Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht, Villa Kunterbunt und andere Sachen

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    100 Zeichen im Vogelschutznetz. Ein Programmpunkt der Künstlerausstellung bei der Bio-Glühwei(h)n-Nacht, die am nächsten Wochenende bei uns stattfindet. Vorab schon ein Appetithäppchen um Lust auf die anderen 99 Zeichen zu machen.

    Nach alter Pfadfinderart (ich war früher auch dabei): Jeden Tag eine gute Tat! Da das Jahr soviel Tage hat, machen wir es einmal richtig und sponsoren den Glühwein, natürlich Riesling, den Kinderpunsch und das Weihnachtsgebäck.  Wir hoffen auf Spenden für die die Villa Kunterbunt, ein Nachsorgezentrum für chronisch- und schwerstkranke Kinder in Trier.

    Die erste Spende kam heute von unserem Destillateur Hans-Joachim, der aus unseren vergorenen Rieslingtraubenschalen in den letzten beiden Tagen den 2008er Tresterbrand gebrannt hat. Er kann zwar nicht kommen, hat aber trotzdem gespendet.

    Danke!

  • Planierarbeiten

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    Unserem örtlichen Bauunternehmer geht es gut. Er hat eine neue Baustelle und wir den Erdaushub. Um Schäden an der Teerdecke durch die Stahlketten unseres Kettenschleppers zu vermeiden, wurde das Bankett zwischen Wirtschaftsweg und Weinberg erhöht, damit wir problemlos wenden können.

  • Olivenernte

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    Unsere Kübelpflanzen kamen heute in ihr frostsicheres Quartier. Dabei bemerkte ich, das mein Olivenbäumchen zum ersten mal einen kleinen Ertrag hatte. Vielleicht die zukünftige landwirtschaftliche Kultur an der Mosel wenn die Klimaerwärmung weiter zunimmt, der Riesling dann in Grönland kultiviert wird und rund ums Mittelmeer nur noch Wüste ist.

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht

     

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    Vorweihnachtliche Stimmung bei Riesling-Glühwein und Kinderpunsch.

    Am Freitag und Samstag, den 05. und 06. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum dritten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

    Und wie jedes Jahr: Der Kinderpunsch und der Glühwein sind umsonst. Es wird jedoch eine Spendenbüchse für die Villa Kunterbunt in Trier aufgestellt, ein Nachsorgezentrum für chronisch- und schwerstkranke Kinder, in die reichlich gespendet werden darf.

    Mit dabei:

    Gert Engel (Briedel) und Silke Kruse (Berlin)

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    Fotografiken aus dem Weinberg:
    Weiße und schwarze Rasterstriche. Verdichtungen, Auflösungen, Flächigkeit, Raum, Hell-Dunkel: Der Weinberg als grafische Struktur, als ästhetisches Produkt.
    Aber auch ein Dokument der Arbeit des Winzers: Jeder einzelne Strich ein Weinstock, der das ganze Jahr über bearbeitet wird, vom Hacken übers Binden bis zum Ernten.
    So verschafft die Dimension der grafischen Elemente einen Eindruck von der Dimension der Arbeit im Weinberg.

    und

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    Handzeichnungen vor, mit und nach dem Wein

  • Weinrallye 17: Weine der letzten EU Beitrittsstaaten

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    Zur jetzigen Weinrallye hat Swetlana aufgerufen: Weine der letzten EU-Beitrittsländer

    „Die Herstellung von Weinen erscheint oftmals für Aussenstehende als eine romantische Angelegenheit.
    Aber auch die romantischste Sache der Welt basiert auf harter Arbeit und ganz vielen Regularien. …
    Momentan umfasst die Europäische Union 27 Staaten. Viele Länder wie Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien und Italien sind zweifellos als bedeutende Weinproduzenten bekannt.
    Viel spannender ist es jedoch herauszufinden, was die Weinproduktion in den neuesten EU-Beitrittsstaaten macht. Den besten Ruf hatten insbesondere die Weine aus dem ehemaligen „Ostblock“ ja nicht gehabt.
    Es wäre daher mal an der Zeit, hinter die Weinfassade der seit 2004 der Europäischen Union zugehörigen Staaten zu blicken und quasi die neue Konkurrenz zu begutachten.Im Jahr 2004 und 2007 sind insgesamt 12 Länder der EU beigetreten, die zum Teil nicht erst seit gestern Wein produzieren. Hierzu gehören die Staaten Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern, Bulgarien und Rumänien.“

    Also Überlegt: Polen und die drei Staaten aus dem Baltikum haben keinen Weinbau bzw. sehr kleine Rebflächen, so dass ich mir die Suche nach einer passenden Flasche ersparen kann.  Die Weinernte hatte mich etwas in Beschlag genommen und die Suche nach einem guten Wein scheiterte an Zeitmangel.

