Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Sechs auf einen Streich

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    Es ist mir zwar bekannt, das Wühlmäuse Schäden an den Reben verursachen können, aber selbst gesehen oder gar im eigenen Weinberg: Noch Nie! Umso verwunderter war ich, als beim Ergrünen der Reben sechs Rebstöcke in einer Zeile  leblos blieben. Beim Nachschauen stellte ich fest, das die Wurzelstangen komplett durchgenagt worden sind. Neben Wildschweinen und Rehen, die die Triebspitzen abfressen, noch ein neuer tierischer Gegner. Ich hasse sie alle.

    Im Gegensatz zu den anderen vierbeinigen Viechern darf man sie selbst bekämpfen. Entweder mit „High-Tech“ oder mit einfachsten Geräten auf den Feind lauern.

  • Wandertipp: Ahringstal

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    Anläßlich des gestrigen Deutschen Mühlentages stand eine Wanderung mit Freunden an. Da wir idealerweise über einen Bahnanschluß verfügen, wurde die ersten Kilometer mit dem Moselweinexpress zurückgelegt. Eine Station weiter, in Kövenig, verliessen wir den Zug um in das nächste Nahverkehrmittel zu wechseln.

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    Die Personenfähre zwischen Kövenig und Enkirch brachte uns sicher an das andere Ufer. Ein kurzes, aber nettes Pläuschchen mit der einzigsten Fährfrau der Mosel und wir hatten schon übergesetzt.


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    Nach dem Übersetzen ging es per Pedes durch das Ahringstal zur Oberen Starkenburger Mühle. Anläßlich des Deutschen Mühlentages am Pfingstmontag fand dort ein kleines Volksfest stattfand.

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    Die erste Rast bei Schmalzbrot und Riesling fand nach der Besichtigung der Mühle statt. Die Mühle ist voll funktionsfähig und die Mühlengesellschaft hatte die Mühlentechnik für die Schaulustigen in Betrieb genommen.

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    Faszinierend, wie sich mit so wenig Wasserkraft Getreide zu Mehl mahlen lässt.

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    Nachdem wir aus dem Tal zum Felsennest Starkenburg aufgestiegen waren, bot sich wieder die gewohnte Kulisse von Rebsteilhängen und Mosel. Sehr schöne Fotos und Panoramen finden Sie hier.

    Nach dem Abstieg über Moselhöhenweg und schmale Weinbergspfade wurde die Rückreise mit Fähre und Bahn angetreten und der Tag bei einem Gläschen Moselriesling im Heimatdorf beendet.

  • Unsere wilden Haustiere

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    Immer wieder verirren sich Tiere in unser Weingut.  Dieses mal hatte es einen jungen Vogel erwischt. Im Verkaufslager hörte ich ein verdächtiges Rascheln. Kurz bevor ich das Tier geortet hatte, verstummte das Geräusch. Als es wieder anfing zu rascheln und scharren wiederholte sich das Spielchen. Geortet wurde der Vogel in einem Stapel leerer Weinkartons, die daraufhin vorsichtig durchsucht wurden um unserem Gast die Freiheit wieder zu geben.

    Nach Kröte, Salamander und Molch im Weinkeller, einer Fledermaus als Übernachtungsgast im Wohnzimmer, der Siebenschläfer und die Marder unterm Dach, nun ein gefiedertes Tier als Irrläufer in unserem Weingut. Über die Mäusejagd vor einigen Jahren möchte ich hier allerdings nicht berichten. War fast so komisch wie der gleichnamige Film.

  • Vor fünf Minuten Angstzustände bekommen

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    Vor fünf Minuten Angstzustände bekommen. Kräftiges Anklopfen auf dem Scheunendach. Die Hagelkörner hatten eine beträchtliche Größe.

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    Einige könnte man als schön bezeichnen. Gottseidank war es nur der Rand eines Gewitters und der Hagel kam fast gemütlich und sparsam vom Himmel. Ausser einigen zerfetzten Blättern und abgeschlagenen Triebspitzen dürften keine weiteren Schäden in den Weinbergen entstanden sein. Hoffentlich!

  • Menschenströme

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    Während es letzte Woche noch ruhig am Anleger der Touristenschiffe war, wurde sich an diesem verlängerten Wochenende im Schlangestehen geübt. Nicht nur die Mosel ist mit Wasser gut gefüllt, auch das Moseltal ist voll mit Touristen. Menschenmassen bewegten sich zu Fuß, per Pedes, Motorrad und Auto beiderseits des Flusses auf den Straßen. Auffällig war, dass nur auf den beiderseits des Wassers gelegenen Wegen das Verkehrsaufkommen riesig war. In den Weinbergen waren interessanterweise keine Besucher unterwegs. Vielleicht zu mühsam um auf den Wirtschaftswegen in den Weinbergen hoch zu wandern?

