Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Das Fernsehen war da

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    Im Rahmen der Sendereihe „Weinherbst Rheinland-Pfalz“ besuchte uns heute ein Kamerateam des SWR Fernsehens. Vom 02. Oktober bis 09. Oktober berichtet diese Sendereihe über den Wein und Weinanbau in Rheinland-Pfalz. In der morgigen Sendung „Im Grünen“, ab 18.15 Uhr, sollen die heute gemachten Aufnahmen ausgestrahlt werden.

    Axel Weiss von der Umweltredaktion des SWR plant für die morgige Sendung einen Beitrag zur Problematik von weinbaulichen Pilzkrankheiten unter dem Gesichtspunkt der Klimaänderung. Ich wurde zu den Bekämpfungsstrategien gegen diese Krankheiten im ökologischen Weinbau interviewt. Ich lasse mich mal überraschen, wie viel von dem heute gedrehten Material gesendet wird und hoffe, dass meine Aussagen unverfälscht bzw. ungeschnitten wiedergegeben werden.

    Nachtrag vom 06.10.2009:

    Die Sendung ist auf Donnerstag, den 08. Oktober verschoben worden. 18.45 Uhr Landesschau

  • Weinernte 2009: Eine schöner wie die Andere

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    Herrlich anzuschauen: Riesling in Perfektion, eine schöner wie die Andere und topgesund! Da kommt Vorfreude auf. Jetzt muß nur noch der in den nächsten Tagen gemeldete Regen überstanden werden und dann steht einem sehr gutem Rieslingjahr nichts mehr im Wege.

  • Wertigkeit

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    Als mein Kollege Thomas seine jetzige Lagerhalle gekauft hatte, fand er einen alten Weinprobenkoffer der dort damals ansässigen Weinkellerei. Dieser diente einem Weinkommisionär für den Weinverkauf an Weinhändler. Die Doppelwandigen Glasisolierbehälter fassten gerade mal einen viertel Liter. Mehr wie ein kleiner Probenschluck gab es nicht für den evtl. Käufer und auf dieser Basis wurden die Geschäfte getätigt.

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    Dem Etikett zu entnehmen, enthielt diese Flasche einen 1934er Riesling Reiler Moullay-Hofberg für sage und schreibe 1,20 Reichsmark pro Liter. Dies entspricht einer heutigen Kaufkraft von 4,00 EURO. Kein Wunder, das die Probeflaschen so klein waren. Der Wein hatte damals noch eine hohe Wertigkeit, finanziell und kulturell.

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    Heute leider zu einem Produkt verkommen das billigst im Discounter verramscht wird.  Die Qualität soll mit Analysen und Zertifikaten belegt werden und der Geschmack, falls vorhanden, wird ebenfalls durch diese Institute als vorhanden bestätigt. Könnte es sein, das früher alles besser war?

  • Weinernte 2009: Üben

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    Der Rivaner ist heute geerntet worden. Sehr gesunde und reife Trauben wurden in die Traubenpresse gekippt und ein fruchtig schmeckender Traubensaft lief in den Keller. Doch leider wieder Erntepause. Die Ernte war durch die Verluste durch den falschen Mehltau so klein, dass wir die wenigen Trauben in einigen Stunden geerntet hatten. Leider nur ein Drittel der sonst geernteten Menge.

    Auf jeden Fall hat die Erntemannschaft schon mal geübt, die Kellereimaschinen funktionieren und nun warten wir auf die Rieslingernte. Die Wetterfrösche sagen, mit Ausnahme des kommenden Wochenendes, trockenes Wetter voraus. Dann soll es herbstlich mit kühleren Tempertaturen werden und ein stabiles Hoch wurde auch schon ausgemacht. Ich bin geneigt es zu glauben…

    Ich werde in den nächsten Tage die Rieslingweinberge intensiv begutachten und evtl. schon einen Ernteplan erstellen. Es sieht auf jeden Fall gut sehr gut aus. De Trauben sind gesund und das vorhergesagte Wetter passt. Es gibt schon Stimmen, die von einem Jahrhundertjahrgang sprechen.

  • Weinrallye 27: Tankstopp

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    „Jeder kennt sie, die Tankstellen, in der heutigen Zeit mehr denn je Dreh- und Angelpunkt rund um unsere Mobilität. Da die Tankstellenbetreiber kaum mehr vom verkauften Kraftstoff leben können, sind moderne Tankstellen längst zu kleinen Supermärkten avanciert an denen es ein Grundsortiment für unser täglich Leben zu kaufen gibt. Zu diesem Grundsortiment gehört natürlich der Wein,…“

    so der Weinrallyervorschlag von Thomas Lippert.

    Gesagt und getan. Da die Tanke bei uns im Dorf ausser Süßigkeiten und gekühlten Getränken nur noch Benzin und Diesel im Angebot hat, habe ich die Tankstelle im berühmten Nachbarstädtchen Zell angefahren. Fast wie ein kleiner Supermarkt, fehlt nur noch die Frischfleischtheke. Die Weinabteilung zwar klein, aber neben den üblichen verdächtigen Weinen und Sekten – vom Anschauen schon fast eine Fremdweinvergiftung bekommen – habe ich ein ganz regionales Gewächs gefunden.

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    Ich war erfreut, einen 2007er Riesling trocken eines Kollegen für knapp 6 Euro erwerben zu können. Das Etikett ist etwas kitschig – vielleicht für Damenkränzchen auf Kaffeefahrt kaufanimierend – aber mir kam es ja auf den Inhalt an.

    Gut gekühlt noch unauffällig, beim wärmer werden doch etwas laff wirkend. Die für einen Moselriesling so typische spritzige Säure vermisste ich etwas. Wirkte irgentwie weichgeschleudert. Sauber vinifiziert, gelbe Früchte in der Nase, weich in der Säure und kraftvoll im Geschmack. Ein idealer Alltagswein der nicht satt macht und zu einem weiteren Glas anregt.

  • Weinernte 2009: Verschoben

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    Da das Wetter in den letzten Tagen winzerfreundlich war und unsere Rivanertrauben sich bester Gesundheit erfreuen, wird die Ernte auf nächste Woche verschoben. Jeder weitere Sonnentag gibt ein bisschen mehr Geschmack.

    Stattdessen haben wir in den letzten Tagen unseren Freunden bei der Weinernte geholfen und das Sammelsurium an Lesescheren bewundert.

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    Den ganzen Tag stressfrei als einfacher Tagelöhner Trauben ernten. Über nichts nachdenken müssen und Mittags leckere Steaks vom Grill.

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    Abends mit einem Glas Wein in der Hand dem Kollegen beim Keltern zuschauen. Ebenfalls streßfrei.  Das wird sich jedoch ändern, wenn die eigenen Trauben geerntet werdern. Dann ist Schluß mit lustig. Es gilt dann die Arbeit eines ganzen Jahres zum optimalen Zeitpunkt zu ernten und diese Traubenqualitäten nach Möglichkeit verlustfrei in die Weinflasche zu bekommen.

  • Brennholzwert

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    Schon seit Jahren wollte ich dieses Holzfaß entsorgen. Es war schon seit längerer Zeit des öfteren undicht gewesen. Mittels Holzfaßdichte (Fasstalg) wurde immer wieder der Dichtigkeit nachgeholfen, damit kein Wein verloren ging. Da mir nun das Risiko zu groß wurde, wandert das über 50 Jahre alte Faß in den Ofen und wird im Winter sicherlich für etliche Stunden die gute Stube wärmen. Die eisernen Reifen werden als Ersatzreifen für die noch vorhandenen Fässer aufs Lager gelegt.

  • Weinernte 2009: Rieslingwetter und erste Ernteplanungen

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    Der Gesundheitszustand unserer Trauben ist zur Zeit noch ausgezeichnet. Der Rivaner, stark gebeutelt und dezimiert durch den falschen Mehltau, wird wahrscheinlich Ende nächster Woche erntereif sein. Die Traubenschalen sind momentan noch sehr dick und die Beeren nicht saftig.

    Vorfreude kommt beim Riesling auf, der fast unbeschadet die sommerlichen Pilzkrankheiten überstanden hat. Lockerbeerige Trauben mit kleinen Beeren, die ein Optimum an  Aroma bringen dürften und zudem beste Wetteraussichten in den nächsten Tagen. Die Tageshöchsttemperaturen sollen so um 20 Grad liegen und Nachts unter 10 Grad fallen. Ideal für den Riesling, der sich bei diesem Temperaturen in der Reifephase am wohlsten fühlt und ein Maximum an Aromen in die Beeren einlagern kann. Zudem verhindert, bzw. verlangsamt das trockene und kühlere Wetter Fäulniss, die uns zwingen würde, die Trauben vor Erreichen der optimalen Aromareife zu ernten.

  • 2008 Wandert

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    Heute fand die jährliche Wanderweinprobe der Reiler Winzer statt. Unter dem Motto „2008 Wandert“ gab es an etlichen Stationen in den Reiler Weinbergen 2008er Weine zu probieren. Die Winzer stellten Ihre Weine und Weinberge vor und standen für intensivere Gespräche mit den Teilnehmern zur Verfügung. Als deftiges Mittagessen gab es Gräwes mit Rieslingbraten.

    Interessanterweise gab es nur Rieslinge zu probieren. Auch Kollegen, die ein Sammelsurium an Moseluntypischen Rebsorten  im Anbau haben, reichten für diese Probe ausschließlich Riesling ein. Finde ich gut, dass der Riesling, der bei uns unvergleichbare Weine hervorbringt, ausschließlich in dieser Probe vertreten war.

    Für nächstes Jahr vormerken: Samstags, am dritten Septemberwochenende.

  • Tag des offenen Denkmals

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    Letzten Sonntag war Tag des offenen Denkmals. Da wir selbst in einem über 300 Jahre alten Denkmal wohnen und vor etlichen Jahren mit Haus- und Kellerführungen an dieser Europaweiten Veranstaltung teilgenommen hatten, Anlaß genug, ein Denkmal zu besichtigen.

    In der Eifelgemeinde Bengel war die vor einigen Jahren renovierte Ölmühle zu besichtigen. Es ist faszienierend, wie mit wenig Wasserkraft die Mühle funktioniert. Über Zahnräder und Transmissionsgetriebe wird die Wasserkraft auf die einzelnen Maschinen weitergeleitet. In dieser Ölmühle wurde auch Traubenkernöl erzeugt, kaltgepresst natürlich. Auch heute noch ein recht großer Aufwand, da die Traubenkerne nur 2-3% Öl enthalten und die Gewinnung der Traubenkerne im Winzerbetrieb in der Hauptarbeitszeit der Weinlese liegt.

    Dieses wertvolle Öl erfährt seit einigen Jahren ein comeback, da es ausgezeichnete Eigenschaften in der kalten Küche hat und zum Braten sehr hoch erhitzbar ist. Die an der Mosel ansässige Vitis AG produziert kaltgepresstes Traubenkernöl und andere Produkte aus den Traubenkernen u. a. aus ölkologischem Weinbau.