Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Bitte vormerken!

    Gemütliches Beisammensein bei leckerem Bio-Wein und Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau und eine kleine Überraschung.

    Am Samstag, den 08. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

    Wie gehabt geht der Erlös an die Villa Kunterbunt in Trier, ein Nachsorgezentrum für chronisch- und schwerstkranke Kinder. Über weitere reichliche Spenden würden wir uns und auch die Villa Kunterbunt herzlich freuen.

    Für die, die von weiter herkommen: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.55 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 22.23 Uhr.

  • Erwartungsgemäß

    In den letzten Tagen wurden die ersten  jungen Weine von der Grobhefe, die sich am Faßboden abgesetzt hat, abgezogen. Der junge Wein reift nun mit der Feinhefe weiter.

    Wenn ich zitieren darf:

    “Der Abstich der Weine ist nicht nur ein Fasswechsel, sondern eine der Notwendigkeiten in der Kellerwirtschaft, deren Bedeutung für Ausbau, Haltbarkeit und Wohlgeschmack der Weine  man meist nicht besonders herausstellt. Für sich genommen ist der Abstich das Umfüllen eines Weines aus einem Behälter in den anderen, unter gleichzeitiger Abtrennung des Trubes. In Verbindung mit Schwefeln, Lüften, Schönen oder Klären und bei Zeitgerechter Durchführung ist er aber eine der grundsätzlichen Maßnahmen zur Beeinflussung des Weinausbaus.”

    Handbuch der Getränketechnologie von Gerhard Troost

    Natürlich wurde auch probiert. Wir können sehr zufrieden sein. Es ist eingetroffen, was ich schon vor der Weinernte prognostiziert hatte. Die kühleren Nächte während der Reifephase haben erwartungsgemäß zu einer sehr guten Aromaausprägung geführt. Die noch hefetrüben Rieslinge machen schon richtig viel Spaß. Würzige, frische Fruchtaromatik und die typische Leichtigkeit des Moselweines bei jeder Menge Trinkspaß.

  • Der alltägliche ökologische Irrsinn

    Mit mit obigen Energiesparlampen sollte Energie gespart werden, aber…

    Gestern noch über Nachhaltigkeit geschrieben und heute morgen heute schon wieder der alltägliche ökologische Irrsinn. Zwei Energiesparlampen versagten gleichzeitig den Dienst im Weinkeller. Das wären dieses Jahr im Gesamten sechs, bei insgesamt 24 Lampen.

    Die normale Glühbirne, in der von mir benötigten Lichtstärke, ist aus Energiespargründen verboten. Leider! Denn die von mir seit Jahren eingesetzten Energiesparlampen verabschieden sich im Weinkeller fast genau so schnell wie die vorher verwendeten Glühlampen. Vielleicht wird die vom Rieslingduft geschwängerte Kellerluft nicht vertragen?

    Eine extrem schlechte Energiebilanz! Die Einsparung an Strom während der sehr kurzen Gebrauchsphase wird sicherlich, soweit mir mein (hoffentlich) gesunder Menschenverstand sagt, durch den Energieverbrauch bei der Herstellung gänzlich zunichte gemacht. Ebenso zunichte gemacht wird der Bargeldgehalt meines Portemonnaies.

    Über den Schwermetallgehalt, die Ökobilanz und das ungünstige Lichtspektrum dieser „Energiesparlampen“ können sie sich hier beim Spiegel und beim ERGONOMIC Institut sachkundig machen.

  • Nachhaltigkeit

    „Nachhaltigkeit ist die Bezeichnung für eine Wirtschaftsweise, die sicherstellt, dass die Leistungsfähigkeit eines Ökosystems für kommende Generationen unvermindert erhalten bleibt oder moderner ausgedrückt, die Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Leitbild der Nachhaltigkeit beinhaltet dabei sowohl ökologische, als auch ökonomische und soziale Aspekte.“

    So eine kurze Beschreibung der Nachhaltigkeit, die in aller Munde ist. Leider wird viel geredet und noch weniger getan. Ressourcenschonung könnte man auch dazu sagen. So wenig wie möglich Rohstoffe verbrauchen und die Ökosysteme belasten. Auch eine Diskussion in der Weinbranche, auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Vielleicht ein andermal.