    Sobald ich mich am Freitag mit dem Kettenschlepper in den Weinberg stürzte,  hatten die Fahrradfahrer und Wanderer ihr Spektakel: Kopf in Richtung Weinberg verdrehend, über das Anhalten fast vom Fahrrad stürzend und anschließend im Rucksack nach den Fotoapperat wühlend. Irgendwann wird der Tag kommen, dass ich noch „Zugaberufe“ bekomme, wenn ich in einem Weinberg mit Arbeiten fertig bin.

    Wenn ich pro Bild, das von mir gemacht wird, einen EURO bekäme, würde eine kleine Fläche an der Hauptstraße ausreichen um zu leben. Die Frage ist nur, wie ich das realisieren kann, das mit dem einen Euro …

  • Bis jetzt sieht es gut aus…

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    Die Reben stehen zur Zeit sehr gut. Durch die Regenfälle in der vergangenen Woche sind die Bodenwasserreserven aufgefüllt. Gottseidank kam der Regen sehr gemütlich vom Himmel. In Baden gab es schon die ersten Unwetter mit Hagel wie Lars Breidenbach berichtete.

    Die Begrünungen in den Weinbergen sind zum ersten mal gemäht und wir stehen in den Startlöchern für die bevorstehenden Laubarbeiten. Nach den kühleren Temperaturen der letzten Wochen soll es in den nächsten Tagen wärmer werden und das Rebwachstum wird sich beschleunigen.

    Bis jetzt sieht es gut aus…

  • Weinrallye 23: Winzerinnen-Wein

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    „Also noch 4 Wochen Zeit, in Ihrem Keller oder beim Weinhändler Ihres Vertrauen nach Winzerinnen-Weinen zu suchen: Natürlich international ausgelegt und nach Möglichkeit zentriert auf Weine, die auch wirklich von Frauen gemacht und nicht nur gemanaged werden – also keine Schauspielerinnen, Marketing-Damen,  etc, sondern Frauen, die einen Betrieb nicht nur leiten, sondern auch in Weinberg und Keller stehen.

    Ausnahme dürfen Kellermeisterinnen in Großbetrieben und Kooperativen sein, falls es solche gibt…

    Und auch wenn ich persönlich absolut nicht glaube, dass Frauen anderen Wein machen als Männer, so finde ich doch, dass es interessant ist, jenseits von modischer PR und Marketing Strategien über „weibliche Weine“, einmal die Frauen in den Mittelpunkt zu rücken, die es gewagt und geschafft haben, in die Männerdomäne der Weinmachens einzudringen – und das nicht nur als modisches Aushängeschild im Kostüm der Weinprinzessin oder als Marketing-Fachfrau (da gibt es viele, man sehe sich nur die Zahlen in den entsprechenden Studienbereichen an), sondern da, wo der Wein entsteht: in Weinberg und Keller. „

    so der Aufruf von Iris zur mittlerweile 23 Weinrallye.

    Eine Idee hatte ich schnell. Das Umsetzen dieser Idee scheiterte an der mangelnden Zeit und ich sagte Iris schon vor einigen Tagen für diese Weinrallye ab.  Eine Bekannte brachte mich dann auf das einfache, ganz naheliegende und einer meiner Weinhändler sponsorte den Wein.

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    Lotte Pfeffer-Müller, eine gestandene Winzerin, leitet mit Ihrem Mann Hans Müller das elterliche Weingut Brüder Dr. Becker in Ludwigshöhe an der Rheinfront. Wir kennen uns sich schon seit Ewigkeiten, haben unseren Ökoverband ECOVIN seit der Gründung mitgestaltet und tun es noch heute. Durch Ihr Engagemant als Vorsitzende von ECOVIN steht Sie nun etwas weniger im Weinberg und Keller, aber die Qualität der Weine ist noch immer so wie in früheren Jahren, als Sie den Weinkeller alleine führte.

    Drei Weine gab es zu verkosten. Der Anfang machte der 2007er Silvaner Gutswein trocken, dann folgte der 2008er Riesling Classic Gutswein. Der dritte im Bund, ein 2007er Riesling Kabinett vervollständigte die Probe.

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    Die Gutsweine sind unkomplizierte und feinfruchtige Sommerweine die bei jeder Gelegenheit getrunken werden können und eine Menge Spaß machen. Beim Silvaner grüne Reflexe und leichte vegetative Noten in der Nase, der Classic mit jugendlichem, frischen Bukett und tropischen Fruchtnoten.

