Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Wühlschäden

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    Kaum ist man aller Probleme durch durch die Frühjahrstrockenheit enthoben, tauchen schon die nächsten auf. Dieses Mal sind es nicht die Wildschweine, die den Boden aufwühlen. Das war ich selbst.

    Fast täglicher Regen lässt den Boden aufweichen und bei den unbedingt nötigen Fahrten mit dem Kettenschlepper gibt es Probleme. Die Begrünung wird durch die durchdrehenden Ketten beschädigt. Wenn es bei über 60% Steigung richtig steil wird, buddelt sich die Raupe ein und nix geht mehr. Den Berg wieder runter fahren und in der nächsten Rebzeile auf neue das Glück herausfordern.

    Ganz schlimm ist es in den Weinbergen, in denen ich mir vom Bauunternehmer Erde aufs Bankett anfahren gelassen habe. Hätte ich besser sein gelassen. Ist purer Lehm und extrem schmierig bei Feuchtigkeit. Bei der Einfahrt in die Rebzeile schmiert man ab und es geht bergab wie Schmidts Katze. Bei der Bergfahrt hingegen, so ganz kurz vor der waagerechten am Weg, hilft dann weder ein Vater unser noch ein Ave Maria damit man die letzten Zentimeter schafft.

    Sollte der Boden mal wieder richtig abgetrocknet sein, werde ich die Wühlschäden mit der Kreiselegge  einebnen. Ich vermute jedoch, das Handarbeit angesagt ist um den Boden zu glätten.

  • Aus der virtuellen in die reale Welt

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    Man kannte sich schon lange aus dem Netz. Am letzten Wochenende haben wir uns nun in der realen Welt kennen gelernt. In der Weinuni in Geisenheim am Rhein trafen wir uns zum ersten deutschen VinoCamp.

    „Das VinoCamp ist also ein BarCamp – und ein BarCamp ist eine Unkonferenz, d.h. eine Konferenz ohne festen Ablaufplan. Es gibt demnach nicht die klassische Aufteilung zwischen Referenten und Zuhörern. Jeder der möchte, kann einen Vortrag, eine sogenannte „Session”, zum Thema anbieten. Wer keinen Vortrag halten möchte, kann auch einfach nur zuhören.

    Das Thema des VinoCamps ist, wie der Name schon sagt, der Wein und alles was damit zusammenhängt.

    Beim VinoCamp treffen sich Menschen aus der gesamten Weinszene, die eine hohe Affinität zum Internet haben, um sich auszutauschen und virtuelle und reale Netzwerke zu pflegen.

    Ziel des VinoCamps ist es, das Thema Wein in die Breite des Web 2.0 zu tragen, zu lernen, sich weiter zu entwickeln und Strategien und Sprachweisen für die Zukunft zu finden.“

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    Der Freitag abend starte mit einer Afterworkparty im Garten der Sektkekellerei Bardong. Die ersten virtuellen Freundschaften bekamen Gesichter und die Netzfreundschaften wurden bei sehr guten Sekten und Weinen vertieft.

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    Das VinoCamp startete am Samstag mit der Begrüßung der Teilnehmer und Festlegung der einzelnen Vorträge, bzw. Sessions. Neben vielen Vorträgen, die sich um das Internet und die Netzwelt drehten, interessierte mich der Vortrag von Matthias Düsi vom Duesiblog.

    „Rechtliche & Theologische Grundlage des Abendmahlsweins/Messweins. Messwein als Absatzchance für Weinproduzenten?“ lautete das Thema und Matthias, von zu Hause aus Rechtsanwalt, erläutere dieses interessante Thema sehr spannend.

    Bei den jährlich ca. 10 Millionen Teilnehmern am Abendmahl der ev. Kirche kam die Diskussion auf, wie groß denn dieser „Schluck“ ist, damit das gesamte Absatzpotential genauer geschätzt werden konnte.

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    Im stündlichen Rhythmus gab es immer zeitgleich drei Vorträge in verschiedenen  Hörsälen und die Auswahl des für mich interessantesten Vortrages viel mir schwer.

