Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Großer Bahnhof

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    Großer Bahnhof war heute angesagt. Der Aussichtsturm bei der Marienburg, über den ich hier berichtete, wurde heute offiziell Eingeweiht. Hohe und niedere Politprominenzen war zu diesem Ereigniss angereist und schwangen Reden.

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    Der kath. Pfarrer und sein Ministrant Kollege der ev. Kirche sprachen noch einige geistliche Worte.

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    Anschließend weihten sie den Turm mit Weihwasser aus dem Sektkühler und das gemeine Volk durfte den Turm besteigen.

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    Die Aussicht war wie immer berauschend.

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    Die Zeller Moselschleife mit der Marienburg.

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    Der Blick aufs Mittagessen war ebenso anziehend, da der Hunger sich meldete.

  • Neulich bei der Weinbergswanderung

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    Eigentlich ist diese Kühlmanschette zum Flaschenkühlen gedacht. Hier zweckentfremdet zum Kühlen einer Verstauchung des Knöchels. Oder steckt in der Manschette auch eine Flasche?

  • Die Angst weicht der Nervösität oder ist es wieder andersrum?

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    Foto: Karl-Heiz Schenk
    
    

    Morgens um neun sind die „Berggipfel“ noch vom Nebel verhüllt und die Sonne hat Mühe das Moseltal mit Licht zu füllen.

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    Der Blattnässeschreiber an der für uns nächsten Wetterstation des DWD meldet um die gleiche Uhrzeit 100% Blattnässe und, typisch für das derzeit herrschende Waschküchenwetter, fast 100% Luftfeuchte.

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    Ideale Bedingungen für die Peronospora, über deren starken Ausbruch ich am Dienstag berichtete. Alle unsere Rebbestände habe ich in den letzten Tagen auf Befall kontrolliert. Das Reblaub ist überall gesund, die Trauben beim Riesling befallsfrei. Beim Rivaner findet man bei intensiven suchen die eine oder andere Traube die befallen ist. Fast alles im grünen Bereich.

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    Durch ein Gewitter, der PC musste runter gefahren werden und beim Schreiben obigen Textes unterbrochen, komme ich soeben aus aus dem Weinberg zurück. Innerhalb kürzester Zeit fiel überreichlich Regen und ich wollte nach den Weinbergen schauen. Neben Erosionsschäden und Bodenabschwemmungen bei Kollegen, die keine Bodenbegrünung haben, gab es noch stellenweise Hagel.2009-07-03-hagel.jpg

    Die getroffenen Beeren platzen auf und verfärben sich braun. Hoffentlich trocken diese ein und gehen nicht in Fäulniss über um dann die gesunden zu infizieren. Gottseidank oder besser leider, ist nur eine kleine Fläche unseres Weingutes betroffen.

    Entspannung bei den Pilzkrankheiten aber Spannung bei den Naturgewalten. Beides durch die Klimaänderung hervorgebracht. Soweit ich mich erinnern kann, gab es keinen dermaßen gefährlichen flächendeckenden Ausbruch der Peronospora und diese Hagelhäufigleit in den letzten Jahren.

  • Angst macht sich breit

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    Während Bernhard Fiedler aus Österreich über die nasse Wetterlage schreibt, den Traktor im Matsch versenkt und hofft, dass seine Reben von den gefährlichen Pilzkrankheiten verschont bleiben, ist bei uns die Peronospora schon ausgebrochen.

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    Zuerst gelbe Flecken auf der Blattoberseite, dann Pilzrasen an der Unterseite.

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    Als Krönung dann noch Traubenbefall. Der Befall ist stellenweise sehr massiv. Bei einigen Weinbergen ist ein Totalverlust der Ernte zu erwarten.

    Durch unsere kurzen Spritzíntervalle mit unseren Pflanzenpflegemitteln haben wir bisher noch keinen Schaden. Aber der Sommer ist noch nicht zu Ende. Das derzeit vorherschende schwül-warme Waschküchenwetter ist extrem förderlich für diese Pilzkrankheit und jedes Gewitter kann die Lage weiter verschärfen.

  • Ein Wildschwein wäre mir lieber…

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    Ein Wildschwein wäre mir lieber gewesen, aber das Fangen wäre ungleich gefährlicher und schwieriger. Mit einem beherzten Sprung schnappte ich mir diesen Junghasen und für meine Azubine gab es eine Unterweisung in Biologie und Lebensweise der Hasen. Das Tier wurde anschließend wieder in die Freiheit entlassen.

