Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • schöntrinken

     

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    Heute nennt man so was Ü 30 oder Ü 40 Party. Früher wurde es einfach als Kellerfest bezeichnet und anstatt Eintrittskarte gab es obiges Weinglas.

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    Die Zielsetzung  der Party war die gleiche wie bei den Ü Partys und mit dem Riesling im Glas konnten sich  Männlein/Weiblein gegenseitig schön trinken.

  • Dampfspektakel

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    Das österliche Dampfspektakel, über das ich berichtete war sehr spannend. Etliche historische Züge überquerten das Eisenbahnhangviadukt zwischen Reil und Pünderich.

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    Morgens und abends der TEE Rheingold, der historische Luxuszug aus den 60zigern,

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    etliche  Dampfbetriebe Sonderzüge

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    und der klassische Schienenbus auf der Moselweinbahn zwischen Bullay und Traben-Trarbach

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    Während ich  am Sonntag, während meines Dienstes am Gemeinschaftsstand der Reiler Winzer, auf übelste fror, warteten Horden von Eisenbahnbegeisterten  auf die Züge um sie zu fotografieren. Die Kameraausrüstungen vom feinsten, Teleobjektive dick wie Abwasserrohre und das teilweise zweimal am Halse baumelnd. Zum neidisch werden…

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    Für mich viel reizvoller: Die allabendliche Illumination der Fachwerkdoppelstock- brücke in Bullay.

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    Richtig schön das Hangviadukt zwischen Reil und Pünderich.

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    Hier vom Moselufer aus fotografiert.

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    Als Höhepunkt des österlichen Spektakels gestern abend das Feuerwerk über der Pündericher Marienburg.

  • Für den kleinen Jungen im erwachsenen Mann: Dampfspektakel

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    Das erste touristische Highlight an der Mosel findet an Ostern statt. Zum Doppeljubiläum „175 Jahre Deutsche Eisenbahnen – 20 Jahre Plandampf in Deutschland“ werden auf zahlreichen Eisenbahnstrecken in Rheinland-Pfalz Linienfahrten mit alten Dampflokomotiven oder historischen Dieseltriebwagen durchgeführt. So auch auf der Moselstrecke.

    Zitat der Veranstalter:

    Durch das Land der Reben – die Moselstrecke

    Die 1879 eröffnete Moselstrecke gehört zweifellos zu den schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Zwischen Koblenz und Ürzig rollen die Züge durch die einzigartige Wein-Kulturlandschaft der Terrassenmosel mit ihren engen Flussschleifen, Burgen, historischen Winzerdörfern und sehenswerten Touristenmagneten wie Cochem, Beilstein und natürlich die Römer-Metropole Trier.

    Fans historischer Eisenbahnarchitektur begeistert die Moselstrecke mit besonderen Höhepunkten: Mit 4203 Metern ist der Kaiser-Wilhelm-Tunnel bei Cochem einer der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands, bei Pünderich geht es über den längsten Eisenbahn-Hangviadukt der Republik, und bei Bullay führt die Strecke über eine spektakuläre doppelstöckige Stahlfachwerkbrücke, die aus den Weinbergen besonders gut zu fotografieren ist.

    Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Fahrpläne gibt es hier.

    Als Krönung des Wochenendes ist ein Moselfeuerwerk geplant. Am Montag fährt ein Schiffskonvoi rund um die Zeller Moselschleife, die historischen Häuser und Ortsansichten sollen beim Vorbeifahren illuminiert werden, das Eisenbahnhangviadukt bei Pünderich wird angestrahlt und das ganze wird von einem Feuerwerk auf der Marienburg gekrönt.

    Den besten Platz zum fotografieren gibt es da, wo es leckeren Bioriesling gibt! Mit meinen Reiler Winzerkollegen habe ich einen Weinstand unterhalb des Hangviaduktes am ehemaligen Staatsbahnhof Pünderich. Dort wo die kleinen Bruchsteinhäuschen stehen, am Moselaufwärts gelegenen Ende der Hangbrücke. Das Viadukt ist komplett einsehbar, der Reiler Hals Tunnel  und der Abzweig der Moselweinbahn nach Traben-Trarbach sind auch in Griffweite.

    Damit ich Sie, als Leser dieser Zeilen, vielleicht einmal persönlich kennenlerne oder Sie meinen Wein, möchte ich Sie zu einem Glas Moselriesling einladen.  Persönlich bin ich am Sonntag am Weinstand und habe Dienst. Ansonsten einfach einen Bildschirmausdruck dieses Blogeintrages anfertigen und meine Kollegen werden Sie in meinem Namen zu einem Glas Ökoriesling einladen.

  • Zu Besuch auf der Intervitis

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    Messebesuch auf der Intervitis, die alle drei jahre stattfindente Technologiemesse für Weinbau und Kellerwirtschaft.

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    Vor drei Jahren noch auf dem Killesberg inmitten Stuttgarts, nun im Neuen Messegelände beim Flughafen. Statt der alten engen und verwinkelten Hallen nun modern gestylte, sehr großzügige Hallen, die das Durchkommen im Messegewühl erleichtern und für mehr Übersicht sorgen.

