Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Hochwasser 2011 Teil 4: Läuft rein

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    Der Kellerboden wird nun feucht. Meine Azubine fand die ganze Kellerräumaktion äusserst spannend und wollte unbedingt dabei sein, wenn der Keller geflutet wird. Aber weit gefehlt. Das THW rief an und ich mußte Sie eben zum Einsatz fahren. Etliche kleine Bäche haben sich zu reissenden Flüssen entwickelt und drohen über die Ufer zu gehen. Zudem wird in den nächsten Stunden die Hochwassermauer in Zell überflutet und die Stadt läuft mit Wasser voll.

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    Als vorletzte Maßnahme habe ich die Abwasserleitungen zum Keller zugedreht. Ausser Moselwasser – Riesling wäre mir lieber – möchte ich nichts anderes  in meinem Keller haben.

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    Am Sonntag soll  die Scheitelwelle des Hochwassers mit 900 bis 930 cm Pegelstand Trier passieren. Die Frage ist nur, was von Hunsrück und Eifel unterhalb Triers noch dazu kommt. Der Warndienst macht bis jetzt keine Angaben, leider. Wieviel mehr wird es denn? Saufen Lichtschalter und Steckdosen ab? Ich habe keine Lust meine Elektroinstallation trocken zu pusten, bzw. das ganze nur mit Taschenlampe bewaffnet zu erledigen und im halbdunkeln den Keller zu reinigen.

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    Die langen Stiefel habe ich startklar gemacht und die Vorbereitungen sind entgültig abgeschlossen.

  • Hochwasser 2011 Teil 3: Hochwassersicher

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    Der ganze Flaschenkeller ist umgestapelt worden. Unter die gefüllten Gitterboxen kam eine leere Box. Moselschlammverkrustete Weinflaschen sind vor dem etikettieren nicht so leicht zu reinigen. Nun sind die Weinflaschen bis zu einem Pegelstand von knapp über 9 m gesichert.

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    Der Aufzug wurde in der oberen Etage geparkt und stromlos gemacht. Leider wurde ein elektrischer Schaltkreis sehr tief in der Kellerebene eingebaut, der nach Hochwässern bei Wiederinbetriebnahme schon mal Ärger gemacht hatte.

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    Zu guter Letzt natürlich noch notieren wo welcher Wein in Flaschen oder in den Fässern liegt, falls die Bezettelung der Gitterboxen und Fässer im Hochwasser wegschwimmen sollte.

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    Der Keller ist bis auf Kleinigkeiten Hochwassersicher. Im Schacht, in den ein Leerrohr von der Mosel mündet, ist das Wasser schon zu sehen. Es fehlen noch 30 cm oder ca. 2 – 3 Stunden.

  • Hochwasser 2011 Teil 2: Sagenhaft!

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    Sagenhaft, 39 cm pro Stunde in Trier! Bei bisherigen Hochwässern habe ich eine dermassen steigende Mosel noch nicht erlebt. Die Hochwasserwelle ist am laufen.

  • Hochwasser 2011 Teil 1: Besuch kommt!

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    Ich habs geahnt und auch schon hier im Blog darüber geschrieben. Zweimal kam die Mosel gucken und nun besucht sie uns, bzw. unseren Weinkeller. Warmer Regen und Tauwetter werden die Mosel mächtig anschwellen lassen. Nach ersten, vagen Prognosen können zum Wochenende bis zu 10 m Pegelstand erreicht werden. Das wären 1,80 hoch in unserer Kelleretage.

    Grund genug für uns, schon heute den Fasskeller für den Besuch vorzubereiten. Der ganze Kleckerkram wurde in Gitterboxen geräumt und in den höheren Etikettierraum geschafft. Div. Kleinbehälter, Weinschläuche und andere wetterfeste Kellerutensilien stehen in Hof. Es wurde fast alles aus dem Keller entfernt was schwimmen oder kaputt gehen kann. Nur noch die Energiesparlampen und unser Hauswasserwerk verbleiben bis zum letzten Moment.

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    Die nicht mit Wein gefüllten Holzfässer wurden mit Wasser gefüllt und

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    mittels Zurrgurten aufs Fasslager fixiert, damit sie nicht aufschwimmen können.

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    Einige Fässer haben wir traditionell mit abgeschnittenen Weinbergspfählen gegen die Decke abgestützt. Morgen geht es im Flaschenkeller weiter.

    Nebenbei informierten wir Freunde über die drohende Hochwassergefahr und haben unsere Hilfe angeboten. Tiefer gelegene Häuser werden voraussichtlich sogar im Wohnbereich überschwemmt und das Leerräumen einer Wohnung ist eine ganz andere Kategorie als den Keller moselfest zu machen.

    Ganz wichtig: Alle Wasserschläuche aus dem Weinkeller wurden in den hochwassersicheren Bereich gebracht.  Es ist peinlich, bei Nachbarn Schläuche leihen zu müssen um den Hof sauber zu spritzen, während die eigenen im Keller abgesoffen sind.

  • Das Ende naht

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    Das Ende der weißen Pracht naht.  In den letzten Tagen wurde es schon wärmer. Nachts noch Frost und am Tag leicht über Null. Der kälteste Dezember seit Jahrzehnten, dazu reichlich Schnee wie es selbst ältere Menschen an der Mosel noch nicht gesehen haben. Ab übermorgen wird Tauwetter einsetzen, die Wetterfrösche prognostizieren bis zu mollig warmen 10 Grad am kommenden Sonntag.

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    Dazu noch warmer Regen ab Donnerstag.

    Zweimal stand die Mosel nun schon auf der Moselstraße. Tiefer liegende Weinkeller waren überschwemmt. Zweimal wurden wir verschont. Für das auf jeden Fall kommende dritte Hochwasser habe ich ein ungutes Gefühl.