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    Da der Mensch ein Sammler und Jäger ist und auch ich dazu gehöre, bin ich bei uns in der Probierstube fündig geworden. Interessante Gastgeschenke werden nach Leerung des Inhaltes aufgehoben und sind für diese Weinrallye noch zu gebrauchen, obwohl mittlerweile die Qualitäten osteuropäischer Weine sicherlich bedeutend besser geworden sind.

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    Zwar eingemeindet, aber das hat Swetlana wohl nicht gemeint.

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    An den Inhalt der nächsten Flasche kann ich mich nicht erinnern. War wohl nicht so gut.

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    Aber schon damals war diese Flasche hochmodern mit einem Plastikstöpsel verschlossen.

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    Über dieses Gastgeschenk aus Tschechien, ein Riesling, schweige ich mich lieber aus…

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    Eine sehr interessante Geschichte haben diese beiden Flaschen, die mir Berufkollegen aus der Ukraine mitgebracht hatten. Aber die werde ich vielleicht im Rahmen einer anderen Weinrallye erzählen und die Ukraine gehört im Moment noch nicht zur EU.

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    Zu Jahrtausendwende besuchte mich im Rahmen einer entwicklungspolitischen Hilfe der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) ein wichtiger Entscheidungsträger des Landwirtschaftsministerium aus Rumänien nebst Dolmetscher und Betreuer der GTZ. Nach Weinbergs- und Kellerbesichtigung mit Faßweinprobe des noch jungen 1999er Rieslings,  wurden weitere Fragen in der Probierstube erläutert. Der Sinn seiner Deutschlandreise war, Strukturen im deutschen Weinbau zu erfassen und Entwicklungsmöglichkeiten für den rumänischen Weinbau aufzuzeigen. Nach der Zwangskollektivierung unter den Kommunisten, sollten für die Zukunft neue Betriebsstrukturen geschaffen werden. Da ich selbst einen kleineres Weingut habe, favorisierte ich in der Diskussion logischerweise kleinere Agrarstrukturen, die ökologische und soziale Vorteile haben, während mein Gegenüber von Betriebsgrößen so um 120 ha reiner Weinbau sprach. Die folgende Diskussion entglitt dermassen, dass der Dolmetscher, der auch meiner Meinung war, mit diesem wichtigen Menschen alleine diskutierte, der Begleiter der GTZ und ich überhaupt nichts verstanden und als die Diskussion zu laut wurde, mit einem Moselriesling die Stimmung besänftigt werden mußte.

    Der trotzdem als Gastgeschenk überreichte Sekt wurde einige Tage danach geöffnet und überraschte durch seine sehr belebende Art, harmonisch, in der Nase reife Früchte, jedoch für meine Geschmack zu süß und vielleicht etwas belanglos.

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    Sehr interessant die empfohlene Trinktemperaturspanne auf der Halsschleife. Scheint Tropen- und Eiswüstengeeignet zu sein.

  • Ausgemistet

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    Manfred, unser örtlicher Landschaftsgärtner, rief heute an.  Er hatte letzte Woche die Reiler Pfarrkirche ausgemistet und fragte an, ob ich mit dem Mist etwas anfangen könnte. Nicht das Sie, lieber Leser, jetzt denken, dass die Gottesdienstbesucher an Inkontinenz leiden, nein, auf dem Kirchendachboden befindet sich die größte Kolonie Deutschlands des Großen Mausohres, einer Fledermausart. Natürlich kann ich mit einem so wertvollen Humusdünger etwas anfangen und nun liegt der Fledermausguano auf dem Anhänger und wartet auf die Verwendung im Weinberg.

  • „Die Zukunft war früher auch besser!“

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    Fürs Dorf  und seine Bewohner konzipiert und nicht für Touristen inszeniert: Saalü, das Heimatvarieté, gestern und heute im Alten Dorfsaal im Gasthaus Peter.

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    Seit 15 Jahren tingelt Saalü im Herbst und Winter durch die alten Dorfsääle übers Land. Varieté, Kabarett, Kleinkunst und kleiner altmodischer Familienzirkus mit Geschichten aus dem Dorf für das Dorf.

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    Die Profiakteure werden unterstützt durch Amateure aus dem Dorf, die Geschichten aus vergangenen Tagen erzählen und spielen. Unter dem Motto „Die Zukunft war früher auch besser!“ geht es um die letzten 50 Jahre Dorfgeschichte und was sich verändert hat.

    Hier erzählt Artur Greis die Geschichte der Reiler Lautsprecheranlage. Zuerst ein Marsch, damit alle aufmerksam wurden, dann die Mitteilungen aus dem Rathaus für die Bürger. Auf Werbung wurde damals nicht verzichtet und im Anschluß an die „amtlichen Nachrichten“ auch schon mal mitgeteilt, dass im Lebensmittelladen frische Heringe und Bücklinge eingetroffen sind…

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    War früher wirklich alles besser? So wie das alte Männer, die gern auf den Bänken an der Mosel sitzen, immer lautstark behaupten?Jeder Auftritt ist einUnikat, denn in jeden Dorf gibt es andere Geschichten und andere Akteure. Sozusagen ein maßgeschneiderter „Heimatabend“.