    Wir kennen es doch alle: Handys, MP3 Player und Tablet PC, die spätestens dann weggeworfen werden, wenn der fest eingebaute Akku den Geist aufgibt, das restliche Gerät jedoch noch nicht am Ende seiner Lebenserwartung ist. Schlimmer noch die Geräte mit eingebautem Verschleiß, Obsolenz genannt, wie der Stern hier berichtete. Dazu Geräte, die sich nicht öffnen und reparieren lassen.

    Gut, das es auch anders geht. Ressourcenschonend, reparabel und kostengünstig.

    Mein guter Anhänger, gerade mal 37 Jahre alt und an einen Kollegen verliehen, machte voll beladen beim rangieren mit dem Traktor das, was er wollte. Nicht anders rum, wie es eigentlich sein sollte. Ausser der krummen Anhängedeichsel gab es keinen weiteren Schäden. Eine passende Ersatzdeichsel konnte kurzfristig besorgt und angebaut werden. Nun kann der Anhänger mit mir alt werden und in Rente gehen.

    Das verstehe ich unter anderem als Nachhaltigkeit und ressourcenschonend!

  • dickflüssig

    Zunehmender Beliebtheit erfreut sich unser Mosto Cotto, über den ich schon mehrfach berichtete. Heute musste wieder abgefüllt werden. Da dieses Rieslingtraubensaftkonzentrat sehr dickflüssig ist, ist die Abfüllung mit einer für den Winzer normalen Abfüllanlage, ob groß oder klein, nicht möglich. Mittels eines Glasballons mit Auslaufgarnitur wurden die Flaschen gefüllt. Damit die Füllhöhe in den dunklen Flaschen genau eingestellt werden konnte, wurde eine Leuchte montiert. Sieht vielleicht etwas provisorisch aus, erfüllt aber bestens und günstig seinen Zweck. Leider langweilig für den, der die Flaschen füllte: Es dauerte lange, bis die Flaschen voll waren, insbesondere bei den kalten Kellertemperaturen, bei der der Mosto Cotto noch dickflüssiger ist.

    Meine Empfehlung: Überbackener Ziegenkäse! Gibt dem warmen Käse den letzten geschmacklichen Pfiff und und würde obigen noch zusätzlich dekorieren.

  • McHeim

    Wegen diesem Hamburger hat Christoph Heim seinen Spitznamen weg: McHeim! Seit er nun schon im zweiten Jahr das Restaurant vom Reiler Hof, Heims Restaurant, leitet, hat sich einiges getan. Ich berichtete hier schon einmal über die regionale Küche des Restaurants. Sogar einen Tag hinter die Kulissen schauen konnte ich bei einem Kochkurs.

    Von ganz einfach, der extrem leckeren Currywurst, über obigen genial schmeckenden Hamburger und Schnipo bis hin zur Sterneküche.Sterneküche auch letzten Sonntag: Mit Freunden Martinsgans essen. Als Vorspeise Entenleber mit entsprechender Garnitur. Die Belugalinsen der Garnitur einfach genial und alles lecker angerichtet.

    Klassische Gans mit Knödel, Rotkraut, Rosenkohl und Bratapfel. Portionen so groß, das wir auf das Dessert verzichteten. Dazu Weine aus der kleinen, aber feinen Weinkarte.  Die übliche, lockere Atmosphäre im Restaurant zudem ungemein förderlich für den Wohlfühlfaktor.

    Wie gesagt, Sterneküche! Den Anfang hat er gemacht. Im Neuen Michelin Führer hat er die erste Hürde genommen. Eine Empfehlung (Guide Michelin 2013 mit einem Bib Gourmand) – ich würde sagen ein halber Stern – gab es in diesem Restaurantführer. Herzlichen Glückwunsch an mein Lieblingsrestaurant!

