Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Beste-Winzer-Website

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    Der Publikumspreis für den Wettbewerb Beste-Winzer-Website des Deutschen Weininstitutes ist entschieden. Wir haben den Weg aufs Siegertreppchen nicht geschafft, aber dabei sein ist alles.

    Danke an alle, die für uns gestimmt haben!

    Die offizielle Pressemitteilung über dieses Wettbewerb finden Sie hier. Unser Favorit, das Weingut 2Freunde aus Rivenich an der Mosel, gewann den dritten Platz der Jury. Herzlichen Glückwunsch!

  • Recht auf Rausch

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    „Muss man Wein eigentlich immer genießen? Oder darf man ihn auch einfach nur trinken“ (Wiglaf Droste)

    Ein klasse Weinbuch wurde mir die Tage von Rainer Balcerowiak geschickt.  Ich kenne Ihn schon seit einigen Jahren und war und bin immer wieder begeistert über seine Artikel zum Thema Wein. Sei es in der Wochenendbeilage oder in der Weinkolumne „Korkenzieher“ der linken Tageszeitung jungewelt. Wer jetzt vermutet, das es ein linkes Weinbuch ist, täuscht sich.

    Es ist ein Weinlesebuch über die Helden des Alltags und ein Plädoyer für eine umfassende Teilhabe aller Menschen am Weingenuss. Wein soll Spaß machen – genau wie dieses Buch. Nicht das ewig langweilige Herunterleiern von Bewertungen in Form von Punkten, mit denen die wenigsten etwas anfangen können, sondern ein mit einem Glas Wein in der Hand locker geschriebenes Weinlesebuch.

    Lassen Sie sich entführen in die Weinwelt von Rainer Balcerowiak, der über Geisterfahrer, Rebsorten die die Welt nicht braucht, Weine mit Fetisch Faktor und  andere Scheußlichkeiten berichtet, damit sie unfallfrei saisonale Geschmacksverbrechen und andere schlimme Flüssigkeiten umgehen können.

    Für mich das beste Weinbuch seit vielen Jahren mit einer Menge Lesespass.

    Mondo Verlag Heidelberg, 128 Seiten, gebunden, 13×19.5 cm, 14,95 €
    ISBN: 978-3-938839-18-8

  • Weinrallye 39: Wein & Humor

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    Die mittlerweile 39. Weinrallye wird federführend von VINUM, Europas Weinmagazin ausgerufen:

    „Hinter uns liegt ein Jahr, in dem Weinfreunde nicht so irre viel Anlass zum Lachen hatten. Stichwort: Explodierende Bordeaux-Preise, Hochmoselübergang, die mengenmäßig kleine 2010er Ernte, nackige Winzer auf Bag-In-Box ;-)
    Grund genug zur Abwechslung ein bisschen Spaß zu haben!

    Die bierernste Herangehensweise an Wein passt ja schon rein alkoholisch überhaupt nicht. Deshalb jetzt die Weinrallye zum Thema Wein & Humor.“

     

    Wurde auch mal Zeit für solch ein Thema. In einschlägigen Weinforen im Internet, in der Weinbloggerszene wird größtenteils mit zusammengekniffenen Arschbacken bierernst über Wein berichtet und diskutiert. Dabei  ist Wein ein lebenslustiges Getränk, welches Geist und Sinne inspiriert. Nun ja, auch zu viel sollte es nicht sein, wie eine griechische Sage berichtet:

    Die Götter waren die ersten im Weinberg und auch die ersten im Keller. Der jugendliche Gott Dionysos fand eines Tages die Weinrebe. Zuerst ließ er sie in seiner göttlichen Hand wachsen, dann aber pflanzte er sie in ein Vogelbein, später in eine Löwenpranke und schließlich in das Bein eines Esels. Darum, so fährt die Sage fort, zwitschern die Trinker zuerst wie lustige Vögel, dann fühlen sie sich stark wie die Löwen, und schließlich werden sie zu Eseln.