    Heute Abend sollen noch einige Plätze frei sein: Karteninfo: 06542/1233

  • Weinernte 2008: vorläufiges Resümee

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    Ein vorläufiges Resümee zur Weinernte 2008, während draussen über dem Moseltal die Sonne untergeht. Es fängt nicht mit der Ernte an und hört auch nicht damit auf. Die Ernte ist eigentlich nur das Ergebniss der Arbeit des Winzers im vergangenen Jahr und der Witterung.

    Zu Beginn des Rebwachstums herrschteTrockenheit, die uns Sorgen bereitete. Als dann Ende Mai der erhoffte Regen kam, fiel dieser teilweise in fester Form, als Hagel bekannt. Leichte Schäden gab es bei uns nur in wenigen Weinbergen, während an der Terrassenmosel großflächig Weinberge und Ernte zerstört wurden.  Im weiteren Verlauf des Sommers herrschte durchgehend zu trockenes Wetter und die Reben litten darunter.  Dadurch blieben bei einigen jüngeren Rebanlagen die Trauben klein.

    Auf kleiner Flamme wurden die Trauben im September gar geköchelt und zu Erntebeginn waren sie alle vollreif und äußerst gesund. Einsetzender Regen mazerierte die Beerenhaut innerhalb weniger Tage und Fäulnis drohte. Zügig ernteten wir unsere Weinberge in mehreren Selektionsdurchgängen.

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    Nebel bis in die Mittagsstunden, wiederholte Niederschläge und eine hohe Luftfeuchtgigkeit verhinderten, dass die Beeren durch Verdunstung von Wasser sich aufkonzentrierten. Selbst Pilze waren in den Weinbergen zu finden und im Nachhinein wundert es mich, dass die Trauben trotzdem so lange gesund waren.

    Die Trauben waren hocharomatisch und lassen auf entsprechende Weine schließen. Jeden Abend werden im Weinkeller sämtliche Jungweine verkostet und sie schmecken gut, sehr gut.

    Es ist kein Jahrhundertjahrgang, die sich in diesem Jahrtausend doch etwas gehäuft hatten, für uns aber  ein gutes, bis sehr gutes Weinjahr. Zurück zur Normalität nach dem aussergewöhnlich gutem 2007er Jahrgang. Die Weine sind am Werden und können erst in einigen Wochen erstmalig, aber nicht letztmalig,  bewertet werden. Auf jeden Fall sind die meisten Fässer voll und unsere Lieferschwierigkeiten, insbesondere im Schoppenweinbereich dürften kleiner werden. Da verschmerzt man es , dass keine Auslese gekeltert wurde.

  • Weinernte 2008: Grenzwertig

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    Ein Kollege hat wohl die Hoffnung auf eine Beerenauslese noch nicht verloren. Vollreif waren sie ja, die Weintrauben. Jedoch das Eintrocken, der Wasserverlust durch Verdunstung und die Konzentrierung des Aromas mit Hilfe des Botrytispilzes, auch Edelfäule genannt, der die Beerenschale durchlässig macht, dürfte dieses Jahr fast nicht möglich sein. Die hohe Luftfeuchtigkeit, der Nebel und die Regenfälle verhinderten das bisher. Zudem steigt auch das mikrobiologische Risiko, da Problempilze wie Grünfäule und andere sich auf den Trauben breit machen und zu Bitternoten im Wein und Unbekömmlichkeit führen.  Weitere Regenfälle würden zudem zur Auswaschung der Beeren führen. Bei der Inaugenscheinnahme des Edelfäulepilzbefalles schon grenzwertig, alte Botrytis, wie der Fachmann sagt, beim Riechen schon muffig. Wenn es unsere Trauben wären: Auf den Boden! Weg damit!

  • Weinernte 2008: Renomierweinberg

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    Heute wurden in unserem kleinsten Weinberg die letzten Rieslingtrauben geerntet. Zwar der kleinste Weinberg, aber der wichtigste: Vis á vis unserem Weingut auf der anderen Moselseite, direkt am Radweg, Brückenauffahrt und Wanderweg gelegen, schaut jeder in diesen Weinberg. Und wenn dort Top gesunde Trauben und ein großer Ertrag zu sehen sind, wirft das ein positives Licht auf den Ökowinzer. Für uns ein Renomierweinberg.

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    An dieser Stelle nochmals ein Danke an unsere Lesemannschaft:
    Harry, Azubine Kerstin, Elke, Uli, Chefin Marita, Felicitas und Opa Reinhard (v.l.nr.) und die heute nicht dabei gewesenen: Louis, Felix, Alice, Sophie, Frederik, Valentin, Margit, Rosi, Dieter, Thomas, Karl-Heinz, Anne und Edeltrud.
    Wie immer: Rasant schnell, einsame Spitze im Selektieren, immer gut drauf und alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend.