Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • aufgefüllt

    2011-05-30 Mosel

    Die Mosel ist wieder aufgefüllt, die Weinbergsböden auch. In den letzten Tagen ist der lang herbeigesehnte Regen endlich gefallen. Es könnte zwar noch viel mehr sein, aber für den Augenblick sind wir zufrieden.

    Man hat den Reben den Wassermangel schon etwas angesehen. Beginnende Gelbfärbung und die Streckung der Triebspitzen waren schon erste Anzeichen von Trockenstress.

  • kalt erwischt

    2014-05-05 erfroren

    Die erste Runde hatten wir glücklicherweise gut überstanden, bei der zweiten Runde hat es uns kalt erwischt. In unserem Rivanerweinberg war es gestern Morgen einen Tick zu kalt gewesen. Geschätzte 30% der Rebtriebe sind erfroren: Teilweise ganz, teilweise nur die Triebspitze, leider auch viele Blütenansätze.  Es waren noch nicht die kalendarischen Eisheiligen, die sollen in ca. einer Woche kommen.

    Das Weinjahr fängt wieder spannend an, leider im negativen Sinn. Tröstlich ist, dass es nur unsere winzige Rivanerparzelle betroffen hat.

  • Wein trinken an schönen Orten

    2012-05-01 GoldlayUntrennbar mit der Mosel verbunden: Wein trinken an schönen Orten! Und diese schönen Orte werden an der Mosel immer mehr. Uns Einheimischen sind diese schönen Orte natürlich schon lange bekannt, aber jetzt auch für alle erwanderbar!2013-05-01 WanderungVor drei Wochen wurde der neue Fernwanderweg „Moselsteig“ offiziell eröffnet. Viele bekannte und schöne Wanderstrecken und Traumpfade wurde neu verknüpft und weitere Wege neu erschlossen. Noch vor seiner offiziellen Eröffnung des 365 Kilometer langen Fernwanderweges getestet und das Prädikat „Leading Quality Trail – Best of Europe“ verliehen bekommen. Der SPON berichtete schon im Vorfeld überschwänglich und ZEIT ONLINE war auch begeistert.

    2014-04-21 Rosi

    Und wenn Sie sich nun zeitlich mit Wein trinken an schönen Orten zu lange aufhalten oder Regen die Wanderung behindert: Einfach durch die Weinberge bergab abkürzen, das nächste Winzerdorf ist bestimmt in der Nähe.

  • Samstag Nacht: Ganz sacht, wie gewünscht

    2014-04-23 Tautropfen

    Samstag Nacht: Ganz sacht, wie gewünscht, nicht heftig und ohne Wasser in fester Form, aber leider viel zu wenig: Regen!

    Seit über einer Woche angekündigt, zuerst für den letzten Freitag von den Wetterfröschen gemeldet, dann auf Sonntag verschoben, dann wieder auf null gesetzt, am folgenden Tag wieder in der Prognosen angekündigt. Jedes mal in der Summe ausreichend für die ausgetrockneten Böden. Eine Moselschleife weiter ein ausgiebiges Gewitter mit Hagel nahe der Rebschädigung, leider bei uns nix, fast nix.

    Am Mittwoch und am Donnerstag die nächste Chance, wenn man den Meteorologen glauben soll.

    Es wird Zeit das die Reben Wasser bekommen. Unsere einjährige Junganlagen macht einen nicht sehr glücklichen Eindruck – bilde ich mir zumindest ein -.

  • Peribatodes rhomboidaria

    2014-04-22 RhombenspannerBernhard Fiedler schrieb schon vor einigen Tagen darüber: Der Rhombenspanner (Peribatodes rhomboidaria) hat dieses Jahr stark zugeschlagen. Dieser Wurm hat etliche viele Rebknospen ausgefressen, außergewöhnlich viele, unterschiedlich je nach Lage. Ganz übel in einer Nachbargemeinde, wo ganze Weinberge kahl sind. Ein Gelegenheitsschädling, der dieses Jahr zu größeren Schäden führt.

    In der Hauptknospe sind die Anlagen für den Sommertrieb und die Blütenstände (Gescheine) in ihrer endgültigen Anzahl ausgebildet. Die Nebenaugen der Winterknospen treiben verspätet aus, haben aber leider keine oder nur geringe Blütenstände ausgebildet.

    Ob es nun weniger Wein gibt, kann ich noch nicht sagen, ich will und kann jetzt noch nicht über die kommende Ernte spekulieren. Viele andere Faktoren spielen noch für die Ertragshöhe eine große Rolle. Eine gut verlaufende Blüte und optimales Wachstumswetter sind nebst anderen Faktoren auch noch sehr wichtig. Aber am wichtigsten ist im Moment, dass es baldigst ausgiebig regnet, da die Böden sehr ausgetrocknet sind.

