Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Internationale Steillagenweinprämierung

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    Heute war die Preisverleihung für den Internationalen Bergweinwettbewerb auf der Marienburg bei Pünderich. Der Organisator ist Cervim, das internatioale Forschungs- und Studienzentrum zur Pflege und Förderung des Steillagenanbaues mit Sitz im Aostatal in Italien.

    Unsere Qualitätsarbeit in den Steillagen wurde mit zwei Ehrendipolmen für unsere beiden 2008er Spätlesen gewürdigt.

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    Nach Grußworten und Preisverleihung konnten wir alle deutschen Siegerweine verkosten und gegenseitig die prämierten Qualitäten vergleichen.

  • Nummern

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    Heute morgen war der Zoll im Weingut. Die übliche jährliche Kontrolle meines Zollagers. Da unser Sekt der Kriegsflottensteuer unterliegt, lagern wir ihn in einem Zollager. Erst bei Entnahme aus diesem Lager wird die Steuer fällig.  Nebem der altbekannten Tatsache, das Steuern für einen bestimmten Zweck geschaffen werden – hier die Anschafffung der Kriegsflotte von Kaiser Wilhelm –  jedoch nie abgeschafft werden, hatte der Zollbeamte Probleme mit meiner Betriebsnummer. Als Mensch oder gar Unternehmer existiert man nicht unter einem Namen und der dazugehörigen Adresse, sondern wird als Nummer geführt.

    Beim Zoll habe ich sogar vier verschiedene Nummern: Die Betriebsnummer, eine Nummer für den Export, eine Verbrauchssteuernummer und sogar eine eigene Nummer, damit der Zoll die Steuerbeträge per Lastschrift einziehen kann. Daneben gibt es vom Finanzamt noch drei Nummern, die Ökokontrolle begnügt sich mit einer, ebenso die Agrarverwaltung des Kreises, die Landwirtschaftskammer und viele andere Instututionen und Behörden vergeben weitere Nummern. Manchmal am Telefon ein Desaster, wenn ich nicht mit meinem Namen zu identifizieren bin und ich meine Nummer nicht finde.

  • Weinernte 2009: Rückblick und Prognöschen

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    Der Versuch der ersten Ernteprognose. Aber zuerst der Rückblick auf das vergangene Jahr:

    Nach einem bitterkalten Winter, die Mosel war zugefroren, fand der Austrieb der Reben schon am 16. April statt. Kühles Wetter verlangsamte die Rebentwicklung stark. Zum Blütezeitpunkt herrschten wieder kalte Temperaturen durch die sich die Rebblüte verzögerte. Zudem wurden nicht alle Blüten bestäubt. Hohe Niederschläge und subtropische Feuchtigkeit im Juni und Juli führten zu einem noch nie dagewesenen Befallsdruck von Pilzkrankheiten (falscher Mehltau). Nach dem sehr trockenen August gab es in einigen Weinbergen schon die ersten Anzeichen von Wassermangel, die letzte Woche durch ergiebige Niederschläge verschwanden.

    Unser Riesling hat dieses Jahr sehr gut überstanden. Im Gegensatz zum Rivaner, der massivst von dem falschen Mehltau geschädigt wurde, sind nur einige Beeren verloren. Die durch die schlechtere Blüte hervorgerufene Lockerbeerigkeit ist von Vorteil. So können die Trauben rasch abtrocknen und weitere Fäulniss (Botrytis) wird hoffentlich nicht oder in einem geringeren Maße die Beeren befallen. Die Reifemessungen der Agrarberatung melden in etwa einen Stand, der den beiden vergangenen Jahren entspricht.

    Man soll den Tag zwar nicht vor dem Abend loben, aber folgendes Prognöschen sei trotzdem erlaubt. Das in den nächsten Tagen gemeldete Wetter entspricht unseren Wünschen. Kühle Nächte und warme Tage. Der Idealfall für die Aromaausbildung der Rieslingrebe.  Langsames Köcheln auf kleiner Flamme. Könnte meinetwegen bis Ende Oktober so weiter gehen. Die Wasserreserven sind seit letztem Wochenende wieder aufgefüllt und weiteren Regen brauchen wir nicht. Wir haben jetzt ca. 10 Tage Vegetationsvorsprung. Da durch die Klimaänderung schlechte Jahre abgeschafft sind, erwarten wir, wie in den letzten Jahren, entsprechend gute bis sehr gute Weine. Der weitere Witterungsverlauf wird entscheiden wie gut das „sehr gut“ werden wird. Es wird spannend…

  • Weinernte 2009: Die ersten Vorbereitungen

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    Während die Kollegen in südlicheren Gefilden bei entsprechenden frühreifen Rebsorten schon am Ernten, bzw. kurz davor sind, ist es bei uns noch ruhiger.  In der letzten Septemberwoche ist die Ernte bei Rivaner geplant, Riesling frühestens zweite/dritte Oktoberwoche. So kann in Ruhe alles für die Ernte vorbereitet werden.

    Gestern wurde der Kellerboden mit dem Hochdruckreiniger gesäubert und nächste Woche steht der Tankkeller und die Kellereimaschinen auf dem Reinigungsplan. Die Holzfässer werden erst kurz vor der Rieslingernte für die Aufnahme des neuen Weines vorbereitet.

    Eine Ernteprognose wird es hier in den nächsten Tagen auch noch geben.

  • Erinaceus europaeus

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    Schon wieder ein verirrtes Tierchen bei uns im Weingut. Der Igel hatte sich unter einer Gitterbox im Hof zum Schlafen niedergelegt. Fast hätte ich ihn mit dem Spapler überrollt und ins Jenseits befördert. Soll zwar essbar sein, aber ich habe den nützlichen Insektenfresser in den Garten befördert, wo er dann schnell die Flucht ergriff.

  • Straßenweinfest

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    Wie jedes Jahr findet an diesem Wochenende das Straßenweinfest in Reil statt. Gestern abend wurde mit Freunden ausgelotet wo es den besten Wein gibt. Für die nötige Stimmung sorgt eine Musikkapelle unserer Partnergemeinde Zedelgem aus Belgien.

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    Für das leibliche Wohl gibt es an den 12 Weinständen regionaltypischen Gerichte.

  • Weinrallye 26: Tipps vom Weinhändler

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    Zur Augustweinrallye wurde von Gotorio aufgerufen:

    „Wir würden uns wünschen, dass diesmal auch Händler Gehör finden – und Einfluss in die Artikel. Sprich: Bitte gehen Sie zum Weinhändler Ihres Vertrauens, legen ihm einen 10-Euro-Schein auf den Tisch und bitten um das nach seiner Meinung Beste, was er zu bieten hat, egal ob rot, weiß, rosé, prickelnd oder still. Und natürlich wären noch ein paar Worte über jenen Händler toll, warum Sie ihn schätzen und was sie schon mit ihm erlebt haben…“

    Da kommt bei mir nur einer in Frage: Götz Kreikemeier vom Wingert Weinhandel in Hannover. Seit etlichen Jahren arbeite ich mit ihm zusammen und manch schöne Weinprobe habe ich in seinem Weinladen gemacht. Wobei, ehrlich gesagt, die Weinprobe auf dem Maschsee im Solarboot Europa-enercity die Schönste war.

    Ab und zu läßt er mir einige Flaschen Wein zukommen. Eine fand ich noch in meinem Weinlager. Sicherlich eines der besten Weine, die er im Sortiment hat. Die 10 Euro Hürde überspringt er sicherlich ganz locker, aber andererseits habe ich ihn ja für weniger bekommen und so passt dieser geschenkte Wein doch noch in die Vorgaben von Gotorio. Als Sommerwein oder Terassenwein am heutigen sehr warmen Hochsommerabend fehl plaziert – gleich wird ein leichter und frischer Riesling aus eigenem Anbau geöffnet- aber so ein kleines Gläschen, lange dran schnüffeln, kleine Schlückchen trinkend, im Mund kauend und die feinen Aromen genießend: Genial!

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    Aus der Domaine Cazes im Weinbaugebiet Rivesaltes ein Vin doux Naturell. Jene kraftvollen Süßweine aus Südfrankreich, bei denen man versuchen könnte, das Glas leer zu riechen, anstatt es zu trinken. Dieser 1990er Tuilé hat 110 Gramm Restsüße per Liter bei lockeren 15% Alkohol.  Ein reifer Wein aus der Grenache Traube, zwölf Jahre im Eichenholzfaß gereift, der sicherlich noch etliche Jahre vertragen kann. Rund mit Schmelz, Kaffee- und Kakaoaromen verbreitend und zum Riechen animierent. Einfach köstlich! Zum genießen bei Schokolade oder Kuchen, aber auch solo ein Genuß.

  • Wieder zurück

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    Nachdem wir wie angekündigt, die Sonnenuntergänge an anderen Flecken dieser Erde beobachtet haben,

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    eine Kreuzfahrt zu fernen Inseln machten,

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    Tiere beobachteten, die an der Mosel unbekannt sind,

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    das Abendessen selbst suchen und zubereiten mußten, sind wir wieder erholt aus dem Urlaub zurück.

    Zu unserem Leidwesen, wahrscheinlich war Bill Gates mit seinem Windows daran Schuld,  waren sämtliche Mails, die uns in dieser Zeit erreichen sollten im Nirwana des Internets verschwunden über das Lars Breidenbach hier berichtete. Daher an alle, die uns in den beiden letzten Wochen Mails geschrieben haben, die Bitte, es nochmals zu versuchen.

  • the making of „o mosella“

    Auf vielfachen Wunsch nun das making of „o mosella“. Der Videobeitrag meiner Freunde vom Steffens-Keß Verkosterteam zur Weinrallye 25

  • Das Bild zum Text und andere Fundsachen aus dem Bildarchiv

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    Das Bild zum Text über die Schaulustigen beim Kettenschlepperfahren.

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    Leere Weinflaschen findet man immer wieder im Weinberg. Leider meistens erst, wenn man mit dem Mähgerät drübergefahren ist. Getränkedosen, die man vor Einführung des Dosenpfandes sehr oft im Weinberg gefunden hat, sind mittlerweile gänzlich ausgestorben.

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    Peinlicher schon der Fund obigen Schreibens.

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    Diese Natter begegnete uns bei einer Wanderung.

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    Die Arbeit im Weinberg wird im Moment weniger und Maschinenpflege ist angesagt. Durch unsere gut ausgestattete Werkstatt können wir die meisten Reparaturen, wie hier der Wechsel der Ketten am Schlepper, selbst durchführen.

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    Es ist jetzt auch Zeit, einige Tage Urlaub zu machen und die Sonnenuntergänge von einem anderen Flecken dieser Erde zu beobachten.

    Bitte vormerken:

    Betriebsferien vom 12. August bis 21 August!