Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Morgen

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    Morgen ist es soweit. Die ersten 2010er Weine werden abgefüllt. Die Abfüllanlage steht generalgereinigt an ihrem Platz. Die Korken kamen schon letzte Woche und heute palettenweise Weinflaschen die unsere Räumlichkeiten füllten. Den ganzen Kleckerkram, wie Desinfektionsalkohol, Zettelchen zum Beschriften der Gitterboxen nebst Stift, evtl. benötigtes Werkzeug, Lebensmittelechtes Fett und Öl für die Maschine und so einiges mehr ist in Reichweite postiert. Der neue Drehzahlregler (Frequenzumrichter) für die Weinpumpe will noch nicht so wie ich es will und muss nochmals neu programmiert werden.

    Die Weine sind für die Füllung vorbereitet und schmecken mir, die Helfer motiviert: Eigentlich dürfte Morgen nichts mehr schiefgehen. Bis Ende der nächsten Woche sollen alle Weine in der Flasche sein. Dann etikettieren, Preisliste schreiben und versenden, den Shop hier auf unserer Homepage aktualisieren und dann können Sie den neuen Jahrgang probieren.

  • Schade, das man einen Wein nicht streicheln kann.

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    Das übliche Spielchen unter Winzern: Weinflaschentausch. Ein Kistchen meiner Rieslinge ging auf den Weg nach Österreich zum Neusiedlersee und Kollege Bernhard Fiedler schickte mir eine Kollektion seiner Weine zu. War genau passend! Meine Bestände an Weinen von anderen Kollegen waren gegen null gesunken.

    Natürlich mußte sofort probiert werden. Mein Interesse fand der 2010er Muskat Ottonel, trocken, der im Alkohol leichter (11,5%) ist und ich an diesem Abend keine Mittrinker hatte. Schade, das man einen Wein nichtstreicheln kann, denn der Muskat Ottonel hätte es verdient. Für einen noch so jungen Wein (2010er) schon ein intensives, feines und würziges Muskatbukett. Typisch für solch eine Bukettrebsorte. Im Geschmack klar, brillant und wie ein frischer Bergquell. Kein fetter und wuchtiger Wein, eher leicht und verspielt. Leergetrunken, ratzfatz! War lecker!

  • „Wappen für Arme“

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    Die Hausmarke, eine Art einfaches Wappen für Bauern. Ein Sippenzeichen, welches aus einfachen Strichen leicht zu erstellen ist. Teilweise bezugnehmend auf den Beruf wie z.B. Müller, Schneider oder Schmied.

     

    Der älteste Sohn übernahm es für seine Familie, die anderen Söhne fügten weitere Symbole oder Striche dazu und hatten ihr eigenes Zeichen. Man kennzeichnete mit diesem Eigentumszeichen sein Werkzeug, Weinberge oder sein Haus. Heute kann man diese Hausmarken noch auf den Türstürzen der Eingangstüren oder Kellertüren sehen, die dort noch durch die Jahreszahl derHauserbauung ergänzt wurden.

     

    Unten links (Nr. 43) ist unsere Hausmarke. Mein Großvater verwendete es noch. Da ich der älteste Sohn bin und mein Vater nur Schwestern hatte, kann ich diese Hausmarke unverändert übernehmen, während mein Bruder noch einen Strich hinzufügen müßte, wenn er es weiter verwenden wollte. Wäre vielleicht eine Idee fürs Weingutslogo, aber wir haben ja eins.

  • Frühling?

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    Nachdem die letzte Woche nochmals mit bitterkalten Temperaturen und sehr feuchter Luft aufgewartet hatte, sagen die Wetterfrösche in den nächsten Tagen Frühlinghaftes Wetter voraus. Wird auch Zeit. In diesem langen und kalten Winter habe ich genug im Keller und Weinberg gefroren.

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    Die Katze träumt auf dem Drucker im Büro, anstatt draussen Mäuse zu jagen.

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    Ich hingegen träume von sommerlichen Weinproben auf der Terrasse.