  • Muffensausen: Halbzeit

    2014-04-16 Reif

    Heute morgen war das Blechdach des Maschinenschuppens mit Raureif überzogen. Kritisch, grenzwertig, dachte ich mir. An der Wetterstation in Briedel waren es um sieben Uhr heute morgen  in 20 cm Höhe 1,8 Grad, leider Minus. Dort soll es leichte Erfrierungen an den Reben gegeben haben. Ich bin bis jetzt nicht betroffen, aber eine kalte Nacht steht uns noch bevor.

    Also noch einmal Muffensausen wie ich gestern berichtete, aber sicherlich nicht zum letzten Mal. Danach soll es wärmer werden, aber bis zu den Eisheiligen sind es noch einige Tage.

    Nachtrag, 17.04.2014:

    Die zweite Frostnacht haben unsere Reben unbeschadet überstanden. Andere Kollegen hatten da weniger Glück.

  • Muffensausen

    2014-04-14 Frost

    Heute kam ein Sonderaufruf des Rebschutzdienstes unserer Agrarberatung. Seit Tagen zeichnet es sich ab, das der kommende Mittwoch und evtl. der Donnerstag kritische Tage sein könnten, an denen das Thermometer unter Null Grad absinken kann.

    Ein Hochdruckgebiet mit Vollmond und wolkenlosem Himmel lässt die Temperaturen fallen.

    Obwohl ich bis auf den Rivaner nicht in Frostlagen vertreten bin, habe ich Muffensausen. Ein Grad mehr oder weniger wird über das Wohlergehen der jungen Rebtriebe entscheiden. Ansonsten hoffe ich, dass sich gnädigerweise eine Wolke vor den Mond schiebt um den Strahlungsfrost abzuwehren.

  • Knochenarbeit

    2014-04-06 Pfahlramme

    In unserem letztjährig gepflanzten Weinberg haben wir in den letzten Tagen den Drahtrahmen erstellt. Ein großes Problem stellte der extrem ausgetrocknete und harte Boden dar. Kein Regen in Sicht, der den Boden weicher machte und das Einschlagen der Zwischenpfosten mit der Pfahlramme erleichtert hätte. Also das Erdbohrgerät startklar gemacht, um das Loch vorzubohren, damit Praktikant Tristan entlastet wurde. Von oben nach unten arbeitend, wurde es zunehmend schwieriger die Löcher zu bohren. Immer öfter verkantete sich der Bohrer im Untergrund, kam zum stehen und ich wurde oben herumgeschleudert bis die Bohrerbremse das Gerät ausschaltete. So ähnlich wie auf diesem Video bei einem Zweimannbohrgerät.

    Die letzten sechs Löcher gaben dann dem Bohrer den Rest, mir auch. Die Spitze war abgebrochen und die Bohrschnecke komplett verbogen.

    Eine richtige Knochenarbeit. Wenig genutzte Muskeln machten sich bemerkbar, der Schlaf in der folgenden Nacht war tief und fest, der Muskelkater blieb gottseidank aus. Am zweiten Tag fiel die Arbeit schon leichter und wir spürten die entsprechenden Muskeln wachsen.

  • zu früh

    20014-04-07 Austrieb

    Ganze drei Wochen zu früh hat der Austrieb der Reben begonnen. Eigentlich ein Bilderbuchstart in die Neue Vegetationsperiode. Aber nur eigentlich! Alle Winzer haben noch große Angst vor Spätfrösten, die den jungen Rebtrieben gefährlich werden können. In unseren Steillagen ist die Gefahr zwar etwas geringer als in flachen Weinbergen, aber einiges Unwohlsein habe ich trotzdem. Heute morgen gab es auf dem Blechdach unseres Geräteschuppens leichte Eisbildung….

    Die spannendste Zeit des Winzerjahres fängt an: Mit der Natur arbeiten, täglich von dieser abhängig zu sein, allen Wetterkapriolen strotzend und in einigen Monaten, wenn alles so klappt wie ich es mir vorstelle,  gesunde, vollreife Rieslingtrauben ernten.

  • Turdus merula

    2014-04-06 Amsel

    Wieder eines unserer Haus- und Hoftierchen,  die mit uns ums Weingut wohnen. Turdus merula, bekannter als Amsel.

    Mit den Würmern abwartend, bis wir keine Notiz von ihr nehmen und dann schnell zu den Jungvögeln, die versteckt in der Fassagdenbegrünung  auf ihr Mittagessen warten. Die Kellerkatze kennt zwar das Nest, ist aber leider unerreichbar für sie.