Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Weinrallye 28: Adventswein oder Wein zum Christstollen

    weinrallye_140.jpg

    Die letzte Weinrallye in diesem Jahr. Thomas Günther von Weinverkostungen gab das Thema vor. Adventwein oder Wein zum Christstollen. Ein Thema, über das ich bisher überhaupt noch nicht nachgedacht hatte. Kuchen, bzw. Christstollen ist weniger mein Ding, der Advent erinnert an das bevorstehende Weihnachten und an die unsäglichen Weihnachtsmärkte mit viel Nippes in den Verkaufsbuden. Aber halt, da gibt es doch den Würzwein, besser bekannt als Glühwein.

    Schon bei den alten Römern wurde Wein mit Gewürzen und Honig aromatisiert. Zum einen hatten die teilweise eingesetzten Gewürze medizinische Wirkung und das heiße Getränk wärmte bestens an Wintertagen, zum anderen wurde sicherlich der eine oder andere fehlerhafte Wein durch Kräuter und Süße im Geschmack kaschiert. Leider habe ich bei etlichen Glühweinständen auf Weihnachtsmärkten und anderen Veranstaltungen auch das Gefühl, das dort durch üppige Süße die billigsten Grundzutaten kaschiert werden sollen. Der Grundsatz:“Nur aus guten Grundzutaten kann ein gutes Endprodukt kreiert werden!“ wird leider allzuoft vernachlässigt.

    2009-12-04-gluhwein.jpg

    Ein Glück, daß wir einmal jährlich eine Adventsveranstaltung durchführen und unserem Publikum zeigen können, wie ein richtig guter Glühwein hergestellt wird und entsprechend gut schmeckt. Bei der  Bio-Glühwei(h)n-Nacht am ersten Advent (Ich vergaß, hier im Blog davon zu berichten) machten wir unseren Glühwein selbst und natürlich ausschließlich aus Moselriesling.

    Auf einen Liter trockenen Riesling, eine Stange Zimt, zwei Nelken, eine Prise Pfeffer und nach Geschmack dezent gesüßt ( Ich bevorzuge ca. 50 gr. Zucker pro Liter trockenen Riesling). Idealerweise exakt auf 68 Grad temperiert, dazu kaltes Winterwetter mit Schnee und leckeres Weihnachtsgebäck, und dann müßte vorweihnachtliche Stimmung aufkommen.

  • Ausmisten

    2009-12-02-aufstieg.jpg

    Heute war Ausmisten angesagt. Die große Fledermauskolonie in der Reiler Pfarrkirche, ich berichtete hier und hier, ist in ihr Winterquartier übergesiedelt und der Weg war frei um den Dachstuhl vom Fledermausguano zu befreien. Unter Federführung des Naturschutzbundes ging es an die Arbeit. Zuerst mussten die Arbeitsgerätschaften nebst Stromkabeln und Leuchten über enge Wendeltreppen und Leitern in den Dachstuhl geschafft werden.

    2009-12-02-kehren.jpg

    Mit Besen und Schippe ging es dann dem Fledermausschiss an den Kragen.

    2009-12-02-fenster.jpg

    Der Dung wurde eimerweise aus dem engen Dachfester in ein Rohr geschüttet und verstopfte direkt heute Morgen das Rohr. Nachdem wir es mühsam wieder durchgängig gemacht hatten, änderten wir die Arbeitstechnik beim Einfüllen des Rohres und konnten fast problemlos weiter arbeiten.

    2009-12-02-rutsche.jpg

    Zu meinem Leidwesen musste ich den Guano auf dem Anhänger verteilen und mit Rüttel- und Schüttelbewegungen am Rohr dafür sorgen, das der Dung, ohne das Rohr zu verstopfen, auf dem Hänger landete. Entsprechend sah ich nach beendeter Aktion aus und roch auch danach.

    Nun haben wir einen wertvollen Humusdünger auf dem Anhänger liegen, der nächstes Jahr die Vitalität der Reben fördern soll.

  • Steigeisenketten

    2009-11-24-kette.jpg

    Als wir vor einigen Jahren unsere derzeitige Raupe kauften, waren wir froh, das es nun endlich Stahlketten für diesen Raupentyp gab. Die bis dahin gebräuchlichen Gummiketten hatten nicht den richtigen Gripp um gesichert in unseren Steillagen die Raupe bergauf zu bewegen. Mit „Vater unser“ den Berg runter und mit „Ave Maria“ wieder rauf, das ganze verbunden mit viel Angstschweiß. Für die neuen Eisenketten war das alles kein Problem mehr, sie klebten förmlich auf dem Boden.

    Die Nachteile zeigten sich jedoch nach kurzer Zeit. Da es keinerlei Dämpfung im Fahrwerk gab, vibrierte das ganze Gerät extrem und des Fahrers Wirbelsäule, also meine, wurde auch nicht besser davon. Zudem war der Verschleiß an den Kettengliedern dermassen stark, das alle zwei Jahre neue Ketten hermußten. Schreckensblicke beim Öffnen der Rechnung…

    2009-11-24-ketteneu.jpg

    Die allerneueste Entwicklung sind sogenannte Steigeisenketten, profillose Gummiketten auf denen Eisenprofile aufgeschraubt sind. Nachdem ich die Vibrationsrisse in Chassis geschweißt, Rost gekratzt, Farbe verpinselt und die neuen Ketten aufgezogen hatte, wurde die erste Probefahrt im Hof gemacht. Erwartungsgemäß dämpfte der Gummi sehr gut und die Form der Stahlprofile veringerte das Vibrieren zusätzlich noch sehr stark. Ich war sehr angenehm überrascht und hatte sogar den Eindruck, dass durch das spezielle Profil der Eisen Teerwege befahren werden können, ohne das es zu Schäden kommt.

    Die Lebensdauer müsste sich theoretisch mindestens verdoppeln und dadurch das Portemonaie entlasten. Der Spaßfaktor beim Fahren dürfte auch höher sein und zu guter Letzt ist meine körperliche Belastung stark verringert.

  • Mein erster Regenbogen

    2009-11-24-regenbogen.jpg

    Durch das wechselhafte Wetter in den letzten Tagen war es  nicht einfach, sich für Kellerarbeiten oder Weinbergsarbeiten zu entscheiden. Egal wie die Entscheidung fiel, es war immer falsch. Auf jeden Fall hatte ich das Vergnügen meinen ersten Regenbogen zu fotografieren bevor es Regenbedingt ins Weingut ging.

  • Auf großer Reise

    2009-11-19-fahre.jpg

    Die Fähre unserer Nachbargemeinde Pünderich, das ganze Jahr nur von einem zum anderen Ufer pendelnd, ist auf dem Weg nach Trier zum Schiffs-TÜV. Auf der dortigen Werft wird sie die nächsten Tage aus dem Wasser gehoben und von einem Sachverständigen begutachtet. Der Pündericher Fährmann hätte gerne selbst die Fähre Moselaufwärts gesteuert, aber sein Fährführerschein gilt nur um vom rechten aufs linke Ufer und zurück zu kommen.  Diese Moselreise wird von einem Kapitän mit richtigem Patent durchgeführt.

    Ich hätte mal anfragen sollen ob es Mitfahrgelegenheiten gibt: Eine herbstliche Moselkreuzfahrt auf dem Sonnendeck unter spartanischen Umständen .

  • Wir sind dabei!

    2009-1120-bibel.jpg

    Wir sind dabei! Die aktuellen Buchausgaben der wichtigsten Weinführer sind in den letzten Tagen erschienen. Der Eichelmannweinführer lobt uns, der Feinschmecker zählt uns ebenso zu den besten Weingütern Deutschlands und auch in der „Bibel des Weines“, dem Gault Millau Weinguide, sind wir vertreten. Punkte, Sternchen und Träubchen kennzeichnen unser Weingut.

    Unsere Weine stehen auf den verschiedensten Weinverkostungen und es ist immer wieder interessant, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen die verschiedenen Verkosterteams kommen. Eigentlich etwas ganz normales bei einem Getränk, welches sehr subjektiv wahrgenommen wird.

    Wenn ich den Weinjournalisten Christian Wenger zitieren darf:
    „Wie jede sensorische Verkostung widerspiegelt auch diese Degustation den persönlichen
    Geschmack der Juroren, den Zustand der Flaschen und die Gunst des Tages. „

    Besonders die Bewertungen des Gault Millau werden in der vinophilen Welt am heissesten diskutiert. Ich persönlich habe beim Wineguide teilweise den Eindruck, dass Bewertungen erwürfelt wurden oder ein Orakel befragt wird. Zudem läßt sich aus den Einzelbewertungen der Weine nicht auf die Bewertung des ganzen Betriebes schließen.

    Ich will mich ja nicht beschweren, aber als z.B. bei der letztjährigen Ausgabe des Wineguides die qualitative Reihenfolge meines Weinsortimentes, die von meinen Kunden, meinen Freunden, Weinjournalisten und mir immer wieder beim Probieren bestätigt wurde, in einer ganz anderen qualitativen Reihenfolge, zufällig und bunt zusammengewürfelt, in diesen Buch stand: Stirnrunzeln und Fragezeichen meinerseits. Hatten die Verkoster einen schlechten Tag? Von der Frau geärgert worden? Oder hat die Bibel doch recht??

    Da ich bisher nur in einer Buchhandlung Einblick hatte und ich mein Geld besser ausgeben kann als dieses Buch zu kaufen, werde ich mir die aktuelle Ausgabe von einem Kollegen ausleihen, darüber sinnieren und Gedanken machen. Vielleicht schreibe ich noch einen weiteren Beitrag hier in diesem Blog darüber.

