlich und technisch hinsichtlich der Suchmaschinenkriterien optimiert werden. Die dadurch entstandene gesunde Basis dient im weiteren Verlauf zur Schaffung der Backlinkstruktur. So müssen logischerweise z.B. neu zu erstellende Landingpages existieren, bevor gezielt Links darauf gesetzt werden können.

    Neben den genannten klassischen SEO-Tätigkeiten bieten wir selbstverständlich auch weitere wichtige Maßnahmen an, wie z.B. Social Media Optimierungen, Online Reputation Management, Usability-Optimierungen usw.“

    OPI Werte? Online Reputation Managment? usw. Was ist das? Meine langjährigen Erfahrungen mit und im  Internet ließen mich auch nicht verstehen. Auch Google hatte damit schwierigkeiten! Also in meinen Netzwerken nachgeschaut, ob mir jemand weiterhelfen kann und fündig geworden. Theo Huesmann von Gumia.de, Mathematiker und IT´ler wurde angefragt. Die Antwort war ganz einfach:

    „Hallo Harald,

    ich starte direkt mit zwei Gegenfragen:
    Bist du zufrieden mit deiner derzeitigen Webpräsenz und der Weinverkaufs- entwicklung? Würdest du von dir behaupten, dich im Web 2.0 auszukennen?

    Wenn du beide Fragen direkt mit Ja beantwortest, dann kloppe die Mail in die Mülltonne. Wenn du nicht direkt mit Ja antwortest, dann frag mich. „

    Das werde ich nun auch tun, nachdem ich mit Ja geantwortet und darüber geschrieben habe. Ich möchte mit einem Verkäufer oder Käufer in einer Sprache kommunizieren, die beide verstehen.

    Natürlich gibt es immer wieder komplexe Themen. Man kann sie jedoch immer für den Normalsterblichen aufbereiten. Vorbildlich im Weinbereich ist mein Kollege Bernhard Fiedler aus Österreich und natürlich die Maus, die komplexe Themen für den Normalsterblichen erklärt.

  • Newsletter No. 4: Rechtsdrehend wie Joghurtkulturen, Nebensächlichkeiten und der Stand der Dinge

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    Rechtdrehend wie Joghurtkulturen war bis letzte Woche. Bei der Endabnahme im Werk war das Rechtskurvenfahren übersehen worden. Dauerndes Gegenlenken war die Folge. Nachdem die Raupe letzte Woche beim Hersteller zum neu justieren der Hydraulikanlage war, ist dieses Problem behoben. Ein zusätzlich eingebauter Lenkungsdämpfer erhöht die Sicherheit im Steilhang und den Fahrspaß. Für die hier mitlesenden Winzerkollegen: Gegenüber den Vorgängermodellen eine technische Innovation, sozusagen ein Quantensprung.

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    Die Mosel ist wieder zum Fließgewässer geworden. Im Mai durch die fehlenden Niederschläge ein stehendes Gewässer mit Algen- und Geruchbildung, nun wieder ein Paradies für Schwimmer und Kanufahrer, wie ich hier berichtete. Die dazu passenden sommerlichen Temperaturen sind für nächste Woche gemeldet.

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    Nach der Frühjahrstrockenheit haben sich die Weinberge durch die Juniregenfälle gänzlich erholt.  Äußerst vital sehen die Reben aus, als ob es keine Trockenperiode gegeben hätte.

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    Die sommerlichen Hauptarbeiten sind fast gänzlich erledigt und nun kommt eine arbeitsruhigere Zeit. Gelegenheit die Maschinen zu warten, die Böschungen am Vorgewende zu mähen, Wege zu säubern und den Müll anderer wegzuräumen, der bewusst in der Landschaft entsorgt wird. Wenn ich mal einen dieser Landschaftsvermüller in die Finger kriege…

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    Die Rebblüte ist nicht so optimal verlaufen. Durch den Wassermangel sind nicht alle Beeren befruchtet worden. Wir haben größtenteils lockerbeerige Trauben hängen. Feuchtigkeit kann gut verdunsten und die Beeren drücken sich nicht gegenseitig ab, so das die Traubenfäule während der bald einsetzenden Reife weniger Chancen hat.

    Ein sehr hoher Blütenansatz und die gute Wasserversorgung der Böden zum Zeitpunkt des Beerenwachstums lassen auf eine sehr gute Erntemenge hoffen. Der Vegetationsvorsprung von ca. drei Wochen zur Zeit der Blüte dürfte durch das kalte Juliwetter kleiner geworden sein. Für die Aromaausprägung des Rieslings ist dies sehr vorteilhaft. So verschiebt sich die Reifephase nach hinten. Als cool climate Pflanze braucht der Riesling kühle Nächte in der Reifephase, um Aroma zu bilden.

