Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Allerneueste Neuigkeiten

    2013-10-10 Höfgen

    Die Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Dagmar Barzen, hatte mich persönlich eingeladen. Heute stand Ministerbesuch in der Avelsbach an. Natürlich unsere Weinbauministerin Ulrike Höfgen und Avelsbach ist Winzerumgangssprachlich die Staatliche Weinbaudomäne in Trier an der Avelsbach. Da ich Zeit und Lust hatte und persönlich eingeladen war, folgte ich heute der Veranstaltungseinladung zum Thema „Entwicklung der Staatlichen Weinbaudomaine“. Neben Vertretern von Agrarberatung, Politik und Presse war auch die Führungsspitze unsere Verbandes ECOVIN anwesend. 2013-10-10 Avelsbach

    Nach dem üblichen Begrüßungszeremoniell mit Präsidentin, Ministerin und Dienststellenleiter der Agrarberatung gab es dann die Überraschung:

    Der 24 ha Betrieb wird auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt und bewirbt sich um eine Mitgliedschaft in unserem Verband ECOVIN!

    Sehr gut! Ein Leitbetrieb mit Vorbildfunktion für andere Weingüter. Ein wichtiger Schritt in der Ökologisierung des Weinbaues an der Mosel. Als Regionalgruppenvorsitzender von ECOVIN Mosel freue ich mich schon auf diesen Neuen Mitgliedsbetrieb und auf die Zusammenarbeit mit den Betriebsleitern.

  • Weinernte 2013: Seneszenz

    2013-10-09 Laub

    Die Seneszenz, umgangssprachlich ganz einfach als Alterungsprozess bei Pflanzen bezeichnet, ist sehr wichtig für den Reifungsprozess der Trauben. Dieses Jahr besonders wichtig.

    „Physiologische Traubenreife – ein Schlüssel für viele Schlösser

    Die durch übermäßige Vitalität verzögerte Seneszenz von Blättern und Triebachse geht mit verzögerter Traubenreife einher. Die Trauben mögen in solchen Anlagen zwar ein wünschenswertes hohes Mostgewicht erreicht haben, ihre physiologische Ausreife (Aromareife) ist jedoch gebremst. Wird dies erkannt, könnte man versuchen, dies mit einem späteren Lesetermin zu kompensieren. Leider stellt sich im Herbst gerade in starkwüchsigen Anlagen jedoch oft nicht die Frage nach dem aus Sicht der Reife wünschenswerten Lesetermin, weil sich ausbreitende Botrytis (Fäulnis) den Lesetermin diktiert. In solchen Anlagen ist der Botrytisdruck aus vielfachen Gründen erhöht. Kompaktere Trauben, dichtere Laubstrukturen, weniger abgehärtete Gewebeoberflächen begünstigen bei feuchtwarmer Witterung in der Reifephase vorzeitige Fäulnis.“

    so bringt es Dr. Edgar Müller von der Agrarberatung Nahe auf den Punkt. Diese übermäßige Vitalität, bzw. starkes Rebwachstum, ist nicht förderlich für die Qualität, aber förderlich für unerwünschte Traubenfäule, die dieses Jahr teilweise problematisch wird. Entsprechende Pflege der Rebanlagen wie z.B. wenig oder keine Düngung mit Stickstoff, Begrünung der Rebzeilen usw. verringern das Wachstum und fördern die natürliche Alterung der Rebblätter. Anders ausgedrückt: Die Weinrebe braucht leichten Stress um optimale Qualitäten hervor zu bringen, so ähnlich wie beim Menschen. Jegliche Luxusversorgung mindert das Endergebnis.

    Das Problem ist uns bekannt und wir arbeiten seit Jahren an den uns machbaren Parametern wie z.B. an der Bodenpflege. Nicht von uns beeinflussbar ist natürlich das Wetter.

    In fast allen unserer Weinberge sieht man die beginnende Blattverfärbung und Alterung der Blätter. Dort sind die Trauben größtenteils gesund. Mehr Fäulnis findet man an einigen Rebstöcken, insbesondere am Wegesrand, die überaus starkwüchsig sind.