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    Alternativ, falls der Frühling nicht kommt,  wäre obiger Whirlpool mit warmen Wasser und gekühltem Moselriesling auf der Schwimminsel ein alternatives Traumthema.

    Ab morgen wird unsere Weinbergsmannschaft noch durch zwei Aushilfen verstärkt, damit der Rebschnitt zügig erledigt wird. Winterbedingt sind wir im Rückstand und es ist noch einiges zu tun.

  • Jungweinproben

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    Nicht nur in meinem Weinkeller sind die Weine probierfähig. Auch unsere Kollegen denken ans Abfüllen und laden Freunde ein um den neuen Jahrgang zu verkosten.  Heute abend geht es per pedes auf den Weg zu Frank und Jutta Brohl ins Nachbardorf Pünderich um 2010er zu verkosten.

    Das es Wein gibt, weiß ich, aber gibt es dazu was zu Essen? Einen Imbiss? Ich lasse mich überraschen. Vor einigen Wochen gab es bei einer Winzerverkostung obigen essbaren Adventskranz, der gemeinhin als Reiler Gemüse oder Gehacks bekannt ist und über den ich hier schon einmal berichtete.

  • Es gibt Sachen, die gibt es einfach nicht

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    Endlich da! Hat zehn Monate gebraucht! Wenn es gestern nicht gekommen wäre, hätte ich in einigen Tagen einen bitterbösen Blogeintrag nebst Links hier getätigt.

    Ich wollte nur eine Weinbergsmaschine updaten.  Ein Teil, welches die Arbeitsweise verbessert, austauschen. Auf der Weinbauausstellung Intervitis, vor fast einen Jahr, wies mich der Hersteller auf Verbesserungen hin. Eine Woche später bestellte ich. Das war Anfang April. Im September rief ich an, es gab irgendwelche Ausflüchte. Im Januar dieses Jahres bei den Agrartagen in Niederolm wurde ich persönlich vorstellig. Sollte sofort abgeschickt werden, beschied man mich. Zwei Wochen später wurde ich etwas stinkig am Telefon.

    Hat geholfen, das Austauschteil kam.

    „Ein unzufriedener Kunde erzählt sein negatives Erlebnis im Schnitt an bis zu 10 Personen weiter, ein zufriedener Kunde nur an 3 Personen!“ 

    Meine Kundenzufriedenheit ist gegen null gesunken. Was wäre gewesen, wenn ich ein Ersatzteil schnell benötigt hätte? Ich wage gar nicht daran zu denken.

  • Finalprobe Zwanzigzehner

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    Gestern wurden die 2010er Rieslinge mit Freunden verkostet und bewertet. Sehr gut! Ich bin sehr zufrieden.  Frische Frucht, Eleganz und saftig. Die Säure harmonisch und durch die hohen Extraktgehalte sehr gut abgepuffert.  Noch extrem jung. Der sehr kalte Winter und der als Folge ebenfalls sehr kalte Weinkeller hat den Wein ganz langsam reifen gelassen.

    Genau das Gegenteil von dem, was noch vor einigen Monaten  allerorten prophezeit, herbeigeredet oder mies gemacht wurde. Ich berichtete hier ausführlich darüber.

    Anfang März soll abgefüllt werden.

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    Mit der Abfüllplanung  habe ich heute begonnen. Und da waren sie wieder : Meine Probleme! Die Mengen reichen nicht aus. Da wir nur eine 60% Ernte im Keller liegen haben, wird es von den einzelnen Weinen viel zu wenig geben. Das könnte heißen, dass wir den Mangel verwalten müssen. Es sind zwar noch einige Gitterboxen Flaschen mit vorangegangen Jahrgängen im Keller, aber leider auch nicht mehr so viele. Nun ja, die nächsten Weinernte ist ja schon in ein paar Monaten…

  • Pfeifende Weinfässer

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    Auf die Frage von Gästen, wie ich merke, das die Weinfässer voll werden, sage ich immer nur, das sie anfangen zu Pfeifen.