    Die Vorzeichen sind gut, sehr gut!  Natürlich kann immer noch etwas schief gehen. Unwetter oder ungünstige Wetterbedingungen, die die Erntemenge oder die Qualität bedrohen, kann es noch in den letzten Wochen bis zur Ernte geben. Ich möchte nicht orakeln wie andere, die schon einen Spitzenjahrgang ausrufen.

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  • Rotweinprobe

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    Spannend hörte sich die Einladung an: Weine von 4 Kontinenten – Weine aus 15 Ländern – Weine von 30 Rebsorten. Jeder Wein hatte einen Steckbrief, aus dem weitere Informationen über den Wein und das jeweilige Anbaugebiet hervorgingen. Gemeinsam wurden die einzelnen Weine probiert, besprochen und diskutiert. Ein reger Wissenstauch fand unter den Verkostern statt.

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    Es handelte sich mehrheitlich um Basisweine, einfachste, günstige Weine für jeden Tag. Spitzenweine befanden sich ebenfalls darunter, die dann sehr ausgiebig degustiert wurden. Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten, wie man der Mimik vom Gastgeber Albrecht Eggert vom Weingut Caspari entnehmen kann.

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    Diesen Wein fand ich persönlich am interessantesten. Erinnerte mich am meinen Sohn, der in Brasilien einen Sozialdienst ableistet und dem ich hiermit viele Grüße schicke.

  • Weinrallye 47: Wein aus Alamannien

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    „Es ist ganz einfach. Aus meiner Verbundenheit zu meiner Heimat und die Tatsache das der alemannische Dialektsingsang bei mir Wohlgefhühle auslöst bitte ich euch über Weine zu schreiben deren Urspung das Stammesgebeit der Alemannen ist!

    Was wäre das für ein prächtiges Land würde es heute noch tatsächlich politisch existieren? Aber tatsächlich existiert dieses Land nur in der Welt der Spache, als Sprachraum des alemannischen Dialektes! Weiter existieren die Alemannen in Geschichtsbüchern und in einigen Sprachen wie Französisch, türkisch oder italienisch wo für Deutsch nicht die Germanen Wortpate standen sondern die Alemannen. Denken wir doch nur an Frankreich, dort nennt man uns Allemagne :-) Darum lassen wir Alemannien zumindest virtuell für einige Tag aufleben und verkosten die Weine dieses wunderschönen Landstriches.“

    So der Aufruf zur Weinrallye vom Heidelberger Kellermeister Thomas Lippert.

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    Der Sprachraum der alemannischen Bevölkerungsgruppe, von der zumindest die Schwaben behaupten, alles zu können ausser Hochdeutsch (Mir kennât älles, bloß koe Hochdeitsch) oder andersrum: „Mir kennad au Hochdeitsch, mir wellad bloß ned“ (Honoratiorenschwäbisch: Wir können auch Hochdeutsch, wir wollen bloß nicht).

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    Daher fiel auch der erste Gedanke an das sogenannte Schwabenblut, den Trollinger. Ich hatte im Frühjahr eine Faßprobe von meinem Kollegen Reinhard Schäfer zur Verkostung und Beurteilung erhalten. War richtig gut, aber dann kam mir eine andere Idee.

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    Mein neuer Kettenschlepper musste zur Inspektion und einigen Nacharbeiten zum Hersteller nach Bühl in Baden. Gelegenheit, bei der dortigen Genossenschaft vorbei zu fahren, um die bekannte Flasche  zu kaufen.

    In meinen Kindheitstagen wurde die gebrauchten Weinflaschen noch im Weingut für die Wiederbefüllung gereinigt. Als Kinder mussten wir helfen und freuten uns, diese interessante Weinflasche mit dem Affen ab und zu im Leergut zu finden, die dann einen Ehrenplatz auf der Fensterbank im Etikettierraum fand.

    Der sogenannte Affenthaler, eine Marke der Genossenschaft Bühl, gibt es nur als Riesling, Spätburgunder Rosé und Spätburgunder Rotwein in der sogenannten Affenflasche. Als Rieslingwinzer habe ich mich selbstredend für den Riesling entschieden. Überraschend war die Aussage des Verkauspersonals, das es diese Traditionslinie nur in einer milden Ausführung gibt, was mich verwunderte.

