Heute ging es weiter. Vor vier (!) Jahren die erste Beprobung durch das Julius-Kühn-Institut in Berlin, heute wurde die Jagd eröffnet. Leider keine Wildschweine, sondern nur Regenwürmer. Es soll die Regenwurmabundanz durch Handauslese der endogäischen Arten und Formalinextraktion der Tiefengräber bestimmt werden.
Zuerst exakte Standortbestimmung der Probestellen mittel Satellitennavigation, dann quadratische Löcher ausheben. Natürlich wissenschaftlich korrekt in einer genau definierten Größe und Tiefe.……………………………………………………………………………..
Die ausgehobene Erde wurde von viele fleißigen Händen – zehn Wissenschaftler incl. Helfer und Helferinnen waren aus Berlin angereist – akribisch nach Regenwürmern abgesucht. Die Feinerde wurde abgesiebt und wird in Berlin am Institut weiter untersucht. Im gegrabenen Loch dann weiteres suchen nach Regenwürmern.
Durch die momentan andauernde Trockenheit hatten sich die Regenwürmer in tiefere Bodenschichten verkrochen und die Ausbeute war leider gering.
Jetzt bin ich einmal gespannt, wann denn die Auswertungen dieser Feldstudie veröffentlicht werden, bzw. ob noch weitere Fragestellungen zur Regenwurmambudanz, die sich mittlerweile gestellt haben, auch noch erforscht werden.
Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.Tucholsky zählte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“ erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor rechten Tendenzen – vor allem in Politik, Militär und Justiz – und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.
Kurt Tucholsky hatte 1929 die Mosel besucht. Herrlich beschrieben im Buch Panter, Tiger und Co. Leider wurde einiges aus den Reisemanuskripten Tucholskys nicht in diesem Buch veröffentlicht. Per Zufall kamen wir vor einiger Zeit an ein Originalmanuskript aus Kurt Tucholskys Reisetagebuch. Interessanterweise ist Tucholsky auch in Reil eingekehrt und beschreibt ausführlich diesen Besuch. Da wir Ihnen diesen Text nicht vorenthalten möchten, folgend ein Auszug aus dem bisher bekannten und veröffentlichtem Material und die fehlende Passage über seinen Besuch in Reil. Das Originalmanuskript ist zum Download verfügbar.
Auszug aus Kurt Tucholsky, Panter, Tiger und Co
„…An der Mosel ging es noch an. Wir soffen uns langsam den Fluß hinab, wir fuhren mit dem Saufbähnchen von Trier nach Bullay hinunter, und auf jeder dritten Station stiegen wir aus und sahen nach, wie es mit dem Weine wäre. Es war.
Wenn wir das festgestellt hatten, stiegen wir wieder ein: der Zug führte einen Waggon mit, der sah innen aus wie ein Salonwagen, von hier aus hätte man ganz bequem Krieg führen können, so mit einem Telefon auf dem Tisch, mit dicken Zigarren und: »Seiner Majestät ist soeben der Sturmangriff gemeldet worden.« Wir führten aber keinen Krieg, sondern drückten auf die Kellnerin, und dann erschien ein Klingelknopf, oder umgekehrt, und dann konnte man auf dem langen Tisch einen naturreinen Mosel trinken und dabei Würfel spielen. …
…Wir nahmen dies zur Kenntnis und stiegen in den Mosel – erst in den offenen, dann in einen jungen, frischen, dann in einen alten, goldgelben, der sehr schwer war. Es ging schnell mit uns; Mosel ist kein so bedächtiger Wein wie der Rheinwein oder der Steinwein … es ging sehr schnell. Wir hatten auch schon am frühen Nachmittag gemoselt – wir tranken unmittelbar in den Dämmerschoppen hinüber, vielleicht war es das. Karlchen und Jakopp saßen
da und tranken, was sie konnten – und sie konnten!…
… Bernkastel, Traben-Trarbach, Reil.
Die Lokomotive wurde angehalten und mußte Wasser fassen. Wir stiegen aus und vertraten uns die Füße. Auf der anderen Moselseite erstreckte sich ein weiterer Moselort in der Nachmittagssonne. Der Wind trug Klänge von Zupfinstrumenten zu uns herüber. Der Ort hieß Reil, beschied uns der Zugschaffner. Man feierte dort das alljährliche Weinfest. Kurze Blicke untereinender – unsere Absicht war klar.
Karlchen winkte dem Fährmann, der sich irgendwann von der Betrachtung der Trachtengruppe lösen konnte. Wir setzten über. Wie es wohl bei Hochwasser sei, fragten wir den Schiffsführer. Er winkte ab. Zimmer gäbe es keine, wurde uns genannt. Uns lockte auch mehr die Aussicht auf Flaschen Weines.
Der Ortsvorsteher – so nannte man hier den Bürgermeister – hieß uns im Festzelt willkommen. Karlchen orderte sogleich mehrere Bouteillen. Zum Probieren, sagte er. Wenig später setzte die Musikkapelle ein. Später kauften wir Tanzkarten und schwangen die Weiber auf dem Boden hin und her. Das Weinprobieren stellte sich zunehmend als eine äußerst angenehme Tätigkeit dar.