    Vor etlichen Jahren entdeckte ich auf einer Weinbaumesse die Faßvollpfeife. Seitdem ist sie mir eine wertvolle Hilfe beim Füllen der Weinfässer. Rechtzeitig pfeift das kleine graue Kästchen, ich kann die Pumpe ausschalten und nichts wird verschlabbert. Richtigerweise müsste ich sagen, dass die Pfeife schon fast eine ausgewachsene Sirene ist: Laut, nervig und nicht zu überhören.

    Wie das Teil funktioniert können sie aus den folgendenPressetext des Hersteller entnehmen:

    „Die Fassvollpfeife entstand aus dem Bedarf, daß beim Befüllen z.B. eines Weinfasses die ständige Kontrolle durch eine Person notwendig war, um das etwaige überlaufen des Fasses zu verhindern. Diese Kontrolle ist bei modernen Tanks, die mit Standglas ausgerüstet sind, kein Problem jedoch bei Holzfässern und vor allem Barriquefässern nur sehr mühsam zu bewerkstelligen. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein System, das einen pneumatischen Druckschalter besitzt. Am Druckschalter, der im Gehäuse sitzt, ist ein dünner Schlauch angebracht, welcher allein in den Behälter eingeführt wird und allein mit der Flüssigkeit in Kontakt kommt. Steigt die Flüssigkeit im Behälter .über das Schlauchende hinaus, so wird die im Schlauch enthaltene Luft komprimiert. Der dadurch entstehende Druck schließt den Druckschalter. Ist der Stromkreis geschlossen so erzeugt der mit einer 9V-Blockbatterie betriebene Signalgeber den Warnton.“

  • zeitnahe Rückmeldung

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    Ich hatte Anfang Dezember meine offene Lehrstelle bei der Jobbörse des Arbeitsamtes gemeldet, damit diese in das Internetverzeichniss der offenen Stellen aufgenommen wird. Nun kam ein Brief an, in dem mir mitgeteilt wurde, dass die offene Stelle noch nicht im Internet veröffentlicht ist. Ich wurde aufgefordert, dem Arbeitsamt mitzuteilen, ob mein Personalbedarf immer noch gegeben ist.

    Zudem wurde um eine zeitnahe Rückmeldung gebeten. Im Gegensatz zum Arbeitsamt habe ich mir nicht 9 Wochen Zeit gelassen, sondern zeitnah, innerhalb eines halben Tages, auf den Brief geantwortet. Im Antwortfax an das Arbeitsamt bat ich darum, in Zukunft meine Stellenangebote ebenfalls zeitnah zu bearbeiten. Das sollte im Zeitalter von Internet und E-Mail eigentlich selbstverständlich sein. Oder ist das Web 2.0 bei dieser Verwaltungsbehörde noch nicht angekommen?

    Der Ausbildungsplatz ist noch nicht besetzt. Wer Interesse hat kann sich noch bewerben. Die Stellenaus-schreibung  ist hier zu finden.

  • Newsletter No. 1: Eine Sau durchs Internet treiben, Hintergründe und ein Riesenschwanzvergleich

    Nun ist er da, der erste Newsletter aus dem Weingut Steffens-Kess. Nachdem etliche Leser dieses Blogs mir Ihre Meinung zu einem Newsletter kundgetan haben,  habe ich mich entschieden, ihn in unregelmässigen Zeitabständen zu veröffentlichen und ihn über den Newsverteiler den angemeldeten Lesern zu senden. Inhaltlich soll er über vergangene Blogeinträge zusammenfassend informieren, Hintergründe beleuchten und andere interesannte Begebenheiten aufgreifen.

    Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann es in der linken Menüleiste nachholen.