    Ein Riesenproblem gibt es in einem kleinen, in diesem Jahr zugekauften Rieslingweinberg. Noch vom Vorgänger überdüngt und ohne Vollständige Bodenbegrünung, ist der Weinberg starkwüchsig und die Trauben sind zu fast 100% am faulen. Sieht nach einer Nullernte aus. Auf Bilder habe ich verzichtet.

    Am Sonntag rücken die ersten Lesehelfer an, am Mittwoch kommender Woche komplettiert sich die Erntemannschaft. Erntebeginn beim Riesling voraussichtlich ab Mittwoch mit dem ersten selektivem Erntegang für die Basisqualitäten.

  • Weinernte 2013: Alles läuft

    2013-10-06 Traktor

    Alles läuft! Der Start in die Weinernte ist heute bestens geglückt. Die Maschinen haben problemlos funktioniert, der Ertrag beim Rivaner war richtig gut und unser Qualitätsziel haben wir auch erreicht.2013-10-06 Pilz

    Die Erntemannschaft war wie immer rasend schnell und hat die wenigen faulen Trauben aussortiert, die schon teilweise ein Zweitbesiedlung von anderen Pilzen aufwiesen. Dinge, die der Winzer nicht braucht.

  • Weinernte 2013: Kleckerkram

    2013-09-26 Kleinteile

    Wir sind für die Ernte bereit. Der ganze Kleckerkram ist gereinigt, die Weinpresse steht an ihrem Platz und funktioniert (hoffentlich), Verbrauchsmaterialien und evtl. benötigte Ersatzteile sind eingekauft. Lediglich die Holzfässer müssen noch in Reih und Glied gelegt werden. Morgen ist Testlauf. Ausnahmsweise gehen wir einmal Sonntags ernten. Unser kleiner Rivanerweinberg wird mit der Familie geerntet.

    Die Trauben sind reif. Die vereinzelt vorhandene Fäulnis hat sich durch die vergangenen trockenen Tage nicht weiter ausgebreitet. Die gestern und insbesondere heute gefallenen Niederschläge würden in den nächsten Tagen die Fäulnis rasant fördern. Eine leider sehr schlechte Eigenschaft des Rivaners im Reifestadium sehr empfindlich gegenüber der Graufäule zu sein, die dann quasi über Nacht die Trauben befällt und Schaden anrichtet. Weiteres Warten ist nicht mehr angebracht und ich denke, dass wir unser Qualitätsziel beim Rivaner erreicht haben.

  • gebauchpinselt

    FAZ 2013-09-29

    „Wer trockenen Riesling der noch leichten Art sucht, wird vor allem an der Mosel fündig. Ökowinzer Harald Seffens vom Weingut Steffens-Keß in Reil/Mosel erzeugt solche Gewächse seit den achtziger Jahren regelmäßig. Sein verspielter, saftiger 2012er Reiler Goldlay Riesling Kabinett trocken duftet nach weißen Pfirsich und ist vermutlich genau das, was viele Konsumenten suchen.
    Es ist heute Kunst, solch einen Wein zu erzeugen.”

                   Stuart Pigott, FAS, 29.09.2013

    Die ersten Bewertungen des aktuellen 2012er Jahrgangs von Presse und Weinwettbewerben sind mittlerweile eingetroffen. Sehr schön finde ich Weinbeschreibungen und das dazu gehörende Lob der Journalisten. So ganz ohne Punktevergabe und Rankinglisten. Da fühlt man sich richtet gebauchpinselt, gerade wenn Stuart Pigott schreibt.

    2013-09-30 Cervim

    Bei der internationalen CERVIM Bergweinverkostung, Aosta/Italien, wurden wir mit einer goldenen Medaille bedacht die nun ein nettes Plätzchen in der Probierstube bekommen hat. Auch von der ECOVIN Verkostung unseres Ökoverbandes kam heute eine Urkunde.

    Bis auf die großen Weinführer die erst im November erscheinen, werden die beiden Urkunden ohne weitere Gesellschaft bleiben. Nicht, dass ich bei anderen Weinwettbewerben vielleicht keine Urkunden bekäme, aber diese müssen auch bezahlt werden. Schlussendlich vom Endverbraucher. Die Teilnahmegebühren sind teilweise richtig heftig. Bis zu 200,- €  je Probe sind kein Seltenheitswert. Es gibt Veranstalter, die richtig gut davon leben können und weitere stehen schon in den Startlöchern um es ihnen gleich zu tun. Selbstredend wird nicht über die Weine gesprochen, die ohne Urkunde ausgehen und für die trotzdem die Teilnahmegebühr fällig wird.