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    Wie die Messehallen, nur noch stylischer, die  Fahrerkabinen einiger Weinbautraktoren. Quadratisch, praktisch, gut war gestern, nun ist modernstes Design á la Luigi Colani angesagt.

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    Schwerpunktmässig schaute ich mich natürlich bei der Steillagenweinbautechnik um.  Nett gemacht! Auf dem Kunstrasen sind 50 % und mehr Steigung kein Problem. Aber bergauf, auf nasser Begrünung im reellen Leben, reichen 30% Neigung aus und der Traktor geht ab wie Schmidts Katze, allerdings den Berg runter. Richtigerweise wäre die Aussage: Wir kommen jede Steigung runter!

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    Innovativer schon diese Lösung. Anstatt Räder Kettenantriebe, die die Zugkraft im Steilhang erheblich erhöhen. Zwar alles schön und gut, aber unsere Steigungen sind zu groß und unterhalb des Weinberges haben wir eine Mauer mit einem kleinen Vorgewende, welches für diese großen Maschinen zu klein ist.

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    Eine echte Weiterentwicklung gab es beim Hersteller des von mir verwendeten Raupenschleppers. Neben einem neuen Design wurde die Hydraulikanlage überarbeitet. Pumpen und Motoren wurden größer ausgelegt und bei Belastung enstehen dadurch geringere Drücke in der Hydraulikanlage, was die Lebensdauer der einzelnen Komponenten erhöht.

    Besonders gefreut hat es mich, das die Steuerung nun „Frauenfreundlich“ ist. Bisher gab es bei der Joysticklenkung keinerlei mechanische Unterstützung, so das des öfteren nach getaner Arbeit ein Muskelkater einsetzte, der Bizeps des rechten Armes nach der Arbeitssaison muskulöser war als der linke und Frauen mangels Kraft nach kurzer Zeit den Fahrspaß verloren. Nun gibt es, vergleichbar mit einer Autolenkung, eine Servounterstützung zum Lenken und Fahren.

    Dann fange ich mal an zu sparen…

  • aktuelle Weinbergsarbeiten

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    Das war Gestern der letze Schnitt in der diesjährigen Rebschnittsaison. Trotz des langen Winters haben wir den Rebschnitt in den letzten Wochen schnell erledigt.  Jetzt müssen nur noch die Fruchtruten im Drahtrahmen nach unten gebogen und befestigt werden und dann ist bis zum Ergrünen der Reben keine Arbeit mehr am Rebstock nötig.

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    Zwei Weinberge sind neu dazu gekommen. Da die Reben schon sehr alt und abgängig waren und die Erziehungsart nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, werden diese Flächen neu gepflanzt.  Heute wurden die alten Rebstöcke mit der Rodezange aus dem Boden herausgezogen. In den nächsten Tagen wird die Fläche abgeräumt und notwendige Planierarbeiten können durchgeführt werden.

    Fast erwartungsgemäß gab es heute schon wieder die ersten Reparaturen an den Geräten. Ein Hydraulikzylinder ist verbogen und muß  ersetzt werden, ein Ölverlust an der Raupe erforderte einen neuen Wellendichtring und die selbst gebaute Rodezange ist aufs übelste verbogen und wird wohl auch nicht mehr lange durchhalten. Die Belastungsgrenzen  von Mensch und Maschine werden im Steilhang leider schneller erreicht als in der Ebene. Die Reparaturen an der Maschine sind für mich kein Problem, aber was ist, wenn es bei mir losgeht?

  • Weinrallye 31: Faszination Wein

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    Berhard Fiedler, mein Winzerkollege vom Neusiedler See in Österreich ist dieses mal der Ausrichter der Weinrallye:

    „Für jemanden, der noch nie zuvor mit dem Thema „Wein“ in Berührung gekommen ist, muß die Aura, die dieses Getränk umgibt einigermaßen befremdlich wirken. Schließlich wird Wein in vielen Fällen nicht nur einfach getrunken, sondern regelrecht zelebriert. …

    Was macht diese Faszination des vergorenen Traubensaftes aus?…

    Zugegeben, mein Thema ist einigermaßen vage. Damit es trotzdem keine Ausreden für eine Nicht-Teilnahme gibt, werde ich bis in der nächsten Zeit ab und zu kurz jene Aspekte anreißen, die mir spontan eingefallen sind.“

    So die Vorgabe zum Aufruf dieser Weinrallye. In weiteren Beiträgen auf seinem Blog gab er reichlich Anregungen, wie dieses Thema vielleicht zu behandeln ist:

    Faszinierende Metamorphose; Schmeckbare Herkunft; Big Business; Ein anregender Begleiter; Reife Leistung; Mystik, Kultur und Geschichte; Glanz und Glamour; Sensorische Herausforderung

    Fragezeichen bei mir. Was soll ich denn nun schreiben und/oder an Weinen probieren? Zu jedem Themenvorschlag könnte ich Seitenweise schreiben und probieren. Wenn ich es mir recht überlege, viele Themen hatte ich schon im Rahmen dieser im dritten Jahr laufenden Weinrallye angeschnitten:

    Das Big Bussines bei der Tütenweinrallye, Kultur und Geschichte bei der Weinrallye 25, die Schmeckbare Herkunft und Regionalität die mit Weinkönigin Theresa abgearbeitet wurde, eine Reife Leistung mit uralten Sekten bei der Weinrallye 18 und Nr. 6, viel Glanz und Glamour bei der Weinrallye 3 auf unserem Probiertisch stehend und es war immer eine sensorische Herausforderung an alle Freunde, die bei diesen Verkostungen mitgemacht hatten.