  • Wir wünschen ein frohes Neues Jahr

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    Wir wünschen allen Besuchern unserer Homepage von Herzen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Weinrallye 40: Autochthone Rebsorten

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    „…Weinrallye 40 findet hier bei Hausmannskost 2.0 zum Thema Autochthone Rebsorten statt. Der Begriff autochthon kommt aus dem griechischen und meint in etwa auf eigener Erde. Gemeint sind in der Botanik Arten, die dort, wo sie leben, auch in der Evolution entstanden sind. Das heißt, bei Rebsorten wären die autochthon, die dort, wo sie heute verarbeitet werden, auch ihren Ursprung haben. Im Einzelnen ist das sicher schwer nachzuweisen, Aussagen basieren vielfach auf Indizien oder auf Theorien, die nur über eine dünne Faktenbasis verfügen. Eine Theorie sagt beispielsweise, dass der Gutedel nicht aus Baden kommt, sondern Ägypten … oder Palästina … oder Frankreich … oder doch dem Alpenraum?“

    so der Aufruf von Thomas Hosbach auf seinem Blog Kost für Männer, Hausmannskost.

    Also alte, seltene Rebsorten, die eine prägende regionale Tradition haben. Wäre natürlich der Riesling zu erwähnen, der an der Mosel eine sehr lange Tradition hat. Hatte ich schon öfter bei der Weinrallye und nun muß was anderes her.

    Der Elbling ist die Alternative. Er soll die älteste Rebsorte in Deutschland sein und wird fast ausschließlich an der Mosel angebaut. Der Geschichte nach sollen die alten Römer ihn über die Alpen an die Mosel gebracht haben. Bekannt vor allem als Massenträger, der irrsinnig hohe Erträge mit äusserst dürftigem Geschmack liefern kann, wurde er schon vor vielen Jahren von der Obrigkeit bekämpft. Schon der letzte Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus erließ am 30. Oktober 1787 ein Edikt, damit minderwertige Rebsorten ausgerottet werden sollten. Auch die heutige Gesetzgebung greift massiv in die Anbaupolitik der Winzer ein. Eine Neuanpflanzung des Elblings ist nur noch an der Obermosel und an der Cochemer Moselschleife erlaubt. Sozusagen zum Wohl des Winzers und Verbrauchers, dachten die verantwortlichen Politiker. Aber während viele Rebsorten in den letzten 40 Jahren kamen und gingen – ich erinnere an Ortega, Optima, Reichensteiner, Kerner u.a. – der Elbling hat trotzdem überlebt. Der Hauptbestand der 570 ha Moselelbling steht an der Obermosel. Gegenüber auf der luxemburgischen Moselseite gibt es weitere 115 ha.

    In früheren Jahren war er als Massenträger beliebt. Der Geschmack blieb aber dann auf der Strecke und im Extremfall konnte man sich damit höchstens die Zähne putzen.  Die früheren, riesigen Erntemengen, – über 30000 Liter/ha waren keine Seltenheit – gehören der Vergangenheit an. Gesetzliche Höchsterntemengen und qualitatives Denken der Winzer haben die Qualität massiv verbessert.

    Ich vergleiche ihn immer mit unserem Riesling. Die Grundstruktur ist ähnlich:Ein frischer, lebendiger, spritziger Wein. Der große Bruder, der Riesling, hat jedoch einiges mehr an Duft, Körper und Aroma. Aber nicht so schlimm, wir brauchen auch Tischweine für jeden Tag, Weine, die unkompliziert sind, die man einfach so wegtrinken kann, ohne nachzudenken. Ideal an einem warmen Sommertag als Terassenwein.

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    Jetzt könnte ich natürlich Werbung für den eigenen Elbling machen, geht aber nicht. Unser Elbling ist wie in jedem Jahr schon seit etlichen Wochen ausgetrunken. Die beiden versiegelten Weinflaschen von der amtlichen Qualitätsweinprüfung sind der klägliche Rest, bzw. nur noch eine, da die andere anläßlich dieses Beitrages geöffnet wurde. Der Flasche wurde geleert, ganz einfach, schnell und unkomplziert. Fast perfekt, wenn ich das dazu passende warme Terassenwetter gehabt hätte. Jetzt könnte ich ein Problem haben. Durfte ich diese versiegelte Flasche schon öffnen und trinken oder habe ich einen Siegelbruch begangen der strafbar ist?

  • Frohe Weihnachten

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    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Moselstraße

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    Im wahrsten Sinne des Wortes.

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     Die Moselstraße ist durch das Hochwasser komplett überschwemmt.

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    Der Höchststand der Mosel ist erreicht. Unser Weinkeller ist nicht betroffen. Das Leerrohr, durch das das Moselwasser in unseren Keller fließt, habe ich abgedichtet. Wir liegen nun einige Zentimeter unterhalb des Moselspiegels. Ist also nichts mit Schlauchboot fahren im Keller und Videos drehen.

  • Moseleisberge

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    Wie kleine Eisberge sehen die Schneereste im Hochwasser  aus, die ich die Tage mit Kettenschlepper und Planierschild an die Mosel geschoben habe. Regen und Tauwetter haben die Mosel mächtig anwachsen gelassen. Die Uferstraße ist bereits überflutet und einige tiefer gelegene Weinkeller hat es ebenfalls getroffen. Wir sind frohen Mutes, dass unser Keller trocken bleibt. Es dreht sich nur um einige Zentimeter. Laut Hochwassermeldedienst wird morgen der Höchststand erreicht, das Tauwetter ist wieder durch Frost abgelöst worden und weitere Regenfälle sind auch nicht zu erwarten, bzw. würden als Schnee fallen.