Zu fortgeschrittener Zeit wurden die Honoratioren unruhig. Die Frau des Ortsvorstehers war unauffindbar. Karlchen auch. Jakopp und ich übten uns weiter fleißig im Probieren und Tanzen. Irgendwann fielen wir in die Kapelle. Die übrigen Tanzkarten wurden uns abgenommen.
Am nächsten Morgen wachten wir in den Moselauen auf. Alsbald näherte sich uns ein Trupp von Männern. Sie wirkten recht entschlossen. Er sei Feldschütz, sagte der Anführer. Wir sollten auch bald den Ort verlassen, man erlasse uns auch den Fährlohn. Der Sonntagszug sei im Anmarsch. Man eskortierte uns zur Fähre, wir setzten über.
Bullay … dann aber setzten wir uns in einen seriösen Zug und fuhren nach Kolbenz. (Diese Aussprache wurde adoptiert, falls Jakopp ein künstliches Gebiß hätte: es spricht sich leichter aus.) In Kolbenz tranken wir der Geographie halber einen Rheinwein, und der konnte Papa und Mama sagen, wir aber nicht mehr…“
Das Original Manuscript. Zum Vergrößern bitte anklicken.
Menschenleer waren am Freitag die Straßen in Reil. Nicht Fußball, sondern die arte Dokumentation über die Mosel leerte die Dorfstraßen. Schöne Geschichten über an der Mosel lebende Menschen und klasse Landschaftsaufnahmen machten das Zusehen zu einem Vergnügen. Wir waren auch sehr zufrieden über die Szenen, in denen wir als Statisten mitspielten. Wer es verpasst hat, kann in der Mediathek von Arte die Dokumentation anschauen.
Der Frühling ist bei fast sommerhaften Temperaturen an die Mosel gekommen. So ca. drei Wochen früher wie im letzten Jahr stehen die Bäume an den Weinbergen in der Vollblüte.
Anlass für den Fotografen Ralf Scholze, der des öfteren bei uns Fotos macht, diese Rebtränen zu fotografieren. Dabei wurden auch Ideen gesammelt und nachgedacht, wie man denn das Rebwasser verwerten könnte.
Also kurzerhand ein Neues Projekt! Seit heute sammeln wir Rebtränen in Weinflaschen, erste Ideen versuchen wir umzusetzten. Soll gegen alles helfen, wie ich in oben verlinkten Artikel beschrieb:
Gegen Warzen aber für die Schwangere,
Für Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase
Ein Antialkoholicum?
Gegen Brechreiz
Gegen Sommersprossen und nicht bewältigte Schrecken
Gegen Zahnschmerz
Für Haut, Augen und Ohren aber gegen die Haare
Da müsste doch etwas zu machen sein, dieses Universalmittel, in welcher Form auch immer, auf den Markt zu bringen und für Gesundheit und Schönheit zu vermarkten.
Es ist soweit! In dieser Woche wird gesendet: Am Mittwoch, den 26. März die Französische, am Donnerstag, den 27. März die Luxemburger und am Freitag, den 28. März die deutsche Mosel. Jeweils um 19.30 Uhr auf Arte. Ich berichtete hier über die Dreharbeiten zu dieser Fernsehserie, in der wir als Statisten mitmachten.
Jetzt lasse ich mich einmal überraschen, was von den drei Drehtagen, in denen wir mitwirkten, bzw. bei uns gedreht wurde, übrig geblieben ist. Sozusagen ein Überraschungsei! Der Produzent hat uns leider nichts verraten. Die Vorschaufilme auf den Seiten von arte sind schon einmal vielversprechend.
Wir wünschen einen angenehmen Fernsehabend und für die, die diese Serie verpasst haben, es gibt auf arte und aller Voraussicht nach auf vielen dritten Programmen Wiederholungen und die Sendungen sind natürlich in der Mediathek von arte abrufbar.
Ein bisschen spät zwar, bzw. die Natur ist dieses Jahr sehr früh, komme ich endlich dazu, wieder einige Bäumchen zu pflanzen. Natürlich in den Weinbergen. Oberhalb der Weinbergsmauern am Vorgewende und bei einigen sogenannten Spitzzeilen soll gepflanzt werden.
Selbstredend ausschließlich ausschließlich Prunus persica, der Rote Weinbergspfirsich. Heute habe ich einige Sämlinge bei einem befreundeten Hobbygärtner abgeholt. Nächste Woche wird gepflanzt.
Ein bisschen warten, so ein, zwei Jahre, und dann könnten die ersten Früchte an den Bäumchen hängen. Der Pfirsich wird zwei bis drei Tage in mehreren Erntedurchgängen vor der Essreife geerntet. Man kann ihn dann nachreifen lassen, dann ist er bis zu sechs Wochen haltbar oder schälen und als halbe Frucht einkochen für den winterlichen Vitaminnachschub. Ganz lecker als Marmelade und bei vielen anderen Rezepten verwendbar.