    Die Auswahl war sehr groß, wie ein Auszug aus dem Angebot zeigt:

      • Eu-Weinmarktreform, Chance oder Untergang?

      • Traffic und Statistikauswertung im Blog.

      • Wie mache ich einen sexy Weinblog?

      • Wie werde ich reich und berühmt?

      • Wie objektiv sind Weinführer?

      • Wein, Tourismus und Web 2.0 – wie passt das zusammen!

      • Diskussion rechtlicher Themen wie Urheberrecht (Bilder- und Textnutzung), Abmahnung, Impressum usw…

      • Rechtliche & Theologische Grundlage des Abendmahlsweins/Messweins. Messwein als Absatzchance für Weinproduzenten?

      • Was ist in Frankreich so anders? Das französische Wein-Web vorgestellt.

      • Spontanvergärung und Wurzelecht. Nur Winzerblala oder ist was dran?

    Mit meinem Kollegen Karl-Josef gestaltete ich zwei Sessions zum Thema Weinbau, Weinkeller und Ökologie. Machte mächtig Spaß!
    Zu Gast war auch die amtierende Deutsche Weinkönigin, wie man unschwer auf obigem Bild erkennen kann.

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    Natürlich durfte der Wein auch nicht zu kurz kommen. Am späten Nachmittag standen fast dreihundert Weine, die von den Teilnehmern mitgebracht wurden,  in der Mensa zum probieren auf den Tischen.

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    Die Abendveranstaltung fand dann in der wineBANK in Hattenheim statt. Ähnlich einer Bank mit Schließfächern. Aber nur  für edle Weine, anstatt Wertpapiere.

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    Das ganze in einem Weingut und direkt daneben der „Partyraum“.

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    Trotz der abendlichen Party fanden sich alle am Sonntag pünktlich wieder in den Vortagssälen ein. Iris, deutsche Winzerin in Frankreich, berichtete für ihre französischen Kollegen live vom deutschen Vinocamp in ihrem Blog, auf Facebook und auf Twitter.

    Hier an dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam und die Sponsoren. Weitere Informationen über das Vinocamp finden Sie im VinoCamp Blog hier, die Facebookseite ist hier.

    Nachtrag:

    Per Facebook wurde ich darauf aufmerksam gemacht.

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    Wir sind am Samstag (-nacht) natürlich noch versumpft. Einen Absacker trinken. Einen klasse Rieslingsekt aus einem Arbeitsprojekt eines Weinbaustudenten und dazu gab es eine Gitarrensession.

  • Im Land der Riesenweingläser

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    Mit Freunden wurde in den letzten Tagen ein kleine Wanderreise an die südliche Weinstraße unternommen. Bemerkenswert die Trinkgefässe, bzw. Weingläser die zum Einsatz kamen. Während wir bei den Wanderungen durch den Pfälzer Wald und die Weinberge stets darauf bedacht waren, stilvolle Weingläser zu benutzen und auch sicher zu transportieren, gab es abends beim Vesper die regionaltypischen, traditionellen Trinkgefäße.

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    Das sogenannte Dubbeglas, ein Schoppenglas mit einem halben Liter Fassungsvermögen. Der Innbegriff für die Verzahnung von Trink- und Lebenskultur. Wein als alltägliches Getränk und nicht als abgehobener Luxus. Heutzutage vornehmlich für Weinschorle gebraucht, wobei dann am Mineralwasser gespart wird.

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    Die Krönung ist der Rhodter Piff, ein Weinglas mit sage und schreibe einem Liter Inhalt. Wird natürlich nicht alleine getrunken sondern in der Gruppe geleert. Wird auch als Trollschoppen bezeichnet. Der letzte Schluck oder Schoppen in der Runde bevor man sich nach Hause „trollt“, falls man noch gehen kann.

  • Aller Probleme enthoben

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    Reichlich Regen von mehreren Gewittern gab es am letzten Wochenende. Weitere Niederschläge sind gemeldet und kommen hoffentlich. Auf jeden Fall ist unser größtes Problem, die Trockenheit, vorerst nicht mehr relevant.