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    Eine Sau durchs Internet treiben:

    Eine Riesenresonanz im Internet gab es im Dezember für unsere Berichterstattung über den Schneewinter an der Mosel. Schnee an der Mosel in Mengen, wie alte Leute es noch nicht erlebt hatten. Das Nächtliche Treiben in der Reiler Goldlay war der erste Höhepunkt, der Knüller das Video vom Snowboardfahren zwischen den Rebstöcken im Burger Hahnenschrittchen und in der Reiler Goldlay. Die Idee schon Tage vorher ausgebrütet, ich war als Kameramann geplant, leider Gottes im Weinkeller als ich telefonisch abgerufen werden sollte, und so setzten Kollege Thorsten und Reece diese Idee alleine in die Tat um und Praktikantin Beate filmte. Eine gigantische Verlinkungswelle und Berichterstattung im Web war die Folge. Dank Iris fand auch eine schnelle Verbreitung im französischsprachigem Raum statt. Ein Bericht über dieses Treiben im Weinberg bei einem französischen Weinblogger wurde über 12 000 mal angesehen.

    Das Anfang Januar kommende Moselhochwasser nahm ich zum Anlass, fast live aus dem Weinkeller zu berichten, sozusagen den eigenen Untergang zu dokumentieren. Die Resonanz auf meine Artikelserie topte noch die Berichterstattung über den Schnee an der Mosel. Großen Anklang fand das Video mit der Bootsfahrt im Weinkeller. Neben einer intensiven Berichterstattung  in französischen MedienIris verbreitete meine Berichte und übersetzte sogar (tausend Dank nochmals) – gab es auch Lob über meinen Bürgerjournalismus von Manfred Klimek bei Captaincork und viele andere Weinblogs berichteten ebenfalls.

    Auf folgenden Blogeintrag und einen Kommentar von mir zum Thema Moselhochwasser möchte ich noch verweisen:

    Hochwasser 2011: 7371 Tage

    „Lieber Dirk,es ist nicht tragisch, die Mosel im Keller zu haben. Es gehört einfach zum Leben dazu wenn man direkt am Moselufer wohnt. Dieses Schicksal habe ich selbst gewählt. Tragisch ist es, wenn es in der Wohnung steht. Das kommt durch die Klimaänderung leider öfter vor. In den neunzigern des letzten Jahrhunderts gab es fast jedes Jahr ein Jahrhunderthochwasser – natürlich sind mir Jahrhundertjahrgänge beim Wein viel lieber – und die hatten es alle in sich. Dagegen ist das jetzige fast harmlos, noch zumindestens. Viele Grüße von einem entspannten Moselwinzer“

    Es ist halt einfach etwas ganz normales für einen Moselbewohner…

     Wikio - Top Blog - Wein

    Ein Freund machte mich darauf aufmerksam, das ich im Dezember Blogranking von wikio auf Platz 8 aufgerückt sein. Nun ja, nimmt man zur Kenntniss. Im Januar Blogranking, welches erst am 5. Februar veröffentlicht wird und schon vorab den betroffenen Blogs heute mitgeteilt wurde, bin ich auf Rang 9 abgesunken, obwohl ich durch die Hochwasserberichterstattung bedeutend mehr Links zu meinen Seiten erhalten habe. Ist mir aber auch egal. Meine Seiten werden gelesen und die Resonanz ist sehr gut.

    Passenderweise gab es heute wieder Riesenschwanzvergleiche. Wer hat den größten, den dicksten usw.  Sind halt kleine Jungen Spiele…

    Verhalten die Diskussion bei Dirk Würtz,  der Riesenschwanzvergleich bei Michael Liebert ist ein Witz. Platz Nr. 1 bei Michael ist das Pressemitteilungs- verteilungsportal nikos-weinwelten, dass anhand eigener Mediadaten bewertet wird – Ich würde auch meine Zahlen nach oben korrigieren, wenn ich Werbung hier auf diesem Blog verkaufen würde – der Brüller ist Platz 2  Captaincork dessen Zugriffzahlen einfach erwürfelt geschätzt wurden.

    Lieber Herr Liebert, könnten Sie mein Blog, die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß, auch einmal schätzen?

    Vor etlichen Jahren gab es diese Hitlisten nebst erregten Diskusionen schon einmal. Es wiederholt sich. Ich brauche das nicht. Meine Zugriffzahlen gehen nur mich etwas an und sagen nichts über die Qualität meines Blogs aus. Aber wenn ich ehrlich bin, ich hab gerade nachgeschaut, ich habe ihn, den größten und…..