Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Rebblüte

    Eine der ganz wenigen Ereignisse über die ich mit schöner Regelmässigkeit berichte, ist neben dem obligatorischen Weihnachtsgruß, die Rebblüte. Dieses Jahr etwas später wie gewohnt bei kühlen Temperaturen, die den Blüteverlauf etwas in die Länge ziehen könnten. Auf jeden Fall ist das Blütewetter viel besser als im letzten Jahr wo noch Dauerregen dazu kam. Zum Wochenende soll es wieder wärmer werden und dann dürfte die Rebblüte zügig weitergehen. Hoffentlich werden alle Blüten befruchtet, damit die Weinfässer im Herbst gut gefüllt sind.

  • Hagelunwetter: Fortsetzung?

    So langsam, ich habe es fast nicht bemerkt, kommt da was. Das Regenradar verheisst nichts gutes. Eigentlich habe ich für heute die Nase voll.

    Nachtrag, 21. Juni 2013

    Das Gewitter ist an uns vorbeigezogen ohne Schaden anzurichten. Der Kern des Gewitters war 2 km von uns entfernt und es gab reichlich Regen in flüssiger Form.

  • Hagelunwetter: Fazit

    Der erste Fazit des heutigen Hagelunwetters: Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen!

    Die durch den Hagel verursachten Löcher in den Blättern sind kein Problem. Die vielen abgeschlagenen Rebtriebe und Verletzungen dieser, verursachen bei den Laubarbeiten und beim Rebschnitt im kommenden Winter einen höheren Arbeitsaufwand. Die wenigen abgeschlagenen Blütenstände sind auch kein Problem. Die restlichen Trauben werden dann um so dicker. Die Weinberge sehen nach den Windböhen etwas durcheinander aus, auch kein Problem. Keinerlei Ertragseinbußen zu befürchten!

    Im Weinberg, in dem mich heute morgen der Hagel überrascht hat, sind grob geschätzt, 50% der Triebe abgeschlagen worden. Es hätte keine Sekunde länger Hageln dürfen. In diesem Weinberg erzeugen wir ausschließlich Riesling für die Sektproduktion. Er liegt ca. 3 km von Reil entfernt.

    Und jetzt das Gute: Je näher man nach Reil kommt, desto weniger Hagelschäden gibt es!🙂

    Leider gab es Erosionsschäden in unserer diesjährig gepflanzten Junganlage.

    Die abgeschwemmte Erde wurde binnen Minuten von einem Kollegen mittels Frontlader aufgeladen und wieder oben in den Weinberg eingebracht. „Nur“ ein Anhänger voll. Danke Carsten, das das so problemlos gekappt hat!

    Stellenweise gab es größere Schäden an asphaltierten Wegen, in die das Wasser große Löcher riss.

    Das Hagelunwetter – mit bei uns 65 l Regen je qm – hat, so meine Information, die Mosel flächendeckend getroffen. Mehr oder minder Hagel bis Taubeneigröße, Überschwemmungen und Erdrutsche, vollgelaufene Keller usw. Wir sind glimpflich davon gekommen! Die heute Morgen gefallenen Niederschläge in fester und flüssiger Form haben bei uns einen  „sehr“ geringen Schaden angerichtet, jedoch einen riesengroßen Schreck. Von anderen Kollegen, gerade mal eine Moselschleife weiter, hört man nichts gutes.

  • Hagelunwetter

    Vor nicht einmal zwei Stunden wurde es dunkel über dem Moseltal.

    Starkregen mit Hagel!

    Schäden an den Reben! Wieviel kann ich noch nicht abschätzen. Hoffentlich sind wir mit einen blauen Auge davon gekommen.

    Die Straßen überflutet, stellenweise der Asphalt aufgerissen.

    Nur in unserer Junganlage kam es zu leichten Erosionsschäden. Die Anderen Weinberge haben dank Begrünung keine Bodenabschwemmungen. Also heute Nachmittag die Erde von der Straße schippen.