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    So auch vor einiger Zeit, ich berichtete hier in meinem Blog, als ein Freund binnen kürzester Zeit einen Wein trank, zunehmend zwitscherte wie ein lustiger Vogel, schließlich zum Esel wurde und die Umstehenden ein lustiges Schauspiel geboten bekamen.

    Kein anderes Getränk inspiriert mehr und verkörpert Lebenlust wie der Wein.  Sogar Geistesstärkend soll er wirken und der alte Goethe hätte ohne den guten Rebensaft sicherlich nicht so viele Werke geschrieben.

    Der Wein wirkt stärkend auf den Geisteszustand, den er vorfindet: Er macht die Dummen dümmer, die Klugen klüger.

    Jean Paul

    Auch heute noch stärkend auf die Gemütslage und den Geist. Dazu noch ein Video aus der Vorbereitung eines Gastbeitrages  zur Weinrallye 25., dessen Grundidee bei einigen Gläsern Moselriesling ausgeheckt wurde:

  • Weinernte 2010: Jungweine

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    Einige Rieslingweine sind noch an gären. Das Blubbern der aus den Fässern entweichenden Gährungskohlensäure bildet den „musikalischen“ Hintergrund bei Kellerarbeiten.

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    Des öfteren verkosten wir nun die jungen Weine, um den neuen Jahrgang geschmacklich zu erfassen und die Reifeentwicklung zu verfolgen. Bernhard Fiedler, unser Kollege aus Österreich, hat das Probieren der Jungweine hier sehr schön beschrieben, so das ich der Einfachheit halber auf seinen Artikel verweise.

    Die noch hefetrüben 2010er Rieslinge zeigen sich mommentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik und eine frische Säure, die sehr gut eingebunden ist. Ich denke, dass ich im Weinberg und im Weinkeller alles richtig gemacht habe, um das Maximum an Qualität in diesem Jahr in die Fässer zu bekommen.

  • Weinernte 2010: Nebenprodukte

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    Heute wurden die eingemaischten Rieslingtrester in die Destille gefahren. In den ausgepreßten Traubenschalen ist noch jede Menge Fruchtzucker, der bei Vergärung Alkohol bildet. Tresterbrand, in Italien Grappa oder in Frankreich Marc genannt, wird übernächste Woche aus dem Destillierapperat herauslaufen. Der Destillateur unseres Vertrauens ist Hans-Joachim Schmidt aus Tr.-Trarbach/Wolf, der dafür sorgt, dass der Vorlauf und der Nachlauf sauber vom Herzstück getrennt wird. Das Herzstück des Brandes ergibt den wohlschmeckenden Tresterbrand, der Vor- und Nachlauf mit seinen Fuselölen wird zum Teil an die Zollverwaltung anstatt Branntweinsteuer abgegeben, der Rest zu Industriealkohol (?) verarbeitet.

  • Ausbildungsstelle

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    Wir haben zum 01. September 2011 einen Ausbildungsplatz für den Ausbildungsberuf Winzer zu besetzen. Die Ausbildung dauert je nach Schulabschluss 2 bis 3 Jahre.

    Wir sind ein kleines Steillagenweingut an der Mosel und produzieren vorwiegend trockene Rieslingweine. Als Nebenprodukt wird noch Riesling-Weinessig produziert. Die Weinberge sind nach dem aktuellen Stand rationeller Bewirtschaftung gepflanzt und die Maschinenausstattung ist technisch auf dem neuesten Stand. Wir bewirtschaften unsere Weinberge seit 28 Jahren nach ECOVIN Richtlinien und sind Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau.

    Wir erwarten Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und, ganz wichtig, Motivation und Lernwille für den Winzerberuf. Mitdenken, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und nach Einarbeitung  Verantwortung zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft zu Überstunden, insbesondere während der Weinlese, wird vorausgesetzt.

    Wir bieten die Möglichkeit, das klassische Handwerk des Winzers im Weinberg und Weinkeller mit all seinen Facetten zu lernen. Die Betreuung und Vermittlung von notwendigen Kenntnissen erfolgt in sämtlichen Bereichen der Traubenerzeugung, Weinbereitung und Vermarktung. Lerninhalte, die wir nicht vermitteln können, z.B. die Rotweinbereitung, können bei Partnerbetrieben erlernt werden. Ausbildungsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen werden von uns unterstützt.

