Autor: Harald
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Gestern – Heute – Morgen – Übermorgen

Gestern lag der Schnee noch hoch vor dem Kellereingang.

Heute wurde eine Lehrlingsgruppe vom Leiter der Weinbauschule Bernkastel, Wolfram Börker, in Traktorentechnik in unserem Weingut unterrichtet.
Morgen soll es eine Menge Regen geben und richtiges Tauwetter.
Übermorgen gibt es Hochwasser. So sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur wie hoch. Nach den bisherigen Hochrechnungen des Hochwasserwarndienstes könnte es für uns sehr knapp werden. Ich werde berichten und natürlich Bilder einstellen.
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Schnee schubsen

Nach den gestrigen massiven Schneefällen erschien mir das Schippen per Hand doch etwas mühsam. Zudem sollten heute noch eine Menge Weinpakete zur Post.

Damit ich überhaupt mit dem Auto aus unserem Hof kommen konnte, wurde unser Kettenschlepper mit dem Planierschild bemüht. Der Schnee wurde größtenteil aus dem Hof in die vor unserem Weingut gelegenen Moselanlagen geschoben, da noch genügend „Schneeberge“ vom Schippen in Hof lagen.
Raus kam ich mit dem Lieferwagen gut, jedoch bei der Heimkehr lag wieder frisch gefallener Schnee auf dem Pflaster, so dass die Zufahrt in unseren Hof wieder unpassierbar war und der Wagen nun neben den aus dem Hof herausgeschobenen Schneemassen am Moselufer steht.
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Nächtliches Treiben in der Reiler Goldlay

Schnee ohne Ende. Auch ältere Semester können sich nicht erinnern, das an der Mosel jemals so viel Schnee gefallen ist. Ideale Bedingungen um nächtens mit Glühwein bewaffnet – natürlich Moselrieslingglühwein – Schlitten auf dem steilen Wirtschaftsweg in der Reiler Goldlay zu fahren.

Für den richtigen Adrenalinkick sorgte die Schlittenfahrt im Steilhang zwischen den Rieslingreben.
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Winterschlaf?

Noch ist an Winterschlaf nicht zu denken. Die ergiebigen gestrigen Schneefälle verhindern zwar jegliche Arbeiten im Weinberg, aber kleinere arbeiten stehen noch im Weingut an. Wenn diese erledigt sind und der Schnee noch länger liegen bleibt, dann ist Zeit für etwas Winterruhe.

Im Moment stechen wir die jungen Weine von der Grobhefe ab. Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität, aber leider sind viel zu viele Fässer durch die kleine Ernte leer geblieben.

Genau passend in diese arbeitsärmere Zeit stand diese Woche das Entmisteten des Dachstuhles unserer Pfarrkirche an. Unsere Düngerproduzenten haben wieder ganze Arbeit geleistet. Die Fledermauskacke des Großen Mausohres wartet nun bei uns auf die Verwendung als Humusdünger in den Weinbergen.
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Gedopt mit Reiler Goldlay Riesling Auslese trocken

Die alljährliche Drückjagd oberhalb der Weinberge in der Reiler Goldlay war heute angesagt. Bemerkenswert, wie die Hundeführer schon heute morgen vor Jagdbeginn das mitgebrachte Gastgeschenk direkt vor Ort verkosteten. Mangels Korkenzieher den Korken mit dem Finger reingedrückt und ohne großes Aufheben zu machen verkostet und zustimmend genickt. Sind halt Hardcore-Männer und dopen sich schon vor der Jagd…

Ich war wie immer als Treiber dabei, der die Hundeführer begleitete. Sehr reizvoll war der eingeschneite Wald. Zudem konnte ich viel mehr aufgescheuchtes Wild beobachten, da es mit seinem dunklen Fell im Schnee seine Tarnung verloren hatte.

Nachdem mir dieses von einem Hund gejagdtes Wildschwein schon einmal zwischen den Beinen hindurch gelaufen war, klappte ein Schnappschuß mit der Kamera, zwar nicht gut, aber auch dieses Schwein wird keinen Schaden mehr in unseren Weinbergen anrichten.
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Winterruhe

Gestern abend hat es mächtig geschneit und die Landschaft ist wieder in Winterweiß gehüllt. Die Mosel ist seit meinem gestrigen Blogeintrag mächtig gewachsen. Es fehlt nur noch einen Meter und der Keller bekommt einen nassen Fußboden. Bis jetzt sehen die Hochwasservorhersagen noch gut aus, doch für das kommende Wochenende sind wärmere Temperaturen vorhergesagt und die Schneeschmelze setzt ein. Bis jetzt bin ich noch ruhig, da die Prognosen bis Samstag keine großartigen Pegelerhöhungen melden.