Nach dem Abfüllen der Neuen Weine den Shop auf der Homepage mit den aktuellen Weine gefüttert und freigeschaltet. Gerade den „Speichern“ Button gedrückt und binnen Minuten kamen die ersten Bestellungen. Gestern schnell etikettiert, heute die meisten Pakete gepackt, der Rest folgt morgen. Zwischendurch wird morgen noch die Weinliste gedruckt, kuvertiert und versendet. Evtl. die Chance danach wieder mal in den Weinberg binden zu gehen, bis die Weinliste beim Kunden eintrifft und weitere Bestellungen erfolgen – hoffentlich -. Kunden haben sich ebenfalls zum Verkosten schon angemeldet. Eigentliche wie immer: Jedes Jahr das Gleiche, nur die Reihenfolge etwas anders.
Heute wurden die ersten Weine abgefüllt. Hört sich immer wieder gut an, wenn die Flaschen klappern, wenn sie in die Gitterboxen gelegt werden. Vor Tagen schon mit den exakten Planungen begonnen. Verlässlich lieferte der Flaschenhändler und der Verschlusslieferant auf den Tag genau nach Absprache. Da es Druckereien nicht so genau nehmen, – zumindest meine – werde ich mal morgen nachfragen, ob denn die Etiketten fertig sind. Diese werden zwar erst nächste Woche benötigt, aber lieber eine Woche vorher den Liefertermin setzen.
Die täglichen Füllmengen und die Abfüllreihenfolge wurde auch exakt geplant, die Abfüllmaschine bereitete auch keine Probleme, aber dann!
Keine Ahnung was falsch gelaufen ist! Der Sterilfilter vor der Abfüllanlage und auch der davor geschaltete gröbere Vorfilter verzeichneten beim zweiten Wein einen Druckanstieg. Ein Zeichen, das noch Trubstoffe in vorher mit Kieselgur grob filtriertem Wein vorhanden waren und den Filter verblockten. Ich vermute, dass es nicht sichtbare Trubstoffe waren, die durch diese erste Filtration nicht erfasst wurden. Es war einfach ärgerlich und es passierte mir zum ersten Mal, das beide Filter nicht mehr wollten. Der Vorfilter wurde neu mit Filterplatten bestückt und der Sterilfilter hielt, Gott sei dank, noch bis zum Schluss, bzw. bis die aktuelle Partie gefüllt war, durch. Die für heute noch geplante dritte und letzte Partie wird dann übermorgen, wenn es weiter geht mit dem Abfüllen, noch zusätzlich gefüllt und wird für Überstunden sorgen.
So sollte es sein: Zwei im Drahtrahmen nach unten gebogene und festgebundene Fruchtruten. Biegen nennt man das Befestigen des Fruchtholzes. Dadurch sollen einerseits die Voraussetzungen geschaffen werden für eine gleichmäßige Verteilung der Sommertriebe in der Laubwand, andererseits soll das Biegen eine harmonische Saftverteilung gewährleisten, damit die über das ganze Fruchtholz verteilten Sommertriebe gleichmäßiges Wachstum aufweisen.
Sehr viele unserer Reben haben durch den letztjährigen Hagelschlag Verletzungen (Sollbruchstellen). Da wir beim Rebschnitt nach Möglichkeit unverletzte, bzw. weniger verletzte Triebe angeschnitten hatten und jetzt beim Biegen der Fruchtruten vorsichtig sind, beschränken sich abgebrochene Triebe auf wenige Exemplare.
Dieser Tage standen alle 2013er Weine wie jedes Jahr auf den Tisch. Mittlerweile filtriert und abfüllfertig. Die jährliche Jungweinprobe mit Freunden und Winzerkollegen um der eigenen Betriebsblindheit vorzubeugen und um unser Neues Weinsortiment zu gestalten. Dazu kamen noch einige Weine der Mitverkoster.
Ich schrieb schon einmal, das der 2013er schmeckt. Nun die Bestätigung. Bis auf einen Wein, den das Verkosterteam qualitativ gänzlich anders als ich bewertete, sind alle Weine gelungen. Bei den einzelnen Partien ist die selektive Arbeit während der Weinernte glasklar erschmeckbar! Wunderschöne Fruchtaromatik bei den Partien, die ausschließlich aus gesunden Trauben stammten, verhaltenere Fruchtaromatik bei den Weinen, die eine mehr oder weniger große Beeinträchtigung durch den Botrytispilz hatten. Ich schrieb schon mehrfachüber diesen Pilz, der gute Seiten, aber auch schlechte Seiten hat. Eine Hassliebe.
Das 2013er Sortiment wurde bei der Probe in einem Abwasch auch noch gestaltet. Witterungsbedingt keine Auslese, die Alkoholwerte auf moderatem Niveau, die Mengen teilweise bescheiden.
Morgen in einer Woche starten wir mit dem Abfüllen, ab morgen in zwei Wochen können die 2013er Weine voraussichtlich käuflich erworben werden.