    Wir haben bereits Erfahrung in der Ausbildung und als Stellenanbieter für das Freiwillige Ökologische Jahr.

    Im Vorfeld sollte ein Praktikum in unserem Weingut erfolgen, um zu testen, ob wir zusammen passen.

    Wir würden uns über eine aussagekräftige Bewerbung freuen, gerne per Mail.

  • Weinernte 2010: Wir sind Öchslekönig!

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    Mit der Analyse kam gestern morgen die Gewissheit, dass wir für dieses Jahr den Titel „Öchslekönig“ tragen dürfen.  Irgentwas so um 300 Grad Mostgewicht. Mein Labor hatte vergessen das Mostgewicht zu errechnen und gab nur den Zuckergehalt am. Sage und schreibe 675 gr. pro Liter. Oder anders ausgedrückt wäre es nach vollständiger Vergärung 39 % vol Alkohol.

    Scherz beiseite,  es ist nur unser eingedickter Traubensaft, in Italien mosto cotto oder Saba genannt. Ein Mostkonzentrat, das zum Würzen dient und die Basis für unseren Riesling-Balsamessig ist. Ein zähflüssiger Sirup, der goldbraun aus dem Schlauch läuft.

    Wären wir beim nächsten Schritt der Balsamessigherstellung: Wie kommt der Essig in den Balsam? Das habe ich bei meiner Recherche auch gefragt. Eigentlich tut sich bei solch hohen Zuckerkonzentrationen nichts! Rein gar nichts! Mikroorganismen haben aufgrund des hohen osmotischen Druckes keine Überlebenschance. Schon mal eine gärende Marmelade gesehen? Nur dann, wenn nicht genügend Zucker drin war. Vielleicht schaffen Hefen es noch minimal Alkohol zu produzieren, aber sicherlich nicht genügend, damit dann die Essigbakterien daraus den gesetzlichen Mindestsäuregehalt von 6 % fermentieren könnten. Also ein Ammenmärchen oder Hoax, der immer wieder erzählt wird und natürlich auch im Internet zu finden ist?

    Bei uns jedenfalls ist gestern der seperat vergorene Rieslingessig  zum Balsam gekommen. Die Säure wurde auf 6% eingestellt und der Riesling-Balsamessig liegt nun in zwei kleinen Holzfässern, eins aus Eiche, das andere aus Maulbeerbaum. Nun beginnt die Reifezeit, die sich unendlich ausdehmen lässt. Wasser verdunstet durch das Holz und der Inhalt konzentriert sich weiter auf. Je länger desto besser, keinP rodukt für schnelle Herstellung und Umschlag. Das Original aus Italien ist bis zu 25 Jahre alt. Aber so lange will ich nicht warten, ich will selbst noch etwas davon haben…

  • Weinernte 2010: Auf der Suche…

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    Wie gemalt, das morgentliche Moseltal im Nebel. Landschaftsprägend sind die bei der Moselkanalisation angepflanzten Pappeln. Während die Sonne es morgens schwer hat, gegen den Nebel anzukämpfen,

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    leuchten die Wolken abends in den schönsten Farben beim Sonnenuntergang.

    Zeit für den Winzer auf die Suche zu gehen. Ebenso wie mein Kollege Reinhard Schäfer aus dem Bottwartal in Württemberg, mit dem ich gestern telefonierte,  bin ich auf der Suche nach dem Jahrgang, der allerorten prophezeit, herbeigeredet oder mies gemacht wird und wurde.  Von einem problematischen Jahrgang ist die Rede, von schlecht und ganz schlecht, der Säuregehalt der Trauben wird hochgespielt, als ob es ausschließlich unreife, grasegrüne Trauben gegeben hätte und die Säure das alleinige Geschmackskriterium ist. Ferndiagnosen, teilweise im Vorfeld der Ernte.