    Der Riesling Kabinett kam fülliger, kräftiger daher. Klarer Apfelduft, knackig mit ausgeprägter Frucht und Mineralität.

    Alle drei Weine perfekt: Im Weinberg ein Maximum an Geschmack in die Trauben eingelagert und dieses Maximum verlustlos in die Flasche gefüllt. Schmeckbar, dass diese Weine extrem schonend und reduktiv vinifiziert wurden.  Durch die im Wein erhalten gebliebene eigene Gärungskohlensäure strahlten diese Weine eine extreme Frische und Fruchtigkeit aus. Besser geht es nicht: Erstklassiges Winzerhandwerk perfekt umgesetzt!

  • Kacken für den Biowinzer

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    Unsere Düngerproduzenten sind eifrig bei der Arbeit. Wie ich hier berichtete, bekam ich Ende des letzten Jahres Fledermauskacke zum Düngen. Heute besuchte ich mit dem obersten Naturschützer der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord , kurz SGD-Nord ( hieß früher ganz einfach Bezirksregierung), die Wochenstube der Fledermäuse im Speicher der Reiler Pfarrkirche.

    Nützliche Information des Naturschützers über das Große Mausohr und die Reiler Kolonie gab es beim Aufstieg über enge Treppen und Leitern in den Dachstuhl. Da es sich um eine der größten ihrer Art in Deutschland handelt (z.Zt. ca. 5000 Exemplare), wurde die Reiler Kirche in das europäische NATURA-2000 Schutzgebietsnetz aufgenommen. Es ist sehr erfreulich, das im Gegensatz zu letztem Jahr, noch mehr Fledermäuse den Weg in die Kirche gefunden haben. Zu einem gut für Ökologie und Natur, zum anderen für mich, da ich mit dem Nabu Ende des Jahres die Kirche ausmiste und den Dünger für meine Weinberge verwende.

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    Große Aktivitäten gab und gibt es noch rund um die Reiler Fledermäuse. Heute wurde mit Verbandsgemeindebürgermeister, dem Pfarrer, der Präsidentin der SGD-Nord und unserem Bürgermeister eine Informationstafel enthüllt. Neben einigen Vorträgen, die geplant sind, soll am 01. August eine Live Cam das Fledermausleben aus dem Dachstuhl auf eine Großleinwand im Altarraum der Kirche übertragen.

    Das ganze heißt dann Fledermausfestival und bei einem Glas Wein kann dann bei einbrechender Dämmerung beobachtet werden, wenn die Tiere zu ihren nächtlichen Jagdflügen  ausfliegen.

  • Das Rätsel des Überraschungseies…

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    Das Rätsel des Überraschungseies, über das ich hier berichtete, ist gelöst. Zuerst beim Flaschenspülunternehmen nachgefragt, anschließend beim Flaschenhändler, der wiederum beim Hersteller nachfragte. Mehr wie Schulterzucken und keine Ahnung was für Teile das sind, gab es nicht als Antwort. Ein Kollege, der mich besuchte, brachte mich auf die richtige Spur.

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    Es ist schlicht ein wiederverwendbarer Weinflaschenverschluss, der beim Umlegen des Hebels die Gummiringe, wie bei einer alten Thermoskanne, anschwellen lässt. Hatte wahrscheinlich seinen Geist aufgegeben, die Teile fielen in die Flasche und der Kunde bemerkte nicht, das der Verschluss sich in seine Einzelteile zerlegt hatte.

  • Tanz auf der Zunge, Nachbericht

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    Die gestrige Jahrgangspräsentastion unseres ECOVIN Regionalverbandes war ein voller Erfolg. Es war teilweise brechend voll im Ballsaal des Weinromantikhotels Richtershof in Mülheim. Das Interesse am neuen 2008er Jahrgang war sehr groß und die Resonanz der Besucher auf die vorgestellten Weine positiv.

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    Die Küche des Hotels  versorgte das Publikum mit Bio-Imbiss auf fliegenden Tellern aus der Restaurantküche.

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    Im Garten stellte die Künstlerin Mana Binz Ihr Kunstwerk “Welten im Wein“ vor. In hochformatigen Bildern aus Glas spiegelt das Werk die imaginative und lustvolle Wirkung des Weingenusses. Das Werk ist das erste nachwachsende Kunstwerk dieser Art. Es wurde als Projekt für die Weinkultur in 2008 begonnen. Die ersten vier Bildfindungen wurden im letzten Jahr auf der Jahrgangspräsentation 2007 von ECOVIN gezeigt. Das Kunstwerk soll auf insgesamt 49 Bilder heranwachsen.