    Ich schrieb schon einmal über diese Gelddruckmaschine und die Gewinnwahrscheinlichkeit bei solchen Wettbewerben .

    ”Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wein in einem Wettbewerb mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wird, kann statistisch gesehen nur mit Zufall erklärt werden.“

    Eine der Hauptaussagen eines von mir zitierten Artikels.

    Damit sie sich in diese Materie vertiefen können, folgend der Link zu meinem Artikel Gelddruckmaschine. Bemerkenswert der Kommentar von Karl Storchmann vom Journal of Wine Economics:

    Gelddruckmaschine?

    Über dieses Thema hat auch schon mein Kollege Armin Kobler berichtet:

    The Judgement of Paris (5): The Tasting Data have a Consistency like a Table of Random Numbers in Deutsch und Italienisch

    Weitere Artikel von Armin Kobler zum gleichen Thema:

    Weinbewertung

     „Da es aber dem eigenen Ego sehr gut tut, nehme ich trotzdem an einigen Weinwettbewerben teil und es schmeichelt, wenn mal wieder eine Urkunde oder eine lobende Erwähnung in Haus flattert…“

    schrieb ich im oben erwähnten Artikel und für den langfristigen Reputationsaufbau sind, trotz oben aufgeführter Kritik, diese Weinwettbewerbe sehr gut geeignet.

  • arte, Teil 4: unspektalulär

    2013-10-01 Hubschrauber

    Nach mehreren abgesagten Drehterminen wegen schlechten Wetters wurden heute Luftaufnahmen gedreht. Die Mosel wurde im Ganzen abgeflogen. Bei den einzelnen Akteuren, darunter auch ich, wurden diese bei der Arbeit aus der Luft gefilmt. Also die Kamera an unauffälliger Stelle platziert und auf  Automatikaufnahme gestellt… Beim Herannahen des Hubschraubers mit dem Raupenschlepper in den Steilhang zum Mähen gestürzt.

    Ich hatte es mir spektakulärer vorgestellt. Erwartet hatte ich, dass der Hubschrauber sich so richtig ins Tal senkt, ich dem Piloten ins die Augen sehen kann und der Kameramann festgeschnallt an der Türöffnung hängt, so quasi. Vielleicht noch einmal Klappe die erste, die zweite, die dritte… Aber nein, in weiter Entfernung zog der Heli seine Kreise, vorne eine Riesenkamera montiert, die sicherlich soweit heranzoomen konnte, das der Kameramann das Weiße meiner Augen sehen konnte.

    Sendetermin soll im Frühjahr 2014 sein. Ich lasse mich überraschen, welche der vielen gedrehten Szenen es denn nun in den Film schafft.

    Hier geht es zu den bisherigen Berichten über die Dreharbeiten:

    Teil 1: Drehbeginn

    Teil 2: Wagemutig

    Teil 3: Rein und raus

     

  • Crème brûlée auf Teppich

    2013-09-25 Winzer

    Nach der letzten gemeinsamen Touristenweinprobe der Reiler Winzer war die Kasse gut gefüllt. Da auf dem Winzerverbandskonto noch genügend Reserve ist, wurde der Gewinn zur Wirtschaftsförderung eingesetzt. Als Förderziel wurde der Reiler Hof erkoren. Der Etat wurde dem jungen Küchenchef genannt. Davon sollte das Korkgeld für die mitgebrachten Weine bezahlt werden und ein 3-Gänge Menü, welches er nach seinem Gusto zusammenstellen konnte.

    Die mitgebrachten Weine wurden kunterbunt durcheinander probiert. Jeder teilnehmende Winzer sollte eine Flasche mitbringen. Die einzige Bedingung war, dass er nicht aus dem eigenen Weingut stammte. So gab es beim Menü eine breite Palette Weine zu probieren. Als Aperitif gab es einen 2010er Gewürztraiminer von meinem bloggenden Kollegen Armin Kobler, gefolgt von verschiedenen Rieslingen u.a. aus Rheinhessen und Mosel, Sauvignion blanc aus Chile, Riesling Sekt, Silvaner aus Franken, einige Rotweine und weiß der Teufel noch welche Weine auf dem Tisch standen.