Da die Arbeiten im Weinberg ruhen und die Kellerarbeiten nicht den ganzen Tag beanspruchen, wird die Zeit für seit langem fällige Arbeiten genutzt. Unsere Werkstatt hatte es schon lange nötig. Man könnte sagen, das sie zugemüllt war. Nun ja, der Mensch ist halt ein Jäger und Sammler. Wir haben uns dieser menschlichen Eigenart entledigt, die Mülltonne gut gefüllt, Holzreste zum Ofen gebracht und nicht mehr verwertbare Metallreste für den Schrotthändler aussortiert. Anschließend wurden alles sauber gekehrt und die Regale neu eingeräumt. Jetzt ist wieder Platz für die Reparatur und Pflege unserer Maschinen, die bei weiterem Winterwetter durchgeführt werden.
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…bis in einen Bereich von bis zu 800 cm in der Nacht zum Samstag…

Noch ist die Mosel da wo sie eigentlich hingehört. Durch die starken Regenfälle und Tauwetter in ihrem Einzugsgebiet wird es nicht dabei bleiben. Der Hochwasserwarndienst hat heute die erste Hochwassermeldung veröffentlicht: …bis in einen Bereich von bis zu 800 cm in der Nacht zum Samstag nicht ausgeschlossen…
Acht Meter! Würde mir eigentlich reichen. Unser Keller liegt bei 8,20 und ich habe keine Lust, den Weinkeller Moselfest zu machen. Ich habe was anderes vor.
Also des öfteren den Hochwassermeldedienst im Internet aufrufen und auf die den Brückenpfeilern vorgelagerten Schutzpoller geschaut. Wenn die Mosel da drüberläuft, läuft es auch in unseren Keller. Der für uns maßgebliche Pegel Zeltingen hat aktuell 470 cm, Normalhöhe ist um 240, also fehlen noch 3,50 m.
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Sieht eher aus wie…

In Zell an der Mosel geht ein Licht auf, titulierte die Rhein Zeitung in ihrem Bericht. Der runde Turm, eines der letzten Relikte der alten Stadtbefestigung in den Weinbergen, ist als Weihnachtskerze verkleidet worden, wie diese Bilderserie zeigt. Das mag ja in der Dunkelheit bei Beleuchtung auch so aussehen, aber bei Tageslicht?
Sieht eher aus wie ein …
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Lieserpfad

Wir waren einmal wieder in der näheren Heimat per pedes unterwegs gewesen. Der Lieserpfad war das Ziel. Bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Mosel aus zu erreichen, starteten wird von Manderscheid in Richtung Wittlich.

Auf halber Höhe zwischen Tal und Lieser führt der Pfad entlang des Flüsschens. Eltliche steilere Anstiege hat der Wanderweg ebenfalls zu bieten. Einige Flußmäander müssen über die Berghöhen umgangen werden, da kein Weg an der Lieser entlang führt. Bei dem Tempo, welches durch meine Wanderfreunde vorgelegt wurden, ließen die 750 Meter Höhenunterschied mich mächtig ins Schwitzen kommen.

Unabdingbar ist die Selbstversorgung während der Wanderung. Ebenso wie Moselriesling mit dabei war. Auf den ersten 22 km gibt es keine Einkehrmöglichkeit und die Zivilisation beschränkt sich auf das einmalige überqueren einer Straße. Reichlich Wanderhütten bieten Unterschlupf und Rastmöglichkeiten um die ruhige Natur zu genießen.

Hinter jeder Kurve – immer wieder spannend – gab es andere Ausblicke und Eindrücke.

Ein deftiges Essen wurde in der ersten bewirtschafteten Mühle verzehrt, wobei die Weinkarte doch etwas Belustigung bei uns hervorrief. Nach weiteren 6 Kilometern Fußmarsch in der Dunkelheit, wir saßen sehr gut und lange in der Mühle, erreichten wir Wittlich. Nach einem Dämmerschoppen im Weingut Lüttiken ging es mit den Taxi in Richtung Heimat.
Dieser Wanderweg wird als der schönste in der ganzen Eifel bezeichnet. Ich werde ihn auf jeden Fall nochmals gehen, etwas langsamer an einen Frühjahrs- oder Sommertag, um nicht in der Dunkelheit gehen zu müssen und um die Natur noch etwas intensiver zu genießen oder um vielleicht in die zweite bewirtschaftete Mühle einzukehren.