  • Weinrallye 25: Wein in Literatur und Film

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    Mir wird die Ehre zuteil, zur 25. Weinrallye einzuladen. Das erstes kleine Jubiläum dieser monatlich stattfindenden Internetweinverkostung.

    Egal ob Film, Krimi, Roman, Liebesgeschichte oder Komödie, das Thema Wein hat viele Facetten, die in Film und Literatur Niederschlag finden. Eure Kreativität ist gefragt. Lasst Eure Freunde daran teilnehmen, schreibt ein Drehbuch, führt Regie und trinkt gute Weine.

    Einige Anregungen:

    Besudelt Euch mit Dornfelder und spielt die Leiche in einem Weinkrimi.

    Macht es so wie Michael Broadbent: Der bedeutendste Weinschriftsteller der Gegenwart der kaum einen Schritt ohne seine Frau Daphne unternimmt, schreibt in seinem sehr persönlichen Buch „Große Weine“ über seinen ersten Deutschlandbesuch:“In den ersten Jahren unserer Ehe verbrachten wir jeden Sommerurlaub in einer anderen Weinregion. …Wir hatten, nein, ich hatte mir damals außerdem zum Ziel gesetzt, Daphne in einem berühmten Weinberg zu lieben – was notwendigerweise nachts und in aller Heimlichkeit geschehen musste…“

    Die Moselfahrt aus Liebeskummer oder eine Episode aus Goethes Leben könnten ebenso das Thema sein.

    Die Filme „Die Winzerin von Langenlois“, „Sideways“ oder die Polt-Krimis sind auch ergiebig.

    Wie wäre es mit dem Lied „Summertime“ oder „Wenn Das Wasser im Rhein Goldener Wein Wär“? Mitträllern und einen Terrassenwein trinken.

    Vielleicht Comedy? Stermann & Grissemann, Fry and Laurie, USB-Wine oder Oliver Kalkofe?

    Für die ganz Wagemutigen und Trinkfesten ist auch das „Dinner for one“ zu empfehlen oder macht es wie Tucholsky in Tiger, Panther und Co: „Wir soffen uns langsam den Fluß hinab“

    Lasst Eure Phantasie spielen und berichtet am 23. Juli über Euren Wein und die dazu gehörende  Literatur und/oder einen Film.

    Teilnehmen kann jeder. Ein eigener Weblog ist nicht notwendig. Ich veröffentliche gerne Gastbeiträge auf unserem Weblog. Bitte meldet eure Weinrallye-Beiträge an weingut(at)steffens-kess.de.
    Die Spielregeln können hier beim Winzerblog nochmals nachgelesen werden.

  • Er steht wieder

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    Der alte Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf wurde vor vier Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen. Von diesem Turm aus gab es einen grandiosen Blick auf die Zeller Moselschleife um die Marienburg. Hier gibt es diesen Rundumblick als 360 Grad Kugelpanorama.

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    Mittlerweile wurde mit finanzieller Unterstützung aller anliegenden Gemeinden und vieler Privatpersonen ein neuer Turm erbaut. Ich freue mich schon auf die Einweihung am 11 Juli. Seit langer Zeit kann dann wieder diese Aussicht genossen werden und ein touristisches Highlight an der Mosel ist wieder nutzbar.

  • Erhalten durch aufessen: Für die biologische Vielfalt

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    Kartoffeln? Heute ist die Sortenauswahl im Supermarkt nur auf die Spezifikation mehlig oder festkochend beschränkt. Je Spezifikation nur eine Sorte und damit basta. Regionale Sorten sind weitestgehend unbekannt und auch durch die Saatgutgesetze sanktioniert. Nur noch Einheitskühe, -schweine und Turbopflanzen mit dem entsprechenden Einheitsgeschmack stehen auf Äckern und Weiden. Eine biologische Vielfalt ist nicht mehr gegeben. Damit einhergehend verschwinden Genreserven mit den aussterbenden Nutztierrassen und Nutzpflanzen und die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft ist gefährdet.

