Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Aromaschonung

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    Schweinekalt war es heute im Weinkeller. Seit Tagen läuft schon der Ventilator und schaufelt kalte Aussenluft in den Keller um die vom Hochwasser schon gut gekühlten Weine noch weiter abzukühlen.

    Aromaschonung ist das Stichwort. Jede Maßnahme am Wein, sei es einfaches umpumpen oder filtrieren,  führt zwangsläufig zu Aroma- und Gärungskohlensäureverlusten.  Um diese Verluste zu minimieren kommt neben dem handwerklichen Geschick auch die winterliche Kälte hinzu.

    Daher hieß es heute beim filtrieren: Frieren für die bessere Weinqualität und für spritzige Moselrieslinge.

  • Weinrallye 41: Sandwichweine

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    „Die meisten Weine der Welt werden jung auf den Markt gebracht, und bald danach auch getrunken. Nicht nur ausgesprochenen Primeur-Weinen, die schon vor dem Ende des Erntejahres abgefüllt werden, sondern auch mittleren und gehobenen Qualitäten wird selten mehr als ein Jahr in der Flasche vergönnt.

    Neben der dominierenden Masse der Jungweinliebhaber gibt es aber auch eine kleine Gruppe von Weinfreunden, die gereifte Weine hochhält. Jahre- und jahrzehntealte Spitzengewächse werden zu schier unglaublichen Preisen gehandelt.

    Was ist aber mit den Weinen dazwischen? Der soliden Mittelklasse, die zwar nicht für Jahrzehnte gemacht ist, der aber zwei, drei, vier Jahre in der Flasche auch sehr gut tun können?

    Wie schmecken solche “Sandwich-Weine” zwischen unbändigem Jugendcharme und der noblen Größe des Alters? Welche Sorten und/oder Weinstile präsentieren sich in dieser Entwicklungsphase besonders schön? Und welche weniger?“

    So das Thema der Weinrallye die von meinem Kollegen Bernhard Fiedler aus Österreich ausgerufen wurde.

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    Im Kühlschrank wie so oft wieder fündig geworden. Ich habe den Eindruck, das der, der jeweils die Weinrallye veranstaltet vorher einen Blick auf meine Weinbestände geworfen hat. Bisher mußte ich mir erst zwei mal Weine für diese Verkostungen extra besorgen.

    Goldgelb im Glas, sehr schmelzig mit leichter Botrytisnote, dezente Süße: 2005er Pündericher Marienburg Riesling feinherb. Eine sehr große Spätlese von meine Freund und Kollegen Frank Brohl.  Die Süße nicht überbordend wie man sie sehr oft bei Dessertweine hat, eher perfekt dezent, die Säure für einen Moselriesling etwas weich und eine wunderbare Opulenz. Machte noch sehr viel Spaß beim zweiten Glas. Mit einen Alkoholgehaltvon 13% ein richtig dickes Schiff, bei dem Frank sehr tief gestapelt hat. Die Bezeichnung Auslese würde dem Wein eher gerecht. Perfekt gereift und hat sicherlich noch weiteres Reifepotential welches ich leider nicht mehr erforschen kann, da es sich um eine Einzelflasche handelte.

    Schade, daß man Wein nicht streicheln kann, sagte Kurt Tucholsky. Diesen Wein würde ich gerne streicheln.

  • Eimerträger

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    Heute haben wir die Agrar- und Weinbautage Rheinhessen in Nieder-Olm bei Mainz besucht. Eine Messe der kurzen Wege. Klein und fein, regionale Anbieter, man kennt sich, trifft viele Kollegen und eine Maschinenausstellung fürs normale Weingut. Auch kleinere Aussteller mit interesannten Produkten waren vertreten, da die Standmieten viel günstiger sind wie auf großen Messen. Natürlich lag der Schwerpunkt auf der Weinbautechnik für tellerebene Weinberge, wie sie in Rheinhessen vorherrschend sind. Vielleicht ist in den nächsten Jahren vermehrt Steillagentechnik zu sehen, da immer mehr Winzer aus den deutschen Steillagenweinbaugebieten diese Messe besuchen.

    Der eigene Lehrling und der eines Kollegen wurden zwecks Weiterbildung mitgenommen. Ob die beiden etwas gelernt haben weiß ich nicht, aber der als Werbegeschenk vom Lehrling mitgenommene Eimer war auf jeden Fall praktisch für mich. Mein Prospektmaterial fand darin Platz und ich hatte die Hände frei, da ich ja zwei Eimerträger dabei hatte.

  • Rankpflanzen

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    Die letzen kalten Wochen und das Moselhochwasser ließen die Arbeit im Weinberg ruhen. Seit einigen Tagen sind wir wieder im Weinberg aktiv und haben mit dem Rebschnitt begonnen. Endlich wieder an der frischen Luft und viel Bewegung!

    Der Rebschnitt, die arbeitsintensivste Arbeit an der Weinrebe und noch dazu bei einer der arbeitsintensivsten Rebsorten. Der Riesling bildet bedeutend mehr Ranken aus als andere Sorten. Gegenüber dem Silvaner werden ca 50% mehr an Arbeitszeit benötigt um das nicht mehr benötigte festgerankte einjährige Rebholz aus dem Drahtrahmen zu entfernen. Aber wir machen das ja gerne für unseren Riesling, der uns mit seinem Wein mehr als genug dafür entschädigt.