    2013-09-25 Möhren IngwersuppeDie Suppe am Anfang begeisterte schon! Karotten-Ingwer Suppe vom feinsten. Hervorragend dekoriert und noch besser im Geschmack! Ich müsste nochmals einen Kochkurs im Reiler Hof belegen, damit Küchenchef Christoph mir das Rezept verrät.

    Der Hauptgang – leider ist keines der Bilder etwas geworden – die Überraschung: Hirschfilet auf Spitzkohl mit Pfifferlingen und weiteres drumherum. Spitzenküche wie ich es von diesem Restaurant erwarte!

    2013-09-25 Dessert

    Zum Dessert Crème brûlée auf Teppich auf Schälchen. Optisch nicht so aufgemotzt wie die zwei Gänge vorher, aber geschmacklich auf dem gewohnten Niveau.

    Gut gegessen und gut getrunken machten wir Winzer uns zu später Stunde auf den Nachhauseweg, nicht ohne den Vorsatz gefasst zu haben, nach der nächsten gemeinsamen Winzeraktion noch einmal Wirtschaftsförderung zu betreiben.

  • Weinernte 2013: Vorbereitungen

    2013-09-24 MTh

    Die Trauben in unserem kleinen Rivanerweinberg benötigen noch mind. 10 Tage, bis wir sie ernten können. Vereinzelt findet man faule Beeren. Hoffentlich breitet sich diese Fäulniss nicht weiter aus, damit wir nicht vorzeitig lesen müssen und unser Qualitätsziel nicht erreichen.

    Mengenmäßig sieht es sehr gut aus. Nach mehreren Jahren mit Mindererträgen durch sommerliche Pilzkrankheiten, Spätfrost und schlechtem Blütewetter, dürfte dieses Jahr mindestens ein Normalertrag in diesem kleinen Weinberg hängen.2013-09-24 Rivaner

    Ein Karton voll ernteten wir heute schon als Tafeltrauben für Freunde.2013-09-23 Kisten

    Im Weingut sind wir bei der Generalreinigung. Die Erntekisten sind schon penibel gesäubert, von den Fußböden im Keller kann man essen und in zwei Tagen ist der Weinkeller, zumindest von der Hygiene her, betriebsbereit für die Neue Ernte.

    Die Lesehelfer sind organisiert und die erste grobe Ernteplanung ist gemacht. So langsam kommt Vorfreude auf. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

  • Suchen Sie sich Ihre/n Frau/Mann nach dem Röntgenbild aus?

    2013-09-21 RöntgenSuchen Sie sich Ihre/n Frau/Mann nach dem Röntgenbild aus? Wohl eher nicht! Beim Wein soll es aber so sein. Anfragen nach Analysewerten zur Auswahl des Weines kommen des öfteren auf meinen Schreibtisch.

    „Ebenso werden sie auch keine, zwar höchst wichtig und professionell erscheinenden, den Wein aber letztlich nur auf seine chemischen Parameter reduzierenden Analysedaten wie Restzucker oder Säure, finden.“

    so ein Kollege in seiner Weinliste zu diesem Thema, dem wir uns anschließen.

    In Wikipedia kann man dazu folgendes lesen:
    „Die sensorische, subjektive Geschmackswahrnehmung unterliegt biologischen Schwankungen und hängt bei Weinen und Schaumweinen von mehreren Faktoren ab. Sie ist nicht identisch mit den jeweils messbaren Analysewerten ihrer Inhaltsstoffe. So können beispielsweise Weine mit relativ niedrigem Restzuckergehalt bei niedrigem Säuregehalt als „süß“ wahrgenommen werden und Weine mit hohem Säure- und hohem Restzuckergehalt „trocken“ schmecken. Auch Alkohol und Glyzerin können im Wein zu einer süßen Geschmackswahrnehmung führen, obwohl der Wein analytisch „trocken“ ist. Auch die Reife eines Weins beeinflusst die Geschmackswahrnehmung, da geschmacksprägende Moleküle (Säuren, Restsüße) zu Molekülkomplexen polymerisiert werden und dadurch sensorisch anders wahrgenommen werden. So schmecken beispielsweise reife edelsüße Weine (Eisweine, Beerenauslesen etc.) weniger süß als in ihrer Jugend. Umgekehrt können wiederum alte, trockene Rotweine durch hohe Extraktwerte und die Reife ihrer Tannine als „süßlich“ wahrgenommen werden.“ 