  • #PauLi – Post aus Lissabon

    2009-11-12-postkarte.jpg

    So richtig altmodisch ist das Versenden von Bilderpostkarten geworden. Heute wird gemailt, getwittert oder eine Simse geschickt. Thomas Lippert hatte die Idee, anlässlich seines Besuches der Europäischen Weinbloggerkonferenz in Lissabon, seine Leser und die daheim gebliebenen Weinblogger aufzufordern, ihm ihre Adressen mitzuteilen, damit er Bilderpostkarten verschicken kann. Da ich auch eine der selten gewordenen Ansichtspostkarten bekommen wollte, habe mich natürlich bei Ihm gemeldet.

    2009-11-12-gruse.jpg

    Gestern kam sie an, eine klassische Bilderpostkarte mit Motiven von Lissabon. Auf der Rückseite Grüße und nette Worte von einigen weiteren, mir unbekannten Konferenzteilnehmern. Sogar unter der Briefmarke, die abrubbeln musste, waren noch Grüße versteckt. Danke Thomas!

  • Weinernte 2009: Gut, sehr gut!

    2009-11-08-garrohre.jpg

    Im Weinkeller blubbern die Weine gemächlich vor sich hin. Täglich wird die Gärgeschwindigkeit von uns überprüft und gegebenenfalls mit Kühlung oder Erwärmung reguliert. Kühlen um die Geschwindigkeit zu drosseln, damit nicht zu viel Gärungskohlensäure innerhalb eines kurzen Zeitraumes gebildet wird, die dann wiederum beim Entweichen aus dem Fass die frisch gebildeten Duftstoffe mit sich reißen würde. Der Duft soll im Wein bleiben und nicht den Weinkeller aromatisieren. Da wir bis in den trockenen Bereich vergären müssen, wird gegebenenfalls die Temperatur erhöht damit die Hefen sich wohler fühlen und die Gärung zu Ende bringen.

    Täglich werden die gärenden Weine zudem noch probiert, um bei Fehlentwicklungen korrigierend eingreifen zu können. Es ist sehr spannend, die Entwicklung während der Gärung probierend mitzuerleben: Das Weinwerden zu erschmecken und sich vor dem geistigen Auge die dazu gehörigen sehr reifen Trauben vorstellen. Dieser Jahrgang wird gut, sehr gut!

  • Weinernte 2009: Aufräumen

    2009-11-06-kelter.jpg

    Mittlerweile sind alle Herbstgerätschaften gereinigt und für die Einlagerung bis zur nächsten Ernte vorbereitet. Die Weinpresse wurde heute in ein externes Lager gefahren, damit wir im Weingut mehr Platz haben.  Es ist sehr kapitalintensiv, viele Maschinen vorrätig zu haben, obwohl sie nur wenige Wochen im Jahr benötigt werden. Gut, das es mittlerweile Maschinenringe und Lohnunternehmer gibt, die für uns mit ihren Maschinen einige Arbeiten erledigen und uns die Investitionen für wenig gebrauchte Maschinen ersparen.

    2009-11-06-kiste.jpg

    Jedes Jahr das Gleiche beim Zählen der Erntekisten: Es fehlen schon wieder welche.
    Ein Kollege sah diese in einem Weinberg und benachrichtigte uns.  Es waren noch Trauben in ihr, die ich leider wegwerfen musste.

    2009-11-06-mucke.jpg

    In der Kelterhalle machen sich die Fruchtfliegen massiv breit. Alles ist sauber, keinerlei organische Rückstände der Ernte vorhanden und trotzdem sind sie zu Millionen da. Die Fliegenlampe ist mit diesen Massen an Fliegen total überfordert. Der Staubsauger kam auch schon zum Einsatz und führte ebenfalls nicht zum Erfolg. Chemie kommt für uns auch nicht in Frage. Also abwarten bis sich das Problem von alleine löst hat und bis dahin diese ungebetenen Gäste ertragen.

    Im  Weinkeller gibt es Gottseidank noch keine Probleme mit diesen Lästlingen.

  • Weinernte 2009: Wetterwechsel

    20009-10-30-trester.jpg

    Pünktlich zum Monatswechsel soll es in den nächsten Tagen nassgraues Novemberwetter geben. Heute war die letzte Chance, bei goldenem Oktoberwetter und trockenen Bodenverhältnissen, den Traubentrester im Weinberg zu verteilen. Durch die Kompostierung ist der Tresterhaufen sehr warm geworden und es dampft gewaltig wenn man mit der Ladeschaufel in den Haufen fährt. Zeitgleich steigen Myriarden von Fruchtfliegen auf und man wird belästigt.

    2009-10-30-herbstfarbung1.jpg

    Mittlerweile präsentiert sich die Vegetation in schönen Herbstfarben.  Wir hoffen, daß das Herbstlaub uns noch etliche Tage erhalten bleibt und nicht ein Frost die Farbenpracht schnell beendet.