    Anlass für mich in einigen Weinbergen Bodenbearbeitung zu machen damit Stickstoff aus dem Humus freigesetzt wird. Zwei Weinberge sind durch die Trockenheit richtig gelb geworden und benötigen diesen wichtigen Nährstoff dringendst. Das rechte Maß bei der Bodenbearbeitung ist nötig. Zuviel Stickstoff veranlasst die Rebe zum Luxuskonsum mit entsprechend negativen Folgen wie z.B. vorzeitige Traubenfäulniss oder das Nitrat wird ins Grundwasser ausgewaschen. Also heute entsprechend dem Zustand der Rebanlagen nur jede zweite Rebzeile gefahre, die Bodenbearbeitungswerkzeuge angepasst und auf die optimale Arbeitstiefe geachtet.

    Das kleinere Problem, das unser Ausbildungsplatz bisher noch nicht besetzt ist, hat sich auch mit heutigen Datum erledigt. Ein junger Mann wird ab August seine Winzerausbildung in unserem Weingut absolvieren. Wir freuen uns schon auf den neuen Mitarbeiter.

  • Stockentlastung

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    Zur Zeit sind wir bei den Laubarbeiten, also dem einschlaufen der grünen Triebe in den Drahtrahmen. Ganz gemütlich. Das Wachstum der Rebstöcke ist sehr langsam geworden, teilweise stehen geblieben. Geschätzte 20 bis 40 cm weniger Trieblänge wie es dem Entwicklungsstand so kurz nach der Rebblüte entsprechen würde. In unseren jüngeren Weinbergen findet man an einzelnen Reben des öfteren wassermangelbedingter Kümmerwuchs. Zu Entlastung dieser Rebstöcke wurden die Fruchtruten abgeschnitten, damit die Assimilationsfläche vermindert wird und die Pflanze überlebt.

    Man hört nicht gutes von Kollegen. Es gibt beängstigende Nachrichten über dramatische Auswirkungen dieser Trockenperiode. Gerade jetzt wäre Wasser sehr nötig, da in den jungen Beeren das Größenwachstum beginnt und ohne Wasser gibt es keine großen Trauben. Die Metereologen sagen in ihren Prognosen zwar ständig reichliche Niederschläge voraus, aber je näher diese Vorhersagen zeitlich kommen, desto geringer wird der gemeldete Niederschlag und löst sich anschließend in heisser Luft auf.

    Nachtrag 05. Juni morgens:

    Kaum hat man gejammert und geschrieben kam der Regen gestern Nacht. 10 Liter waren gemeldet und nun gab es 15 Liter. Mal schauen, was von den nächsten gemeldeten Niederschlägen denn wirklich zu Boden kommt.

  • Newsletter No. 3: Das erste deutsche Vinocamp, Hintergründe und Angst macht sich breit

     

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    Über das Internet, bzw. das Web 2.0, kennt man die bloggenden Kollegen schon länger und nun ist persönliches Kennenlernen angesagt.  Am 18. und 19. Juni ist ein Weinbloggertreffen in der Weinuni Geisenheim angesagt. Ein sogenanntes BarCamp, im Weinbereich natürlich Vinocamp genannt. Ich freue mich schon, die Personen, die man aus dem virtuellen Leben kennt, in natura kennen zu lernen.

    Beim Vinocamp gibt es keine Teilnehmer, sondern nur Mitwirkende! Ein BarCamp ist eine offene Tagung, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern im Tagungsverlauf selber entwickelt werden. Es wird von jedem Teilnehmer erwartet, das er aktiv am Geschehen teilnimmt. Das Vinocamp ist keine Konferenz auf der einfach Wissen konsumiert wird, es wird getauscht und geteilt, geben und nehmen. Meine Aktivitäten konzentrieren sich auf den ökologischen Steillagenweinbau und die Kellertechnik.  Mit Iris und Karl-Josef zusammen werde ich zu diesen Themen referieren und mit den Teilnehmern diskutieren.