    Natürlich es war kein einfacher Jahrgang. Die Natur war in der Vegetationperiode nicht ganz einfach, der August und September zu kalt und nass. Wer aber seine Hausaufgaben in Weinberg und Keller gemacht hat, wird dieses Jahr gegenüber den anderen belohnt.

    Die viel zitierte hohe Säure, unreife Trauben oder die frühe, massive Fäulniss suche ich noch bis heute. Es ist bedauerlich, dass im Vorfeld schon eine Ernte in Grund und Boden geredet wird.

    Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber man muß ihn auch nicht schon zu Mittag verdammen.“

    Die selektive Ernte hat eine Menge Arbeit gekostet, die weggeworfenen faulen Trauben taten natürlich weh,  etliche Überstunden wurden im Keller gemacht. Aber es hat sich gelohnt. Die gärenden Moste und die beiden schon vergorenen Weine schmecken sehr gut und fruchtig. Es wird nicht wie letztes Jahr, auch nicht wie vorletztes Jahr, es wird ein gutes Jahr. Wie ich schon öfter in diesem Blog geschrieben habe, sind schlechte Jahrgänge abgeschafft. Schlicht und einfach! Klimaerwärmung sei dank! Leider.

    Dieses Jahr war ein Jahr für die, die ihr Handwerk verstehen. Die Laubarbeiten, die Bodenpflege, nein, das ganze Kulturökosystem Weinberg zu optimieren, bei der Ernte das Negative auf den Boden zu werfen, aus dem Positiven das Maximum an Geschmack, welches in der Traube ist, zu formen und nach Möglichkeit verlustfrei in die Flasche zu bekommen. Aber das dauert ja noch etwas.

    Viel Geschrei in den Medien. Aber das gleiche gilt auch andersrum, wenn mal wieder ein Jahrhundertjahrgang ausgerufen wird und da gibt es dann auch noch Handwerker die es auch dann nicht schaffen, aus dem besten Traubengut vernünftige Weine zu machen.

     

    Nachtrag, 27. Oktober:

    In diesem Zusammenhang empfehle ich unbedingt den Blogeintrag von meinem Kollegen Bernhard Fiedler vom gestrigen abend, den ich vollstens unterstützen kann und voll zustimme: Ohrenbetäubendes Schweigen

  • Wir sind nominiert!

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    Wir sind für den Publikumspreis des Winzer-Website-Wettbewerbes des Deutschen Weininstitutes nominiert! Bis zum 14. November können Sie uns hier Ihre Stimme geben und nehmen zugleich an einem Gewinnspiel teil.

    Hier einige Gründe für Sie, für unsere Homepage  zu stimmen:

    • Die allerbeste Winzerhomepage!!!!!!!
      Auch bei analogen oder ISDN Anschlüssen noch ladbar!
      Kein Schnickschnack und Infos pur!
      Die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß, die tagesaktuellen Berichte aus Weinberg und Keller!
      Der beste trockene Moselriesling der fast so schnell geliefert wird wie die Bestellung bei mir ist!
      Ökologischer Steillagenweinbau!
      und sowieso und überhaupt will ich auch mal gewinnen!

    Also ran an die Tasten und für unsere Homepage abstimmen! Unterstützen Sie uns bei diesem Wettbewerb!

    Hier nochmals der Link.

  • Weinernte 2010: Eingetütet

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    Wieder eine Weinernte geschafft.  Bei schönem Herbstwetter konnten gestern die letzten Rieslingtrauben in der Reiler Goldlay geerntet werden. Durch die vorhergegange selektive Ernte hingen fast ausschließlich gesunde Trauben an den Rebstöcken.

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    Wie jedes Jahr ein dickes Lob und ein Dankeschön an unsere Erntemannschaft, die wie immer ihr bestes beim Ernten gab. Rasant schnell, einsame Spitze im Selektieren und immer gut drauf: Opa Reinhard, Chefin Marita, Praktikantin Kornelia, unser Töchterchen mit Ferienkind Polly, Azubine Kerstin und Jonas (v.l.n.re im Bild) sowie Tante Marlene, Margit, Freddy, Valentin, Sophie, Daniel, Oma Edeltrud, Thomas, Elke und Christoph.