
Es fängt nicht mit der Ernte an und hört auch nicht damit auf.
Hört sich ganz einfach an, ist es aber nicht. Zumindest für den Winzer. Die zentrale Frage nach der Ernte ist die, ob denn der „Neue“ geraten ist. Die zentrale Frage! Ich habe, trotz gewisser Erfahrung, immer noch meine Unsicherheiten während des Gärungsprozesses den jungen Wein zu beurteilen.
Mittlerweile sind die meisten Weine am Ende der Gärung angelangt und erste Aussagen, soweit es die Jugendlichkeit und die starke Hefetrübung erlaubt, können gemacht werden. Die Neuen Rieslinge zeigen sich momentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik und eine frische Säure, die sehr gut eingebunden ist. Ich denke, dass ich im Weinberg und im Weinkeller alles richtig gemacht habe, um das Maximum an Qualität auch in diesem Jahr in die Fässer zu bekommen.
Einfach gesagt: Es schmeckt!



Der
Zwischendurch musste den Kindern noch die heimische Fauna erklärt werden.
Spaß mit dem Matsch hatte auch unser Praktikant beim Reinigen des Kettenschleppers. Erst nach mühseligem Hochdruckreinigereinsatz war die Raupe sauber, der Praktikant von oben bis unten bespritzt und an der Waschstelle lag einiges an Erde.
Im Weinkeller sind alle Moste am Gären. Bei der täglichen Gärkontrolle wird natürlich probiert und wir sind zufrieden, zumindest qualitativ. Die Menge ist sehr bescheiden. Das zweite Erntejahr mit wenig Ertrag in Folge. Die gärenden Weine schmecken alle sehr sauber und reintönig. Keinerlei negative Einflüsse durch vergammelte Trauben, da wir diese im Weinberg hängen gelassen haben. Ich denke, dass wir auch in diesem Jahr alles richtig gemacht haben.
Pünktlich zum Wetterumschwung beendeten wir die Weinernte. Nun ist ideales Erntewetter, kühl und trocken, leider drei Wochen zu spät, aber so ist das halt, wenn man mit der Natur arbeitet.

Während sich die Bänderschnecken bei dem feucht/warmen Wetter sehr wohl fühlen, leiden die Rieslingtrauben ungemein.
Nicht mehr verwerfen, wie in meinem letzten Artikel, sondern einfach hängen lassen. Retten was noch zu retten ist! Man sieht die Trauben förmlich wegfaulen. Eilig die gesunden und verwertbaren Trauben ernten, die mies aussehenden und schon teilweise stark muffig stinkenden hängen lassen. Können wir für unsere Weine nicht gebrauchen.
Ideale Bedingungen für die Dinge, die der Winzer nicht braucht. Zum Glück hatten wir bisher nur frisch von Fäulnis befallene Trauben, welche keine geschmacklichen Probleme im Wein bereiten. Nur einige, ganz wenige, wurden verworfen.






Tag eins der Rieslingernte. Die Regenfälle der vergangenen Tage haben den Trauben nicht gut getan. Nach zwei Jahren, in denen fast nichts, bzw. ganz wenig selektiert werden musste, ist jetzt sortieren nötig. Die durch die Regenfälle angeschlagenen Trauben, die schon erste Anzeichen von Fäulnis zeigen, werden in den nächsten Tagen geerntet, damit die gesunden weiter reifen können. Stärker von Fäulnis betroffene Trauben und Beeren werden verworfen. So war das eigentlich gedacht.