    Gut, der Alkohol ist wichtig. Der Trunkenheitsfaktor steht auf dem Etikett und ist ein ganz wichtiges analytisches Merkmal.  Aber wie sollen die abgefragten Analysedaten wie Säure und Restsüße für den zu erwartenden Geschmack interpretiert werden? Das ist sogar mir als Fachmann noch nie gelungen. Ganz spannend wird es, wenn z.B. die Aussage kommt, das ab einem bestimmten Säuregehalt Sodbrennen eintritt. Wie soll das denn gehen? Egal wie sauer denn der Wein ist, die Magensäure ist bedeutend saurer wie die Weinsäuren und eine der Ursachen des Sodbrennens ist Alkohol, zuviel Alkohol, und nicht die Weinsäuren.

    Weitere analytische Parameter werden nicht abgefragt. So wäre der pH Wert ebenso wichtig, das gleiche gilt für die im Wein gelösten Mineralstoffe, die höherwertigen Alkohole, die verschiedenen Säuren und und und…

    Die sensorische Wahrnehmung lässt sich nicht in Analysedaten ausdrücken, bzw. aus diesen herleiten. Chemische Analysen schaffen zwar Wahrheiten, aber diese können wir nicht schmecken und wahrnehmen. Wir können diese, nachdem der Wein auch sensorisch analysiert wurde, versuchen zu interpretieren, aber glauben Sie mir, dass kommt in der Regel einem Orakel gleich. Weingeschmack ist mehr als ein paar chemische Parameter.

  • Weinernte 2013: Diese Woche noch nicht

    2013-09-18 Riesling

    Diese Woche noch nicht, aber nächste Woche werde ich so langsam mit den Vorbereitungen für die Weinernte anfangen. Spät sind wir in diesem Jahr. Gegenüber dem Vorjahr so um eine Woche.  Die verspätete Rebblüte konnte der nachfolgende Sommer nicht ausgleichen und wir müssen nun die Reifezeit der Trauben bis in den späten Herbst hineinziehen. Die Voraussetzungen sind sehr gut. Die Trauben sind, trotz der in den beiden vergangenen Wochen gefallenen Regenfälle sehr gesund, das Reblaub, dessen Blätter die Aromastoffe für den späteren Wein bilden, ebenfalls. Einzig ein früher Frost mit Langeunterhosenwetter könnte dem ein Ende setzen. Aber daran denke ich noch nicht. Nach den vergangenen kühlen und nassen Tagen soll der Wettergott in den nächsten Tagen wieder winzerfreundliches Wetter bringen. Behaupten zumindest die Meteorologen.

    Europaweit hat die Ernte schon begonnen. Mein Kollege Bernhard Fiedler vom Neusiedlersee in Österreich startete schon am vergangenen Mittwoch, hat aber leider Regenbedingt schon längere Pausen einlegen müssen. Ebenfalls am Ernten ist Armin Kobler, Südtirol, wie er auf Facebook berichtete. Die Qualitäten und Quantitäten der bereits geernteten Trauben sollen im optimalen Bereich sein und er hat große Hoffnungen in seine weißen Rebsorten:

    „steinigt mich, wenn ich mich irre, aber ich bin der Meinung, dass jene, welche es sich leisten können und gleichzeitig nerven wie Stahlseile haben um viel später als letztlich üblich zu wimmen (ernten), große weiße Sachen nach hause bringen werden.“

    Leider hat er durch die Regenfälle auch schon vereinzelt Fäulnis in den Trauben und wird selektiv ernten müssen. Das erinnert mich daran, das ich als Erntehelfer einige Tage zu ihm nach Südtirol wollte. An Rieslingwinzer im Norden Europas mit später Weinernte kein Problem, aber leider viele andere Termine und ein verlustig gegangener Azubi, dessen Arbeitsleistung u.a. von mir mit erledigt werden muss. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr.