Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Weinrallye 29: Schweizer Weine und Veltliner Weine

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    lamiacucina, der Kochblog, gibt für diese Weinrallye das Thema vor:

    „Schweizer Weine werden zumeist in der Schweiz getrunken, lächerliche 1 % der Produktion werden exportiert. Da stellt sich gleich die Frage nach der Verfügbarkeit der Weine. Damit das Rallye nicht daran scheitert, erlaube ich mir, das Territorium der Schweiz (temporär) um das italienische Veltlin zu vergrössern.  Das darf ich, gehörte doch das Veltlin zwischen 1512 und 1797 zu  dem heutigen Graubünden….Die kulturelle Vielfalt der Schweiz lässt sich besonders gut beim Wein ablesen. In 6 Weinregionen werden auf unterschiedlichsten Terroirs auf rund 15′000 ha über 50 verschiedene Rebsorten angebaut.“

    Zuerst gegrübelt, dann doch noch im Kühlschrank fündig geworden. Ich glaubte diesen Wein schon längst ausgetrunken zu haben, aber er war noch da. Meine Fremdweinbestände werden mit jeder Weinrallye weniger und ich müßte mal auf Einkaufstour gehen.

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    Aus der größten Kooperative, bzw. Genossenschaft, des Wallis, stammt dieser 2008er Wein. 23 % der Walliser, bzw. 10% der Schweizer Weinproduktion werden bei Provins erzeugt. Eine für die Schweiz sehr große Genossenschaft, die jedoch hochgelobt wird: 2008 Kellerei des Jahres, die Önologin Madeleine Gay ist neben weiteren Auszeichnungen auch Winzerin des Jahres 2008 und in der Kellerei zuständig für die Spezialitäten, wie den in meinem Glas befindlichen Wein. Dieser Wein der Gastronomielinie Grand Métral wird unter den Schweizer Rebsortenbezeichnung Heida, verkauft. International als Savagnin blanc bekannt, der mit dem Sauvignon blanc weder verwandt noch identisch ist.

    Zum Wein: Sehr sauber vinifiziert, intensive florale Aromen, saftig, für mich als Rieslingtrinker sehr weich und anschmiegsam.  Sehr animierend, ein Schoppen davon kein Problem, aber Gottseidank habe ich auf die Alkoholangabe auf dem Etikett geschaut. Sagenhafte 14 % Alkohol.  Es hätte auch weniger getan. Bis auf den Vermutstropfen des hohen Alkohols ein wunderbarer sehr guter, „glasklarer“ Wein.

    Für die, die es am Bild nicht erkannt haben : Der Wein ist nicht glasklar, eine leicht opalisierende Trübung ist noch vorhanden. Schlecht filtriert! Sollte eigentlich bei einem Weißwein nicht sein. Trübungen verhindern die optimale Entfaltung der Bouquettstoffe und  falls es Hefen oder Bakterien sein sollten, ist der Wein nicht biologisch stabil. Die Hefen und Bakterien könnten weiter arbeiten und den Wein verderben. Verwunderlich für mich, da 19 Fachleute dort die Trauben zu Wein verarbeiten.

  • Winterruhe

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    Der Winter hat uns fest im Griff. Ausser kleineren Arbeiten im Weingut geht das Leben gemächlich voran. Der Rebschnitt wird wetterbedingt warten müssen. Hoffentlich wird es in den nächsten Tagen wärmer, damit mit den Weinbergsarbeiten zügig fortgefahren werden kann. Zusätzlich sollen in den nächsten Wochen die jungen Weine filtriert und abgefüllt werden. Viel Arbeit, die durch den langen Winter auf wenige Wochen im Februar und März komprimiert wird.

  • Fototermin

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    Unser Holzfaßkeller ist als Kulisse bei Fotografen sehr beliebt. Bei Weinkunden als Andenken an den Weingutsbesuch, für Profis als Hintergrund für die örtlichen Weinköniginnen oder das karnevalistische Dreigestirn.

    Ralf Scholze besuchte mich diese Woche und fotografierte weingefüllte Gläser vor den Holzfässern. Aber nicht das Glas war das Ziel, die Spiegelung des dahinter liegenden Weinfasses im Weinglas sollte eingefangen werden. Ein sehr gutes Beispiel finden sie hier. Interessant war, dass er noch ausschließlich analog, also mit klassischem Diafilm, arbeitet. Nebenbei bekam ich noch einige Fotografiertipps die ich als Amateur sehr gut gebrauchen kann.

  • Wieder zurück

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    Nach dem ersten Wintereinbruch vor Weihnachten gab es bei warmen Temperaturen ausgiebige Niederschläge. Im Moseltal dunstige Nebelschwaden und eine kleine Wolke ausgerechnet über einem unserer Weinberge in der Reiler Goldlay.

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    Ein Minihochwasser, ca. 4 Meter über normal, überschwemmte das Reil gegenüberliegende Ufer.

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    Mittlerweile ist der Winter ist wieder zurück und es soll es in den nächsten Tagen bitterkalt werden. Zu kalt um in Weinberg mit dem Rebschnitt fortzufahren. Winterschlaf, Reparaturen an Maschinen, nebst deren Pflege, vielleicht noch ein Weiterbildungsangebot der Agrarberatung: Planungen für die nächsten Tage.

  • Reclamation

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    Auf der Suche nach Weinpaketen. Flaschenbruch gibt es ab und zu, vertauschte Paketaufkleber hatten wir auch schon, doch drei komplett verschwundene Auslandspakete hatte ich noch nie.  Also hoffen, das  DHL die Pakete wieder findet, dem Kunden unverzüglich eine Ersatzlieferung senden und um Verständniss bitten.

  • Weihnachtsgruß

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    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Hieroglyphen

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    Der übliche Schwachsinn der aus Brüssel kommt.  Nachden das alte EG Biosiegel fast keinerlei Zuspruch bei der Etikettierung von ökologischen Produkte gefunden hatte, soll nun ein neues Logo entworfen werden. Grafik Studenten haben 3393 Entwürf eingereicht, eine Jury hat ausgewählt und nun erst wird der Souverän gefragt. Ich frage mich, was diese Hieroglyphen denn mit ökologischem Land-, bzw. Weinbau zu tun haben?

    Wenn ich RA Hanspeter Schmidt zitieren darf:

    „Warum dieser weitere Versuch der Logoentwicklung noch nicht zu einem guten Erfolg führte, versteht besser, wer die Sichtweise der Kommission nachvollzieht. „Seit Jahrzehnten klagt die Kommission über das soziale Legitimationsdefizit“, das sie in der zutreffend beobachteten Tatsache erkennt, dass sich die europäischen Bürger nicht so sehr für „ihre“ Union interessieren und zumeist Negatives mit Brüssel assoziieren. Klärte man sie nur ausreichend auf, so ein verbreiteter Glaube in der Kommission, würde sich dies ändern“ (Ulrich Haltern, Europarecht Dogmatik im Kontext; Tübingern 2007, unter Hinweis auf das Weißbuch Europäisches Regieren“, S. 63, Rn. 114 ) Die Kommssion sieht die Lösung für dieses Wahrnehmungsdefizit in der Entwicklung eines Erscheinungsbildes der Gemeinschaft im Sinne einer Corporate Identity. 1997 führte diese Sichtweise zu einem ungeeigneten Konzept der europaweit einheitlichen Kennzeichnung von Bioprodukten.

    Im Dezember 2009 wiederholt die Kommission das gleiche Drama aus dem unverändert falschen Glauben, das werbewirksame Auftreten der Gemeinschaft sei wichtiger, als die wirklich professionelle Entwicklung eines tauglichen EU-Öko-Logos. Außer den Studenten durfte niemand Entwürfe einreichen. Der Wettbewerb zielte eher auf die Förderung der Grafikausbildung und das gute Ansehen der Kommission an den Designhochschulen, als darauf, ein ökologisches Prüfzeichen zu entwerfen, das eindeutig als solches erkennbar sein würde.

    Solche Zeichen werden professionell in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Kognitionspsychologen, Textern, Grafikern und Markenrechtlern entworfen. NESTLE oder BMW würden ihre Markenentwicklung keinem Designwettbewerb überlassen.

    Ich möchte nicht abstimmen, ebenso Joachim Ott vom Portat bestebioweine. Haben die nichts besseres zu tun? Wie wäre es mit Entbürokratisierung oder anderen sinnvollen Tätigkeiten oder vielleicht einfach mal nichts tun anstatt sinnfreie Politik zu betreiben.

  • Eiskalt

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    Der Winter ist massiv eingekehrt. Mit minus 16 Grad heute Morgen ist es äusserst ungemütlich. Eisblumen an den Fenstern und starker Schneefall lassen mich die Wärme neben den Ofen suchen.

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    Die Mosellandschaft präsentiert sich im schönsten Winterweiß und die alten Rebstöcke tragen Schneehäubchen.

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    Die nächsten Tage wird es wohl nichts mit in den Weinberg gehen und Reben schneiden. Na ja, im Weingut ist noch etwas Arbeit, Weihnachten steht auch vor der Türe und gegen etwas Winterschlaf habe ich auch nichts einzuwenden.

  • Faßreinigung

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    Durch Hochdruckreiniger und CIP Reinigung fast verdrängt: Die klassische Faßinnenreinigung mit der Faßbürste. Durch das Mannloch in das Faß reinschlüpfen und mit Bürste und Wasserschlauch reinigen.

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    Das Wissen, wie man in solch ein Faß reinkriecht und insbesondere auch wieder herauskommt, wurde gestern an unsere Azubine weitergegeben.

    Apropos:  In den letzten Tage haben wir den jungen Wein von der Grobhefe abgezogen, jede Partie probiert und sind äusserst zufrieden mit der Qualität des neuen Jahrgangs.

  • Schüsseltreiben


    Zwei Tage Drückjagd auf Wildschweine – zwei Tage Schüsseltreiben: Die abendliche Jagd nach dem Fleisch in der Suppe beim gemeinschaftlichen Abendessen nebst Umtrunk. Wäre alles nicht so schlecht, wenn das jägerliche Brauchtum das Erzählen von schlechten Witzen, Jägerlatein und das Grölen von Jägerliedgut unter massivem Einfluss von Moselriesling vorsehen würde. Treffenderweise fand das gestrige Schüsseltreiben im Weinhaus Nalbach-Schütz statt.

    Der Jagderfolg war um einiges geringer wie in den Vorjahren. Das bitterkalte Winter 2008/2009 hatte unter den jüngeren Wildschweinen seinen Tribut gefordert. Dafür wurde vermehrt Rehwild geschossen.