  • rasend schnell

    Rasend schnell wachsen zur Zeit die Reben. Wasser ist genügend im Boden und der Hochsommer mit Temperaturen von über 30 Grad beschleunigt das Rebwachstum dermassen, dass wir uns beeilen müssen um die Rebtriebe in den Drahtrahmen einzuschlaufen.

    Morgens macht es noch Spaß, aber sobald die Sonne höher steigt, gibt es immer öfter Pausen bei den Sprudelflaschen und die Arbeit geht langsamer vonstatten. Heute Nachmittag gab es sogar hitzefrei, da ich mich vorher in einem unserer steilsten Weinberge abgearbeitet hatte. Aber die Reben nehmen mit ihrem Wachstum darauf keine Rücksicht und so werde ich morgen Mittag in meinen „flachen“ Steillagen die Laubarbeiten durchführen, so meine Planung. Etwas langsamer arbeiten und jede Menge Wasser zum Trinken dabei haben.

    Der Vegetationsrückstand durch den kalten Mai ist bis auf wenige Tage geschrumpft und die Rebblüte steht kurz bevor. Zeitlich fast genau wie im langjährigen Mittel.

  • Etikettieren

    In den nächsten Tagen beginnen die Laubarbeiten, die unsere Arbeitszeit fast gänzlich in Anspruch nehmen werden. Daher wurde gestern ausreichend Wein etikettiert, damit in den nächsten Wochen genügend Wein für den Verkauf zur Verfügung steht.

    Für die Technikinteressierten obiges Video in dem man erkennen kann (hoffentlich), wie eine Etikettiermaschine funktioniert.

  • Adalia 4-punctata

    Im Gegensatz zu dem allgegenwärtigen coccinella-septempunctata, dem Siebenpunktmarienkäfer, ist der  Adalia 4-punctata, der Vierpunktmarienkäfer, ein weiterer Vertreter der überaus großen Familie der Marienkäfer. Bis auf wenige Ausnahmen in dieser Insektenfamilie sind es alles Nützlinge, die z.B. Läuse vertilgen. Gibt es sogar zu kaufen, um der Läuseplage im Blumentopf Herr zu werden, falls die Marienkäfer nicht entschwinden um Nachbars Läuse zu fressen.

  • Seit einer Woche

    Seit einer Woche haben wir den Sommer. Dazu strahlend blauer Himmel. Mir macht das Arbeiten im Weinberg noch mehr Spaß und den Reben sieht man es auch an. Die Blattfarbe hat sich von gelb wieder ins grüne verfärbt und die Reben fangen, nach dem Stillstand in den letzten Wochen, wieder an zu wachsen. In einigen Tagen werden wir sicherlich mit den Laubarbeiten beginnen und die jungen Triebe in den Drahtrahmen einschlaufen.

  • Gestern! Heute! Morgen?

    Gestern bei einer Maschinenvorführung die neuesten Entwicklungen im Bereich der Unterstockpflege gesehen. Ein Bereich, der ohne Herbizide und noch dazu im Steilhang sehr schwer zu pflegen ist. Neben der Rollhacke kam gestern auch der Unterstockmulcher der Fa. Braun zum Einsatz, der zwischen die Rebstöcke einschwenkt und bei Kontakt des  Führungsbügels am Rebstamm diesen umfährt. Hat richtig gut funktioniert und ist auch eine Lösung für unsere steilen Weinberge.

    Heute dann das klassische Werkzeug in der Hand gehabt, die Sense mit kurzem Blatt. Mein Unterstockmähteller an der Raupe lässt mehr oder weniger Pflanzeninseln am Rebstamm stehen. Die Pflanzen wachsen dann in die Laubwand der Rebe. Das verringert die Durchlüftung und Pilzkrankheiten werden gefördert.  Also händisch die restlichen Pflanzen schweißtreibend und anstrengend gemäht.

    Morgen, oder übermorgen, oder überübermorgen, ganz sicher noch dieses Jahr, werde ich mich mit der Agrartechnik der Raiffeisen in Verbindung setzen. Ich will auch so ein Teil haben. Es muß nur an meinen Kettenschlepper und an die Bedingungen im Steilhang angepasst werden.