  • Newsletter

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    Damit Sie nichts mehr verpassen was im Weingut Steffens-Keß vorgeht, können Sie ab sofort unseren Newsletter abonnieren.  Vorab haben wir geplant in unregelmässigen längeren Zeitabständen aus unserem Weingut zu berichten. Vielleicht versenden wir auch in Zukunft bei jeden Eintrag hier auf diesem Blog Ihnen eine Nachricht, bzw. den jeweiligen Blogeintrag.

    Wir würden gerne Ihre Meinung dazu wissen. In welcher Form, bzw. wie oft, möchten Sie von uns informiert werden? Soll jedes mal bei einem neuen Blogeintrag in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß der Newsletter verschickt werden oder soll in längeren Zeitabständen zusammenfassend berichtet werden?

    Über Kommentare würde ich mich freuen. Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion unseres Onlinetagebuches oder schicken Sie uns eine e-mail.

  • hohe Wellen schlagen

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    Während des Moselhochwassers, welches letztes Wochenende hohe Wellen schlug und mittlerweile  ganz, ganz langsam weggeht, gab es aufgrund des Dioxinskandals ebenfalls hohe Wellen.

    Mal abgesehen davon, das solche Skandale immer wieder vorkommen und sich nicht wirklich verhindern lassen, egal welch neue Gesetze die Politik wieder erfindet, sollten wir uns an die eigene Nase greifen. Solange die Geiz ist Geil Mentalität vorherrscht wird es nicht besser. Wenn wir meinen, billigste Lebensmittel, die zudem im Überfluss produziert werden, kaufen zu müssen, dann wird auch irgend jemand bereit sein diese zu produzieren und wir dürfen uns nicht wundern, wenn billigster Müll an die Tiere verfüttert wird. Auch dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Fleischqualität der müllgefütterten Tiere minderwertig ist. Dazu kommen noch minderwertige Kunstprodukte wie Kunstkäse und zusammengeklebtes Separatorenfleisch.

    Wir als Verbraucher bestimmen mit unserem Kaufverhalten mit, wie die Landschaft aussieht, ob die bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleibt und die Qualität der Lebensmittel gegeben ist. Industrielle Landwirtschaft mit Massentierhaltung, mit den damit verbundenen Umwelt- und Qualitätsproblemen oder maschinen- gerechte Landschaften sind u. a. die Folgen billigster Lebensmittelpreise. Zeitgleich verlieren wir ökologisch wertvolle Kulturlandschaften und nehmen Abschied von der bäuerlichen Landwirtschaft.

  • Hochwasser 2011 Teil 12: Und tschüß

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    Wir sind wieder Betriebsbereit. Gestern Nacht konnten wir der Mosel tschüß sagen und den Keller grob reinigen. Die Elektrik des Aufzuges wurde trockengepustet, ein Relais mußte kurz überbrückt werden und er lief. Heute Feinreinigung und wieder alles eingeräumt.

    Nichts kaputt, kein Schaden, wie immer!

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    Unsere junge Katze wollte sich das auch mal ansehen, hüpfte uns zwischen den Beinen herum und wollte fürs Foto nicht stillhalten. Vielleicht wird es ja eine Kellerkatze, so wie Thomas Lippert einen Kellerhund hat, oder vielleicht eine wie diese.

  • Hochwasser 2011 Teil 11: 7371 Tage

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    7371 Tage lebe ich nun hier in Reil an der Mosel. 14 mal war die Mosel jeweils für einige Tage zu Gast. Beim ersten Besuch, es war über Weihnachten, gab es richtige Probleme, da die Mosel sogar Küche und Wohnzimmer sehen wollte. Im Februar 1997 machte sie nochmals richtig Ärger, als ich bis 18.00 Uhr alle Utensilien zum Abfüllen in den Keller geschleppt hatte und ab 19.00 Uhr das Ganze wieder aus dem Keller raus mußte. Das waren geschätze 40 Tage mit einem Gast im Keller. Warum soll ich die anderen 7331 Tage direkt hier am schönen Moselufer missen. Ich wußte ja, auf was ich mich eingelassen habe.

    Das ärgerliche an den Hochwässern ist nur, daß die Mosel meistens Nachts kommt und geht und zeitgleich Praktikannten und Lehrlinge meistens Urlaub oder Schule haben oder wegen sonst was nicht im Betrieb sind; wie auch jetzt.

    Ich geh jetzt mal in den Keller schauen. Ich denke, das so gegen Mitternacht der Flaschenkeller leer und gesäubert ist.

  • Hochwasser 2011 Teil 10: Einen Strich ziehen

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    Wie nach jeden Hochwasser: Der Strich bei der Treppe.  War ein eigentlich gemütliches Hochwasser. Höher wie 2001, nicht so hoch wie am 07.Januar 1994, 01.November 1998, 11.Januar 1993 und 28. Februar 1997 welches mir besonders negativ in der Erinnerung ist. Dazu noch etliche Striche oberhalb und unterhalb des Bildes.

    Und wenn Sie nun 25 cm oberhalb Ihres Computerbildschirm einen Strich ziehen: Das war das bisher höchste Hochwasser im Dezember 1993.

  • Hochwasser 2011 Teil 9: Erleichterung macht sich breit

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    Das dürfte es gewesen sein. Der Maximalpegel der Mosel ist erreicht: Der Schnee in den Höhenlagen ist abgetaut und der gemeldete Regen wird die Mosel nicht mehr ansteigen lassen. Fallende Wasserstände…

    Mein Freund Kalle kam gestern sichtlich erleichtert vorbei. Bei ihm fehlte gerade mal einen Zentimeter bis in die Wohnung.