    Aber die faszinierende Metamorphose des Weines,  die Weinwerdung, der Werdegang von der Traube zum Wein, dass fehlt noch. Doch wie anfangen?

    Also zum Kühlschrank und die angebrochenen Flaschen von der heutigen Weiterbildungsveranstaltung der Ökokollegen kleinen Weinprobe nach der Weiterbildungsveranstaltung auf den Schreibtisch geholt. Vielleicht inspirieren ja die leckeren Rieslinge.

     Ja! Das ist es!

    Vielleicht sich einmal nicht mitteilen, wie der Wein schmeckt. Keine Geschichten um den edlen Rebensaft. Nur über die Faszination Wein bei einem Glas Moselriesling nachdenken und sinnieren, ohne viel Aufhebens zu machen. Ganz einfach!

    „Ein gutes Glas Wein ist geeignet, den Verstand zu wecken.“
    Konrad Adenauer

    Man muß nicht immer darüber reden!

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    Der Verstand wurde geweckt mit einer 2008er Riesling Spätlese feinherb vom Weingut Hubertushof aus Lieser. Übrigens: Großes Gold beim BioFach Weinpreis.

  • Der Frühling ist ausgebrochen

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    Die Vorboten des Frühlings waren letzte Woche schon überall zu sehen. Kraniche, die aus ihrem Winterquartier zurück kamen, Menschen, die allerorten in Ihren Hausgärten wühlten und die Moselausflugsschiffe, die die Anlegestellen, die vor Hochwässern und Eisgang im Hafen geschützt überwinterten, wieder an Ort und Stelle brachten.

    Heute ist es Frühlingshaft warm und es soll die nächsten Tage so bleiben. Die Arbeit macht bei diesen Temperaturen doppelt soviel Spaß wie in dem diesjährigen sehr langen und kalten Winter. Noch einige Tage Rebschnitt und die wichtigste Winterarbeit ist erledigt.

  • Traumstoff

     

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    Die 2009er Rieslinge sind abgefüllt und sind ab sofort lieferbar, wenn denn endlich die Druckerei die Etiketten fertig hätte. Wurden mir für Gestern Morgen zugesichert, dann für heute Morgen und jetzt heißt es Morgen…! Die Lieferzeiten auf der Homepage der Druckerei sollten vielleicht in „Morgen“ geändert werden.

    Ein verdammt guter Jahrgang! Schon an den Trauben während der Weinlese erkennbar: Extrem reife und gesunde Trauben deren Geschmack sich in den jungen Weinen wiederfindet. Viel frische Frucht im Auftakt, sehr elegante klare Struktur, intensives Bouquet mit betörender Aromatik nach Pfirsich, Mango und anderen tropischen Früchten und mit würziger Mineralität. Weine mit einer unnachahmlichen Konzentrierung von Bouquet und Aromastoffen; es ist fast zu schade sie schon jetzt zu trinken, sie könnten noch einige Monate Reifezeit vertragen.

    Würde das Wort Jahrhundertjahrgang nicht so inflationär gebraucht und hätten wir nicht die Kimaänderung: Ja würde ich sagen auf die Frage, ob es ein Jahrhundertwein ist. Jedoch die Jahrhunderte werden durch die Erderwärmung immer kürzer und die sogenannten Jahrhundertjahrgänge sind fast an der Tagesordnung. Zudem gab in den letzten 20 Jahren keine schlechten Jahrgänge mehr. Einfach abgeschafft!

    Am besten selbst probieren, ob es ein Superjahrgang ist. Die eigene Meinung bilden! Dafür haben wir wie in jedem Jahr ein Probesortiment geschnürt, damit sie sich selbst einen Überblick verschaffen können.

  • Flaschengeklapper


    Ein kleines Wackelvideo vom Abfüllen der ersten 2009er Rieslinge. Demnächst käuflich zu erwerben.

  • Xynthia

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    Sturm Xynthia mit seinen Niederschlägen, verbunden mit der Schneeschmelze in den höheren Lagen von Eifel und Hunsrück, ließ die Mosel wieder gewaltig ansteigen. Einige Nebenstraßen waren gesperrt, jedoch besteht keinerlei Gefahr eines größeren Hochwassers. Im Moseltal fegte zudem ein orkanartiger Wind, der  im Gegensatz zu den Höhenlagen, bis auf einige umgeknickte Bäume keinen Schaden hinterließ.