    Der von uns angebotene Ausbildungsplatz  als Winzer steht kurz vor der Besetzung. Mehrere junge Menschen absolvierten in den letzten Wochen ein Kurzpraktikum in unserem Weingut. So lernte ich die Arbeitsweise, die Motivation und das Sozialverhalten kennen.  Diese Woche noch eine Kandidatin und nächste Woche wird entschieden wer die Lehrstelle bekommt. Kerstin, meine jetzige Azubine, wird in vier Wochen die Gesellenprüfung machen und dann in die rauhe Arbeitswelt entlassen.

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    Der erst letzte Woche abgefüllte Mosto Cotto hat schon Freunde gefunden. Die Musterflasche, die in der Probierstube stand, wurde kurzerhand von einem Freund entführt und zurück kamen zwei Gläser Rhabarberchutney mit Mosto Cotto. Passt hervorragend zu Käse.

    Wir haben zur Zeit drei Wochen Vegetationsvorsprung. Der Riesling ist am blühen. Die Rahmenbedingungen sind sehr gut, so das eine gute Befruchtung zu erwarten ist.

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    Nachdem am 4. Mai in weiten Teilen Deutschland die Reben mehr oder weniger erfroren sind, ist die derzeit herrschende Trockenheit das beherrschende Thema und macht uns Angst. Es soll der trockenste Frühling seit 1893 sein. Wir hatten zwar das Riesenglück das am 20. Mai ganz regional in Reil 23 Liter Regen fielen, aber die Reben dürsten weiterhin nach Wasser. Das Längenwachstum der Triebe ist stellenweise stark vermindert und das Laub verfärbt sich gelblich. Es gibt Standorte an der Mosel, bei denen sogar alte Rieslingreben mit entsprechend tiefen Wurzeln, unter massivem Wasserstreß leiden und die Situation dramatisch wird. Etwas Regen ist in den nächsten 24 Stunden gemeldet, die lang erhoffe Entspannung wird es nicht sein. Die Situation dürfte weiterhin sehr kritisch bleiben und macht uns Angst.

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  • Rieslingkonzentrat: Mosto Cotto

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    Wir haben im letzten Jahr ein Neues Projekt gestartet: Während der Weinernte wurde fleißig eingedampft und heraus kam ein Rieslingkonzentrat, das ich zum Anlass nahm, mich zum Öchslekönig zu küren.

    Die Rede ist von unserem neuen Projekt der Riesling-Balsamessigherstellung. Der Balsamessig ruht seit Oktober vergangenen Jahres in kleinen Holzfässern und braucht noch etliche Monate Reifezeit.

    Das Rieslingtraubenkonzentrat, ein Vorprodukt der Balsamessigherstellung, können Sie jetzt schon erwerben. Es wurde im Herbst schonend auf sehr kleiner Flamme eingedickt und hat dunkelbraune Farbe.

    In Italien als Mosto Cotto oder Saba bekannt. Der Rieslingtraubensirup ist geeignet zum süßen und aromatisieren. Der aromatische, fruchtig-karamellige Geschmack passt hervorragend zum Verfeinern von Suppen, Soßen, Desserts, Salaten und ist perfekt bei überbackenem Ziegenkäse. Nicht nur die Süße ist die Stärke, die Aromatik stellt alle anderen Sirupe in den Schatten.

    Die alten Römer verwendeten ihn schon: sapa (defrutum, caroenum): angenehme Farbe, riecht gut und schmeckt süß. Hierzulande in Vergessenheit geraten und nun von uns wiederentdeckt. Natürlich aus Riesling, wir können ja sonst fast nichts anderes.

    Die Bestellmöglichkeit  finden Sie hier.

  • Rebblüte

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    Die Rieslingblüte hat eingesetzt. Dies ist der früheste Blütebeginn seit es Aufzeichnungen gibt. Der Entwicklungsvorsprung zum langjährigen Mittel beträgt etwa 20 Tage.

    Das ist nicht unbedingt gut. Für die Aromaausbildung der cool climate Pflanze Riesling sind kühle Nächte während der Reifephase wichtig. Je früher die Blüte, desto wahrscheinlicher ist es, das die Reifezeit in den August mit warmen Nächten fällt. Aber was jammere ich: Jahre mit einer frühen Blüte waren immer gute Weinjahre.