    Als Trockenweintrinker habe ich mich gestern Abend ganz mutig an diesen milden Wein herangewagt. Die Überraschung war groß. Ein extrem frischer und spritziger Riesling fand sich im Glas wieder. Die Restsüße, vielleicht gerade über dem halbtrockenen Bereich, war durch eine knackige Säure sehr gut eingebunden. In der Nase ein typischer 2010er mit dezenter Zitrusaromatik. Ein richtiger Spaßwein mit guten Trinkfluss. Der ideale Terrassenwein für warme Sommerabende.

  • Hochwasser?!?

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    Sehr interessant, die diesjährigen Wettervorhersagen. Bei der Frühjahrstrockenheit lösten sich gemeldete Niederschläge ganz einfach in heiße Luft auf, wie ich hier berichtete. Die restlichen trafen meistens auch nicht zu. Die heutige finde ich eher amüsierend.

    Die gemeldeten sehr hohen Regenmengen für kommenden Sonntag und Montag nehme ich nicht so ernst. Aber falls diese doch kommen sollten, ich glaube jedoch nicht daran, könnte ich vielleicht meine eigene Badeanstalt im Weinkeller realisieren, die ich bereits hier andachte. Die Bootstaufe mit Sektflaschenzerschlagen, die beim Januarhochwasser auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde, könnte dann ja nachgeholt werden.

     

    Nachtrag, 21.07.2011:

    Wie gehabt, die heutige Regenprognose sieht schon ganz anders aus. Hier der Link zu der Wetterprognose der Agrarverwaltung deren Daten von meteoblue.com kommen.

  • Und es gibt sie doch

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    Und es gibt sie doch, die regionale Küche. Nicht die allgegenwärtige Schnitzel-Pommes Esskultur oder die aufgemotze, sogenannte Regionalküche im Spitzenrestaurant. Das einfache, regionaltypische aus der bodenständigen Küche zu moderaten Preisen war in den Restaurants selten geworden.

    Eine schöne Entwicklung hat die Speisekarte des Restaurants Reiler Hof gemacht, seit Junior Christoph Heim Küchenchef ist. Neben gebratener Blut- und Leberwurst mit Gräwes und einigen anderen moselländischen Gerichten hatte ich gestern das Vergnügen, den krossen Schweinebauch mit glasierten Rotweinschalotten, weißem Bohnenpüree und Schupfnudeln zu essen. Dazu gab es einen trockenen Riesling. Das ganze auf der Terrasse des Restaurants und der Abend war perfekt. Jederzeit zu empfehlen!

  • Winzertreffen

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    Viele kamen zum heutigen Weinbergsrundgang mit Erfahrungsaustausch, zu dem Peter Gänz, unser Ökoberater und ich geladen hatten. Sehr erfreulich war, dass sehr viele konventionell arbeitende Winzer sich informieren wollten. Weinberge besichtigend und diskutierend gingen wir von der Reiler Brücke aus in die höher gelegenen Weinberge der Reiler Goldlay. Sehr interessant an der Reiler Goldlay ist, das es dort viele Weinberge von verschiedenen Biowinzern gibt und daraus natürlich Diskussionen über die unterschiedlichen Weinbergspflegemöglichkeiten entstanden.

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    Von allen Winzern natürlich spannend erwartet, die Maschinenvorführung einer Spatenrollegge. Ein Arbeitsgerät zur Bodenlockerung mit geringen Zugkraftbedarf, das leicht ist und als Gebrauchtgerät fast nichts kostet. In der Landwirtschaft vor allen zur Bearbeitung steiniger Böden eingesetzt, hat Peter Gänz dieses Gerät für den Weinbau entdeckt. Um eine gute Arbeitsqualität zu erreichen muß mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden, was natürlich sehr rationell  ist.

    Das normalerweise an einem großen Traktor im elterlichen Weingut unseres Bioberaters angebaute Gerät sah an meinem „kleinen“ Kettenschlepper monströs aus.

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    Da die Dreipunktanhängung der Spatenrollegge eine andere ist als an meiner Raupe, musste winzertypisch mit einen Weinbergsdraht nachgeholfen werden, was Belustigung unter den Winzern hervorrief. Für die eine Rebzeile bei der Vorführung reichte diese Befestigungsart aus.

    Die Vorführung klappte sehr gut. Es war sehr interessant, wie bei dem jetzt sehr trockenen und harten Boden eine zehnjährige Begrünung umgebrochen werden konnte. Auch die Arbeitstiefe war beachtlich. Das hatten alle anwesenden Winzer diesem Gerät nicht zugetraut. Das Ergebniss dieser Maschinenvorführung beeindruckte einige Kollegen so sehr, das sie über ein Anschaffung laut nachdachten.