  • Weinernte 2012: Kelter schubsen und die ersten Vorarbeiten für die Ernte 2013

    So langsam kehrt der Normalbetrieb nach der Weinernte wieder ein. Alle Kleinteile, die für die Weinernte benötigt wurden, sind mittlerweile weggeräumt. Die Weinpresse wurde nach der Generalreinigung gestern ins Winterquartier gebracht und an ihren Platz geschubst. Mein Freund Michael ist etwas üppiger mit Platz versorgt und stellt mir dankenswerterweise einen Stellplatz für die Kelter in seiner Halle zur Verfügung.

    Heute dann – wie jedes Jahr – die ersten Vorbereitungen für die nächste Weinernte. Die Reiler Kirche wurde entmistet und nun wartet der Fledermausguano als wertvoller Humusdünger auf seinen Einsatz. Im nächsten Frühjahr soll er die Reben mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Hin und wieder findet man tote Fledermäuse, die der anwesende Naturschützer für die Statistik gewissenhaft zählte. Leider hatte die Population aufgrund des nassen, kühlen Sommerwetters dieses Jahr gelitten. Es waren weniger Flattermänner im Dachstuhl der Kirche und somit weniger Fledermauskacke für den Biowinzer.

  • Weinernte 2012: Gerade rechtzeitig

    Nachdem der Kampf um die letzten Trauben in der letzten Rebzeile ohne gegenseitige Schnittverletzungen beendet war,

    rechtzeitig vor den angekündigten Regenfällen, deren Wolken das Moseltal verdunkelten,

    haben wir am Freitag die Weinernte beendet.

    An dieser Stelle ein Danke an unsere Lesemannschaft:
    Felix, Harry, Leon, Azubi Sascha, Weinprinzessin Sophie und Chefin Marita (v.l.n.r.) und die heute nicht dabei gewesenen:  Alice, Margit, Opa Reinhard, Pascal, Felicitas, Elke, Reinhard, Christoph, Thomas und Michael.
    Wie immer: Rasant schnell, einsame Spitze im Selektieren, immer gut drauf und alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend.

  • Weinernte 2012: Entspannung pur

     

    Entspannung pur!  Eine kühlere Reifephase, die für die Aromareife der Trauben sehr förderlich war. Sehr gesunde, stielfeste Trauben, die uns die Weinernte gemütlich angehen ließ. Im späten Oktober noch Sommertage beim Ernten und kurze Zeit später Frostnächte mit Langeunterhosenwetter. Dazu Qualitäten, die genau passen. Ernten ohne Zeitdruck, nicht gehetzt durch Wetter und Traubenzustand. Fast paradiesisch und entspannend.

    Jetzt nach dem Frost sind die Trauben mazeriert und besser pressbar. Die Stiele aber auch vorgeschädigt. Sie werden nicht mehr allzu lange die Trauben am Rebstock festhalten. Noch wenige Tage zu ernten, ganz entspannt!

    Man kommt aus dem Weinberg nach Hause und ist noch nicht müde gearbeitet, bevor die zweite Schicht im Keller beginnt. Erntekisten verteilen, gefüllt mit dem Kettenschlepper aufsammeln, auf den Anhänger stapeln und diese schlußendlich in die Presse füllen: Mangels Trauben dieses Jahr auch sehr entspannt und nicht allzu anstrengend.  Leider! Eine kleine Ernte hatte sich durch das schlechte Blütewetter schon angekündigt. Aber das es so wenig wird, damit hatten wir nicht gerechnet. Es sieht nach einer sehr kleinen Ernte aus.

  • Weinernte 2012: Langeunterhosenwetter

    Gewaltig gingen letzte Nacht die Temperaturen in den Keller. Nach zwei Frostnächten das Aus für den Goldenen Oktober.

    Heute morgen bereifte Rebblätter, aus denen alles Leben entwichen war. Die Landschaft präsentiert sich in Winterbraun.

    Die trockene Kälte machte heute keine Probleme beim Ernten. Die Trauben besser sichtbar, da viele der erfrorenen Rebblätter abgefallen waren. Die nächsten Tage sollen wieder wärmer werden.

    Die Qualitäten nähern sich „Perfekt“, also genau richtig für unsere trockenen hochwertigeren Weine. In dieser Woche sollen alle Trauben geerntet werden. Nur noch die besten Trauben, teilweise vorselektiert, hängen noch.