    Wichtig sind jetzt warme Temperaturen damit die Trauben gut verblühen und danach Regen für alle Winzer, damit die Trauben an Größe zulegen können.

  • Weinrallye 45: Reifer Wein

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    „Nachdem Drunkenmonday nun schon bei einigen Weinrallyes durch Beiträge mitwirkte, ist es nun an der Zeit, auch einmal aktiv diese auszurichten.Da der „Jungweindrinkwahn“ immer weiter um sich greift, lautet das Thema diesmal: „Reifer Wein“. Die Grenze dafür haben wir bei dem Jahrgang 2000 gezogen. Also alle Weine aus dem Jahrgang 2000 oder älter sind für die Weinrallye #45 zugelassen.“

    So der Aufruf von Drunkenmondy, einer Gruppe von Weinenthusiasten aus Hessen.

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    „Alte Kamellen“ habe ich zur Genüge. Gesammelt und eifrig in der Schatzkammer gebunkert. Nur noch selten wird aus der Schatzkammer eine Flasche entnommen. Während früher die alten, reifen Weine eine höhere Wertschätzung genossen haben, wird heute jungen Weinen der Vorzug gegeben. Vor nicht allzu langer Zeit wurde reife, goldfarbene Weine sogar besungen („Wenn das Wasser im Rhein goldner Wein wär – Willy Schneider (1950)“)

    Wertewandel!  Die Weinwelt verändert sich, das Konsumentenverhalten auch und wissenschaftliche und technische Innovationen im Weinberg und Weinkeller beeinflussen auch noch. Der Klimawandel hat zudem in den letzten 20 Jahren massiv die Weinqualitäten geändert.

    Meine Wahl ist auf einen 1985er Riesling trocken gefallen. Meine erste Ernte in ersten Jahr meiner Selbstständigkeit als Winzer. Natürlich aus meinem ersten Weinberg, den ich einige Jahre vorher selbst gekauft und selbst angepflanzt habe, der erste Ertrag. Selbstverständlich schon ökologisch, ich habe noch nie etwas anderes gemacht.

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    Unvergleichlich, was da im Glas funkelt. Goldgelb die Farbe, leichte Firne und eine knackige, mineralische Säure. Dezenter Duft und keinesfalls altersmüde. Noch heute ein Trinkgenuss mit gutem Trinkfluss. Ein alter Riesling der unter Beweiss stellt, das der Moselriesling eine hohe Lagerfähigkeit hat.

    Solche Weine werde ich wahrscheinlich nie wieder produzieren können. Dieser 1985er Riesling trocken ist noch ein „richtiger“ Qualitätswein. Heutzutage finden sich in der Regel kleinere Spätlesen – nach damaligem Empfinden – sogar in der Literflasche wieder und die anderen Weine sind entsprechend qualitativ höherwertig. Damals hätte ich nur geträumt von solch reifen Trauben wie wir sie heute ernten.

    Die Klimaänderung, die sich seit 1988 bemerkbar macht, hat unsere Qualitäten massiv verändert. Durch früheren Rebaustrieb und frühere Blüte ernten wir heute viel höhere Qualitäten und, wie ich hier schon im Blog des öfteren schrieb, es gibt keine schlechten Jahrgänge mehr wie ich es in den 80zigern des letzten Jahrtausends noch erlebt habe.

     

  • Endlich!!!!

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    Gestern Abend die ersten Tropfen, fast Zeitgleich kam eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes per Mail.  Von 25 Liter je qm und leichtem Hagel war die Rede. Nach einer Stunde hatte es 23 Liter geregnet und der Hagel ist ausgeblieben. Unsere größten Sorgen haben sich damit vorerst erledigt. Leider war das Gewitter nur regional, im Nachbarort gab es schon einiges weniger, in anderen gar nichts. Von Kollegen hört man nichts gutes. Junge Rebanlagen auf flachgründigen Standorten leiden massiv unter der Trockenheit und Schäden sind schon jetzt absehbar. Fürs erste sind wir zufrieden, aber der Sommer mit heißen Tagen  kommt ja erst. Morgen soll es wieder Gewitter geben, hoffentlich für alle und ohne Hagel.