    Mit unserem Essverhalten können wir Gegensteuern. Aus rotfleischigen Kartoffeln mal Pommes schnitzen und unter die normalen mischen: Der Renner auf jedem Kindergeburtstag. Salat mit gelben, weißen oder schwarzen Tomaten, die vielleicht eine eckige Fruchtform haben? Bei engagierten Bio-Landwirten sind solche „seltenen“ Pflanzensorten und Tierrassen öfter zu finden. Wir als Verbraucher sind mit unserem Einkaufsverhalten gefragt, um die biologische und geschmackliche Vielfalt, sowie die  genetischen Ressourcen zu erhalten.

    Zu obigen roten Kartoffeln gab es gebratenen Moselzander und einen leckeren Moselriesling aus eigenem Weingut. Der Fisch wollte schwimmen…

  • Das Wetter, die Rebblüte und die erste Gefahr für die Ernte

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    Herrlich diese Wolken am Himmel. Für uns als Talbewohner mit einem eingeschränktem Horizont (Nein, nicht der geistige!) nicht alltäglich. Die dieser Tage aus solchen Wolken gefallenen Niederschläge haben den Bodenwasservorrat reichlich gefüllt.

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    Die Rebblüte hat nun voll eingesetzt und wir hoffen, das das in den nächsten Tagen einsetzende warme Wetter zu einer optimalen Befruchtung führt. Andernorts gibt es durch das in den letzten Tagen vorherrschende nasskalte Wetter schon Probleme mit der Befruchtung der Blüten. Die Pilzkrankheiten sind auch schon auf dem Vormarsch.

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    Durch Infektionen während der Regenphase zwischen dem 06. und 12. Mai kam es in der Gemarkung Reil zu einem Ausbruch des Roten Brenners. Dieser Pilz hatte im vergangenen Jahr einen erheblichen Tribut von uns verlangt. Massive Blatt- und Traubenverluste waren die Folge.

    Unsere Bekämpfungsstrategien und die regelmäßigen, in kurzen Abständen, erfolgten Spritzungen mit mineralischen und pflanzlichen Pflanzenpflegemitteln haben bisher Erfolg gebracht. In unseren Weinbergen ist nur ein kleiner Blattbefall am untersten Blatt des Rebtriebes feststellbar. Die Blüten sind befallsfrei. Bei anderen Kollegen, die nicht reagiert hatten, sind schon etliche Blätter befallen und Schäden an den Blüten dürften in den nächsten Tagen sichtbar werden.

    Bis auf diese erste  Gefahr ist ansonsten noch alles im grünen Bereich. Das Wetter soll in den nächsten Tagen die benötigte Wärme für die Blüte bringen. Danach steht genügend Wasser im Boden bereit um die junge, kleinen Beeren wachsen zu lassen. Mal schauen, was die nächsten Wochen bringen. Vielleicht werden wir dieses Jahr von den Unbilden der Natur verschont.

  • Rebwachstum

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    Die Laubarbeiten sind im vollen Gange. Zur Zeit schlaufen wir die jungen Rebtriebe in den Drahtrahmen. Dieses Jahr läuft es gemütlicher wie in den letzten Jahren. Die zur Zeit herrschende Schafskälte bremst das Längenwachstum der Rebe, so daß die Arbeit auf einen etwas längeren Zeitraum verteilt wird. Das Hoch- und Runterlaufen im Steilhang ist bei diesen kühleren Temperaturen zudem viel angenehmer.

    Die Rebblüte dürfte in den nächsten Tagen einsetzen. Für die nächsten beiden Tage ist Regen gemeldet und danach wieder wärmere Temperaturen, so das die Rebblüten optimal bestäubt werden können.

    Unsere Kollegen in den südlicheren Weinbaugebieten haben schon vor einigen Tagen über die  Rebblüte berichtet. Bernhard Fiedler berichtete schon am 21 Mai über die einsetzende Blüte in Mörbisch am Neusiedler See, Lars von Schreiberswein folgte am 1. Juni mit der Blüte im südlichen Baden und Iris aus Südfrankreich schwärmt am 03. Juni vom schönen Wetter der letzten Woche und der Rebblüte.

    So ca. 120 Tage nach der Blüte ist die Vollreife vom Riesling erreicht. Wer nachrechen möchte, Urlaub hat und als Erntekraft bei uns anheuern will, die Kontaktdaten sind ja bekannt.